Ein Altar, den man nicht immer sieht
Plutarch beschreibt in seinem Leben des Romulus einen Altar des Consus im Circus Maximus. Er liegt unter der Erde und wird bei Pferderennen freigelegt. Der Gegensatz prägt den Zugang: Ein verborgener Ort gehört zu einem Fest, das viele Menschen zusammenführt.
Der Biograph bietet zwei Deutungen des Gottes. Consus könne mit dem Rat zusammenhängen; dazu stellt er die lateinischen Wörter für Rat und Konsul. Oder gemeint sei der mit Pferden verbundene Neptun. Auch die Erklärung, Rat solle verborgen bleiben, steht als Deutung im Text. Sie beweist keine gesicherte Herkunft des Namens.
Ein Fest als Einladung
Bei Livius scheitern zunächst Gesandtschaften, die Ehen mit den Nachbarn ermöglichen sollen. Romulus richtet daraufhin Spiele aus und lässt die Nachbarn einladen. Die Consualia bezeichnet Livius als Fest zu Ehren des Neptunus Equester, des mit Pferden verbundenen Neptun.
Plutarch stellt den entdeckten Altar und die angekündigten Spiele in denselben politischen Zusammenhang. Für dieses Profil zählen die beiden konkreten Darstellungen. Consus und Neptun werden deshalb weder überall gleichgesetzt noch voneinander durch eine erfundene eindeutige Kultgeschichte getrennt.
Das Signal verändert den Festbesuch
Plutarch schildert ein verabredetes Zeichen: Romulus erhebt sich und richtet sein Purpurgewand. Darauf greifen bewaffnete Männer nach den Frauen der Gäste. Der öffentliche Besuch wird zum organisierten Frauenraub. Der Text referiert verschiedene Opferzahlen; eine einzige gesicherte Zahl lässt sich daraus nicht gewinnen.
Die Erklärungen, damit sei eine politische Mischung beabsichtigt gewesen, sind Bewertungen des Biographen. Sie machen die Gewalt nicht zu einer Einwilligung der Betroffenen. Consus erscheint als Festbezug; die handelnden Täter sind Menschen.
Was diese wenigen Zeugnisse leisten
Der verborgene Altar, seine Öffnung und der Name des Festes bilden einen konkreten Zusammenhang von Ort, Handlung und göttlicher Zuordnung. Sie geben Consus ein eigenes Profil, ohne ihm eine umfangreiche Abenteuerbiografie zuzuschreiben.
Die gelesenen Abschnitte sind Gründungsberichte, keine vollständige Geschichte der Consualia. Wie sich das Fest über Jahrhunderte veränderte, welche weiteren Orte Consus verehrten oder welche Gegenstände erhalten sind, bleibt mit weiteren Zeugnissen zu erschließen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Ein Altar, den man nicht immer sieht
Romulus 14.3–4
Ein Fest als Einladung
Ab urbe condita 1.9; Romulus 14.3–5
Das Signal verändert den Festbesuch
Romulus 14.1–2 und 14.5–7
Was diese wenigen Zeugnisse leisten
Romulus 14.3–7; Ab urbe condita 1.9
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Plutarch: Leben des Romulus
Romulus 14.1–7 in der bezeichneten historischen englischen Loebübersetzung: politische Erzählerwertung, verborgener Altar, alternative Namens-/Götterdeutungen, Spiele, Entführungssignal und Zahlenvarianten. Keine vollständige diachrone Geschichte der Consualia.
Antike Biographie; hier historische Loebausgabe Band I, 1914, in englischer Vermittlung.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Romulus 14: Consus und die Spiele
Unterirdischer Altar, alternative Consusdeutungen, organisierter Frauenraub und Erzählervarianten.
Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.
Sprache: Englische historische Loebübersetzung, LacusCurtius
Überlieferter Text
Ab urbe condita
Nur Ab urbe condita 1.9 innerhalb des Editionszugangs 1.8–16, in der französischen Nisard-/BCS-Fassung: Ehegesandtschaften, Einladung zu den Consualia des Neptunus Equester und Frauenraub. Andere Gründungskapitel sind hier kein eigenes Lesefenster.
Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.
Sprache: Latein
Benutzte Ausgabe
Livius 1.8–16: Aufnahme und Herrschaft
Asyl, Frauenraub, gemeinschaftliche Herrschaft und verschiedene Deutungen des königlichen Verschwindens.
Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.
Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Consusaltar und Consualia in den getrennten Gründungsberichten des Plutarch und Livius.
- Verwendeter Ausschnitt
- Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Romulus 14.1–7 in der bezeichneten historischen englischen Loebübersetzung: politische Erzählerwertung, verborgener Altar, alternative Namens-/Götterdeutungen, Spiele, Entführungssignal und Zahlenvarianten. Keine vollständige diachrone Geschichte der Consualia.; Nur Ab urbe condita 1.9 innerhalb des Editionszugangs 1.8–16, in der französischen Nisard-/BCS-Fassung: Ehegesandtschaften, Einladung zu den Consualia des Neptunus Equester und Frauenraub. Andere Gründungskapitel sind hier kein eigenes Lesefenster.
- Plutarch: Consus, ein verborgener Altar und ein inszeniertes Fest
Plutarch; englische historische Loebausgabe, Band I, 1914; LacusCurtius · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.
Life of Romulus 14 vollständig englisch gelesen; Editionshinweis Loeb I, 1914 geprüft.
Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.
- Livius: Aufnahme, Gewalt, Herrschaft und Romulus’ Verschwinden
Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.
Ab urbe condita 1.8–16 vollständig französisch gelesen; im Archiv teilweise Ziffer 1 statt I als Kapitelmarker.
Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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