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MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Die Túatha Dé Danann: Hinter dem Nebel brennen Schiffe

Die Ankommenden scheinen aus Nebel zu treten. Doch der Schlachttext erzählt auch, woher der Rauch kommt: Sie haben ihre eigenen Schiffe verbrannt. Eine Herkunftserzählung verbindet Können, Eroberung und die Frage nach guter Herrschaft.

5–6 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Rauch nimmt den Weg zurück

Eine Flotte erreicht Irland. Die Ankommenden verbrennen ihre Boote, damit sie an keinen Rückzug denken können. Rauch und Dunst füllen Land und Luft. Deshalb, erklärt die Erzählung, entstand die Vorstellung, die Túatha Dé seien in Nebelwolken gekommen. Hinter dem geheimnisvollen Auftritt steht hier eine entschiedene und gewaltsame Handlung.

So beginnt nicht jede denkbare Geschichte dieser Gruppe. Unser Ausgangspunkt ist der Anfang von Cath Maige Tuired, der zweiten Schlacht von Mag Tuired, in Whitley Stokes’ englischer Übersetzung von 1891. Dieser Text erzählt zunächst eine Vorgeschichte seines späteren Konflikts. Seine Ankunftsszene ist weder ein Augenzeugenbericht einer Einwanderung noch eine vollständige Beschreibung einer früheren Religion.

Wenn Rauch zur Ankunft gehört

Mehrere Menschen in schlichten Mänteln gehen eine felsige Küste hinauf. Hinter ihnen brennen hölzerne Boote auf dem Wasser; grauer Rauch zieht über die Bucht.
Heutige KI-Illustration zum Ankunftsrahmen der zweiten Schlacht von Mag Tuired nach Stokes, S.59: verbrannte Boote und ihr Rauch. Personen, Gesichter, Kleidung, Anzahl und Form der Boote sowie die Küste sind frei gestaltet; keine historische Rekonstruktion.

Können wird mitgebracht

Vor der Ankunft nennt der Text nördliche Inseln und vier Lernorte: Falias, Gorias, Murias und Findias. Die Túatha Dé erwerben dort Wissen und besondere Künste. Mit den Orten sind Gegenstände verbunden: der Stein von Fál, Lugs Speer, Nuadas Schwert und der Kessel des Dagda.

Diese Zusammenstellung macht Fähigkeiten und Ansprüche erzählbar. Der Stein reagiert auf Königtum; Speer und Schwert versprechen Überlegenheit; vom Kessel geht eine Gesellschaft nicht unzufrieden fort. Das ist zunächst die Ordnung dieses Erzählanfangs. Eine Karte realer Schulen oder ein überall gültiges Verzeichnis keltischer Heiligtümer lässt sich daraus nicht gewinnen.

Die Ankunft löst keinen friedlichen Wechsel aus

Das Land ist in der Geschichte bereits bewohnt. Die Túatha Dé ziehen gegen die Fir Bolg in die erste Schlacht von Mag Tuired. Der Text berichtet enorme Verluste auf beiden Seiten. Seine großen Opferzahlen gehören zur Darstellung des Kampfes; sie sind keine historische Statistik.

Nuada verliert dabei seine Hand. Dian Cécht und Credne schaffen ihm eine bewegliche Silberhand. Trotzdem wird seine Eignung für das Königsamt zum Streitpunkt. Die Verletzung verändert damit mehr als einen Körper: Sie führt zur Frage, wer regieren darf und wer darüber entscheidet. Das eigene Nuada-Profil verfolgt die unterschiedlichen Wiederherstellungen ausführlicher.

Die Gegenseite gehört auch zur Familie

Noch vor der Ankunft erzählt der Text von einem Bündnis mit den Fomori. Balors Tochter Ethne wird mit Cian verbunden; ihr Sohn ist Lug. Später erhält Bres das Königsamt auch deshalb, weil man sich davon eine Festigung des Bündnisses erhofft. Sein Vater Elatha gehört zu den Fomori, seine Mutter Éri zu den Túatha Dé.

Wer daraus zwei voneinander abgeschlossene Arten von Wesen macht, verliert den politischen und familiären Zusammenhang. Verwandtschaft verhindert den Krieg nicht. Sie erklärt aber, weshalb Herkunft hier keine einfache Grenze zwischen einer guten Gemeinschaft und einer fremden Monsterarmee ergibt.

Eine christliche Stimme erzählt von heidnischen Künsten

Der englische Text bezeichnet die erlernten Künste gleich am Anfang mit religiös wertenden Ausdrücken für Heidentum und teuflische Tätigkeit. In der späteren Heilungsgeschichte heißt es, das verlorene Kräuterwissen könne nur durch den Heiligen Geist wieder gelehrt werden. Solche Stellen lassen einen christlichen Deutungsrahmen erkennen.

Diesen Rahmen einfach abzuziehen und den Rest zur unveränderten vorchristlichen Religion zu erklären, wäre eine weitere Bearbeitung durch uns. Wir können genauer sagen, was in dem überlieferten Text nebeneinander steht: besondere Fähigkeiten, Familienbeziehungen, Herrschaftskonflikte und eine Stimme, die das Geschehen aus religiösem Abstand ordnet. Wann jeder einzelne Bestandteil entstand, ist damit nicht entschieden.

Überlieferung und heutige Ordnung

Der Katalog der British Library verzeichnet Cath Maige Tuired auf den Blättern 63r–70v von Harley MS 5280. Die Handschrift wird dort ins frühe 16. Jahrhundert eingeordnet. Das Datum gehört zu diesem erhaltenen Träger; es datiert weder die erzählte Ankunft noch sämtliche Bestandteile des Werks.

Hier lesen wir eine englische Ausgabe, keine selbst entzifferte Handschrift. CELT nennt für den digitalen Stokes-Zugang die ungeraden Druckseiten 57–111 und kennzeichnet unverständliche oder ausgelassene Stellen. Auch unsere Sammlung ordnet nachträglich: Figurenprofile helfen beim Wiederfinden. Sie verwandeln den jeweiligen Textbefund nicht in ein lückenloses Pantheon.

Vom Ankommen zum Zusammenleben

Nimm die vier mitgebrachten Gegenstände als Ausgangspunkt: Welche Macht verspricht jeder von ihnen? Vergleiche das anschließend mit Bres’ Herrschaft und der gemeinsamen Vorbereitung auf den nächsten Krieg. Reicht das Besitzen besonderer Dinge aus, damit eine Gemeinschaft überlebt?

Das nächste Exponat verschiebt den Blick von der Ankunft zur Zusammenarbeit. Dort werden Nahrung, Handwerk, Heilung und die Verpflichtungen des Königs zu Bedingungen des Handelns.

Fassungen und Belege unterscheiden

Werk, Überlieferung und Lesezugang

Werk

Cath Maige Tuired: die zweite Schlacht

Ankunfts- und Herkunftsrahmen, Druckseiten 57–63, mit Herrschafts-/Körperfolge; christliche Rahmung auf S.57 und 69. Die ganze vorhandene digitale englische Erzählfolge mit ihren Lücken ist für das gemeinsame Paket gelesen, nicht die gesamte kritische Druckausgabe oder ein irisches Manuskript.

Hier keine einheitliche Entstehungsdatierung rekonstruiert.

Sprache: Irisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Cath Maige Tuired bei Stokes: Ankunft, Herrschaft und gemeinsames Überleben

Überlieferungsträger

Harley MS 5280, ff. 63r–70v

Katalogbeschriebener Handschriftenträger; keine eigene Lesung oder Faksimilekollation.

Frühes 16. Jahrhundert laut British Library.

Sprache: Irisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Harley MS 5280: Collection of Irish historical, mythological and religious texts

Benutzter Lesezugang

Stokes 1891, The Second Battle of Moytura

Historische Übersetzung mit sichtbaren Lücken; ausgewählte Episoden tatsächlich gelesen.

Revue Celtique 12, 1891; elektronische Auswahl CELT T300011.

Sprache: Englisch

Quellen zu diesem Lesezugang: The Second Battle of Moytura, historische Übersetzung

Welche Zeit ist gemeint?

  • Erzählte Vorgeschichte Irlands; keine historisch datierte Schlacht oder Ankunft.
  • Harley MS 5280: frühes 16. Jahrhundert laut British-Library-Katalog.
  • Stokes’ Ausgabe und englische Übersetzung 1891; hier digitaler CELT-Zugang.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Figuren und Namen in den Texten

Die Einträge folgen dem jeweiligen Werk. Eigene Handlungen, kurze Namensnennungen und Herkunftsangaben bleiben unterscheidbar. Gleiche oder ähnliche Namen ergeben noch keine gemeinsame Lebensgeschichte.

Cath Maige Tuired: die zweite Schlacht

3 Einträge nach Szenen und Namensgruppen ansehen

Zum Werk und seinem hier benutzten Lesezugang

Haushalt,Erziehung und Fürsorge (1)

Namen,Betreuung,Kontrolle und Hilfe folgen jeweils der bezeichneten Fassung.

Mór-fesae, Esras, Uscias und Semias

Wer lehrt die Ankommenden in den vier Städten?

Die vier benannten Lehrer sind den vier Städten Falias, Gorias, Findias und Murias zugeordnet. Dort erwerben die Túatha Dé ihre Kenntnisse. Die Erzählung verbindet diesen Anfang mit den vier mitgebrachten Gegenständen.

Morfesa und Uiscias bei Gray sind Vergleichsformen, keine automatisch zusätzlichen Lehrer. Die Städte werden nicht allein wegen ihrer Namen als weitere Personen erschlossen.

Beleg: Stokes, S.57–59 · Cath Maige Tuired bei Stokes: Ankunft, Herrschaft und gemeinsames Überleben

Herkunftsnamen und konkrete offene Bezüge (2)

Eine genealogische Nennung belegt keine vollständige Lebensgeschichte. Offene Fragen behalten ihre Textstellen.

Eochaid, Edleo, Ernmas und die im Rückblick Gefallenen

Welche Namen stehen im Rückblick auf die erste Schlacht?

Der Text nennt Eochaid, Sohn Ercs, als getöteten König der Fir Bolg. Auf der anderen Seite fallen Edleo, Sohn Allas, Ernmas, Fiachra und Turill Bicreo. Diese kurze Vorgeschichte erhält ihre eigenen Herkunftsangaben.

Nicht mit Frasers ausführlicher erster Schlacht zu einer einzigen lückenlosen Schlachtbeschreibung verschmolzen.

Beleg: Stokes, S.59 · Cath Maige Tuired bei Stokes: Ankunft, Herrschaft und gemeinsames Überleben

Delbaeth und Maeth Sceni in Éris Herkunftsrahmen

Was lässt sich aus zwei Herkunftsnamen tatsächlich ableiten?

Éri wird als Tochter Delbaeths vorgestellt, Elatha als dessen Sohn bezeichnet. Der Ort ihres ersten Blicks auf das Meer ist das Haus Maeth Scenis. Die Namensbezüge werden erhalten, ohne daraus zusätzliche eigene Taten der nur Genannten zu gewinnen.

Gleicher Elternname ist ohne weitere Prüfung kein selbständig kollationierter Nachweis einer eindeutigen Geschwisterbeziehung. Maeth Sceni bleibt hier eine knappe Hauszuordnung.

Beleg: Stokes, S.61–63 · Cath Maige Tuired bei Stokes: Ankunft, Herrschaft und gemeinsames Überleben

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Mittelalterlich überlieferter irischer Schlachttext; bezeichnete historische englische Übersetzung.
Verwendeter Ausschnitt
Cath Maige Tuired / The Second Battle of Moytura, Stokes 1891 bei CELT T300011; digitale englische Erzählfolge mit ihren ausgewiesenen Lücken, keine vollständige kritische Ausgabe.
  1. Cath Maige Tuired bei Stokes: Ankunft, Herrschaft und gemeinsames Überleben

    Whitley Stokes; elektronische Ausgabe CELT / University College Cork · Stokes 1891, Revue Celtique 12; CELT T300011

    Vorhandene digitale englische Erzählfolge, lokale Textzeilen 128–413, vollständig mit ihren sichtbaren Lücken gelesen. Für dieses Paket besonders Druckseiten 57–107; Editionskopf Zeilen 1–12 und 68–88 gezielt gelesen. Handschriftenangaben aus dem vorhandenen BL-Katalog begrenzt nachgelesen.

    Kein neuer Abruf, keine vollständige kritische Druckausgabe, keine eigene irische Lesung oder Handschriftenautopsie. Die erste Schlacht ist hier nur Vorgeschichte im Text der zweiten. Stokes’ Lücken und editorische Glossen bleiben sichtbar; christliche Rahmung ist keine genaue Datierung einzelner Stoffschichten. Dasselbe Werk wie die vorhandenen Stokes-/Gray-Zugänge, kein unabhängiges neues Zeugnis. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. The Second Battle of Moytura, historische Übersetzung

    Whitley Stokes; elektronische Ausgabe CELT / University College Cork · Revue Celtique 12, 1891; CELT T300011

    Metadaten und ausgewählte Episoden gelesen: Kessel und Ankunftskontext; Bres, Fronarbeit, Cridenbél, Mac Óc und Rinderlohn; Beratung und Namensglosse; Morrígan-Begegnung, Auftrag, Breiprobe und anschließende Textlücke; Kampfzusage des Dagda sowie Rückholung der Harfe und Rinder.

    Nicht die gesamte Saga oder irische Handschrift gelesen. CELT gibt ungerade Druckseiten 57–111 wieder; Auslassungen und Unsicherheiten sichtbar. Eigene deutsche Paraphrase ausgewählter historischer Übersetzung, keine Übernahme des digitalen Editionstexts ins Museum. Abgerufen am 2026-09-26.

  3. Harley MS 5280: Collection of Irish historical, mythological and religious texts

    British Library, Archives and Manuscripts Catalogue · Handschrift laut Katalog frühes 16. Jahrhundert, Datumsfelder 1500–1540; aktueller Abruf 2026

    Titel, Inhaltsangabe zu Cath Maige Tuired auf ff. 63r–70v, Datierung, Material, Herkunft und Hinweise auf mehrere Hände gelesen.

    Katalogeintrag tatsächlich gelesen, nicht die Handschrift oder sämtliche Digitalisate. Datierung des Trägers nicht als Datum der Erzählung ausgegeben. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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