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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Boann: Eine Frau wird zum Flusslauf

Ein gefährlicher Brunnen, eine Flucht und ein veränderter Tag verbinden Boann mit dem Fluss und mit Óengus. Zwei Ortsgedichte erzählen unterschiedliche Anlässe. Sie führen den Fluss sogar bis zum Jordan und ins Paradies.

7–8 Minuten Lesezeit

Ein Brunnen wird auf die Probe gestellt

Das erste Boand-Gedicht nennt die Frau Nechtains, eines Sohnes Labraids. An seinem Wohnort liegt ein geheimer Brunnen. Wer auf seinen Grund blickt, verliert die Augen; auch andere Bewegungen bringen Verletzung. Nur Nechtain und seine drei Mundschenke dürfen sich ihm nähern. Der Ort schützt ein gefährliches Geheimnis.

Boand kommt ohne Durst. Sie will die Kraft des Brunnens erproben und geht dreimal um ihn herum. Drei Wellen brechen hervor. Der Anlass ist hier eine Prüfung der verbotenen Macht, nicht der Versuch, Wasser für den Alltag zu holen. Das Gedicht macht die Grenze zwischen zugelassenen und ausgeschlossenen Personen zu einer erzählten Handlung.

Verwundung und Flucht zeichnen den Fluss

Die Wellen treffen Boands Fuß, Auge und Hand. Sie läuft zum Meer, um ihre Verstümmelung zu verbergen, doch das Wasser folgt jedem ihrer Wege. So erklärt das Gedicht, wie der Lauf vom Wohnort Nechtains bis zur See ihren Namen erhält. Der Körper der Frau und die Landschaft werden miteinander erzählt.

Das Gedicht bezeichnet Boand außerdem als Mutter des Óengus, den sie dem Dagda gebiert. Eine Beziehung zum Fluss und eine Beziehung zu einem Kind stehen nebeneinander. Die Geschichte ist eine dichterische Erklärung eines benannten Gewässers; sie ersetzt keine Untersuchung seiner geologischen Entstehung.

Ein zweites Gedicht verändert den Anlass

Boand II nennt sie ebenfalls Nechtains Frau, führt sie aber in Elcmars Haus. Dort begegnet ihr der Dagda. Neun Monate vergehen innerhalb eines einzigen Tages, während die Sonne stillsteht. Das Kind erhält den Namen Óengus. Nechtain und Elcmar sind in diesem Gedicht verschieden benannte Beteiligte; ihre Rollen sollten nicht still zusammengelegt werden.

Anschließend eilt Boand zum Brunnen, um durch ein Bad ihre Schuld zu verbergen. Die Quelle erhebt sich und ertränkt sie. Das zweite Gedicht setzt damit einen anderen Erzählanlass als die Erprobung des ersten. In Tochmarc Étaíne erscheint wiederum Eithne oder Boand als Elcmars Frau. Die Fassungen geben verschiedene Beziehungsgefüge, keine einzige überall gleiche Familiengeschichte.

Weltflüsse und ein Hund erweitern die Ortsgeschichte

Boand I reiht zahlreiche Flussnamen aneinander: Der Weg reicht über Schottland und den Severn zum Tiber, Jordan, Euphrat und Tigris, ins Paradies Adams und wieder zurück. Boand II nennt das Gewässer einen Jordan Irlands und verweist auf den Segen Christi. Diese christlichen Bezüge gehören zu den überlieferten Gedichten; sie sollten nicht aus einem vermeintlich unveränderten vorchristlichen Mythos herausgeschnitten werden.

Daneben bietet Boand I eine andere Namenserklärung aus zwei zusammentreffenden Flüssen. Zum Schluss folgt der Schoßhund Dabilla seiner sterbenden Besitzerin. Die Strömung trägt ihn fort und teilt ihn; zwei Steine erhalten dadurch einen Namen. Das Gedicht bewahrt mehrere Zugänge zur Landschaft, ohne sie zu einer einzigen naturkundlichen Erklärung zu machen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Brunnen wird auf die Probe gestellt
Boand I, Verse 41–60, S.29–31

Verwundung und Flucht zeichnen den Fluss
Boand I, Verse 61–76, S.31

Ein zweites Gedicht verändert den Anlass
Boand II, Verse 25–52, S.37; Teil I.1–2

Weltflüsse und ein Hund erweitern die Ortsgeschichte
Boand I, Verse 1–40 und 77–92, S.27–33; Boand II, Verse 1–24, S.35

Fassungen und Belege unterscheiden

Werk, Überlieferung und Lesezugang

Werk

Boand I: Brunnen, Fluss und mehrere Namen

Hier Boand I, Verse 1–92 nach Gwynn: Weltflussfolge und alternative Namen, Nechtains Brunnen, Erprobung, Verletzung und Flucht sowie Dabilla. Die Geschichte erklärt Landschaft dichterisch; ihr Anlass wird nicht durch den anderen Brunnenbesuch in Boand II ersetzt.

Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.

Sprache: Irisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Benutzter Lesezugang

Boand I: Gwynn, benutzter englischer Zugang

Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47. Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert.

Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen

Sprache: Englisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Werk

Boand II der Metrical Dindshenchas

Hier Boand II, Verse 1–52, besonders 25–52 nach Gwynn: christlicher Rahmen, Dagda und die veränderte Zeit, Óengus und der anders motivierte Brunnenbesuch. Nechtain und Elcmar bleiben verschieden benannte Beteiligte dieses Gedichts.

Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.

Sprache: Irisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Benutzter Lesezugang

Boand II: Gwynn, benutzter englischer Zugang

Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47. Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert.

Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen

Sprache: Englisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Werk

Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung

Nur Teil I.1–2: die im Text Eithne oder Boand genannte Frau als Elcmars Frau. Dieser andere Beziehungsrahmen wird zum Vergleich benannt, ohne die abweichenden Angaben der beiden Boand-Gedichte still zu vereinheitlichen.

Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.

Sprache: Irisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen

Benutzter Lesezugang

Tochmarc Étaíne: Bergin und Best, englischer Zugang

Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar. Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder.

Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012

Sprache: Englisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen

Figuren und Namen in den Texten

Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.

Boand I: Brunnen, Fluss und mehrere Namen

6 Einträge nach Szenen und Namensgruppen ansehen

Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Handlungen und Stimmen (2)

Wer handelt, widerspricht, vermittelt oder Folgen trägt, wird an der konkreten Textstelle gezeigt.

Nechtain im ersten Boand-Gedicht

Wer darf sich dem gefährlichen Brunnen nähern?

Nechtain wird als Boands Mann und als Sohn Labraids bezeichnet. Nur er und seine drei Mundschenke dürfen sich dem geheimen Brunnen nähern. Diese Zugangsgrenze bildet den Rahmen von Boands Erprobung; die Szene erzählt hier nicht Nechtains eigene Reaktion auf ihre Verletzung.

Der erste Gedichtzusammenhang bleibt vom Haus Elcmars und vom veränderten Anlass in Boand II getrennt.

Beleg: Boand I, Verse41–60 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Dabilla, der folgende Hund

Welche andere Beziehung folgt dem sterbenden Körper?

Dabilla folgt der sterbenden Boand. Die Strömung trägt den Hund fort und teilt ihn; zwei Steine erhalten dadurch einen Namen. Das benannte Tier trägt also einen eigenen Teil der Ortsdeutung und wird nicht als bloßes austauschbares Attribut der Frau behandelt.

Erzählte Ortsbindung, keine naturkundliche Entstehungserklärung der Steine oder Rekonstruktion einer Hunderasse.

Beleg: Boand I, Verse77–92 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Herkunftsnamen und konkrete offene Bezüge (1)

Eine genealogische Nennung belegt keine vollständige Lebensgeschichte. Offene Fragen behalten ihre Textstellen.

Labraid, Nechtain und der kurze Herkunftsvers

Welche Familienangaben verbindet das Gedicht ausdrücklich?

Der Síd wird mit Nechtain, dem Sohn Labraids, verbunden; Boand heißt dessen Frau. Später nennt das Gedicht sie Mutter Óengus’, den sie dem Dagda gegen den Willen des Mannes des Síd geboren habe. Diese knappen Sätze stehen neben der erzählten Brunnenerprobung.

Der Anlass des Brunnenbesuchs wird nicht durch die anders erzählte Verdeckung von Schuld in Boand II ersetzt. Nechtain mac Namat aus dem zweiten Gedicht erhält nicht still Labraid als denselben Elternnamen.

Beleg: Boand I, Verse1–4,37–44 und73–76 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Haushalt,Erziehung und Fürsorge (1)

Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.

Flesc, Lam und Luam am Brunnen

Wer darf zum verbotenen Wasser?

Nechtain und die drei Mundschenke werden als die Ausnahmen vom gefährlichen Zugang genannt. Die Namen lauten Flesc, Lam und Luam. Boand geht ohne Durst zum Brunnen, um seine Macht zu erproben; daraus entstehen die verletzenden Wellen und die Flucht.

Lam wird nicht ohne Prüfung nach Lesc aus dem zweiten Gedicht oder Flex aus der Werbung um Emer verbessert.

Beleg: Boand I, Verse45–60 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Erinnerung,Anrede und gedachte Gegenbeispiele (2)

Lieder können eigene Personen nennen oder mögliche Ereignisse durchspielen. Das ist nicht immer eine berichtete Tat.

Mochua als Geistlicher in der Flussfolge

Welche christliche Ortsmarke enthält die Weltflussreise?

Der Dichter beschreibt einen Abschnitt des Flusslaufs bis zum Becken Mochuas, den er ausdrücklich Geistlichen nennt. Von dessen Brunnen aus setzt sich die Reihe der Bezeichnungen fort. Der Name ist ein Bezug der erzählten Landschaft, nicht ein neuer aktiver Gegner Boands.

Keine durch diesen knappen Bezug unabhängig gesicherte vollständige Heiligenbiografie.

Beleg: Boand I, Verse9–16 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Adam und die persönlichen Bezüge in Gewässernamen

Welche Personennamen treten nur als Bezugsgrößen der Namenreihe auf?

Die Weltflussfolge reicht bis zu Adams Paradies. Sie nennt außerdem Nuadus Frau in Bezeichnungen von Arm und Bein, Fedlimid im Namen des weißen Marks und Eochu Red-Brows in der Seebezeichnung. Das Gedicht verbindet Landschaft und überlieferte Namen.

Die unbenannte Frau Nuadus wird nicht automatisch zu einer in dieser Episode handelnden zweiten Boand. Die geografischen Verweise liefern keine selbständigen neuen Taten aller Genannten.

Beleg: Boand I, Verse5–40 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Boand II der Metrical Dindshenchas

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Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Handlungen und Stimmen (1)

Wer handelt, widerspricht, vermittelt oder Folgen trägt, wird an der konkreten Textstelle gezeigt.

Elcmar im zweiten Boand-Gedicht

Ist der Hausherr auch der im Gedicht genannte Ehemann?

Boand, ausdrücklich Nechtains Frau, begegnet dem Dagda in Elcmars Haus. Der Text nennt Nechtain und Elcmar damit in verschiedenen Rollen. Wer den Hausherrn ohne Weiteres zum Ehemann macht, verändert gerade die Fassung, die hier gelesen wird.

Keine Gleichsetzung der beiden Männer. Die anders geordnete Beziehung in Tochmarc Étaíne bleibt ein eigener Vergleich.

Beleg: Boand II, Verse25–52 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung

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Haushalt,Erziehung und Fürsorge (1)

Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.

Eithne beziehungsweise Boand in diesem Erzählanfang

Welche zwei Namen verbindet die Quelle selbst?

Elcmars Frau heißt im ersten Absatz Eithne und ausdrücklich auch Boand. Sie fürchtet Elcmars Macht;während seiner Abwesenheit gebiert sie Aengus. Ihre Erklärung zur kurzen Zeit zwischen Zeugung und Geburt wird mit der Bezeichnung Mac Óc verbunden.

Diese ausdrückliche lokale Namensverbindung macht sie nicht zur Ethne Inguba oder Ethne Atencathrech des Krankenlagers.

Beleg: Étaín,I.1–2 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Die beiden Boand-Ortsgedichte nach Gwynn; der gesonderte Vergleich mit Eithne/Boand in Tochmarc Étaíne.
Verwendeter Ausschnitt
Boand I, Verse 1–92, und Boand II, Verse 1–52, nach Gwynn; daneben nur Tochmarc Étaíne I.1–2 zum anderen Beziehungsgefüge. Keine Zusammenlegung der unterschiedlichen Brunnenanlässe.
  1. Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen

    Edward Gwynn; CELT / University College Cork · Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen

    Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47.

    Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen

    Osborn Bergin und R. I. Best; CELT / University College Cork · Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012

    Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar.

    Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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