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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Bentresh und die zwei Chons-Formen

Eine Hilfsbitte führt einen Schreiber und dann eine Chons-Form nach Bakhtan. Der Rückweg wird zum eigenen Konflikt.

4–5 Minuten Lesezeit

Wer reist, wer erteilt Schutz und wer darf zurückkehren?

Die Erkrankung Bentreshs veranlasst den Fürsten von Bakhtan, den ägyptischen König um Hilfe zu bitten. Zunächst kommt der Schreiber Thothemheb. Danach wird eine Chons-Form ausgesandt, deren Macht die Erzählung durch die Begegnung mit einem sprechenden Geist sichtbar macht.

Chons-in-Theben-Neferhotep und der von Nederhof als Chons-der-Versorger übersetzte Gott erhalten unterschiedliche Aufgaben. Der eine erteilt Zustimmung und Schutz, der andere reist. Nach der erzählten Heilung will der Fürst den Gott behalten; erst ein Traum führt zur Rücksendung und zur Übergabe der Gaben.

Das ist eine Darstellung von göttlicher Wirksamkeit, königlicher Vermittlung und Tempelbeziehungen. Die ramessidische Kulisse, die Jahresangaben im Text und das Alter des Trägers sind verschiedene Fragen. Die Übersetzung vermerkt sogar eine umstrittene Korrektur einer Jahreszahl; daraus entsteht hier keine scheinbar sichere historische Chronologie.

Stimmen und Beteiligte

BenennungStelleRolleIdentitätsgrenze
Chons-in-Theben-NeferhotepLunette r1/r6; Zeilen 13–16 und 27–28Wird befragt, erteilt Zustimmung und Schutz und erhält bei der Rückkehr die Gaben.Die Erzählung unterscheidet diese Form vom reisenden Chons. Kein unterschiedsloser Ersatz beider Namen.
Chons-der-Versorger-in-ThebenLunette l2–l7; Zeilen 14–28Reist nach Bakhtan, wirkt an Bentresh, verhandelt mit dem Geist und kehrt zurück.Nederhof übersetzt Provider. Die betreffende Chons-Form und ihre Handlungen bleiben quellengebunden.
BentreshZeilen 9–12 und 18–19Ist die jüngere Schwester der Königin; ihre Erkrankung löst die Hilfsbitte aus.Figur der Erzählung. Die behauptete Heilung und Geisterdeutung liefern keine moderne Diagnose.
NeferureZeilen 6 und 9Die ältere Tochter des Fürsten erhält in Ägypten den Rang der Großen Königlichen Gemahlin.Name und Rang innerhalb dieser Erzählung, keine ungeprüfte Gleichsetzung mit anderen historisch gleichnamigen Frauen.
Der Fürst von BakhtanZeilen 5–28Sendet seine Tochter und Hilfsbitten, empfängt den Gott und hält ihn zunächst zurück; ein Traum bewegt ihn zur Rücksendung.Unbenannter Herrscher der Erzählung, keine aus dem Ortsnamen ergänzte historische Identität.
Der König: Usermaatre-sotpenre / RamesseLunette r2–r5; Zeilen 1–28Veranlasst die Entsendung des Schreibers und später des Gottes.Die ramessidische Erzählkulisse ist kein Beleg für das Entstehungsdatum des Trägers oder einen historischen Bericht aller Handlungen.
ThothemhebZeilen 10–12Wird als kundiger königlicher Schreiber nach Bakhtan geschickt und stellt die Geisterbedrängung fest.Benannte menschliche Fachfigur. Der Name macht ihn nicht zum Gott Thot.
Der Geist bei BentreshZeilen 11–12 und 19–22Erkennt die Macht Chons’ an, bittet um ein Fest und geht nach der Opferhandlung friedlich fort.Ein unbenannter sprechender Geist dieser Erzählung; nicht automatisch Seth, Apep oder eine diagnostizierte Krankheit.
Der Prophet des reisenden ChonsZeilen 20–21 und 25Empfängt göttliche Weisung und wird vom Fürsten nach dem Traum angesprochen.Die laufende Erzählung nennt hier keinen Eigennamen. Keine unbewiesene Identifizierung mit dem benannten Priester der Lunette.
Der Bote aus BakhtanZeilen 7–11Überbringt die Bitte und begleitet Thothemheb.Unbenannte Vermittlerrolle, keine ergänzte Biografie.
Leute des Lebenshauses und Rat der ResidenzZeilen 9–10Werden zur Auswahl eines kundigen Mannes versammelt.Nederhof übersetzt academy; die Institution wird nicht mit einer modernen Universität gleichgesetzt.
Fürsten, Heer, Amtsträger und BegleiterZeilen 4–5, 17–18 und 21–27Tragen Gaben, empfangen den Gott und begleiten die Rückkehr.Mehrere menschliche Kollektive; eine Übersetzungsunsicherheit bei den Amtsträgern bleibt bestehen.
KrankheitsdämonenLunette l6; Zeilen 14–15 und 19Beschreiben den beanspruchten Wirkungsbereich der Chons-Form.Der Plural im Titel liefert keine individuelle Dämonenliste.
Der goldene Falke im TraumZeilen 24–25Der Fürst sieht den Gott in dieser Form aus seiner Kapelle nach Ägypten fliegen.Traumform des Chons, nicht automatisch ein zusätzlicher Horus-Auftritt oder ein real beobachtetes Tier.

Name in einer Beischrift

BenennungStelleRolleIdentitätsgrenze
Khons-hat-netjer-nebLunette l1–l4Ist in der Bildbeischrift als Prophet und Priester benannt.Menschlicher Priesternamen-Kontext trotz enthaltenem Gottesnamen; nicht eine dritte Chons-Gottheit.

Namen im königlichen Rahmen

BenennungStelleRolleIdentitätsgrenze
Re, Amun, Amun-Re und Re-HarakhtiLunette r3–r4/l7; Zeilen 1–8 und 28Tragen die religiösen Vater-, Gunst- und Lebensbezüge des königlichen Rahmens.Lob- und Herrschaftssprache, keine aus allen Titeln zusammengesetzte einheitliche Genealogie.
Atum, Kamutef, Month und Sohn der NutZeilen 1–4Sind Bezüge und Vergleiche der königlichen Titulatur und Stärke.Der Sohn der Nut ist hier nicht ausdrücklich mit einem Eigennamen ausgeschrieben; keine automatische Ergänzung.
Der von Edfu, die Zwei Herrinnen, Goldhorus und NeunheitLunette c; Zeilen 1–2Gehören zur Bildbeischrift, Titulatur und göttlichen Herrschaftsrahmung.Titel, Gruppen und Beischriften werden nicht zu vier zusätzlichen Einzelpersonen gemacht.

Im Text weiterfragen

Achte auf den Rückweg: Warum gehen die Gaben zuerst an Chons-in-Theben-Neferhotep, obwohl die andere Chons-Form die Reise unternommen hat?

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Rollen der benannten Erzählung
Nederhof, Fassung 2009: PDF 1–10, Einleitung, Lunettenbeischriften und englische Übersetzung Zeilen 1–28 samt Anmerkungen.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Die Bentresh-Erzählung auf der Stele von Bakhtan

Entsendung eines Schreibers und einer Chons-Form, behauptete Heilung und Rückkehr aus Bakhtan.

Ramessidische Erzählkulisse nicht als Entstehungsdatum des Trägers behandelt.

Sprache: Ägyptisch, hier über englische Übersetzung

Benutzte Ausgabe

Bentresh und die zwei Chons-Formen – Editionsfenster

Nederhof, Fassung 2009: PDF 1–10, Einleitung, Lunettenbeischriften und englische Übersetzung Zeilen 1–28 samt Anmerkungen.

Nederhof, Fassung 2009 nach Kitchen 1979

Sprache: Englische Übersetzung nach Ägyptisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte ägyptische Erzählung über die angegebene moderne englische Übersetzung.
Verwendeter Ausschnitt
Nederhof, Fassung 2009: PDF 1–10, Einleitung, Lunettenbeischriften und englische Übersetzung Zeilen 1–28 samt Anmerkungen.
  1. Bentresh stela: transliteration and English translation – begrenzte native Rollenlektüre

    Mark-Jan Nederhof · Fassung 2009 nach Kitchen 1979

    Nederhof, Fassung 2009: PDF 1–10, Einleitung, Lunettenbeischriften und englische Übersetzung Zeilen 1–28 samt Anmerkungen.

    Moderne Übersetzung und Transkription, keine eigene Hieroglyphenprüfung; erzählte Ramessidenzeit nicht als Trägerdatum behandeln. Forschungsseiten bleiben privat. Die englische Übersetzung wurde gelesen; keine eigene Lektüre der ägyptischen Schrift und keine zusätzliche Lektüre der zitierten Bibliographie behauptet. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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