Die ältere Generation hat eine eigene Familie
Hun Hunahpu und Vucub Hunahpu sind in Brasseurs Ausgabe die Söhne Xpiyacocs und Xmucanés. Hun Hunahpu hat mit Xbakiyalo zwei Söhne: Hunbatz und Hunchouen. Sie werden als Musiker und Künstler beschrieben. Vucub Hunahpu wird dagegen ausdrücklich ohne Ehefrau eingeführt. Schon die Familienangaben unterscheiden die beiden älteren Mitspieler.
Der gemeinsame Name im Spiel darf diese Unterscheidung nicht aufheben. Auch der jüngere Hunahpu, später mit Xbalanque auftretend, ist ein eigener Angehöriger der nächsten Generation. Die frühen Namenswechsel erläutert dessen Profil. Hier beginnt der Zugang bei dem Vater mit den älteren Söhnen, nicht bei einem einzigen Helden mit sämtlichen ähnlich benannten Taten.
Die Einladung führt in ein ungleiches Spiel
Das Ballspiel der älteren Brüder erregt den Ärger der Herren von Xibalba. Vier Eulen überbringen die Einladung. Die Spieler verabschieden sich von ihrer Mutter und lassen Spielgegenstände zurück. Hunbatz und Hunchouen sollen mit Musik und anderen Künsten das Haus und die Großmutter trösten. Damit bleiben Angehörige und Dinge an der Oberfläche, während die Brüder hinabgehen.
Auf dem Weg bewältigen sie gefährliche Flüsse, lassen sich dann aber durch den sprechenden schwarzen Weg und hölzerne Herrscherattrappen täuschen. Sie setzen sich auf einen glühend heißen Sitz. Im Dunkelhaus verbrauchen sie die Fackeln und Zigarren, die sie unversehrt zurückgeben sollten. Der Text listet weitere Häuser auf, sagt aber ausdrücklich, dass dieses Paar sie nicht durchläuft. Ihre Niederlage darf nicht mit den späteren Prüfungen der jüngeren Brüder aufgefüllt werden.
Ein abgetrennter Kopf wird unter Früchten unsichtbar
Beide älteren Spieler werden getötet und bestattet. Von Hun Hunahpu wird zusätzlich der Kopf abgetrennt und in einen Baum gesetzt. Darauf trägt der vorher fruchtlose Baum Kalebassen. Der Kopf ist zwischen den runden Früchten nicht mehr zu erkennen. Die Herren verbieten, sich unter den Baum zu setzen. Was die Tötung abschließen sollte, bringt so einen weiteren Beginn hervor.
Ixquic hört davon und geht allein zum Baum. Der Kopf spricht mit ihr, sie bejaht ihren Wunsch und streckt die Hand aus. Speichel gelangt hinein und verschwindet. Seine Rede beschreibt, wie Töchter und Söhne das Erscheinungsbild und Können früherer Menschen weitertragen. Daraus entsteht die Schwangerschaft mit Hunahpu und Xbalanque. Das ist eine erzählte Weitergabe über Nachkommen, nicht schon die Wiederherstellung des früheren vollständigen Körpers.
Die Dinge der Toten beeinflussen die Lebenden
Die Großmutter hält die Spielausrüstung verborgen, weil sie mit dem Tod der älteren Generation verbunden ist. Erst eine Ratte verrät den jüngeren Brüdern, wo sie hängt. Mit ihrer Hilfe gewinnen sie die Gegenstände, beginnen das Ballspiel erneut und geraten wieder unter den Ruf Xibalbas. Das Erbe ist damit kein bloßer Stammbaum: Dinge und Tätigkeiten verknüpfen beide Erzählfolgen.
Die spätere Entmachtung der Herren enthält eine offene Namensnennung der Vätergeneration. Hun Hunahpu gehört zu denen, deren Leiden die jüngeren Spieler vergelten. Dennoch bedeutet der Sieg nicht, dass er anschließend zusammen mit allen Angehörigen in das alte Haus zurückkehrt. Erinnerung und Nachkommen sind Formen der Fortsetzung, die eine einfache Rückreise nicht ersetzen.
Auch die letzte Wiederherstellung bleibt begrenzt
Am Ende versuchen die jüngeren Sieger, die Gestalt eines Angehörigen wiederzugewinnen. Der Vorgang gelingt nur teilweise; die Rede reicht nicht für die vollständige Wiederherstellung. Brasseur nennt zunächst Vucub Hunahpu, während die moderne Fassung den Vater hervorhebt. Die Unterschiede verbieten, daraus eine einheitliche erfolgreiche Wiederbelebung Hun Hunahpus zu machen.
Brasseur setzt außerdem die Väter in eine Klammer zur folgenden Himmelfahrt; Christenson ordnet den Aufstieg den jüngeren Siegern zu. Hun Hunahpu wird hier deshalb nicht allein aufgrund dieser Stelle als eindeutig aufgestiegene Sonne behandelt. Ebenso wenig wird jede alte Darstellung eines Maisgottes ohne eigenen Objektbeleg zu seinem Porträt erklärt. Das Profil verfolgt den gelesenen Erzählzusammenhang; ein Bildzeugnis verlangt eine zusätzliche Identifizierung.
Die Figur in ihren Quellen
Hun Hunahpu
Die ältere Generation hat eine eigene Familie
Französische Druckseiten 69–73
Die Einladung führt in ein ungleiches Spiel
Französische Druckseiten 73–89
Ein abgetrennter Kopf wird unter Früchten unsichtbar
Französische Druckseiten 89–95
Die Dinge der Toten beeinflussen die Lebenden
Französische Druckseiten 125–139; Französische Druckseiten 187–193
Auch die letzte Wiederherstellung bleibt begrenzt
Französische Druckseiten 191–193; PDF-Seiten 176–177
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Popol Wuj / Popol Vuh
Werkebene der K’iche’-Überlieferung. Die erhaltene Niederschrift und eine moderne Ausgabe sind separate Datensätze.
Überlieferter Text; kein einzelnes Datum für die Entstehung sämtlicher Erzählstoffe angesetzt.
Sprache: K’iche’
Benutzte Ausgabe
Popol Vuh: zwei Generationen, Ixquic und das verborgene Ballspiel
Französischer Erzähltext und begleitende Anmerkungen im benannten Fenster gelesen. Kein vollständiges Buch, eigener K’iche’-Textvergleich oder historischer Nachweis einer realen Herrschaft Xibalbas. Beschuldigungen gegen Ixquic bleiben Rede der Figuren.
1861; Französische ungerade Druckseiten 69–139 vollständig; PDF-Seiten 365–435, jeweils ungerade.
Sprache: Französisch nach K’iche’
Benutzte Ausgabe
Brasseur de Bourbourgs französische Popol-Vuh-Ausgabe
Historische Ausgabe mit Paralleltext und Kommentar. Nur französische Druckseiten 141–193 erschlossen; mehrere Übersetzungsentscheidungen werden mit der modernen Ausgabe verglichen.
1861, Paris: Arthus Bertrand.
Sprache: K’iche’ und Französisch; hier französische Spalte gelesen
Benutzte Ausgabe
Christensons kommentierte englische Popol-Vuh-Ausgabe
Eigenständiger Ausgabedatensatz: nicht identisch mit der Literal Translation. Gelesen sind S. 1–7 und 146–177; kein vollständiges Korpus.
Elektronische Ausgabe 2007 nach der Buchausgabe von 2003.
Sprache: Englisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Popol Wuj in benannten französischen und englischen Leseausgaben der K’iche’-Überlieferung.
- Verwendeter Ausschnitt
- Brasseur 1861: genau benannte französische Lesefenster; kurze Lesartenkontrolle bei Christenson, kommentierte Ausgabe 2007.
- Popol Vuh: zwei Generationen, Ixquic und das verborgene Ballspiel
Brasseur de Bourbourg, französische Übersetzung · 1861
Französische ungerade Druckseiten 69–139 vollständig; PDF-Seiten 365–435, jeweils ungerade.
Französischer Erzähltext und begleitende Anmerkungen im benannten Fenster gelesen. Kein vollständiges Buch, eigener K’iche’-Textvergleich oder historischer Nachweis einer realen Herrschaft Xibalbas. Beschuldigungen gegen Ixquic bleiben Rede der Figuren. Abgerufen am 2026-10-01.
- Popol Vuh: Le livre sacré et les mythes de l’antiquité américaine
Charles-Étienne Brasseur de Bourbourg, französische Übersetzung und Kommentar · 1861
Paris: Arthus Bertrand, 1861. Digitalisat des Newberry-Exemplars, 670 PDF-Seiten. Druckseiten 141–193 entsprechen PDF-Seiten 437–489. Eigenständige deutsche Nacherzählung der gemeinsamen Erzählzüge; Unterschiede der Ausgaben ausdrücklich benannt.
Französische Erzählseiten 141–193 (ungerade Druckseiten) der zweiten Partie, einschließlich der begleitenden alten Anmerkungen, gelesen. Druckseite 165 zusätzlich am Scan visuell geprüft. K’iche’-Paralleltext nicht eigenständig übersetzt; übriges Buch nicht vollständig gelesen.
Gemeinfreie historische Übersetzung, keine heutige kritische Edition. Alte ethnische Wertungen, Spekulationen über ein historisches Reich Xibalba und Vergleiche mit anderen Religionen werden nicht übernommen. Mehrere Erzählstellen weichen von Christensons moderner Ausgabe ab. Abgerufen am 2026-09-26.
- Popol Vuh: Sacred Book of the Quiché Maya People – Translation and Commentary
Allen J. Christenson · 2007; elektronische Fassung der Buchausgabe von 2003
Electronic version 2007 of Popol Vuh: The Sacred Book of the Maya, University of Oklahoma Press, Norman, 2003.
PDF-Seiten 1–7 sowie 146–177 einschließlich der dortigen Anmerkungen gelesen. 285 Seiten heruntergeladen, nicht vollständig gelesen.
Diese kommentierte Ausgabe ist nicht die separat registrierte Literal Translation nach der Buchausgabe von 2004. Keine eigene Handschriftenkollation oder Übersetzung aus dem K’iche’. Geschützte moderne Übersetzung: nur kurze eigenständige Angaben zu ihren abweichenden Lesarten; die längere Erzählung beruht auf der gemeinfreien französischen Fassung. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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