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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Pan: Musik und Begegnungen an der Grenze

Pans Musik klingt zwischen Bergen und Bäumen. Doch Begegnungen mit ihm können Freude, Flucht oder eine Forderung nach Anerkennung bedeuten. Hymnos, Ovid und Geschichtsschreiber setzen eigene Akzente.

5–6 Minuten Lesezeit

Ein Klang zwischen Felsen und Herden

Am Abend kehrt Pan im Homerischen Hymnos von der Jagd zurück und spielt auf Rohren. Der Klang ist süß; selbst der Gesang der Nachtigall erscheint im Vergleich weniger schön. Vorher führt das Lied durch verschneite Gipfel, Wald und Quellen, über Hänge mit Herden und durch Jagdgebiete. Zwei Hörner, Ziegenfüße und dichtes Haar gehören zu der Gestalt, die sich in diesen Räumen bewegt.

Nymphen tanzen zu seiner Musik, das Echo antwortet, und Blumen stehen im Gras. Der Hymnos macht die Landschaft hörbar und beweglich. Er beschreibt aber nicht nur einen ruhigen Hüter der Natur: Pan jagt auch wilde Tiere. Eine heutige Vorstellung von unberührter, friedlicher Natur würde die verschiedenen Tätigkeiten dieser kurzen Dichtung verkürzen.

Der Vater freut sich, die Amme erschrickt

Im Lied der Nymphen wird auch Pans Geburt erzählt. Hermes lebt bei der arkadischen Kyllene, hütet für einen Sterblichen Schafe und liebt die Tochter des Dryops. Sie bleibt hier ohne eigenen Namen. Das neugeborene Kind ist bereits bärtig und hat Hörner; seine Amme erschrickt und läuft davon. Der Text nennt die Amme, nicht ausdrücklich die Mutter als fliehende Person.

Hermes nimmt den Sohn dagegen freudig auf. In ein Hasenfell gewickelt bringt er ihn zu Zeus und den anderen Göttern; besonders Dionysos freut sich über das Kind. Die Dichtung erklärt den Namen Pan damit, dass er alle erfreut habe. Das ist eine poetische Namensdeutung innerhalb dieses Hymnos. Sie ersetzt keine Untersuchung der Herkunft des Namens und legt nicht sämtliche anders erzählten Elternschaften fest.

Syrinx will entkommen

Ovid verbindet die Rohre mit einer anderen Begegnung. Die Nymphe Syrinx will wie Diana unverheiratet bleiben und entzieht sich den Göttern und Satyrn, die ihr nachstellen. Als Pan sie sieht und um sie wirbt, flieht sie. Am Fluss Ladon kann sie nicht weiter und bittet die anderen Nymphen um Veränderung. Pan glaubt, ihren Körper zu greifen; er hält aber Schilf in den Händen.

Wind lässt die Halme klingen. Pan verbindet verschieden lange Rohre mit Wachs zu einem Instrument, das den Namen der Nymphe trägt. Er deutet den Klang als bleibende Verbindung mit ihr. Syrinx hat dieser Verbindung nicht zugestimmt: Ihre eigene Handlung ist die Flucht. Die Musik bewahrt ihren Namen und entsteht zugleich aus einer Aneignung nach verweigertem Begehren.

Ovid verschachtelt die Erzähler: Merkur beginnt die Geschichte für Argus; der äußere Erzähler ergänzt, was Merkur nicht zu Ende vorträgt. Der Ursprung des Instruments ist damit Teil einer weiteren Erzählung, kein Bericht über die Erfindung aller Rohrflöten.

Eine Botschaft verlangt Anerkennung

Bei Herodot begegnet Pan einem Boten auf dem Weg nach Sparta. Der Gott fragt, warum die Athener ihn vernachlässigen, obwohl er ihnen schon geholfen habe und wieder helfen werde. Herodot kennzeichnet dabei zwei Schritte: Der Bote erzählt von seiner Begegnung; die Athener glauben ihm und richten unter der Akropolis ein Heiligtum sowie jährliche Opfer und einen Fackellauf ein. Der Bericht erklärt religiöse Anerkennung, ohne uns Zugang zum inneren Erleben des Läufers zu geben.

Pausanias erzählt ebenfalls die Botschaft, nennt den Boten Philippides und verbindet Pans angekündigte Hilfe ausdrücklich mit Marathon. Die Gottesbegegnung bleibt eine überlieferte Aussage. Aus diesen kurzen Stellen wird hier weder ein medizinisches Urteil über den Boten noch eine Erzählung vom panischen Zusammenbruch des persischen Heeres abgeleitet.

Ein Wettstreit ist eine weitere Rolle

In Ovids elftem Buch tritt Pan gegen Apollo an. Rohrmusik und Saiteninstrument werden verglichen; der Berg Tmolos entscheidet für Apollo. Midas widerspricht dem Urteil und bekommt Eselsohren. Diese Szene erzählt weder die Flucht der Syrinx noch die Geburt des Pan. Sie macht aus Musik einen Wettstreit um Urteil und Rang.

Auch Marsyas gehört nicht einfach an Pans Stelle: Pausanias nennt Marsyas einen Silenos und beschreibt Athene mit ihm. Die gemeinsam sichtbaren Themen Musik, ungewöhnliche Körper und Götterkonflikt reichen nicht aus, aus verschiedenen Figuren einen einzigen Musiker zu machen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Klang zwischen Felsen und Herden
Hymnos 19, 1–26

Der Vater freut sich, die Amme erschrickt
Hymnos 19, 27–49

Syrinx will entkommen
Metamorphosen 1, 689–711

Eine Botschaft verlangt Anerkennung
Historien 6.105–106; Beschreibung Griechenlands 1.28.4

Ein Wettstreit ist eine weitere Rolle
Metamorphosen 11, 146–193; Beschreibung Griechenlands 1.24.1

Belegte Beziehungen

  • Musiker im von Midas bestrittenen Urteil: MidasBelege [5] : Metamorphosen 11: Absätze 146 und 172

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Silenus, Midas und Pans Musikwettstreit

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Metamorphosen 11, 85–193 vollständig: Absätze 85, 100, 127, 146 und 172 bis vor 194.

Sprache: Englisch nach Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Syrinx und die Rohre

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Metamorphosen 1, 689–711 vollständig, Absatz 689 bis vor 712; neu gelesen im zuvor archivierten ersten Buch. Das ältere Flut-Lesefenster bleibt unverändert.

Sprache: Englisch nach Latein

Überlieferter Text

Homerischer Hymnos 19 an Pan

Eigenes kurzes Gedicht im Homerischen Hymnenbestand; keine gemeinsame Autorschaft aller Hymnen angenommen.

Antikes Werk; hier keine eigene genaue Entstehungsdatierung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pan-Hymnos: Landschaft und Geburt

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Homerischer Hymnos 19 an Pan vollständig, 49 Verse: Absätze 1, 27 und 48 bis vor Hymnos 20. Übersetzerüberschrift gelesen; keine verlinkte Anmerkung 31.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Herodot: Historien

Werkebene des Geschichtswerks; einzelne Ausgaben benennen tatsächlich gelesene Abschnitte, keine vollständige Erschließung.

Antikes Werk; hier keine eigene genaue Entstehungsdatierung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Herodot: Pans Botschaft an Athen

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

1922, Band III laut Seitenkopf; Historien 6.105–106 vollständig in der englischen Godley-Ausgabe; Seitenkopf 1922 und Editionsabschnitt der Werkstartseite gelesen. Keine griechischen Parallelseiten oder Anmerkungen 7–8.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias: Silenos und Silene

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Beschreibung Griechenlands 1.23.5–6 und 1.24.1 jeweils vollständig; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias: Pan und Marathon

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Beschreibung Griechenlands 1.28.4 vollständig; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Figuren in benannten griechischen und römischen Textfassungen; archäologische Einordnung gesondert.
Verwendeter Ausschnitt
Homerischer Hymnos 19 an Pan; Ovid und zwei Berichte über die Botschaft an Athen als getrennte Zugänge.
  1. Homerischer Hymnos 19: Pan zwischen Bergen und Göttern

    Homerischer Hymnos; H. G. Evelyn-White · Historische englische Übersetzung

    Homerischer Hymnos 19 an Pan vollständig, 49 Verse: Absätze 1, 27 und 48 bis vor Hymnos 20. Übersetzerüberschrift gelesen; keine verlinkte Anmerkung 31.

    Der Nachweis gilt für den vollständigen kurzen Pan-Hymnos in englischer Übersetzung; er umfasst nicht alle Homerischen Hymnen. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Ovid: Syrinx flieht und wird zu Schilf

    Ovid; Brookes More · Historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 1, 689–711 vollständig, Absatz 689 bis vor 712; neu gelesen im zuvor archivierten ersten Buch. Das ältere Flut-Lesefenster bleibt unverändert.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Herodot: Pans Botschaft und ihre Aufnahme in Athen

    Herodot; A. D. Godley · 1922, Band III laut Seitenkopf

    Historien 6.105–106 vollständig in der englischen Godley-Ausgabe; Seitenkopf 1922 und Editionsabschnitt der Werkstartseite gelesen. Keine griechischen Parallelseiten oder Anmerkungen 7–8.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  4. Pausanias: Pan und der Bote nach Sparta

    Pausanias; W. H. S. Jones · Historische englische Übersetzung

    Beschreibung Griechenlands 1.28.4 vollständig; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  5. Ovid: Midas zwischen Goldwunsch und Musikwettstreit

    Ovid; Brookes More · Historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 11, 85–193 vollständig: Absätze 85, 100, 127, 146 und 172 bis vor 194.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  6. Pausanias: Silenos, Silene und Marsyas

    Pausanias; W. H. S. Jones · Historische englische Übersetzung

    Beschreibung Griechenlands 1.23.5–6 und 1.24.1 jeweils vollständig; Übersetzerüberschrift gelesen. Keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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