Ein Name im Herzen des Königs
Auf drei erhaltenen Bruchstücken einer Stele aus Koptos ist von Renovierungsarbeiten am Tempel die Rede. In der englischen UCL-Übersetzung richtet sich die Umgebung an König Rahotep: Was er befiehlt, soll geschehen; Hu sei in seinem Mund und Sia in seinem Herzen. Sia steht hier in einer königlichen Redeformel, nicht als sprechende Figur einer selbstständigen Abenteuergeschichte.
UCL versieht die ungefähre Datierung der Stele auf um 1600 v. Chr. mit einem Fragezeichen. Aus der erhaltenen Übersetzung lässt sich die Zuordnung zum Herzen erklären, aber keine lückenlose Frühgeschichte Sias oder genaue Entstehungszeit ableiten. Die Übersetzung wurde gelesen, nicht die hieroglyphischen Fragmente eigenständig entziffert.
Drei Textsituationen als heutige Karte

Wahrnehmung bekommt im Totenbuch einen Platz
Ein anderes Zeugnis ist die um 1250 v. Chr. datierte Gerichtsszene auf Anis Totenbuchpapyrus im British Museum. Der Museumskatalog nennt Sia und Hu unter den thronenden Gottheiten und beschreibt Sia als Personifikation der Wahrnehmung. Das ist ein anderer Gebrauch des Namens: Neben vielen Gottheiten wird eine Fähigkeit als Gestalt sichtbar gemacht.
Die Katalogbeschreibung belegt die Nennung und dargestellte Rolle im Bild, nicht, dass der Papyrus eine persönliche Lebensgeschichte Sias erzähle. Das BM-Foto wird hier mangels geprüfter Nachhostrechte nicht übernommen. Die gezeigte Quellenkarte ist selbst gezeichnet, textgestützt und ausdrücklich keine antike Darstellung.
Warum Ptahs Herz nicht einfach Sia heißt
Im gelesenen Ausschnitt des Schabaka-Transkripts entwirft Ptahs Herz, was seine Zunge ausspricht. Dieser Text ist später und anders gerahmt als die Rahotep-Formel; im betreffenden BM-Ausschnitt wird Sia nicht ausdrücklich genannt. Die motivische Nähe von Herz, Wahrnehmen und Sprechen ist ein sinnvoller Vergleich, aber kein Nachweis, dass jeder Herzbezug dieselbe Personifikation meint.
Sias Profil bleibt deshalb bewusst begrenzt: ein königlicher Text und ein funeräres Bild, mit offen gelegter Überlieferungslücke dazwischen. Die eigenständige Seite hilft, den Namen zu finden, ohne ihm aus der Lücke eine Biografie zu bauen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Königliche Formel
UCL UC 14327, Zeile 4; Datierung nur ungefähr.
Funeräres Gerichtsbild
BM EA10470,3, ca. 1250 v. Chr.; Katalogidentifikation.
Welche Zeit ist gemeint?
- UCL datiert Rahoteps Stele nur ungefähr auf um 1600 v. Chr. und setzt selbst ein Fragezeichen.
- BM datiert Anis Gerichtsbild auf ungefähr 1250 v. Chr.; Sia ist laut Katalog benannt und dargestellt.
- Die gelesene Ptah-Passage im BM-Ausstellungstranskript nennt Sia nicht ausdrücklich.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Sia in einer von UCL übersetzten königlichen Stele aus Koptos und als von BM benannte Personifikation in Anis Totenbuch-Gerichtsbild
- Verwendeter Ausschnitt
- UCL UC 14327, übersetzte Zeile 4; British Museum EA10470,3, katalogisierte Gerichtsszene um 1250 v. Chr.
- Koptos, Stele des Königs Rahotep, UC 14327
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL: um 1600 v. Chr.?
UCLs englische Übersetzung der drei Stelefragmente, besonders Zeile 4: Hu ist dem königlichen Mund und Sia dem Herzen zugeordnet, im Zusammenhang eines Tempel-Restaurierungsberichts.
Datierung auf UCL-Seite mit Fragezeichen; keine eigenständige Lesung der Hieroglyphen. Der königliche Zusammenhang ist kein Shabaka-Text und beweist keine individuelle Lebensgeschichte der beiden Namen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Papyrus des Ani, Gerichtsszene, BM EA10470,3
The British Museum · 19. Dynastie, ca. 1250 v. Chr.
Offizieller Katalog beschreibt im Totenbuchblatt den Gerichtskontext und nennt Hu und Sia als dargestellte und benannte Personifikationen von göttlichem Wort und Wahrnehmung unter den thronenden Gottheiten.
Katalogidentifikation statt eigener Bild- und Schriftlektüre; das Blatt belegt einen funerären Darstellungszusammenhang, nicht die Gleichzeitigkeit oder Identität mit dem Schabaka-Text. BM-Bildrechte nicht als frei angenommen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Shabaka Stone transcript
The British Museum · Ausstellungstranskript 2022; antiker Träger BM EA498
Offiziell indexiertes Ausstellungstranskript: Ptah gibt den Göttern durch Herz und Zunge Leben; Sehen und Hören melden dem Herzen, die Zunge gibt dessen Entwurf weiter; auch Arbeiten und Künste erscheinen in dieser Passage.
Nur der indexierte Transkriptausschnitt wurde gelesen; PDF-Direktabruf war mit 403 gesperrt. Keine eigene Hieroglyphenlektüre und keine freie Reproduktionslizenz für das PDF behaupten. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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