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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Romulus: Aufnahme, Gewalt und göttlicher Anspruch

Der ausgesetzte Säugling wird zum Gründer und König. Livius lässt bei Tod, Herkunft und Verschwinden Varianten stehen. Ovid erzählt eine entschiedene Vergöttlichung. Gemeinsam zeigen die Berichte, wie sich eine Stadt ihre Herrschaft erklärt.

3–4 Minuten Lesezeit

Die Zukunft beginnt mit Aussetzung

Bei Livius bedroht Amulius die Nachkommen seines entmachteten Bruders Numitor. Rhea Silvia wird zur Vestalin gemacht, bringt dennoch Zwillinge zur Welt und nennt Mars als Vater. Amulius lässt sie einsperren und befiehlt, die Kinder im Fluss zu töten.

Die Überschwemmung verändert den Tötungsauftrag. Eine Wölfin nährt die ausgesetzten Kinder, Faustulus nimmt sie auf. Livius referiert auch die Deutung einer mit lupa bezeichneten Frau. Die Varianten stehen nebeneinander. Romulus wird nicht mit dem früher in der albanischen Reihe genannten Romulus Silvius zusammengelegt.

Zwei Brüder, eine Herrschaft

Nach dem Sturz des Amulius wollen die Brüder eine Stadt gründen. Die Frage nach Name und Herrschaft entzweit sie. Livius berichtet einen Streit über erste und größere Vogelsichtung. Remus stirbt nach einer Darstellung im Streit, nach einer anderen durch Romulus nach dem Sprung über die Mauer.

Ovid erzählt dagegen Celer als unmittelbaren Täter, der Romulus’ Anordnung ausführt. Diese Fassungen ergeben keine eindeutige gemeinsame Tatbeschreibung. In allen betrachteten Zugängen steht die neue Grenze in einem Zusammenhang mit tödlicher Gewalt.

Aufnahme und gewaltsame Verbindung

Livius schreibt Romulus ein Asyl zu, das freie und unfreie Menschen anzieht. Die Stadt wächst durch Aufnahme. Als die Nachbarn Ehen verweigern, inszeniert Romulus ein Fest, bei dem Frauen geraubt werden. Seine und des Erzählers Rechtfertigungen erklären einen Anspruch der Täter; sie beweisen keine Zustimmung.

Später greifen die Frauen selbst in den Krieg zwischen Herkunftsfamilien und neuen Ehemännern ein. Sie stoppen den Kampf; Romulus und Tatius teilen die Herrschaft. Die erzählte politische Verbindung ist deshalb auch Ergebnis ihres Handelns. Sie macht die vorausgehende Entführung nicht ungeschehen.

Verschwunden, ermordet oder göttlich?

Livius lässt Romulus während eines Gewitters verschwinden. Senatoren erklären, er sei in den Himmel aufgenommen worden; ein leises Mordgerücht bleibt daneben stehen. Proculus berichtet eine Erscheinung, die Roms Größe verspricht. Der Autor kommentiert die Bereitschaft zu glauben.

Ovid zeigt eine andere Gewissheit: Mars bittet Jupiter, seinen Sohn zurückzugeben. Romulus steigt auf, der Vorwurf gegen die Senatoren wird ausdrücklich als falsch bezeichnet. Proculus erhält den Auftrag, Quirinus zu verehren. Auf dieser Seite ist die Verbindung Romulus–Quirinus an Ovids Erzählung gebunden; sie ersetzt keinen Vergleich weiterer Quirinuszeugnisse.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Die Zukunft beginnt mit Aussetzung
Ab urbe condita 1.3–4

Zwei Brüder, eine Herrschaft
Ab urbe condita 1.6–7; Fasti 4,807–862

Aufnahme und gewaltsame Verbindung
Ab urbe condita 1.8–9 und 1.13

Verschwunden, ermordet oder göttlich?
Ab urbe condita 1.16; Fasti 2,475–511 im gelesenen Fenster 475–532

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ab urbe condita

Ab urbe condita 1.3–4, 1.6–9, 1.13 und 1.16: Aussetzung, Gründungsstreit, Aufnahme, Entführung, Vermittlung und unterschiedliche Erklärungen des Verschwindens.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Livius 1.1–7: Familie und Gründung

Alternative Ankunft, offene Ascaniusabstammung, Aussetzung, Wiedererkennung und Mauerstreit.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Überlieferter Text

Fasti

Fasti 4,807–862 und 2,475–511: Celer und Remus sowie Ovids eigene Erzählung der Vergöttlichung. Die Quirinusverbindung bleibt an diesen Text gebunden.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Fasti 4,807–862: Remus und Celer

Vogelsichtung, Maueranordnung, Celer als Täter und gemeinsame Trauer.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung, Theoi

Benutzte Ausgabe

Livius 1.8–16: Aufnahme und Herrschaft

Asyl, Frauenraub, gemeinschaftliche Herrschaft und verschiedene Deutungen des königlichen Verschwindens.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Benutzte Ausgabe

Fasti 2,475–532: Quirinus und benachbartes Ofenfest

Romulus’ Vergöttlichung und mehrere Erklärungen des Quirinusnamens; der folgende Fornaxabschnitt bleibt eigenständig.

Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Livius’ Gründungs- und Herrschaftsbericht und Ovids Kalendererzählungen bleiben verschiedene Werkzugänge.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Ab urbe condita 1.3–4, 1.6–9, 1.13 und 1.16: Aussetzung, Gründungsstreit, Aufnahme, Entführung, Vermittlung und unterschiedliche Erklärungen des Verschwindens.; Fasti 4,807–862 und 2,475–511: Celer und Remus sowie Ovids eigene Erzählung der Vergöttlichung. Die Quirinusverbindung bleibt an diesen Text gebunden.
  1. Livius: Familienfolge, ausgesetzte Kinder und eine umstrittene Gründung

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.1–7 vollständig französisch gelesen; Vorrede und Editionshinweis ebenfalls vollständig gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Ovid: Remus, die Mauer und Celer

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer, Theoi · Antikes Werk; digitale Leseausgabe und benannte Übersetzung als gesonderte Vermittlung.

    Fasti 4,807–862 vollständig englisch gelesen; Frazerkopf geprüft. Der folgende Tagesabschnitt ab 863 ist ausgeschlossen.

    Nur die bezeichneten Fenster gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation oder historische Bestätigung der erzählten Gründungsereignisse. Übersetzungen und antike Sprecher bleiben getrennt; keine Bildrechteprüfung. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Livius: Aufnahme, Gewalt, Herrschaft und Romulus’ Verschwinden

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.8–16 vollständig französisch gelesen; im Archiv teilweise Ziffer 1 statt I als Kapitelmarker.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  4. Ovid: Quirinus, Romulus und ein benachbartes Ofenfest

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; digitale Leseausgabe Theoi · Antikes Kalendergedicht; historische Frazerübersetzung, digitale Leseausgabe.

    Fasti 2,475–532: das vollständige zusammenhängende Fenster in James G. Frazers englischer Übersetzung auf Theoi gelesen; alle Absätze im Werkzeug ausgegeben.

    Nur dieses benannte Textfenster. Keine vollständige Buchlektüre, lateinische Gegenlese, gelesene Fußnotenkommentierung, Handschriftenkollation oder eigene Objektprüfung. Literarische Erklärungen und Etymologiealternativen sind keine unabhängig bewiesenen Ursprünge. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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