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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Consus: Ein verborgener Altar und ein öffentliches Fest

Ein unterirdischer Altar wird für Rennen geöffnet. Plutarch verbindet Consus mit Rat oder mit dem Pferdegott Neptun. Im Gründungsbericht bietet das Fest zugleich den Schauplatz eines gewaltsamen Frauenraubs.

3–4 Minuten Lesezeit

Ein Altar, den man nicht immer sieht

Plutarch beschreibt in seinem Leben des Romulus einen Altar des Consus im Circus Maximus. Er liegt unter der Erde und wird bei Pferderennen freigelegt. Der Gegensatz prägt den Zugang: Ein verborgener Ort gehört zu einem Fest, das viele Menschen zusammenführt.

Der Biograph bietet zwei Deutungen des Gottes. Consus könne mit dem Rat zusammenhängen; dazu stellt er die lateinischen Wörter für Rat und Konsul. Oder gemeint sei der mit Pferden verbundene Neptun. Auch die Erklärung, Rat solle verborgen bleiben, steht als Deutung im Text. Sie beweist keine gesicherte Herkunft des Namens.

Ein Fest als Einladung

Bei Livius scheitern zunächst Gesandtschaften, die Ehen mit den Nachbarn ermöglichen sollen. Romulus richtet daraufhin Spiele aus und lässt die Nachbarn einladen. Die Consualia bezeichnet Livius als Fest zu Ehren des Neptunus Equester, des mit Pferden verbundenen Neptun.

Plutarch stellt den entdeckten Altar und die angekündigten Spiele in denselben politischen Zusammenhang. Für dieses Profil zählen die beiden konkreten Darstellungen. Consus und Neptun werden deshalb weder überall gleichgesetzt noch voneinander durch eine erfundene eindeutige Kultgeschichte getrennt.

Das Signal verändert den Festbesuch

Plutarch schildert ein verabredetes Zeichen: Romulus erhebt sich und richtet sein Purpurgewand. Darauf greifen bewaffnete Männer nach den Frauen der Gäste. Der öffentliche Besuch wird zum organisierten Frauenraub. Der Text referiert verschiedene Opferzahlen; eine einzige gesicherte Zahl lässt sich daraus nicht gewinnen.

Die Erklärungen, damit sei eine politische Mischung beabsichtigt gewesen, sind Bewertungen des Biographen. Sie machen die Gewalt nicht zu einer Einwilligung der Betroffenen. Consus erscheint als Festbezug; die handelnden Täter sind Menschen.

Was diese wenigen Zeugnisse leisten

Der verborgene Altar, seine Öffnung und der Name des Festes bilden einen konkreten Zusammenhang von Ort, Handlung und göttlicher Zuordnung. Sie geben Consus ein eigenes Profil, ohne ihm eine umfangreiche Abenteuerbiografie zuzuschreiben.

Die gelesenen Abschnitte sind Gründungsberichte, keine vollständige Geschichte der Consualia. Wie sich das Fest über Jahrhunderte veränderte, welche weiteren Orte Consus verehrten oder welche Gegenstände erhalten sind, bleibt mit weiteren Zeugnissen zu erschließen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Altar, den man nicht immer sieht
Romulus 14.3–4

Ein Fest als Einladung
Ab urbe condita 1.9; Romulus 14.3–5

Das Signal verändert den Festbesuch
Romulus 14.1–2 und 14.5–7

Was diese wenigen Zeugnisse leisten
Romulus 14.3–7; Ab urbe condita 1.9

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Plutarch: Leben des Romulus

Romulus 14.1–7 in der bezeichneten historischen englischen Loebübersetzung: politische Erzählerwertung, verborgener Altar, alternative Namens-/Götterdeutungen, Spiele, Entführungssignal und Zahlenvarianten. Keine vollständige diachrone Geschichte der Consualia.

Antike Biographie; hier historische Loebausgabe Band I, 1914, in englischer Vermittlung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Romulus 14: Consus und die Spiele

Unterirdischer Altar, alternative Consusdeutungen, organisierter Frauenraub und Erzählervarianten.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Englische historische Loebübersetzung, LacusCurtius

Überlieferter Text

Ab urbe condita

Nur Ab urbe condita 1.9 innerhalb des Editionszugangs 1.8–16, in der französischen Nisard-/BCS-Fassung: Ehegesandtschaften, Einladung zu den Consualia des Neptunus Equester und Frauenraub. Andere Gründungskapitel sind hier kein eigenes Lesefenster.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Livius 1.8–16: Aufnahme und Herrschaft

Asyl, Frauenraub, gemeinschaftliche Herrschaft und verschiedene Deutungen des königlichen Verschwindens.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Consusaltar und Consualia in den getrennten Gründungsberichten des Plutarch und Livius.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Romulus 14.1–7 in der bezeichneten historischen englischen Loebübersetzung: politische Erzählerwertung, verborgener Altar, alternative Namens-/Götterdeutungen, Spiele, Entführungssignal und Zahlenvarianten. Keine vollständige diachrone Geschichte der Consualia.; Nur Ab urbe condita 1.9 innerhalb des Editionszugangs 1.8–16, in der französischen Nisard-/BCS-Fassung: Ehegesandtschaften, Einladung zu den Consualia des Neptunus Equester und Frauenraub. Andere Gründungskapitel sind hier kein eigenes Lesefenster.
  1. Plutarch: Consus, ein verborgener Altar und ein inszeniertes Fest

    Plutarch; englische historische Loebausgabe, Band I, 1914; LacusCurtius · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Life of Romulus 14 vollständig englisch gelesen; Editionshinweis Loeb I, 1914 geprüft.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Livius: Aufnahme, Gewalt, Herrschaft und Romulus’ Verschwinden

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.8–16 vollständig französisch gelesen; im Archiv teilweise Ziffer 1 statt I als Kapitelmarker.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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