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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Gula: Neunzehn Namensabschnitte und eine Bitte

Der Hymnus verbindet göttliche Selbstaussagen mit wechselnden Partnernamen. Die Namen gehören zu verschiedenen Abschnitten; erst am Ende steht die Bitte um Genesung.

4–5 Minuten Lesezeit

Die Namen stehen an den Abschnittsenden

Die eBL-Werkeinleitung beschreibt einen Hymnus mit zwanzig Abschnitten, die in den meisten Handschriften durch Linien getrennt sind. Neunzehn loben eine Göttin in der Ich-Form oder ihren Partner und nennen am Ende einen Namen. Der zwanzigste Abschnitt bittet um Hilfe. Die hier verwendete Übersetzung bietet zweihundert Versfelder.

Die Folge beginnt mit Nintinugga und Ninurta, danach mit Ninmadiriga und Ningirsu. Sie setzt Nanše, in der Übersetzung Nanshe, neben eine Partnerlobfolge, die im gespeicherten Lesetext mit Ninazu schließt. So erhält das Zusammenführen der Namen eine literarische Form, die mehr ist als ein nachträglicher alphabetischer Katalog.

Weisheit, Fürsorge und Macht sprechen aus verschiedenen Namen

Als Ninkarrak beschreibt sich die Stimme unter anderem als Tochter, Braut, Ehefrau und Verwalterin des Hauses und nennt Pabilsag. Die nächste Partnerfolge nennt Ninurta. Anschließend spricht die Göttin von Heilwissen, Kräutern, Tasche, Beschwörung, Messer und Verbänden, bevor der Abschnitt mit Ninigizibara endet.

Es folgen Zababa und die Selbstaussage als Mutter Ba’u. Die Göttin verspricht dem Schwachen Erbarmen, dem Armen Hilfe und dem Verehrenden Gesundheit. Danach steht erneut Ninurta am Ende einer Partnerlobfolge. Diese Namen und Aufgaben werden in ihrer Reihenfolge erklärt. Das poetische Zusammenführen ist keine Behauptung, alle örtlichen Göttinnen seien außerhalb dieses Hymnus immer unterschiedslos verehrt worden.

Nachlesen: [2] 54–117

Die Folge führt weiter über Nippur, Gula und Ninsun

Die nächste Selbstaussage nennt Šarrat-Nippuri, in der Übersetzung Sharrat-Nippuri; die anschließende Partnerfolge endet mit Uta’ulu. Unter dem Namen Gula führt die Stimme dann ihre Herkunft und ihr Wissen aus: Antu habe sie geboren und Rat gelehrt, Anu ihr den Namen gegeben und Ea ihr Weisheit, Schreibgerät und Heilkunst übermittelt.

Die letzten Partnerfolgen nennen zweimal Lugalbanda. Dazwischen steht Ninsun mit Zierde und Erscheinung. Die letzte Ich-Selbstaussage verbindet Fürsorge, Heilkunst, Beschwörung und Zahlenwissen mit dem Namen Ninlil. Dass derselbe Hymnus diese Namen zusammenführt, ersetzt nicht die anderen Erzählrollen Ninsuns und Ninlils in ihren eigenen Werkzusammenhängen.

Nachlesen: [2] 118–187

Die Partner- und Herkunftsnamen bleiben abschnittsbezogen

Ninurta, Ningirsu, Ninazu, Pabilsag, Zababa, Uta’ulu und Lugalbanda erscheinen mit sehr unterschiedlichen Merkmalen. Ackerbau und Vermessung stehen neben Kampfkraft, Rat und Rang. Anu, Enlil, Ninlil, Antu, Ea und Mami werden in jeweils bestimmten Herkunfts- oder Beziehungsangaben genannt. Anzû ist in einer Erinnerung an den Kampf bereits als Besiegter präsent.

Die Wiederkehr eines Namens macht deshalb nicht jeden Abschnitt zu einer neuen Person. Ebenso wenig bildet die ganze Folge einen außerhalb des Hymnus gültigen einheitlichen Stammbaum. Der Gruppenzugang hält die einzelnen Lobabschnitte als Kontexte fest und führt für die anderweitig erzählten Gestalten zu ihren eigenen Profilen.

Zwei Stellen haben ausdrücklich erwähnte Namensvarianten

Die gespeicherte englische Übersetzung nennt in Vers 53 Ninazu und in Vers 197 Gula. Die Werkeinleitung berichtet für diese Stellen abweichende Handschriftenlesungen mit den Namen Ninazu/Ninurta beziehungsweise Ninkarrak/Gula. Damit ist eine konkrete Variationsfrage belegt, keine eigene Kollation aller einzelnen Tafeln durchgeführt.

Die Namen Ninmadiriga, Ninigizibara und Uta’ulu werden hier zunächst mit ihrem Versabschnitt erschlossen. Zusätzliche Gleichsetzungen mit anderswo belegten Figuren oder Instrumenten werden nicht allein aus einer ähnlich klingenden Namensform ergänzt.

Die abschließende Bitte ist keine bestätigte Heilung

Am Ende bittet der Text um Gehör, einen günstigen Urteilsspruch und Erholung für die als Bullutsa-rabi bezeichnete Person. Die Göttin soll beim mächtigen Partner für sie eintreten. Dass Genesung erbeten wird, ist ein Textbefund; eine tatsächlich eingetretene medizinische Wirkung wird dadurch nicht bewiesen.

Die Werkeinleitung bespricht eine Zuschreibung an Bullussa-rabi in einem antiken Autorenkatalog und die Frage, ob hinter dem Namen ursprünglich eine Frau gestanden haben könnte. Das ist eine benannte Möglichkeit, keine gesicherte Biografie aus dem vorliegenden Gebet. Petitionsperson, zugeschriebene Autorschaft und historische Schreibüberlieferung bleiben unterscheidbar.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Wie kann eine Dichtung mehrere göttliche Identitäten zusammenführen, ohne dass alle ihre lokalen Geschichten dieselbe werden?
Der Hymnus verbindet göttliche Selbstaussagen mit wechselnden Partnernamen. Die Namen gehören zu verschiedenen Abschnitten; erst am Ende steht die Bitte um Genesung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Bullussa-rabis Hymnus an Gula

200 Verse mit neunzehn Lobabschnitten zu verbundenen Göttinnen/Partnern und abschließender Bitte. Zuschreibung an Bullussa-rabi und Identitätsverbindungen quellengebunden.

Laut eBL-Einleitung wahrscheinlich mittelbabylonisch komponiert; bekannte Handschriften aus dem ersten Jahrtausendv.Chr.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL, L III.7, Standardbabylonisch: englische Lesefelder

Alle 200 englischen Felder tatsächlich gelesen; Variantenhinweise aus der getrennt benannten Einleitung. Keine eigene vollständige Handschriftenkollation.

Record 09.05.2021; gesichert 17.10.2026.

Sprache: Englisch nach Akkadisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Bullussa-rabis Gula-Hymnus in der gespeicherten eBL-Ausgabe
Verwendeter Ausschnitt
Vorhandener Lesetext mit 200 englischen Versfeldern plus ganze Werkeinleitung. Keine eigene akkadische Variantenkollation oder neue medizinische Wirksamkeitsaussage.
  1. eBL: L III.7 Bullussa-rabi’s Hymn to Gula, Werkeinleitung

    Electronic Babylonian Library, Ludwig-Maximilians-Universität München · Gesicherter Stand 17.10.2026.

    Ganze Werkeinleitung, Einzelkapitelzuordnung und Bibliografiemetadaten tatsächlich gelesen: Aufbau, wahrscheinliche Komposition, erste Jahrtausend-Zeugen, Varianten 53/197, Autorzuschreibung und Grenzen.

    Keine Volllektüre der verlinkten Lambert/Földi/Baker-Aufsätze oder eigene Autorschaftsentscheidung. Huzirina-Fragment nur als möglicherweise verwandte Komposition, nicht als sicherer eigener Zeuge integriert. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. eBL: L III.7 Bullussa-rabi’s Hymn to Gula, standardbabylonischer Lesetext

    Zsombor J. Földi (Edition); Adrian C. Heinrich/Enrique Jiménez (Revision); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung) · Editionsrecord Publikationsdatum 09.05.2021; gesicherter Abruf 17.10.2026.

    Alle 200 vorhandenen englischen Übersetzungsfelder im ganzen 10853 Zeichen-Derivat einschließlich Editor/Übersetzerrecord tatsächlich gelesen; keine fehlenden englischen Felder.

    Keine vollständige akkadische Apparatkollation oder Autopsie aller Handschriften. Zusammenführung im Hymnus bleibt werkbezogen; medizinisches Selbstrühmen keine heutige Therapieanweisung oder bestätigte Wirksamkeit. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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