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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Rosmerta: eigene Attribute und gemeinsame Bilder

Korb, Caduceus und Fundzusammenhang eröffnen ein eigenes Rosmerta-Profil. Zwei Museumskataloge benennen ihre Figuren mit unterschiedlicher Sicherheit.

5–6 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Kopflose Steinfigur Rosmertas aus Paris mit Fruchtkorb, Gewandfalten und fragmentiertem Attribut; moderne Museumsaufstellung vor heller Wand.
Rosmerta aus dem Musée Carnavalet, Paris; konkrete Aufnahme CGLV_CARAP0864-02_001. Vom Korb über den Arm zu den erhaltenen Attributresten schauen; Fehlstellen bleiben unverändert. CC0 Paris Musées / Musée Carnavalet – Histoire de Paris. Bildnachweis Bildlizenz

Eine einzelne Figur trägt mehr als eine Begleitrolle

Die Pariser Steinfigur wird im Katalog als Rosmerta bezeichnet. Sie trägt einen Fruchtkorb und einen Caduceus. Beide Hände haben damit unterscheidbare Aufgaben. Wer sie nur als Frau neben Mercurius benennt, verliert gerade das aus dem Blick, was die einzelne Figur zeigt.

Der Caduceus wird im Eintrag als Attribut des Mercurius erklärt. Sein Auftreten bei Rosmerta kann eine Beziehung sichtbar machen. Es macht sie weder zu einem zweiten Mercurius noch beweist es, dass ihr gesamter religiöser Sinn aus seinem Profil abzuleiten wäre.

Ein Paar ist auch ein Fundzusammenhang

Die Pariser Figuren wurden im September 1989 in einem unterirdischen Raum bei der Rue d’Ulm gefunden, vermischt mit Architektur- und Wandmalereifragmenten. Die Museumsdeutung verbindet die beiden Statuen über Thema und Herstellung. Eine kleine Kapelle wird als Hypothese C. Bémonts genannt.

Dass der Katalog eine Figur einzeln zeigt, belegt also noch keinen getrennten Einzelkult. Einzelobjekt, gemeinsamer Fund und mögliche Aufstellung sind drei verschiedene Aussagen. Die antike Beziehung lässt sich nicht allein aus der heutigen Reihenfolge von Museumsseiten bestimmen.

Der zweite Katalog ist vorsichtiger

Dijon bewahrt zwei Statuetten aus Boeurs-en-Othe unter den Inventarnummern 2008. 1. 1 und 2008. 1. 2. Die weibliche Figur besteht aus Kopf und unterem Gewandteil. Das Museum erklärt ausdrücklich, sie könne als Rosmerta identifiziert werden. Die andere Figur wird als Mercurius angesprochen und hält eine Börse.

Die erhaltene Krone macht den Kopf beschreibbar. Sie ersetzt keine Namensbeischrift. In diesem Fall ist die Identifizierung zurückhaltender formuliert als bei der Pariser Statue. Diese Abstufung gehört zum Profil, auch wenn beide Katalogtitel das Paar ähnlich benennen.

Drei Aussagen mit verschiedenem Gewicht

AussageBeleg und Grenze
Rosmerta wird in Paris als selbst beschreibbare Figur gezeigt.Eigener Kataloggegenstand mit Korb und Caduceus, zugleich Teil eines interpretierten Paars.
Die Dijon-Statuette ist sicher namentlich beschriftet.Das tragen die gelesenen Angaben nicht; dort steht eine mögliche Identifizierung.
Gemeinsame Darstellung bedeutet bloße Unterordnung.Die Objekte zeigen Beziehungen, bestimmen aber nicht von selbst eine feste Rangordnung.

Das eigene Profil bleibt eine Quellenfrage

Die beiden Bildkataloge liefern keine entsprechende Inschriftentranskription. Die anschließend untersuchte Wormser Weihung ergänzt einen anderen Zugang: Ein menschlicher Stifter richtet sich dort an Mercurius und Rosmert(a)e.

Material, erhaltene Attribute, Fundzusammenhang und Sicherheit der Benennung lassen sich einzeln untersuchen. Die Verbindung mit Mercurius ersetzt dabei weder Rosmertas eigenes Profil noch eine genaue Prüfung der verschiedenen Bilder.

Ein eigener Name in einer gemeinsamen Weihung

Der Weihaltar aus Worms wird in CF-GeS-1050 mit Mercurius und Rosmerta ediert. Die Buchstabenform Rosmerte wird als Rosmert(a)e aufgelöst. Lucius Servandius Quietus setzt die Weihung nach einem Gelübde auf eigenem Grund auf.

Der Name ist damit unabhängig von der Pariser Bildidentifizierung in einer konkreten Anrede greifbar. Diese Weihung bestätigt keine bestimmte Auslegung des Fruchtkorbs oder Caduceus und beweist auch nicht die Rangordnung der beiden Gottheiten. Sie ergänzt die Objekte um eine andere Art Zeugnis.

Vom Korb zum abgebrochenen Attribut schauen

Die freigegebene Pariser Aufnahme zeigt die kopflose Steinfigur mit Korb, Gewandfalten und Resten des vom Museum als Caduceus bezeichneten Attributs. Beginne beim Korb an der linken Körperseite, folge dem Arm und unterscheide erhaltene Steinpartien von den Bruchflächen.

Die fehlenden Teile werden im Bild nicht ergänzt. Gerade der fragmentierte Zustand hilft zu verstehen, weshalb das Museum einen Gegenstand identifiziert und deutet, statt eine vollständige antike Szene vorführen zu können. Der gemeinsame Fund mit Mercurius bleibt der zuvor erklärte Kontext; er ist nicht schon aus jedem isolierten Foto abzulesen.

Namen und Rollen im Quellenfenster

Die Einträge gehören zu den jeweils genannten Quellenstellen. Eine gemeinsame Liste macht sie weder zu derselben Gestalt noch zu Mitgliedern eines einheitlichen Pantheons. Die Bezeichnungen sind redaktionelle Lesebezeichnungen; originale Schreibungen und Ergänzungen werden im Haupttext eigens erklärt.

3 getrennte Namens- und Rollenbezüge ansehen
Name oder BezeichnungRolle in diesem ZusammenhangEinordnung
MercuriusMitadressat in der Wormser Weihung; Rosmerta bleibt eigener Name.Göttliche Anrede oder Zuordnung
Rosmert(a)eRedaktionelle Auflösung der konkreten Form Rosmerte, nicht eine ergänzte Figurenbiografie.Göttliche Anrede oder Zuordnung
Lucius Servandius QuietusWeihender, der den Altar auf eigenem Grund aufstellt.Menschlicher Personenbezug

Die Figur in ihren Quellen

Rosmerta

Katalogisierte Rosmerta-Bilder mit abgestufter Sicherheit. Die getrennt ausgewertete Wormser Weihung ergänzt eine konkrete Rosmert(a)e-Anrede neben Mercurius; das macht nicht jedes ähnlich attributierte Bild zu einem sicher benannten Rosmerta-Zeugnis.

Paris: katalogisierte Steinfigur
Paris-Musées, Titel und Objektbeschreibung

Namen in der Quelle

Weitere Namen und Rollen bei Rosmerta

Redaktioneller Zugang zu getrennten Namen in den bezeichneten Quellenfenstern. Die Einträge sind keine Aliase und bilden keine antike Gruppe oder Götterordnung. Menschen, Lesefragen, Erzählfiguren und spätere Zuschreibungen behalten ihre jeweiligen Rollen.

Abgegrenzte Quellenfenster
Die nachstehend bezeichneten Inschriften-, Katalog-, Fach- oder Erzählstellen; keine Vollinventur aller Überlieferungen.

Quellenarten unterscheiden

Texte, Objekte und moderne Zugänge

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Rosmerta: Steinfigur aus der Rue d’Ulm, Paris-Musées-Objekt 320046288 – gelesener Katalogzugang

Titel-/Material-/Datierungsfelder, alle detaillierten Fund-, Maß-, Beschreibungs-, Deutungs- und Erwerbsangaben sowie CC0-Kennzeichnung und IIIF-Verweis gelesen. Empfohlene andere Objekte nicht als Teil des Korpus behandelt. Der Katalogzugang bleibt von der später separat dokumentierten und betrachteten Fotografie getrennt; keine eigene Objekt-Autopsie oder Volllektüre der bibliografischen Verweise.

Katalogdatierung 2. Jahrhundert; Fund September 1989, Übernahme 1991.

Sprache oder Dokumentationsform: Französische Objektbeschreibung mit englischen Feldüberschriften

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Mercure et Rosmerta: zwei Statuetten aus Boeurs-en-Othe – gelesener Katalogzugang

Alle Objektfelder, vollständigen Beschreibungs- und Vermittlungsabsätze sowie Copyrightzeile gelesen. Keine zusätzliche Objekt-/Bildautopsie und keine Volllektüre der bibliografischen Verweise.

Katalogdatierung 2. Jahrhundert bis erste Hälfte des 3. Jahrhunderts.

Sprache oder Dokumentationsform: Französisch

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

CF-GeS-1050: Mercurius und Rosmerta aus Worms

Ganze Edition, Apparat, Objekt-/Fundfelder und Kommentare gelesen; vidimus ist die Autopsie des CIL-Projekts. Kritische Korpusangaben eigenständig paraphrasiert, keine eigene Stein-/Fotolesung. Bibliografische Verweise nicht als gelesene Werke gezählt. Datensatz CC BY-NC 4.0; keine kommerzielle Bildfreigabe daraus abgeleitet und keine Fotos übernommen. Der Namenskommentar erklärt selbst, keinen eigenen sprachwissenschaftlichen Beitrag zu leisten.

Digitale Fassung 2024; historische Objekt-/Fundangaben im Eintrag.

Sprache oder Dokumentationsform: Deutsch mit lateinischer Edition

Moderner Dokumentations- oder Fachzugang

Rosmerta: bildgenaue Manifestdokumentation

Konkrete Aufnahme CGLV_CARAP0864-02_001 mit CC0 1.0; kein antiker Text.

Manifest des Museumsobjekts, gegenwärtig gelesen.

Sprache oder Dokumentationsform: Französische Metadaten und maschinenlesbare Rechteangaben

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Zwei verschiedene gallo-römische Bild-/Fundkontexte mit unterschiedlich sicherer Identifizierung
Verwendeter Ausschnitt
Paris-Musées-Objekt 320046288 und Dijon Inv. 2008. 1. 1/2008. 1. 2; kein hier neu gelesener antiker Namensbeleg.
  1. Rosmerta: Steinfigur aus der Rue d’Ulm, Paris-Musées-Objekt 320046288

    Paris Musées, Musée Carnavalet – Histoire de Paris · Katalogdatierung 2. Jahrhundert; Fund September 1989, Übernahme 1991.

    Titel-/Material-/Datierungsfelder, alle detaillierten Fund-, Maß-, Beschreibungs-, Deutungs- und Erwerbsangaben sowie CC0-Kennzeichnung und IIIF-Verweis gelesen. Empfohlene andere Objekte nicht als Teil des Korpus behandelt.

    Figurenidentifizierung und Kapellenhypothese sind der Museumsvermittlung zugeschrieben. Der Eintrag gibt keine antike Namensinschrift wieder. Die konkret benutzte Aufnahme CGLV_CARAP0864-02_001 ist über das getrennte Museumsmanifest CC0 zugeordnet; Fehlstellen bleiben unverändert. Die erste Objektbeschreibung und die spätere bildgenaue Dokumentation sind verschiedene Quellenzugänge. Abgerufen am 2026-10-16.

  2. Mercure et Rosmerta: zwei Statuetten aus Boeurs-en-Othe

    Dijon Musées, Musée archéologique · Katalogdatierung 2. Jahrhundert bis erste Hälfte des 3. Jahrhunderts.

    Alle Objektfelder, vollständigen Beschreibungs- und Vermittlungsabsätze sowie Copyrightzeile gelesen.

    Der Katalog formuliert Rosmertas Identifizierung ausdrücklich als Möglichkeit. Beide Figuren fragmentiert; keine ergänzten Attribute als erhalten behauptet. ©François Perrodin ist keine offene Bildlizenz. Keine eigene Bildsichtung oder aktuelle Museumsbesichtigung. Abgerufen am 2026-10-16.

  3. CF-GeS-1050: Mercurius und Rosmerta aus Worms

    Corpus F.E.R.C.AN.; Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Antike · Digitale Fassung 2024; historische Objekt-/Fundangaben im Eintrag.

    Ganze Edition, Apparat, Objekt-/Fundfelder und Kommentare gelesen; vidimus ist die Autopsie des CIL-Projekts.

    Kritische Korpusangaben eigenständig paraphrasiert, keine eigene Stein-/Fotolesung. Bibliografische Verweise nicht als gelesene Werke gezählt. Datensatz CC BY-NC 4.0; keine kommerzielle Bildfreigabe daraus abgeleitet und keine Fotos übernommen. Der Namenskommentar erklärt selbst, keinen eigenen sprachwissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Abgerufen am 2026-10-16.

  4. Rosmerta: IIIF-Manifest mit bildgenauer CC0-Angabe

    Paris Musées / Musée Carnavalet – Histoire de Paris · Aktuelles Manifest des bereits dokumentierten Museumsobjekts.

    Ganzes kurzes JSON-Manifest einschließlich Objektmetadaten, drei Canvas-Kennungen und jeweiliger CC0-/Copyright-Angabe gelesen. Erste konkrete Fotoressource heruntergeladen und nativ zur Objektidentifizierung betrachtet.

    Nur erste Aufnahme verwendet. Keine Ausführung eingebetteter HTML-Zeichenketten, keine Ergänzung verlorener Gliedmaßen und keine neue Namensbeischrift behauptet. Die sichtbare Statue ist kopflos; Objektidentifizierung nach Museum. Abgerufen am 2026-10-16.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-16. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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