Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Sucellus: ein Name zwischen Hammer und Gefäß

Welche Attribute tragen eine Identifizierung, und wann hilft erst eine Inschrift weiter?

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein breites Feld nennt Sucellus und Nantosuelta aus der Sarrebourger Weihung. Zwei getrennte Felder erläutern eine wahrscheinliche weitere Nantosuelta-Zuweisung und andere Katalogbilder mit Erhaltungsgrenzen.
Grafikinhalt als Text lesen

Sucellus und Nantosuelta: Name und Bildzuweisung

Sarrebourg: Toussaint gibt beim ersten Relief SVCELLO und NANTOSVELTE in derselben Weihung wieder. Bellausus ist der menschliche Weihende.

Ein zweites Relief wird über das hausartige Gebilde am Stab wahrscheinlich Nantosuelta zugewiesen. Seine Inschrift nennt den Namen nicht.

Les Bolards bietet eine Katalogidentifizierung ohne hier transkribierte Namensinschrift. In Straßburg beruhen Beschreibungen verlorener Teile auf einer alten Aufnahme.

Die heutige Beleggrafik zeichnet keinen Stein nach und ergänzt keine verlorene Szene.

Eigene Belegübersicht nach Toussaint 1950, S. 184–185, POP Les Bolards und Straßburg MAS 20368. Namen der ersten Weihung sind von wahrscheinlichen oder modernen Bildidentifizierungen getrennt; keine antike Szene wird ergänzt. Grafik vergrößern Textgrundlage

Ein Relief nennt beide Adressaten

Toussaints archäologischer Katalog von 1950 beschreibt einen 1895 bei Sarrebourg gefundenen Weihstein. Die wiedergegebene Inschrift nennt Sucellus und Nantosuelta; Bellausus, Sohn des Massa, erfüllt ein Gelübde. Das männliche Bild wird mit langstieligem Hammer und einem Gefäß beschrieben.

Name, Darstellung und menschliche Weihhandlung treffen hier in einem überlieferten Objektbericht zusammen. Der Fund nahe einem Mithraeum bedeutet jedoch nicht ohne Weiteres, dass das Paar zu dessen Kult gehörte. Fundnähe und kultische Zugehörigkeit sind verschiedene Aussagen.

Andere Objekte sprechen über ihre Kataloge

Das Relief aus Les Bolards wird im modernen Katalog ebenfalls als Sucellus mit Nantosuelta identifiziert. Er trägt Hammer und Vase, sie eine Schale und ein Füllhorn mit Früchten. Die hier gelesene Beschreibung enthält keine dazugehörige Namensinschrift.

Bei der Straßburger Stele ist die Lage nochmals anders: Nach der Beschädigung von 1870 blieb nur ein Teil des Reliefs erhalten. Die Angaben zur Partnerin und zum Tier links beruhen laut Museum auf einer alten Fotografie. Der Katalog bezeichnet selbst das Gefäß in der linken Hand vorsichtig mit einem Fragezeichen.

Der Hammer erklärt nicht das ganze Profil

Ein Hammer kann zum Wiedererkennen beitragen. Er entscheidet für sich allein weder über Unterwelt, Fruchtbarkeit noch über eine bestimmte Handwerkszuständigkeit. Solche Deutungen brauchen mehr als die moderne Erwartung an ein Werkzeug.

Der Vergleich ist gerade deshalb ergiebig, weil die Zeugnisse ungleich sind: einmal ein benanntes Paar, einmal eine Katalogzuweisung, einmal ein stark beschädigtes Bild mit alter Fotodokumentation. Keine dieser Lücken muss durch eine erfundene Lebensgeschichte geschlossen werden.

Namen und Rollen im Quellenfenster

Die Einträge gehören zu den jeweils genannten Quellenstellen. Eine gemeinsame Liste macht sie weder zu derselben Gestalt noch zu Mitgliedern eines einheitlichen Pantheons. Die Bezeichnungen sind redaktionelle Lesebezeichnungen; originale Schreibungen und Ergänzungen werden im Haupttext eigens erklärt.

4 getrennte Namens- und Rollenbezüge ansehen
Name oder BezeichnungRolle in diesem ZusammenhangEinordnung
SucellusNamentlich angerufener Adressat desselben Reliefs.Göttliche Anrede oder Zuordnung
NantosueltaEigene namentliche Adressatin, keine bloße unbenannte Begleiterin.Göttliche Anrede oder Zuordnung
BellaususWeihender des benannten Paars.Menschlicher Personenbezug
MassaAls Vater des Weihenden genannt, keine dritte Gottheit.Menschlicher Personenbezug

Die Figur in ihren Quellen

Sucellus

Sucellus aus namentlicher Weihung und ausdrücklich getrennten Bildzuschreibungen; Attribute belegen keine vollständige Zuständigkeitslehre.

Sarrebourg: benannte Weihung
Toussaint 1950, Druck S. 184–185, erstes Relief

Namen in der Quelle

Weitere Namen und Rollen bei Sucellus

Redaktioneller Zugang zu getrennten Namen in den bezeichneten Quellenfenstern. Die Einträge sind keine Aliase und bilden keine antike Gruppe oder Götterordnung. Menschen, Lesefragen, Erzählfiguren und spätere Zuschreibungen behalten ihre jeweiligen Rollen.

Abgegrenzte Quellenfenster
Die nachstehend bezeichneten Inschriften-, Katalog-, Fach- oder Erzählstellen; keine Vollinventur aller Überlieferungen.

Quellenarten unterscheiden

Texte, Objekte und moderne Zugänge

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Sarrebourg: zwei Reliefbeschreibungen im Répertoire archéologique de la Moselle

Titelblätter PDF 1–2 und Sarrebourg-Auswahl PDF 179–180 / Druck 184–185 gelesen; erste Weihung vollständig und zweites Relief bis zum Beginn von Eintrag 3. Beide ausgewählten Scan-Seiten nativ betrachtet. Historischer Katalog, keine aktuelle Museumsinventur. Nur erstes Relief mit den Namen Sucellus/Nantosuelta beschriftet; zweites als wahrscheinlich gedeutet. Alte Zuschreibungen von Haus, Bienenkorb und Vogel bleiben Deutungen. Keine vollständige 248-Seiten-Lektüre und keine Autopsie der Reliefs.

1950, Druck S. 184–185.

Sprache oder Dokumentationsform: Französisch

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Sucellus und Nantosuelta: Relief aus Les Bolards, POP M0144002766

Alle Objekt-/Material-/Maß-/Fundfelder und vollständige Beschreibung mit Attributen und Erhaltung gelesen. Museumsidentifizierung ohne hier wiedergegebene Namensinschrift. Breiter Datierungsrahmen nicht auf ein einzelnes Jahrhundert verkürzt. Foto ©Jean-Louis Bernuy nicht übernommen; keine eigene Bildautopsie.

Katalograhmen 1–300 n. Chr.; Fund 1965.

Sprache oder Dokumentationsform: Französisch

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Stèle de Sucellus, Strasbourg MAS 20368

Gesamte Beschreibung, Material, Maße, Datierung und Erklärung der alten Aufnahme gelesen. Nur oberer rechter Teil heute erhalten. Partnerin und Cerberus werden anhand einer alten Fotografie beschrieben, nicht als heute vollständig erhaltene Reliefteile. Keine historische oder aktuelle Aufnahme selbst betrachtet oder übernommen; Becher bleibt fraglich.

3. Jahrhundert nach Katalog; 1870 stark beschädigt.

Sprache oder Dokumentationsform: Französisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Sucellus aus namentlicher Weihung und ausdrücklich getrennten Bildzuschreibungen; Attribute belegen keine vollständige Zuständigkeitslehre.
Verwendeter Ausschnitt
Toussaint 1950, Druck S. 184–185, Weihinschrift des ersten Reliefs
  1. Sarrebourg: zwei Reliefbeschreibungen im Répertoire archéologique de la Moselle

    Maurice Toussaint; Société des Sciences de Nancy, mit Unterstützung des CNRS · 1950, Druck S. 184–185.

    Titelblätter PDF 1–2 und Sarrebourg-Auswahl PDF 179–180 / Druck 184–185 gelesen; erste Weihung vollständig und zweites Relief bis zum Beginn von Eintrag 3. Beide ausgewählten Scan-Seiten nativ betrachtet.

    Historischer Katalog, keine aktuelle Museumsinventur. Nur erstes Relief mit den Namen Sucellus/Nantosuelta beschriftet; zweites als wahrscheinlich gedeutet. Alte Zuschreibungen von Haus, Bienenkorb und Vogel bleiben Deutungen. Keine vollständige 248-Seiten-Lektüre und keine Autopsie der Reliefs. Abgerufen am 2026-10-16.

  2. Sucellus und Nantosuelta: Relief aus Les Bolards, POP M0144002766

    Ministère de la Culture, POP/Joconde; Musée de Nuits-Saint-Georges · Katalograhmen 1–300 n. Chr.; Fund 1965.

    Alle Objekt-/Material-/Maß-/Fundfelder und vollständige Beschreibung mit Attributen und Erhaltung gelesen.

    Museumsidentifizierung ohne hier wiedergegebene Namensinschrift. Breiter Datierungsrahmen nicht auf ein einzelnes Jahrhundert verkürzt. Foto ©Jean-Louis Bernuy nicht übernommen; keine eigene Bildautopsie. Abgerufen am 2026-10-16.

  3. Stèle de Sucellus, Strasbourg MAS 20368

    Musées de la Ville de Strasbourg, Musée archéologique · 3. Jahrhundert nach Katalog; 1870 stark beschädigt.

    Gesamte Beschreibung, Material, Maße, Datierung und Erklärung der alten Aufnahme gelesen.

    Nur oberer rechter Teil heute erhalten. Partnerin und Cerberus werden anhand einer alten Fotografie beschrieben, nicht als heute vollständig erhaltene Reliefteile. Keine historische oder aktuelle Aufnahme selbst betrachtet oder übernommen; Becher bleibt fraglich. Abgerufen am 2026-10-16.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-16. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.