Pflege und Gegenleistung verbinden zwei Häuser
Midir nimmt das Kind Óengus in Brí Léith auf. Später begleitet er es zum Dagda und hilft so, die zunächst verborgene Herkunft zu klären. Als Midir nach dem Ortswechsel Óengus’ einen Streit zwischen Jungen schlichten will, verletzt ihn ein geworfener Zweig am Auge. Dian Cécht heilt ihn.
Die Verletzung führt trotzdem zu einer Ausgleichsforderung: Midir verlangt einen Wagen, einen Mantel und die schönste Frau Irlands. Óengus vermittelt daraufhin Étaín. Das Pflegen eines Kindes und das Fordern einer Gegenleistung stehen im selben Beziehungsnetz; sie sind keine voneinander unabhängigen Zuständigkeiten eines abstrakten Gottes.
Wiedererkennen gibt noch keine Verfügung über eine Person
Midir erkennt die von Fuamnach verwandelte Étaín wieder. Nach ihrer Vertreibung und Wiedergeburt lebt sie jedoch als Frau Eochaid Airems in einem anderen Zusammenhang. Midir erscheint ihr zunächst in Ailills Gestalt und begründet seinen Anspruch mit einer früheren Verbindung, die Étaín nicht aus eigener Erinnerung kennt.
Sie verweigert einen sofortigen Wechsel. Erst wenn Eochaid sie freigibt, will sie mit Midir gehen. Die Antwort begrenzt seinen Anspruch. Dass er eine verborgene Vergangenheit kennt oder behauptet, entscheidet nicht allein darüber, welche Beziehung sie in ihrer gegenwärtigen Lebenslage anerkennt.
Ein anderes Land wird zum Versprechen
Midirs Werberede beschreibt ein Land ohne die vertrauten Gegensätze von Alter und Jugend, mit schönen Bewohnern, süßen Strömen und reichlichen Getränken. Er verspricht Étaín dort einen besonderen Platz. Die Schilderung gehört zu seiner Werbung: Ein sprechender Beteiligter stellt das Leben vor, zu dem er sie bewegen möchte.
Zugleich erklärt das Gedicht die Unsichtbarkeit dieser Bewohner mit Adams Sünde. Die überlieferte Rede verbindet damit die Vorstellung eines anderen Landes mit einem christlichen Bezug. Sie lässt sich lesen, ohne sie als unmittelbare Auskunft über den Glauben aller Menschen im vorchristlichen Irland zu behandeln.
Ein Brettspiel macht den Anspruch streitig
Midir spielt mit Eochaid um Einsätze. Zunächst verliert er und erfüllt sogar Arbeiten an der Landschaft. Später gewinnt er einen offenen Einsatz und verlangt eine Umarmung und einen Kuss Étaíns. Eochaid lässt das Haus bewachen, kann Midirs Eintritt aber nicht verhindern. Die erlaubte Umarmung wird zur Fortnahme durch das Dachlicht.
Damit wird der Unterschied zwischen einer benannten Leistung und ihrer Wirkung zum Konflikt. Midir betrachtet den Anspruch als erfüllt; Eochaid sucht seine Frau durch Angriffe auf die Wohnorte der anderen Gemeinschaft zurückzugewinnen. Die Übersetzung spricht von Schach. Das allein beweist nicht, dass hier das heutige Schachspiel in einer historisch bestimmbaren Zeit gespielt worden wäre.
Viele gleiche Frauen beenden die Suche nicht sicher
Midir sagt die Rückkehr Étaíns zu, doch fünfzig gleich aussehende Frauen stellen Eochaid vor eine Auswahl. Die scheinbar richtige Wahl erweist sich nach Midirs späterer Erklärung als Étaíns Tochter. Der Konflikt endet deshalb nicht mit einer zuverlässig wiedererkannten Person: Seine Folgen reichen in die Verwandtschaft der nächsten Generation.
Eine andere Ortsdichtung, Cnogba, verbindet Midir wiederum mit Englec, die ihn liebt und von ihm fortgetragen wird. Diese Episode ist kein fehlendes Kapitel derselben lückenlosen Biografie. Verschiedene Texte zeigen Beziehungen an verschiedenen Orten; auch widersprüchliche Todesberichte bleiben Bestandteile der Überlieferung.
Ein Hügel, mehrere Geschichten
Cnogba erzählt nicht nur von Englec, Midir und Óengus. Am Anfang verbindet das Gedicht den Hügel mit dem Grab Buas. Eine spätere Erklärung handelt von Bresal Bodibads Bauvorhaben und seiner unbenannten Schwester. Diese Geschichten stehen als konkurrierende Ortsdeutungen nebeneinander.
Der Text erklärt Midirs Rolle nur in der Englec-Episode. Seine Nachbarschaft zu den anderen Geschichten macht ihn weder zu deren Handelndem noch zum Mittelpunkt einer nachträglich zusammengesetzten Lebensgeschichte. Im Schluss nennt sich die erzählende Stimme Fland.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Pflege und Gegenleistung verbinden zwei Häuser
Teil I.1–4 und 9–15
Wiedererkennen gibt noch keine Verfügung über eine Person
Teil I.16–21; Teil II.6–9
Ein anderes Land wird zum Versprechen
Teil III.10
Ein Brettspiel macht den Anspruch streitig
Teil III.1–9 und 11–17
Viele gleiche Frauen beenden die Suche nicht sicher
Teil III.17–23; Cnogba, Verse 13–44
Fassungen und Belege unterscheiden
Werk, Überlieferung und Lesezugang
Werk
Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung
Hier Pflege und Gegenleistung in Teil I, Wiedererkennung und Werbung in Teil II sowie Spielansprüche, Fortnahme und die Auswahl gleicher Frauen in Teil III.9–23. Midirs Wissen und Ansprüche werden von Étaíns eigener gegenwärtiger Entscheidung getrennt; abweichende Todesberichte werden nicht harmonisiert.
Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.
Sprache: Irisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Benutzter Lesezugang
Tochmarc Étaíne: Bergin und Best, englischer Zugang
Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar. Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder.
Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012
Sprache: Englisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Werk
Cnogba: konkurrierende Ortsgeschichten
Cnogba nach Gwynn: Midirs Beziehung zu Englec bleibt auf Verse13–44 begrenzt. Der zugehörige Werkzugang erschließt zusätzlich die Bua-Deutung in Vers1–12 und die andere Hügelgeschichte in Vers45–88 als benachbarte Erzählungen desselben Ortsgedichts. Daraus werden keine weiteren Handlungen Midirs oder eine einheitliche Figurenbiografie.
Hier keine genaue Kompositionsdatierung geprüft.
Sprache: Irisch
Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Benutzter Lesezugang
Cnogba: Gwynn, benutzter englischer Zugang
Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47. Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert.
Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen
Sprache: Englisch
Quellen zu diesem Lesezugang: Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Figuren und Namen in den Texten
Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.
Tochmarc Étaíne: Verbindungen und Verwandlung
1 Eintrag nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Haushalt,Erziehung und Fürsorge (1)
Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.
Dian Cécht heilt Midirs Auge
Wer stellt nach dem misslungenen Schlichtungsversuch die Unversehrtheit wieder her?
Der Mac Óc sucht Dian Cécht auf,nachdem Midir sein Auge verloren hat. Dian Cécht kommt und heilt ihn,sodass Midir wieder unversehrt ist. Die Erzählung verbindet diese Hilfe mit Midirs anschließender Aussicht,sein Land wieder betreten zu können.
Ein konkret erzählter Heilvorgang,kein unabhängig überprüftes historisches Heilverfahren.
Beleg: Étaín,I.10 · Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Cnogba: konkurrierende Ortsgeschichten
8 Einträge nach Szenen und Namensgruppen ansehen
Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang
Herkunftsnamen und konkrete offene Bezüge (1)
Eine genealogische Nennung belegt keine vollständige Lebensgeschichte. Offene Fragen behalten ihre Textstellen.
Bua, Ruadri Ruad und Lug mac Cein
Welche erste Erklärung steht vor Englecs Geschichte?
Am Anfang heißt Bua Tochter Ruadri Ruads und Frau Lugs mac Cein. Ihr Körper sei hier geborgen und darüber der Hügel errichtet worden. Das Gedicht bevorzugt in dieser Deutung die Form Cnocc Bui, auch wenn Cnogba leichter auszusprechen sei.
Bua wird nicht mit Englec verwechselt. Die genannte Ehe und die Grabdeutung sind Aussagen dieses Gedichts, kein unabhängig identifiziertes Grab oder lückenloses Familienprofil Lugs.
Beleg: Cnogba, Verse1–12 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Haushalt,Erziehung und Fürsorge (4)
Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.
Elcmar, Englec und die ungleiche Liebesbeziehung
Wer liebt hier wen, und wessen Tochter ist die Frau?
Englec wird als Tochter Elcmars eingeführt. Sie liebt Mider; Óengus, der Sohn des Dagda, liebt dagegen sie, ohne von ihr geliebt zu werden. Während Óengus fort ist, trägt Mider sie aus ihrem Zuhause fort. Die Erzählung schildert keine gegenseitig gewählte Verbindung aller drei.
Das Geschehen ist ein eigenes Ortsgedicht. Es wird nicht als fehlendes Kapitel der Étaín-Erzählung oder als eindeutig einvernehmliches Liebesdreieck ergänzt.
Beleg: Cnogba, Verse13–28 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Bresal Bodibad als Bauherr einer anderen Hügelgeschichte
Welche dritte Erklärung bietet der Erzähler an?
Die weitere Erzählung führt eine Viehseuche in Bresal Bodibads Zeit an. Er lässt die Menschen Irlands unter Pfandzwang einen hohen Hügel bauen, um von dort den Himmel zu erreichen. Nach seinem Übergriff auf die Schwester endet der verlängerte Tag; das Werk bleibt unvollendet.
Bresal Bodibad wird nicht allein wegen des Vornamens mit Bresal als Seher oder mit Bresal Brecc der Werbung um Emer vereinigt.
Beleg: Cnogba, Verse45–84 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Bresals unbenannte Schwester als wirkende und verletzte Figur
Wessen Handlung hält das Tageslicht fest?
Die Schwester bietet an, den Sonnenlauf bis zur Vollendung des Baus anzuhalten, und wirkt den entsprechenden Zauber. Bresal kommt vom Hügel zu ihr. Der Text bezeichnet das Folgende ausdrücklich als Verbrechen und Verletzung der Schwester. Danach ist es wieder Nacht und die Bauenden gehen heim.
Sie erhält hier keinen Eigennamen. Ihre eigene Zauberhandlung und die an ihr verübte Gewalt werden nicht zu einer bloß namenlosen romantischen Begegnung verkürzt.
Beleg: Cnogba, Verse61–80 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Die Bauern, Bauenden und Geiseln des Hügelvorhabens
Welche Gruppen tragen und erleiden das Vorhaben?
Die Viehseuche lässt den Bauern nur wenige Tiere. Die Menschen Irlands kommen zum Bau, für dessen Tagesleistung Bresal Geiseln fordert. Nach dem Ende des Tages kehren sie heim. Die Notiz über diese Gruppen steht neben der Geschichte des Herrschers und seiner Schwester.
Die Gruppen und die Tiere bleiben unbenannt. Ihre Zahl wird nicht in individuelle, im Gedicht nicht unterscheidbare Biografien umgesetzt.
Beleg: Cnogba, Verse49–80 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Erinnerung,Anrede und gedachte Gegenbeispiele (3)
Lieder können eigene Personen nennen oder mögliche Ereignisse durchspielen. Das ist nicht immer eine berichtete Tat.
Óengus’ Gefährten und die weggeworfenen Nüsse
Wie entsteht die zweite Ortsdeutung aus einer Klage?
Óengus zieht zu Samain zu seinen Mitkämpfern und sucht nach Englecs Fortnahme den Hügel auf. Die Nahrung seiner Schar sind rote Nüsse; er wirft sie weg und klagt. Der Sprecher stellt diese Nussklage ausdrücklich als gleichberechtigte Gegenerzählung zur Bua-Deutung vor.
Die Gefährten bleiben unbenannt. Aus Ceru Cermna oder Samain werden keine zusätzlich anwesenden Personen erzeugt.
Beleg: Cnogba, Verse21–44 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Nimrod als Bezug des Turmvergleichs
Welche bekannte Bauvorstellung ruft der Vergleich auf?
Der Hügel wird mit Nimrods Turm verglichen. Der Vergleich erläutert Bresals Absicht, von dort zum Himmel zu gelangen. Nimrod selbst tritt nicht als Baumeister oder Kämpfer in der irischen Handlung auf.
Keine historische Identifizierung des Hügels mit einem bestimmten realen Bau und keine eigenständig gelesene vollständige Nimrod-Erzählung behauptet.
Beleg: Cnogba, Verse53–56 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Dubthach als Besitzerbezug und Fland als erzählende Stimme
Welche Namen gehören zum Erzählen über den Hügel?
Vor der Bresal-Geschichte heißt der Hügel Besitz Dubthachs. Der Schluss nennt Fland als denjenigen, der die Geschichte erzählt, und fordert zum Weitertragen auf. Die beiden Angaben sind verschiedene Bezüge auf Besitz und Erzählstimme.
Weder Dubthach noch Fland werden allein durch den Namen historisch endgültig identifiziert. Flands Selbstdarstellung ist kein eigenständig geprüfter Autografennachweis.
Beleg: Cnogba, Verse45–48 und85–88 · Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Tochmarc Étaíne und Cnogba als unterschiedliche Erzählzusammenhänge.
- Verwendeter Ausschnitt
- Die bezeichneten Tochmarc Étaíne-Abschnitte zu Pflege, Gegenleistung und Werbung sowie zum Spiel und Wiedererkennen. Cnogba, Verse 1–88, als Werkrahmen; Midirs eigene Handlung nur in den Versen 13–44.
- Tochmarc Étaíne: Beziehungen, Verwandlung und Fassungen
Osborn Bergin und R. I. Best; CELT / University College Cork · Ériu 12 (1938), S.137–196; CELT T300012
Metadaten und englischer Erzähltext Teile I, II und III vollständig gelesen. Nummerierte Abschnitte, Varianten und Lücken bleiben sichtbar.
Moderne englische Übersetzung, keine eigene altirische Textprüfung oder Handschriftenautopsie. Keine Übernahme des digitalen Volltexts oder historischer Bilder. Abgerufen am 2026-10-02.
Zur Textstelle: Pflege und Gegenleistung verbinden zwei Häuser Zur Textstelle: Wiedererkennen gibt noch keine Verfügung über eine Person Zur Textstelle: Ein anderes Land wird zum Versprechen Zur Textstelle: Ein Brettspiel macht den Anspruch streitig Zur Textstelle: Viele gleiche Frauen beenden die Suche nicht sicher - Boand I, Boand II und Cnogba: Frau, Fluss und Ortsnamen
Edward Gwynn; CELT / University College Cork · Metrical Dindshenchas III, zuerst 1906; CELT nach Nachdruck 1991 mit Korrekturen
Boand I Verse 1–92, Boand II Verse 1–60 und Cnogba Verse 1–88 tatsächlich vollständig gelesen, Druckseiten 27–47.
Drei Gedichte aus einem Band, keine Gesamtlektüre der Dindshenchas. Keine eigene irische Prüfung. Digitaler Apparat und Einleitung fehlen; Nachträge sind integriert. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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