Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Amun: Theben, Königtum und ein spätes Kultbild

Amun beginnt in den gelesenen Belegen als Hauptgott Thebens; königliche Inschrift und spätere Statue zeigen andere Ebenen seiner Präsenz.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Theben ist ein Anfang, keine Grenze für alle Zeiten

UCL nennt Amun für das Mittlere Reich als Hauptgott Thebens. Erst in späteren Perioden erscheint sein Kult an weiteren Orten. Diese geografische Änderung ist historisch aussagekräftiger als die bequeme Behauptung, Amun sei von Beginn an überall derselbe höchste Gott gewesen. Sein Name wird bei UCL als „der Verborgene“ erklärt; die Deutung ersetzt keinen Nachweis für einen bestimmten Ritus.

Theben war wiederum keine dauerhaft unveränderte Hauptstadt. UCL beschreibt den Aufstieg der Stadt unter Herrschern der 11. Dynastie, den Wechsel des Verwaltungsschwerpunkts und die große religiöse Bedeutung des Amun-Tempels im Neuen Reich. Das Profil spricht daher von einer Kultgeschichte mit Orts- und Zeitwechseln.

Amuns spätere Bildgestalt

Stehende dunkel patinierte Amun-Statuette mit zwei hohen Federn und hellem Schurz auf einem hellen Sockel.
Amun-Statuette, The Met 07.228.179, ca. 750–600 v. Chr., Metall mit Gesso; Fundort nur als Ägypten angegeben. Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Eine Statue ist ein datiertes Objekt

Das Met bezeichnet die bronzene oder kupferlegierte Figur 07.228.179 als Amun und datiert sie ungefähr zwischen 750 und 600 v. Chr. Die fotografierte Gestalt steht frontal mit hoher Zweifederkrone und hellem Schurz. Sie belegt, dass eine solche Amun-Bildform im späteren Ägypten hergestellt und bewahrt wurde. Sie besitzt im Katalog jedoch keinen präzise belegten thebanischen Fundort.

Gerade diese Grenze ist wichtig: Die Statue darf nicht in ein heute erfundenes Heiligtum von Karnak gestellt werden. Auch ihr breiter Datierungsrahmen erlaubt keine Szene mit einer bestimmten Herrscherin. Das Bild führt zum Gegenstand; die früheren Herrschaftsbezüge müssen aus eigenen Zeugnissen erschlossen werden.

Hatschepsuts Gabe an Amun

Frontal fotografierte große kniende Statue der Hatschepsut aus rötlichem Stein mit Königskopftuch und falschem Bart.
Kniende Hatschepsut, The Met 29.3.1, ca. 1473–1458 v. Chr.; laut Met-Inschrift bietet sie Amun Maat dar. Das Foto zeigt die Herrscherin, nicht Amun. Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Eine königliche Beziehung und eine verbundene Benennung

Auf Hatschepsuts viel älterer Statue nennt das Met eine Inschrift, nach der sie Amun Maat darbietet. Das zeigt eine Handlung der Herrscherin und einen konkreten Tempelzusammenhang, nicht eine bildlich dargestellte Unterhaltung mit dem Gott. Im selben Kontext bezeichnet das Met das zentrale Sanktuar von Deir el-Bahri als Amun-Re geweiht. Die verbundene Benennung ist somit nicht erst aus der späteren bronzenen Figur abzuleiten.

Ein anderes Objekt des British Museum trägt im Katalog ausdrücklich den Namen Amun-Re und verbindet Federkrone und Sonnenscheibe. Seine genauere Datierung wird dort diskutiert. Amun und Amun-Re sind historisch verbunden, aber eine Katalogbenennung darf weder jedes ältere Amun-Zeugnis rückwirkend umbenennen noch zwei völlig unverwandte Gestalten erzeugen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Thebanischer Ausgangspunkt
UCLs Überblick zum Mittleren Reich und späteren Kultorten.

Königlicher Opferkontext
Hatschepsuts datierte Statue, um 1473–1458 v. Chr.; abgebildet ist die Königin.

Spätes Kultbild
Met 552454, breit auf etwa 750–600 v. Chr. datiert.

Belegte Beziehungen

  • Verbundene Amun-Re-Benennung: Amun-ReBelege [3] : Met 544449, Inschrift und Amun-Re-Sanktuar

Welche Zeit ist gemeint?

  • UCL verortet Amuns Hauptkult im Mittleren Reich in Theben.
  • Hatschepsuts erhaltene Statue mit Amun-Opferinschrift stammt aus dem Neuen Reich.
  • Das Met datiert die Amun-Statuette breit auf ca. 750–600 v. Chr.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Amun als thebanische und später weiter verbreitete ägyptische Gottheit
Verwendeter Ausschnitt
UCL-Ortsübersicht und Theben-Hintergrund; Hatschepsuts Met 544449 und Amun-Statue Met 552454 als voneinander getrennte Zeugnisse.
  1. Gods and goddesses in ancient Egypt: main names at main places

    University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30

    Amun als Hauptgott im Mittleren Reich nur in Theben; weitere Kultorte im Neuen Reich und ersten Jahrtausend; Namensdeutung 'the hidden one'.

    Offizielle Webdarstellung gelesen, Direktabruf 403; Indexnotiz statt Bytearchiv. Überblick, kein selbst gelesener antiker Text. Abgerufen am 2026-09-30.

  2. Thebes: background information

    University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30

    Thebens wechselnde politische und religiöse Stellung; Amun-Tempel des Neuen Reichs und solare Elemente wie Obelisken.

    Offizielle Webdarstellung gelesen, Direktabruf 403; Indexnotiz statt Bytearchiv. Datierungen sind Überblickswerte. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. The Met 29.3.1: große kniende Statue der Hatschepsut

    The Metropolitan Museum of Art · Neues Reich, etwa 1473–1458 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Katalogbeschreibung der Inschrift, nach der Hatschepsut Amun Maat darbietet, als Ordnung, Wahrheit oder Gerechtigkeit erläutert; Datierung, Objektidentität und Public-Domain-Foto.

    Königliche Opferform und moderne Übersetzung des Begriffs sind nicht das Bildmotiv der späteren Herzwaage; keine eigene Inschriftenübersetzung oder Behauptung, das Foto zeige die Inschrift lesbar. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Amun, The Met 07.228.179

    The Metropolitan Museum of Art · ca. 750–600 v. Chr.

    Datiertes Amun-Bildobjekt aus Metall/Gesso; Objektidentität, breite Datierung und Public-Domain-Status.

    Fundort auf Met-Seite nur allgemein Ägypten; keine sichere thebanische Provenienz aus dem Objekt ableiten. Abgerufen am 2026-09-30.

  5. Vergoldete Silberfigur des Amun-Re, BM EA60006

    The British Museum · Katalog: 26. Dynastie; Datierungsdiskussion im Kommentar

    Zweifederkrone und Sonnenscheibe als Amun-Re-Bildzeichen; kuratorischer Datierungsstreit im Katalog.

    Nur offizieller indexierter Katalogauszug; Datierung nicht endgültig und BM-Bild nicht zum Nachhosten freigegeben. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.