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MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Calon Arang: Wer darf über gefährliche Macht urteilen?

Wie verknüpft eine Erzählfassung soziale Ausgrenzung, Krankheit und die Autorität eines religiösen Lehrers?

4–5 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Eine Bitte mit ungleichem Wissen

Ein Mann spricht mit offener Hand zu einer älteren Frau auf einer Veranda; eine jüngere Frau steht aufmerksam daneben.
KI-Erzählillustration zum Heiratsantrag Bahulas im Abriss von Calonarang Dalam Kebudayaan Bali (2015, S. 160). Calon Arang empfängt seine Bitte und verlangt Treue zu Ratna Manggali. Die Begegnung führt später zur Weitergabe des Buchs an Bharadah. Personen, Gesten, Kleidung und das Haus sind frei gestaltet; das Bild dokumentiert keine historische Dorfarchitektur und keine beobachtete Aufführung. Textgrundlage

Ein benannter Erzählzugang

Wir lesen den Abriss im 2015 erschienenen Band Calonarang Dalam Kebudayaan Bali. Darin wird Ratna Manggali gemieden, weil man ihre Mutter Calon Arang fürchtet. Die Mutter reagiert mit Gewalt; Krankheit und Tod treffen die Bevölkerung. Das sind Vorgänge und Zuschreibungen innerhalb einer Erzählung. Sie erklären keine wirkliche Epidemie und rechtfertigen keine pauschale Verdächtigung von Witwen oder alleinstehenden Frauen.

Wissen, Ehe und ein Urteil

Der Herrscher sucht Hilfe bei Mpu Bharadah. Über Bahulas Heirat mit Ratna Manggali gelangt ein Buch der Mutter zu dem Lehrer. Bharadah beurteilt dessen Wissen und dessen Gebrauch unterschiedlich. Die Lesefrage lautet deshalb: Wird gefährliches Wissen verurteilt, oder ein Handeln, das andere schädigt? Die abschließende Begegnung enthält wiederum Gewalt und Unterweisung. Religiöse Autorität steht hier nicht außerhalb der erzählten Machtbeziehungen.

Auch das Urteil enthält Gewalt

Im Abriss bittet Calon Arang Bharadah zunächst um Unterweisung. Er hält ihre Tötungen dagegen und erklärt, Reinigung sei nur über den Tod möglich. Nach ihrer Gegenwehr stirbt sie durch seine Macht. Er erweckt sie wieder, unterweist sie und vollzieht die Reinigung; nach ihrem erneuten Tod verbrennt er ihren Körper. Die Erzählung löst den Konflikt also nicht durch ein bloßes freundliches Gespräch.

Das macht die Autoritätsfrage schärfer: Der Lehrer beurteilt schädigendes Handeln, besitzt aber selbst tödliche Macht. Der Ablauf gehört zu diesem Erzählabriss; er ist weder eine Handlungsanweisung noch der Beleg einer historischen Heilung.

Die Bühne verändert die Rollen

Der Band vergleicht den Abriss mit balinesischen Bearbeitungen: Ein Königssohn kann hinzukommen, während Bahula oder Bharadah wenig Raum erhalten. Er nennt unter anderem Pura Penataran Sasih in Pejeng als Aufführungskontext. Diese Beschreibung von 2015 ist kein Nachweis einer von uns gesehenen heutigen Vorstellung. Sie zeigt aber konkret, warum Literatur und Bühne als unterschiedliche Zugänge geführt werden.

Ein Objekt trägt nicht nur eine Schurkenrolle

Second Face katalogisiert eine Rangda-Maske von Ida Wayan Tangguh aus Singapadu mit der Datierung 2012. Die Erläuterung beschreibt zugleich zerstörerische und schützende Assoziationen. Das einzelne Museumsobjekt bestätigt nicht sämtliche Aussagen über Rangda. Es eröffnet eine weitere Frage: Wie unterscheiden sich eine gespielte Bedrohung, ein religiös bedeutsames Objekt und die Figur eines literarischen Textes?

Die Figur in ihren Quellen

Ratna Manggali

Tochter Calon Arangs und Ehepartnerin Bahulas im ausgewählten Abriss; keine für sämtliche Bühnenfassungen vereinheitlichte Biografie.

Benannte Fassung
S. 157,159–160

Belegte Beziehungen

  • Im ausgewählten Abriss Tochter von: Calon ArangBelege [1] : S. 157–160; Kapitel VIII
  • Heiratet im ausgewählten Abriss: Mpu BahulaBelege [1] : S. 159–160; Kapitel VIII

Die Figur in ihren Quellen

Mpu Bharadah

Religiöser Lehrer in der Erzählung; keine unabhängig verifizierte historische Biografie.

Benannte Fassung
S. 159–161

Belegte Beziehungen

  • Im gewählten Kapitel Lehrer von: Mpu BahulaBelege [1] : S. 159–160; Kapitel VIII, Murid-Zuordnung

Die Figur in ihren Quellen

Mpu Bahula

Abgesandter und Bewerber in dieser Fassung. Kapitel VIII bezeichnet ihn als Schüler Bharadahs; eine Vater-Sohn-Beziehung wird nicht aus einem abweichenden Kapitel ergänzt.

Benannte Fassung
S. 159–160

Belegte Beziehungen

  • Heiratet im ausgewählten Abriss: Ratna ManggaliBelege [1] : S. 159–160; Kapitel VIII
  • Im gewählten Kapitel Schüler von: Mpu BharadahBelege [1] : S. 159–160; Kapitel VIII, Murid-Zuordnung

Die Figur in ihren Quellen

Erlangga im Erzählabriss

Herrscherrolle im Abriss; die erzählte Zeit ist kein Datum eines erhaltenen Manuskripts.

Benannte Fassung
S. 158–159

Die Figur in ihren Quellen

Kanuruhan

Abgesandter zum Lehrer in der gewählten Szenenfolge.

Benannte Fassung
S. 159–160

Die Figur in ihren Quellen

Lende

Schülerrolle mit einem Friedensvorschlag; die Namensform des ausgewählten Abrisses wird nicht global vereinheitlicht.

Benannte Fassung
S. 158

Die Figur in ihren Quellen

Larung

Benannte Schülerrolle im Abriss.

Benannte Fassung
S. 158

Die Figur in ihren Quellen

Guyang

Benannte Schülerrolle im Abriss.

Benannte Fassung
S. 158

Die Figur in ihren Quellen

Gandi

Benannte Schülerrolle im Abriss.

Benannte Fassung
S. 158

Die Figur in ihren Quellen

Woksirsa

Schülerrolle in der Begegnung mit Bharadah.

Benannte Fassung
S. 158,161

Die Figur in ihren Quellen

Mahisawedana

Mahisawadana erscheint als Schreibvariante im selben ausgewählten Abschnitt; der Kontext der zweiten Schülerrolle bleibt erhalten.

Benannte Fassung
S. 158,161

Die Figur in ihren Quellen

Durga/Bhagawati im Abriss

Göttliche Rolle im ausgewählten Abriss; keine globale Gleichsetzung mit jeder Verwendung einer Maske.

Benannte Fassung
S. 157–158

Gruppe im Quellenbezug

Betroffene Bevölkerung

Unbenannte Betroffene der erzählten Krankheit; keine Diagnose einer tatsächlichen Epidemie.

Benannte Fassung
S. 158–161

Gruppe im Quellenbezug

Entsandte Soldaten

Unbenannte Gruppe beim ersten Gewaltversuch im Abriss.

Benannte Fassung
S. 158

Gruppe im Quellenbezug

Gerufene religiöse Fachleute

Religiöse Fachleute unter mehreren Traditionsbezeichnungen im Abriss; keine daraus erfundene einheitliche historische Institution.

Benannte Fassung
S. 159

Die Figur in ihren Quellen

Agni im Anrufungskontext

Bezeichnung in der Anrufung; die anschließend Catur Bhuja genannte Erscheinung wird ohne belegte Aliasbrücke getrennt geführt.

Benannte Fassung
S. 159

Die Figur in ihren Quellen

Catur Bhuja im Erscheinungskontext

Benannte Erscheinungsrolle; keine ungeprüfte Gleichsetzung sämtlicher Namensverwendungen mit Agni.

Benannte Fassung
S. 159

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Calon Arang: benannter literarischer Erzählzusammenhang

Ausgewählter Erzählabriss und getrennte Bühnenbearbeitungen; kein universeller Stammtext und keine selbst gelesene vollständige Ausgabe von 1926/1975.

Hier über den 2015 publizierten Band, Kapitel VIII; Zeit der erzählten Herrschaft ist nicht das Datum des erhaltenen Texts.

Sprache: Javanisch-balinesischer Erzählzusammenhang; hier indonesische wissenschaftliche Vermittlung

Benutzter Abriss und Bühnenvergleich

Indonesischer Abriss und Bühnenvergleich im Band von 2015

Tatsächlich gelesener sekundärer Vermittlungszugang. Erzählabriss S. 157–161 und Bühnenvergleich S. 165–167 bleiben unterscheidbar; keine kritisch kollationierte Volltextedition.

Calonarang Dalam Kebudayaan Bali, Cakra Press 2015, ISBN 978-602-9320-53-2; Kapitel VIII, S. 155–167.

Sprache: Indonesische Forschungsdarstellung mit Namen und Bühnenbegriffen

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Calon-Arang-Erzählabriss und benannte balinesische Bühnen-/Maskenkontexte
Verwendeter Ausschnitt
Kapitel VIII im Band von 2015, Erzählabriss S. 157–161 und ausdrücklich getrennte Bühnenvergleiche S. 165–167. Museumskataloge ergänzen Objekt-/Formfragen.
  1. Calonarang Dalam Kebudayaan Bali (2015): ausgewähltes Kapitel VIII

    I Ketut Ardhana, I Ketut Setiawan, Sulandjari, A. A. Gd. Raka

    Im öffentlichen PDF-Quellenleser: Titel/Impressum 2015, Inhaltsverzeichnis und Kapitel VIII, gedruckt 155–167, vollständig textuell gelesen. Zusätzlich unmittelbar vorangehender Kontext 152–154 gelesen. Gewählter Besucherzugang: Erzählabriss 157–161 und Bühnenvergleich 165–167; konkrete Tempelorte 166.

    196 PDF-Seiten über Quellenleser zugänglich, kein vollständig gelesenes Buch. Normaler lokaler HTTPS-Download 403; kein lokales PDF archiviert, keine Zugangsumgehung. Der gelesene Abriss verweist auf 1975; diese ältere Ausgabe und Poerbatjarakas 1926-Edition nicht eigenständig gelesen. Vorschriften/gewaltvolle Ritualdetails nicht als Anleitung übernommen. Historische/etymologische und normative Aussagen des Bandes sind nicht automatisch gesicherte Fakten; Bühnenvergleich beschreibt Sicht der Autoren 2015, keine heutige Vollerhebung. Abgerufen am 2026-10-10.

  2. Second Face: Rangda-Maske ASID015, Ida Wayan Tangguh, 2012

    Second Face Museum of Cultural Masks

    Öffentlicher Katalogtext vollständig gelesen: Objekt ASID015, Maker Ida Wayan Tangguh (Singapadu), Datierung 2012, Holz/weitere Materialien; Erläuterungen zu Rollen und Schutzassoziationen.

    Keine eigene Objekt- oder Bildbesichtigung, keine Video-/Audiolektüre, keine Übernahme von Fotos. Allgemeine Katalogerzählung nicht auf jede Aufführung übertragen; Heiratsmotiv unterscheidet sich vom gewählten Buchabriss. Pauschale Gleichsetzung Rangda/Kali/Calonarang nicht als globale Identität übernommen. Abgerufen am 2026-10-10.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-10. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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