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MythaneumDas Museum der Mythologien

Ort

Tlalocan: Nahrung und ein anderer Weg der Toten

Ein kurzes Sahagún-Kapitel schildert Tlalocan durch grüne Nahrung, Wasserbezüge und besondere Bestattungsweisen. Seine spanische Paradies-Sprache benötigt einen Quellenrahmen.

3 Minuten Lesezeit

Ein Ort wird durch das beschrieben, was nicht fehlt

Grüne Maiskolben, Kürbisse, Amarant, Chili, Tomaten, Bohnen in den Hülsen und Blumen: Mit einer Folge verfügbarer Nahrung beschreibt der spanische Text Tlalocan. Er spricht von Erfrischung und Freude ohne Leiden. Am Ende stehen anhaltendes Grün und Sommer.

Das ist ein erzählter Raum des Gedeihens. Die Lebensfülle wird an benennbaren Pflanzen und Vorräten sichtbar, nicht an einer hier erschlossenen modernen Ortskoordinate.

Wer gelangt in diesen Raum?

Das Kapitel nennt Menschen, die durch Blitz oder Ertrinken sterben, sowie mehrere historisch bezeichnete Krankheiten. Die Aufzählung verbindet das Ziel mit bestimmten Todesumständen und körperlichen Leiden. Sie wird hier nicht als heutige medizinische Diagnose oder als Erklärung einer einzelnen Todesursache übernommen.

Ebenso wenig lässt sich aus diesem kurzen Abschnitt eine moralische Auswahl der besonders tugendhaften Menschen ableiten. Die Kriterien, die er tatsächlich nennt, sind andere.

Auch der Umgang mit dem Körper unterscheidet sich

Für die beschriebenen Verstorbenen nennt die Quelle Bestattung statt Verbrennung. Amarantkörner, blaue Farbe an der Stirn, Papierausstattung und ein Stab gehören zu ihren Angaben. Jenseitsvorstellung und Bestattungsweise stehen im selben Kapitel nebeneinander.

Diese konkreten Merkmale helfen beim Vergleich mit dem vorausgehenden Bericht über Mictlan. Sie begründen keine universelle Regel für sämtliche Orte und Zeiten Nahua-sprachiger Gemeinschaften.

Tlaloc, Tlaloque und die Sprache des Berichts

Der Tlaloc-Zugang zeigt nach einem anderen Kapitel derselben Ausgabe eine Macht, deren Regen ernährt und deren Wasser und Blitze auch gefährlich werden können. Im Tlalocan-Kapitel werden die Tlaloque als Bewohner genannt. Der Einzelname und die Mehrzahl werden deshalb nicht zu einer einzigen überall identischen Figur zusammengeschoben.

Die Überschrift Paraíso terrenal gehört zur spanischen Darstellung. Das Wort Paradies wird hier als deren Vergleichssprache kenntlich gemacht. Der historische Druck von 1829 überliefert ein koloniales Werk; er ist kein unvermitteltes Protokoll sämtlicher voreroberungszeitlicher Vorstellungen.

Ein Vergleich ohne vorschnelle Gleichsetzung

Vergleiche die Nahrung in Tlalocan, die Reisebeigaben auf dem Weg nach Mictlan und die Helfer der Brüder in Xibalba. Was ermöglicht an jedem Ort Handlung oder Versorgung? Halte dabei die Nahua-Textkapitel und die K’iche’-Erzählung auseinander.

Ort oder Erzählraum in den Quellen

Tlalocan

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Benutzte Ausgabe

Spanischer Druck1829: BuchIII-Anhang über Totenwege und Tlalocan

Eigenes tatsächlich gelesenes begrenztes Quellenfenster. Zwei Tlalocan-Druckseiten am Scan geprüft; kein Ersatz für das Nahuatl oder die ganze Handschrift.

Kolonialer Werkzusammenhang, hier historischer Druck1829; KapitelI–II, S.260–265.

Sprache: Spanisch

Benutzte Ausgabe

Spanischer Druck1829: ausgewählte Gottheitenkapitel

Tatsächlich gelesenes begrenztes Fenster einschließlich auf diesen Seiten stehender historischer Anmerkungen; keine Ganzlektüre sämtlicher zwölf Bücher.

BuchI, S.1–28; historischer Druck, keine moderne Übersetzung aus Nahuatl.

Sprache: Spanisch

Überlieferter Text

Historia general de las cosas de Nueva España

Sahagún nennt im eigenen Vorwort indigene Auskunftgebende, Grammatikgelehrte, Schreiber, Prüfungen und Umarbeitungen. Die ausgewählten spanischen Druckfenster sind eigene Ausgabedatensätze.

Koloniales Werk mit mehreren Arbeits- und Überlieferungsstufen; die hier verwendeten Druckbände1829 sind nicht das Entstehungsdatum der erzählten Motive.

Sprache: Nahuatl und Spanisch im historischen Projekt; hier spanischer Druck gelesen

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Nahua-Jenseitsvorstellungen im kolonialen Sahagún-Projekt; ausdrücklich benanntes spanisches Druckfenster.
Verwendeter Ausschnitt
Sahagún1829, BuchIII, AnhangII, S.264–265/PDF294–295; Tlaloc-Profil daneben nach BuchI, KapitelIV.
  1. Sahagún: Totenwege und Tlalocan im spanischen Druck1829

    Bernardino de Sahagún mit Nahua-Auskunftgebenden und Gelehrten; Druckherausgeber Carlos María de Bustamante · 1829

    Historia general de las cosas de Nueva España, tomoI, México: Alejandro Valdés; spanischer historischer Druck des kolonialen Werks.

    BuchIII, Anhang, KapitelI vollständig S.260–264, KapitelII vollständig S.264–265; PDF290–295 als zusammenhängendes begrenztes Fenster gelesen. Die beiden Tlalocan-Seiten264–265 zusätzlich am Scan gesehen.

    Keine eigene Nahuatl-Kollation oder Ganzlektüre des Werks. Christliche Jenseitsbegriffe und historische Krankheitsbezeichnungen sind Quellenrede. Die Namen und Wegfolgen werden nicht zu einer traditionsübergreifenden Standardkarte vereinheitlicht. Druckdatum1829 ist nicht Entstehungsdatum des kolonialen Projekts. Abgerufen am 2026-10-19.

  2. Sahagún: Gottheiten in der spanischen Druckausgabe

    Bernardino de Sahagún mit benannten Nahua-Gelehrten und Auskunftgebenden; Druckherausgeber Carlos María de Bustamante · 1829

    Historia general de las cosas de Nueva España, México: Alejandro Valdés; historischer spanischer Druck, keine direkte moderne Nahuatl-Übersetzung.

    Buch I, Druckseiten 1–28 (PDF 31–58) vollständig einschließlich historischer Anmerkungen.

    Nur die benannten spanischen Kapitel. Klassische Göttervergleiche, Christianisierung und historische medizinische Wertungen bleiben Quellenrede. Keine eigene Nahuatl-Kollation. Abgerufen am 2026-10-13.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-19. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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