Chons als späteres Kindergott-Bild

Was die kleine Figur zeigt
Die Met-Statuette 89.2.525 zeigt eine kleine stehende Kindergottheit. Nach dem Katalog identifizieren Mondscheibe, seitliche Kinderlocke und enges Gewand Chons. Das Museum datiert das Metallobjekt breit in die Spätzeit bis ptolemäische Epoche, 664–30 v. Chr., und stellt die Kindergestalt in den thebanischen Familienrahmen von Amun und Mut.
Das Objekt kann nicht als Bild der Figur gelten, die eine ganz andere Erzählung nach Bakhtan schickt. Es zeigt einen Bildtyp und eine spätere kuratorische Identifikation. Im Harris-Papyrus begegnet Chons nach BM-Katalogbeschreibung bereits in einer älteren thebanischen Gruppe, doch dessen Papyrusrahmen wurde hier nur begrenzt gelesen.
Eine Heilung wird erzählt
Die im Louvre aufbewahrte Bakhtan-Stele stammt laut Katalog aus dem kleinen Tempel des Chons. Mark-Jan Nederhofs englische Übersetzung erzählt zunächst von der Erkrankung Bentreshs. Ein gelehrter Schreiber reist zu ihr, danach erbittet der König göttliche Hilfe. Der Text unterscheidet Chons-in-Theben-Neferhotep und Chons-den-Ratgeber: Die eine Form gewährt der anderen Schutz, und die ausgesandte Kultfigur reist in einer Barke. Bei Bentresh, so die Erzählung, tritt sofort Besserung ein.
Der Text macht eine Gottheit zum handelnden Helfer, aber er ist keine Krankenakte. Auch die Reisedauer, die Rückkehr und die Opfergaben gehören zur erzählten Handlung. Die Unterscheidung der beiden Chons-Formen ist wichtig: Wer daraus einen einzigen modernen Charakter macht, verliert die Sprache des konkreten Tempeltextes.
Erzählte und erhaltene Zeit trennen
Die Stele nennt Ramses II. als König ihrer Handlung. Das ist kein Beweis, dass der erhaltene Stein in seiner Regierungszeit entstand. Der Louvre führt die Stele derzeit mit Fragezeichen in die 21. Dynastie, während die Forschungsliteratur auch andere, spätere Datierungen diskutiert. Wir halten diesen Widerspruch offen und leiten aus der Königsnennung kein sicheres Objektalter ab.
Nederhofs Text ist eine moderne Übersetzung und Transliteration nach einer veröffentlichten Transkription. Hier wurde die PDF vollständig gelesen, nicht selbst Hieroglyphen auf dem Stein entziffert. Mondbild, thebanische Familiengruppe und heilende Erzählfigur gehören zu Chons, aber zu verschiedenen Arten von Belegen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Thebanische Gruppe
BM-Katalog zum Großen Harris-Papyrus, 20. Dynastie.
Bakhtan-Erzählung
Erhaltener Stein und moderne Übersetzung; erzählte Ramses-II.-Zeit ist keine sichere Steindatierung.
Spätes Mond-Kindbild
Met 570650, 664–30 v. Chr.; nicht die entsandte Kultfigur der Erzählung.
Welche Zeit ist gemeint?
- Der BM-Katalog beschreibt Chons im thebanischen Rahmen des Harris-Papyrus der 20. Dynastie.
- Das Louvre katalogisiert die erhaltene Bakhtan-Stele vorsichtig in die 21. Dynastie; diese Datierung ist in der Forschung umstritten.
- Die Bakhtan-Inschrift setzt ihre Handlung in die behauptete Zeit Ramses’ II.; dies ist keine Datierung des erhaltenen Steins.
- Die Met-Kinderstatuette wird breit auf 664–30 v. Chr. datiert.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Chons in thebanischen Gruppen-, Bild- und Heilungserzählungen; keine behauptete historisch belegte Auslandsheilung
- Verwendeter Ausschnitt
- Met 89.2.525 (664–30 v. Chr.) als Bildobjekt; Louvre C284 als erhaltene Bakhtan-Stele mit unsicherem Datum; Nederhofs Übersetzung der Stele nach Kitchen.
- Khonsu, The Met 89.2.525
The Metropolitan Museum of Art · 664–30 v. Chr.
Späte Kinderform mit Mondscheibe und Seitenlocke; Met nennt Amun und Mut als Eltern in der thebanischen Gruppe.
Die späte Statuette ist nicht die ausgesandte Kultfigur aus der Bakhtan-Erzählung; keine Gleichsetzung der Objekte. Indexnotiz zur kuratorischen Webpassage, API separat archiviert. Abgerufen am 2026-09-30.
- Great Harris Papyrus, Rahmen EA9999,2
The British Museum · 20. Dynastie; BM-Katalog, gelesen 2026-09-30
BM-Katalograhmen mit Amun(-Re), Mut und Chons; kultische Zuwendungen und idealisierende königliche Bilanz.
Nur offizieller indexierter Katalogauszug, kein ganzer Papyrus und keine eigene Hieratisch-Lektüre; Bildrechte nicht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.
- Stèle de Bakhtan, Louvre C 284 / E 13481
Musée du Louvre · Louvre: 21. Dynastie, 1069–943 v. Chr. (?)
Erhaltener Träger aus dem kleinen Chons-Tempel; Bild der beiden Barken, Namensliste und katalogisierte Textsorte; Louvre-Datierung ausdrücklich mit Fragezeichen.
Katalogdatierung wird in der Forschung anders diskutiert; keine Ramses-II.-Zeit aus der erzählten Handlung als Steindatum ableiten. Louvre-Bildrechte nicht als frei angenommen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Bentresh stela: transliteration and English translation
Mark-Jan Nederhof · Fassung 2009 nach Kitchen 1979
Übersetzung mit Zeilenangaben: Amun-Re im königlichen Rahmen; zwei Chons-Formen, ausgesandte Barke, Heilung Bentreshs und Rückkehr; bibliografische Abhängigkeit von Kitchen.
Moderne Übersetzung und Transkription, keine eigene Hieroglyphenprüfung; erzählte Ramessidenzeit nicht als Trägerdatum behandeln. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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