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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Midas: wenn Gold nicht mehr satt macht

Ein Zweig, ein Stein, sogar das Essen werden zu Gold. Midas muss die gewünschte Gabe zurückgeben. Ovid verbindet sie mit einer zweiten Geschichte über Musik und geheime Eselsohren; ein Grabhügelname gehört auf eine andere Ebene.

4–5 Minuten Lesezeit

Gastfreundschaft führt zu einer gefährlichen Gabe

Ovids Midas bekommt seinen Wunsch nicht ohne Vorgeschichte. Er nimmt Silenus auf, den alten Pflegevater des Bacchus, feiert zehn Tage mit ihm und bringt ihn zu dessen Gefolge zurück. Bacchus bietet dem König für diesen Dienst eine Gabe seiner Wahl an. Midas wünscht, dass alles, was sein Körper berührt, zu Gold werde. Der Gott gewährt es, bedauert aber die falsche Wahl.

Der König probiert die neue Kraft begeistert aus. Zweig, Stein und Erdklumpen verändern sich; auch Ähren und ein gepflückter Apfel werden zu Gold. Erst beim Essen zeigt sich die Kehrseite. Brot und Fleisch werden hart, der Wein lässt sich nicht mehr trinken. Was Midas als grenzenlosen Gewinn gewählt hat, nimmt ihm den Zugang zu dem, was ihn am Leben hält.

Der Wunsch kann zurückgenommen werden

Midas gesteht den Fehler ein und bittet Bacchus um Hilfe. Der Gott hebt die Gabe auf und schickt ihn zur Quelle des Paktolos bei Sardis. Dort soll er Kopf und Körper waschen. Mit der Waschung geht die Kraft auf den Fluss über; Ovid verbindet damit den goldhaltigen Sand.

Der Erzähler liefert eine Herkunftsgeschichte des Flussgoldes. Das ist kein geologischer Nachweis. Ebenso wenig gehört eine goldverwandelte Tochter zu dieser gelesenen Ovidpassage. Wer dieses verbreitete Bild danebenstellen möchte, braucht dafür eine eigene spätere Fassung. Hier bedroht die Berührung vor allem Nahrung und Trinken, und Midas findet durch Bitte und Rücknahme einen Ausweg.

Das Urteil über Musik scheitert auf andere Weise

Nach dem Goldwunsch zieht Midas in die Wälder und hört Pan. Der vergleicht seine Rohrmusik mit Apollos Spiel; der Berg Tmolos wird zum Richter. Apollo tritt mit dem Saiteninstrument an, Tmolos entscheidet für ihn, und alle Anwesenden stimmen zu – bis auf Midas.

Apollo verändert die Ohren des widersprechenden Königs zu Eselsohren. Der Körper bleibt sonst menschlich. Diese zweite Geschichte handelt vom Hören und Urteilen, nicht von derselben gefährlichen Berührung. Auch ein anderer Musiker, Marsyas, wird dadurch nicht automatisch zu Pan. Eine einzige Formel von der bestraften Gier würde den konkreten Musikwettstreit überspringen.

Ein verborgenes Geheimnis bekommt eine Stimme

Midas verbirgt seine Ohren unter einem Turban. Nur der Diener, der seine Haare schneidet, kennt sie. Der Mann wagt das Geheimnis nicht auszusprechen und kann es doch nicht behalten. Er gräbt eine kleine Grube, flüstert es hinein und bedeckt sie wieder.

Später wächst dort Schilf. Wenn der Wind es bewegt, erzählt es von den Ohren des Königs. Das Verbergen misslingt nicht durch eine gerichtliche Enthüllung, sondern durch eine Landschaft, die zu sprechen beginnt. Ovid verbindet damit Körper, Geheimnis und Schall. Ähnliche Geschichten anderer Überlieferungen müssten mit eigenen Quellen verglichen werden; ihre Ähnlichkeit macht sie nicht bereits zu derselben Erzählfassung.

Der Midas-Hügel ist kein Beweis für diese Verwandlungen

In Gordion trägt ein großer Grabhügel den Namen Tumulus MM, kurz für Midas Mound. Richard Liebhart und Lucas Stephens erläutern für das Penn Museum, warum der Name den Bestatteten nicht sicher identifiziert. Die Grabkammer wird um 740 v. Chr. datiert; der historische Midas erscheint nach ihrer Einordnung noch bis 709 v. Chr. in assyrischen Belegen. Deshalb vermuten sie in dem Grab seinen Vater.

Die Autoren sagen ausdrücklich, dass nichts im Grab den Namen des Toten festlegt. Datierung und vermutete Zuordnung gehören zur archäologischen Argumentation. Sie bestätigen weder Ovids Goldberührung noch die Eselsohren und erlauben keine lückenlose Gleichsetzung einer historischen Person mit allen Geschichten unter dem Namen Midas.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Gastfreundschaft führt zu einer gefährlichen Gabe
Metamorphosen 11, 85–126

Der Wunsch kann zurückgenommen werden
Metamorphosen 11, 127–145

Das Urteil über Musik scheitert auf andere Weise
Metamorphosen 11: Absätze 146 und 172, Musikwettstreit und Ohren

Ein verborgenes Geheimnis bekommt eine Stimme
Metamorphosen 11: Absatz 172, Geheimnis bis vor 194

Der Midas-Hügel ist kein Beweis für diese Verwandlungen
Einleitung: Midas Mound, Datierung und Zuordnung vor Tumuli as Indications of Power

Belegte Beziehungen

  • Widerspricht dem Urteil über Pans Spiel: PanBelege [1] : Metamorphosen 11: Absätze 146 und 172
  • Gastgeber und Begleiter bei der Rückkehr des Silenus: SilenosBelege [1] : Metamorphosen 11, 85–100

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid: Silenus, Midas und Pans Musikwettstreit

Benannte historische englische Übersetzung, im angegebenen Lesebereich benutzt. Keine eigene Originalsprachenkollation.

Historische englische Übersetzung; Metamorphosen 11, 85–193 vollständig: Absätze 85, 100, 127, 146 und 172 bis vor 194.

Sprache: Englisch nach Latein

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Figuren in benannten griechischen und römischen Textfassungen; archäologische Einordnung gesondert.
Verwendeter Ausschnitt
Ovids Metamorphosen 11, 85–193; archäologische Einordnung von Tumulus MM gesondert.
  1. Ovid: Midas zwischen Goldwunsch und Musikwettstreit

    Ovid; Brookes More · Historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 11, 85–193 vollständig: Absätze 85, 100, 127, 146 und 172 bis vor 194.

    Der Nachweis gilt für den genannten Ausschnitt in englischer Übersetzung, nicht für das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Tumulus MM: Name und Datierung des Grabhügels

    Richard Liebhart und Lucas Stephens; Penn Museum · 2015

    Titel, Autoren, Publikationsjahr und beide Einleitungsabsätze von For several thousand years bis vor Tumuli as Indications of Power vollständig. Spätere Bau-/Bestattungsabschnitte nicht vollständig gelesen.

    Archäologische Einordnung eines konkreten Grabhügels; die vorgeschlagene Personenzuordnung bleibt eine begründete Vermutung. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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