Die Herkunft bleibt dem Pflegekind verborgen
In Tochmarc Étaíne wächst Óengus zunächst bei Midir in Brí Léith auf. Seine Eltern sind Dagda und die im Text Eithne oder Boand genannte Frau. Während Elcmar unterwegs ist, sorgt Dagda dafür, dass neun Monate wie ein einziger Tag vergehen. Das Kind erhält damit eine Herkunftsgeschichte, in der selbst die Zeit verändert werden kann.
Erst ein Streit mit einem anderen Jungen bringt Óengus dazu, nach seinen Eltern zu fragen. Midir erklärt ihm seine Abstammung und führt ihn zum Dagda. Pflege und Zeugung bleiben unterschiedliche Beziehungen: Midir hat das Kind aufgezogen, ohne dadurch zu seinem biologischen Vater zu werden.
Tag und Nacht verändern den Besitz am Brug
Der Dagda rät Óengus, Elcmar am Samain zu begegnen und ihm den Brug abzuverlangen. Elcmar ist an diesem Tag ohne Waffen; der Anspruch beginnt deshalb mit einer Drohung. Schließlich erhält Óengus den Ort für Tag und Nacht. Aus dieser begrenzten Zusage wird im nächsten Schritt ein dauerhaftes Recht.
Als Elcmar sein Eigentum zurückfordert, entscheidet der Dagda: Alle Zeit bestehe aus Tag und Nacht. Elcmar erhält Cleitech als Ersatz. Die Erzählung verbindet Macht über einen Ort mit Verwandtschaft, Druck und der Auslegung einer Vereinbarung. Sie beschreibt keinen friedlichen Grundstückskauf und belegt keine historische Besitzurkunde.
Eine verwandelte Frau erhält Schutz
Später gelangt Étaín zu Óengus, nachdem Fuamnach sie durch Verwandlung und Wind vertrieben hat. In dieser Fassung ist sie eine purpurfarbene Fliege. Óengus nimmt sie auf und fertigt ein tragbares Gehäuse mit hellen Fenstern; darin findet sie Schutz und kann sich von ihren Verletzungen erholen.
Der Schutz gelingt jedoch nur zeitweise. Fuamnach lockt Óengus fort und vertreibt Étaín erneut. Die Handlung zeigt Fürsorge und ihre Grenzen. Óengus ist hier ein Helfer einer anderen Gestalt; daraus folgt noch keine überall gleiche Zuständigkeit als Gott der Liebe.
Englec erwidert die Liebe nicht
Das Ortsgedicht Cnogba erzählt eine andere Beziehung. Óengus liebt Englec, Elcmars Tochter, doch sie liebt Midir. Während Óengus am Samain fort ist, trägt Midir sie aus ihrem Zuhause fort. Óengus sucht sie am Hügel, wirft die Nüsse seiner Wegzehrung weg und klagt über den Verlust.
Das Gedicht verbindet diese Nussklage mit einer Erklärung des Ortsnamens. Es stellt daneben andere Geschichten über denselben Hügel und bewahrt die Wahl zwischen ihnen. Der Liebeskummer ist also Teil einer Ortsdichtung. Er macht aus Englec und Óengus kein gegenseitig liebendes Paar und aus der Worterklärung keine gesicherte sprachgeschichtliche Ableitung.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Die Herkunft bleibt dem Pflegekind verborgen
Teil I.1–4
Tag und Nacht verändern den Besitz am Brug
Teil I.5–8
Eine verwandelte Frau erhält Schutz
Teil I.18–25
Englec erwidert die Liebe nicht
Cnogba, Verse 13–44
Fassungen und Belege unterscheiden
Werk, Überlieferung und Lesezugang
Werk
Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung
Hier Teil I.1–8 und I.18–25: verborgene Herkunft und Pflege, der Anspruch auf den Brug und die Auslegung von Tag und Nacht sowie der zeitweilige Schutz Étaíns. Diese Erzählung liefert die Geburtsszene des Profils; Boand I und II werden auf dieser Seite nicht als zusätzlich verwendete Gedichte ausgegeben.
Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.
Sprache: Irisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Benutzter Lesezugang
Tochmarc Étaíne: Bergin und Best, englischer Zugang
Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar. Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder.
Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012
Sprache: Englisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Werk
Cnogba: konkurrierende Ortsgeschichten
Nur Verse 13–44 im Gwynn-Zugang: Óengus’ unerwiderte Liebe zu Englec, Midirs Fortnahme und die Nussklage als alternative Ortsdeutung. Dieses Gedicht gehört neben die Étaín-Erzählung, nicht als fehlendes Kapitel einer gemeinsamen Liebesbiografie.
Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.
Sprache: Irisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Benutzter Lesezugang
Cnogba: Gwynn, benutzter englischer Zugang
Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47. Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert.
Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen
Sprache: Englisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Figuren und Namen in den Texten
Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.
Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung
5 Einträge nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Handlungen und Stimmen (1)
Wer handelt, widerspricht, vermittelt oder Folgen trägt, wird an der konkreten Textstelle gezeigt.
Elcmar und die Zusage von Tag und Nacht
Wie kann eine zeitlich begrenzte Zusage zum dauerhaften Verlust führen?
Während Elcmar fort ist, verändert der Dagda den Zeitverlauf um Óengus’ Herkunft. Später fordert Óengus ihm den Brug unter Druck ab und erhält ihn für Tag und Nacht. Als Elcmar den Ort zurückverlangt, deutet der Dagda die Worte als alle Zeit; Elcmar erhält einen Ersatzort.
Diese Rollen- und Besitzfolge stammt aus Tochmarc Étaíne, nicht aus einer vereinheitlichten Kombination mit Boand II.
Beleg: Tochmarc Étaíne, TeilI.1–8 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Haushalt,Erziehung und Fürsorge (3)
Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.
Eochaid Ollathair,der Dagda,in Óengus’ Herkunft
Wer verändert den Zeitverlauf und beurteilt später den erzwungenen Vertrag?
Der erste Teil nennt Eochaid Ollathair auch den Dagda. Er schickt Elcmar fort und verändert dessen Wahrnehmung der Zeit,während sein Sohn mit Eithne geboren wird. Später empfiehlt er Óengus die Drohung gegen Elcmar und entscheidet den anschließenden Besitzstreit. Verwandtschaft und richterliche Autorität sind hier also nicht voneinander unabhängig.
Nicht Eochaid Airem oder Eochaid Feidlech aus TeilII. Die Namensdeutung der Quelle ist keine eigene sprachwissenschaftliche Prüfung.
Beleg: Étaín,I.1–8 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Triath und der Streit um die unbekannten Eltern
Wer bringt Óengus dazu,nach seiner Herkunft zu fragen?
Triath gehört zu Midirs Pfleglingen und führt mit beim Spiel. Óengus beleidigt ihn über seine Herkunft;Triath antwortet mit Óengus’ unbekannten Eltern. Darauf verlangt Óengus von Midir Auskunft und später Anerkennung durch den Dagda.
Die Herkunftsform Febal mit dem Zusatz „or Gobor“ bleibt eine konkrete Variantenfrage. Keine sichere globale Zuordnung zu jeder gleichnamigen Gestalt.
Beleg: Étaín,I.3–4 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Die jungen Spielenden und Midirs Augenverletzung
Wer gehört zur Aufzuchtwelt neben dem Pflegevater?
Am Spielplatz werden junge Männer und Mädchen genannt. Als später Streit ausbricht,will Midir ihn schlichten. Ein geworfener Stechpalmenstab verletzt sein Auge;der Text nennt den Werfenden nicht einzeln. Die Gruppe wird nicht zu einem erfundenen persönlichen Täter verdichtet.
Unbenannte Spielgemeinschaft;Zahlen des Textes sind keine historisch überprüfte Teilnehmerliste.
Beleg: Étaín,I.2 und9–10 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Herkunftsnamen und konkrete offene Bezüge (1)
Eine genealogische Nennung belegt keine vollständige Lebensgeschichte. Offene Fragen behalten ihre Textstellen.
Bres,Elathas Sohn,als Ziel der Reise
Zu wem wird Elcmar geschickt?
Der Dagda sendet Elcmar zu Bres,dem Sohn Elathas,in Mag nInis. Der Absatz berichtet keine eigene Antwort oder Handlung Bres’. Der Name erklärt zunächst das angegebene Ziel einer Reise,die den Erzählbeginn ermöglicht.
Elatha ist hier eine Herkunftsangabe;keine vollständige Bres- oder Elatha-Biografie aus diesem Nebensatz.
Beleg: Étaín,I.1 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Cnogba: konkurrierende Ortsgeschichten
1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Handlungen und Stimmen (1)
Wer handelt, widerspricht, vermittelt oder Folgen trägt, wird an der konkreten Textstelle gezeigt.
Englec in Cnogba
Wessen Zuneigung wird tatsächlich erwidert?
Englec, Elcmars Tochter, wird von Óengus geliebt, liebt ihrerseits aber Midir. Während Óengus fort ist, trägt Midir sie fort. Die anschließende Klage gehört Óengus; sie macht Englecs andere Zuneigung nicht ungeschehen und begründet kein gegenseitig liebendes Paar mit ihm.
Das Gedicht ordnet Beziehungen und einen Ortsnamen; es ist kein fehlendes Kapitel einer einheitlichen Étaín- oder Óengus-Biografie.
Beleg: Cnogba, Verse13–44 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Tochmarc Étaíne und die eigenständige Englec-Episode des Ortsgedichts Cnogba.
- Verwendeter Ausschnitt
- Tochmarc Étaíne I.1–8 und I.18–25 im benannten englischen Zugang; Cnogba, Verse 13–44, nach Gwynn. Die unterschiedliche Textzugehörigkeit bleibt sichtbar.
- Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Osborn Bergin und R. I. Best; CELT / University College Cork · Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012
Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar.
Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder. Abgerufen am 2026-10-02.
- Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Edward Gwynn; CELT / University College Cork · Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen
Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47.
Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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