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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Enkidu: Klage, Handwerk und Unterweltsgaben

Gilgameš ruft Menschen, Tiere und Landschaft zur Trauer auf. Handwerker sollen ein Bild des Freundes schaffen; vor Šamaš werden Gaben gezeigt und Unterweltsgestalten um Beistand gebeten.

4–5 Minuten Lesezeit

Die Klage weitet sich über den Freund hinaus

Gilgameš nennt Enkidu in der Trauerrede als Kind einer Gazelle und eines Wildesels und erinnert an die Tiere, die ihn aufgezogen hätten. Diese Tiereltern-Anrede bleibt eine Aussage dieser Rede; sie wird nicht zu einer biologisch harmonisierten Abstammung mit der Schöpfungsszene einer anderen Tafel.

Dann ruft er Wege, Berge, Weiden und Bäume sowie zahlreiche Tiere zur Klage auf. Ulāy und Euphrat werden namentlich angerufen. Die poetische Anrede macht nicht jeden Weg, jeden Baum und jedes Tier zu einer neuen unabhängig belegten Gottheit.

Älteste, die Menschen Uruks, junge Männer, Pflügender, Hirt, Hirtenjunge und Brauer erhalten eigene Traueraufrufe. Eine beschädigte Frauenrolle wird mit dem Salben des Kopfes verbunden; weitere Zeilen betreffen Hochzeit und verwandtschaftliche Klage. Nicht alle Namen und Handlungen dieser Stellen sind erhalten. Gilgameš selbst vergleicht sein Klagen mit dem einer beruflichen Klagefrau.

Nachlesen: [1] 1–45

Ein Bild verlangt mehrere Handwerke

Gilgameš erinnert an den Himmelsstier und Humbaba, bevor er den Freund vergeblich nach seinem Schlaf fragt und sein Herz prüft. Der Text beschreibt Verhüllen, Umkreisen und das Abwerfen des eigenen Schmucks. Die Tiervergleiche des Trauernden sind keine zusätzlichen tatsächlich auftretenden Löwinnen oder Adler.

Er ruft Meister des Schmiedens, Steinbearbeitende, Kupferschmiede, Goldschmiede und Juweliere. Sie sollen ein Bild des Freundes anfertigen. Die beschädigte Beschreibung nennt Lapislazuli und Gold, lässt aber nicht jedes Körperteil und Material vollständig erkennen.

Die Statue und die später genannten wertvollen Dinge sind literarisch beschriebene Objekte. Hier wird kein erhaltenes ausgegrabenes Einzelstück identifiziert und keine vollständige rekonstruierte Ausstattung als gesichert vorgeführt.

Die Gaben werden gezeigt, Aufnahme wird erbeten

Gilgameš zeigt Gaben vor Šamaš und bittet, dass die jeweils angerufene Gestalt sie annehme, den Freund willkommen heiße und ihm beistehe. Der wiederholte Satz ist eine Bitte. Eine tatsächlich eingetretene Aufnahmezusage wird damit nicht schon erzählt.

Für Ištar nennt der Zugang ein Wurfholz aus einem als Mahagoni übersetzten Holz; für Bēlet-ilī wird eine beschädigte Gewandgabe angeschlossen. Ereškigal erhält als gedachte Adressatin eine Lapislazuli-Flasche, Dumuzi eine Karneolflöte. Für Namtar, den Wesir der Unterwelt, werden Lapislazuli-Thron und Stab genannt. Die jeweiligen Ergänzungen des Lesetexts bleiben Teil der Quellenangabe.

Ištar wird in dieser Tafel angerufen, obwohl sie zuvor mit den Helden im Konflikt stand. Der Gabenaufruf ersetzt die vorige Szene nicht durch einen nachträglich sicher berichteten Frieden. Unterschiedliche Rede- und Handlungssituationen bleiben nebeneinander lesbar.

Nachlesen: [1] 131–156

Benannte Dienste: Verwaltung, Fegen und Reinigen

Die Ausgabe ergänzt Ḫušbišag als Verwalterin der Unterwelt. Ihr Name und die Amtsangabe stehen in der betreffenden Gabenstelle vollständig in Ergänzungsklammern; der vorangehende Gegenstand ist im englischen Zugang nicht wiedergegeben. Das wird nicht als gleich sicherer unbeschädigter Beleg wie jede andere Nennung behandelt.

Qāssa-ṭābat wird als Feger Ereškigals angerufen. Eine Silberklammer und Kupferreifen gehören zum betreffenden Abschnitt. Ninšuluḫḫatumma, in einer Folgezeile mit anderer h-Schreibung wiedergegeben, erscheint als Reinigerin des Hauses. Für sie wird ein geschmückter Gegenstand mit einer Darstellung des Zedernwalds beschrieben.

Diese Benennungen unterscheiden Verwaltung und Reinigung. Die Namen werden weder zu einer einzigen Hilfsgöttin zusammengefasst noch als sichere Namen sämtlicher anderswo unbenannter Unterweltsdienste eingesetzt.

Nachlesen: [1] 157–174

Bibbu und eine stark ergänzte weitere Benennung

Bibbu wird als Fleischer der Unterwelt bezeichnet; eine zweischneidige Klinge mit Lapislazuli-Griff gehört zu seiner Gabenpassage. Die Bitte macht ihn nicht zur im Text beobachteten Ursache von Enkidus Tod.

Eine weitere stark ergänzte Stelle nennt Dumuzi-abzu. Die englische Ausgabe verwendet dort das Amtswort scapegoat. Dieser konkrete Übersetzungsvorschlag wird mit seiner Stelle verzeichnet; weder eine vollständige neue Opferhandlung noch eine sichere Identität mit dem vorher genannten Dumuzi wird daraus erfunden.

Danach sind mehrere Adressaten und Gaben nur noch bruchstückhaft erkennbar. Ein Fragment nennt einen Richter der Anunnaki. Die Lücken erlauben keine vollständig wiederhergestellte Liste aller Unterweltsämter oder aller empfangenen Geschenke.

Nachlesen: [1] 175–210

Fürsorge bleibt eine Handlung der Lebenden

Die Dichtung verbindet Traueraufruf, Arbeit am Bild, das Bereitstellen wertvoller Dinge und die Bitte um Hilfe. Die Rolle Šamašs als Angesprochener bei der Darbringung wird von den einzeln gedachten Empfängern der Gaben unterschieden.

Spätere beschädigte Zeilen berichten, Gilgameš habe das Aufstauen des Flusses erwogen, und nennen Tisch, Speisen und erneutes Zeigen vor der Sonne. Ein Plan zum Aufstauen wird nicht allein aus dieser Stelle zu einem vollständig ausgeführten Grab- oder Wasserbau rekonstruiert. Die vorhandene Tafel zeigt einen Bemühten; sie liefert keine allseits bestätigte Antwort der angerufenen Mächte.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Wie verbindet die Dichtung persönliche Trauer, gemeinschaftliche Arbeit und die erhoffte Aufnahme des Verstorbenen?
Gilgameš ruft Menschen, Tiere und Landschaft zur Trauer auf. Handwerker sollen ein Bild des Freundes schaffen; vor Šamaš werden Gaben gezeigt und Unterweltsgestalten um Beistand gebeten.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Gilgamesch-Epos, standardbabylonische Fassung

Abgrenzung zu sumerischen Einzelgeschichten und früheren babylonischen Fassungen.

Textzeugen nach eBL vom 8. bis 2. Jahrhundert v. Chr.; Erstkomposition hier nicht präzise datiert.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL Gilgamesch, ausgewählte standardbabylonische Tafeln

Englische Übersetzung George, Revision Rozzi/Jiménez; Tafeln I, II, V, VII und VIII gelesen. Keine eigene Kollation sämtlicher Manuskriptvarianten.

Erstpublikation laut record 2022; archivierter laufender Stand vom 26.09.2026.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Standardbabylonisches Gilgameš-Epos, Tafel VIII in der gespeicherten eBL-Übersetzung
Verwendeter Ausschnitt
Gespeicherte verfügbare englische Felder mit Ergänzungen und Fehlstellen; keine eigene Handschriftenkollation, keine gesicherte Objektidentifizierung oder bestätigte Jenseitswirkung.
  1. eBL: Poem of Gilgameš – Standard Babylonian, Tablet VIII

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Alle gelieferten englischen Übersetzungszeilen von Tafel VIII einschließlich ergänzter Stellen, Lücken und fehlender Übersetzungen gelesen; nicht sämtliche Keilschriftvarianten kollationiert.

    Öffentliche eBL-API, ohne Anmeldung gelesen; keine Browseransicht, Tafelautopsie oder eigene akkadische Übersetzung. Englisch von Andrew R. George, Edition mit Revisionen von Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez; laufender Stand vom Abruf 26.09.2026. Nicht mit der unveränderten Druckausgabe 2003 gleichgesetzt. Fehlende Zeilen nicht aus anderen Fassungen ergänzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. eBL: Poem of Gilgameš – Standard Babylonian, Tablet I

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Alle gelieferten englischen Übersetzungszeilen von Tafel I einschließlich ergänzter Stellen, Lücken und fehlender Übersetzungen gelesen; nicht sämtliche Keilschriftvarianten kollationiert. Zusätzlich Metadaten und englischen Kolophonzugang zu Textzeuge K.913 (Ninive, neuassyrisch, Bibliothekstafel) gelesen.

    Öffentliche eBL-API, ohne Anmeldung gelesen; keine Browseransicht, Tafelautopsie oder eigene akkadische Übersetzung. Englisch von Andrew R. George, Edition mit Revisionen von Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez; laufender Stand vom Abruf 26.09.2026. Nicht mit der unveränderten Druckausgabe 2003 gleichgesetzt. Fehlende Zeilen nicht aus anderen Fassungen ergänzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  3. eBL: Poem of Gilgameš – Standard Babylonian, Tablet II

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Alle gelieferten englischen Übersetzungszeilen von Tafel II einschließlich ergänzter Stellen, Lücken und fehlender Übersetzungen gelesen; nicht sämtliche Keilschriftvarianten kollationiert.

    Öffentliche eBL-API, ohne Anmeldung gelesen; keine Browseransicht, Tafelautopsie oder eigene akkadische Übersetzung. Englisch von Andrew R. George, Edition mit Revisionen von Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez; laufender Stand vom Abruf 26.09.2026. Nicht mit der unveränderten Druckausgabe 2003 gleichgesetzt. Fehlende Zeilen nicht aus anderen Fassungen ergänzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  4. eBL: Poem of Gilgameš – Standard Babylonian, Tablet V

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Alle gelieferten englischen Übersetzungszeilen von Tafel V einschließlich ergänzter Stellen, Lücken und fehlender Übersetzungen gelesen; nicht sämtliche Keilschriftvarianten kollationiert.

    Öffentliche eBL-API, ohne Anmeldung gelesen; keine Browseransicht, Tafelautopsie oder eigene akkadische Übersetzung. Englisch von Andrew R. George, Edition mit Revisionen von Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez; laufender Stand vom Abruf 26.09.2026. Nicht mit der unveränderten Druckausgabe 2003 gleichgesetzt. Fehlende Zeilen nicht aus anderen Fassungen ergänzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  5. eBL: Poem of Gilgameš – Standard Babylonian, Tablet VII

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Alle gelieferten englischen Übersetzungszeilen von Tafel VII einschließlich ergänzter Stellen, Lücken und fehlender Übersetzungen gelesen; nicht sämtliche Keilschriftvarianten kollationiert.

    Öffentliche eBL-API, ohne Anmeldung gelesen; keine Browseransicht, Tafelautopsie oder eigene akkadische Übersetzung. Englisch von Andrew R. George, Edition mit Revisionen von Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez; laufender Stand vom Abruf 26.09.2026. Nicht mit der unveränderten Druckausgabe 2003 gleichgesetzt. Fehlende Zeilen nicht aus anderen Fassungen ergänzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  6. eBL: Poem of Gilgameš – Werk- und Versionsübersicht

    Andrew R. George / eBL; Revision Geraldina Rozzi und Enrique Jiménez · Laufende eBL-Ausgabe, Abruf 26. September 2026; Tafeldatensätze nennen Erstpublikation 13. Oktober 2022

    Vollständige Werkeinleitung zur Versionsgeschichte und zum Editionsstand gelesen; Kapitelverzeichnis auf getrennte alt-, mittel- und standardbabylonische Bereiche geprüft. Keine Lektüre sämtlicher dort verlinkter Texte oder Bibliografietitel.

    Einleitung der modernen Fachausgabe, keine antike Quelle und kein Beleg für jede verlinkte Einzelfassung. Datierung der Textzeugen nicht mit Lebenszeit einer historischen Person oder Erstkomposition gleichgesetzt. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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