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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Remus: Mehr als der Bruder an der Mauer

Remus ist bei Livius Gefangener, erkannter Nachkomme und Mitstreiter gegen Amulius. Erst danach wird der Streit um die Stadt tödlich. Ovid nennt einen anderen Täter und zeigt die Trauer der Gemeinschaft.

3 Minuten Lesezeit

Ein ausgesetztes Kind wird erwachsen

Romulus und Remus sind bei Livius Kinder einer bedrohten dynastischen Linie. Amulius befiehlt ihre Tötung; der Fluss und die Aufnehmenden verhindern sie. Der Autor bietet die Wölfin und eine andere Erklärung des Wortes lupa als verschiedene Zugänge.

Die Brüder wachsen bei Faustulus auf und handeln später mit Hirten. Das gemeinsame Aufwachsen ist eine eigene Phase der Erzählung. Remus tritt nicht erst auf, wenn eine fertige Stadtmauer auf ihn wartet.

Gefangenschaft führt zur Wiedererkennung

Remus wird bei einer Auseinandersetzung gefangen und vor Numitor gebracht. Seine Person und sein Auftreten lassen Numitor nach seiner Herkunft fragen. Zugleich bringt Faustulus Romulus die Abstammung näher. Die beiden Erzählstränge führen zur Wiedererkennung der Enkel.

Remus wirkt anschließend am Vorgehen gegen Amulius mit. Romulus kommt mit getrennt eintreffenden Gruppen, Remus handelt vom Haus Numitors aus. Nach Amulius’ Tod wird Numitors Herrschaft wiederhergestellt. Das ist ein politischer Beitrag des Remus, den sein späterer Tod leicht überdeckt.

Die Mauer hat nicht nur einen Täter

Livius verbindet den Stadtstreit mit Augurien: Remus sieht zuerst sechs Vögel, Romulus später zwölf. Erste Sichtung und größere Zahl stehen gegeneinander. Remus stirbt nach einer Darstellung im Streit; in der bekannteren zweiten Fassung tötet ihn Romulus nach dem Mauersprung.

In Ovids Fasti wird die Herrschaft mit der größeren Vogelzahl zugesprochen. Romulus befiehlt Celer, jede Grenzüberschreitung mit dem Tod zu bestrafen. Remus weiß davon nichts, verspottet die niedrige Mauer und springt hinüber. Celer erschlägt ihn mit einer Schaufel. Der Unterschied betrifft Handlung, Wissen und unmittelbaren Täter.

Die Trauer bleibt in der Gründung

Ovids Romulus hält zunächst seine Tränen zurück und spricht eine Drohung an künftige Grenzverletzer aus. Bei der Bestattung zeigt er dann seine Trauer und verabschiedet sich vom Bruder. Faustulus, Acca und die Gemeinschaft weinen mit.

Der siegreiche Stadtbeginn enthält damit einen Verlust, den die Herrschaftssprache nicht ganz verdeckt. Diese dichterische Trauerszene ist keine unabhängige Bestätigung der Tötung durch Celer. Sie gibt der Fasti-Fassung eine eigene Perspektive auf Remus und seinen Bruder.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein ausgesetztes Kind wird erwachsen
Ab urbe condita 1.4–5

Gefangenschaft führt zur Wiedererkennung
Ab urbe condita 1.5–6

Die Mauer hat nicht nur einen Täter
Ab urbe condita 1.6–7; Fasti 4,807–862

Die Trauer bleibt in der Gründung
Fasti 4,807–862, Bestattung und Schluss

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ab urbe condita

Ab urbe condita 1.4–7: Aufwachsen, Gefangenschaft, Wiedererkennung, gemeinsames Vorgehen und alternative Todesdarstellungen.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Livius 1.1–7: Familie und Gründung

Alternative Ankunft, offene Ascaniusabstammung, Aussetzung, Wiedererkennung und Mauerstreit.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Überlieferter Text

Fasti

Fasti 4,807–862: Celer als unmittelbarer Täter, Remus’ Unkenntnis und die anschließende Trauer.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Fasti 4,807–862: Remus und Celer

Vogelsichtung, Maueranordnung, Celer als Täter und gemeinsame Trauer.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung, Theoi

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Livius’ Gründungsfolge und Ovids Fasti mit unterschiedlichen Todesdarstellungen.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Ab urbe condita 1.4–7: Aufwachsen, Gefangenschaft, Wiedererkennung, gemeinsames Vorgehen und alternative Todesdarstellungen.; Fasti 4,807–862: Celer als unmittelbarer Täter, Remus’ Unkenntnis und die anschließende Trauer.
  1. Livius: Familienfolge, ausgesetzte Kinder und eine umstrittene Gründung

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.1–7 vollständig französisch gelesen; Vorrede und Editionshinweis ebenfalls vollständig gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Ovid: Remus, die Mauer und Celer

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer, Theoi · Antikes Werk; digitale Leseausgabe und benannte Übersetzung als gesonderte Vermittlung.

    Fasti 4,807–862 vollständig englisch gelesen; Frazerkopf geprüft. Der folgende Tagesabschnitt ab 863 ist ausgeschlossen.

    Nur die bezeichneten Fenster gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation oder historische Bestätigung der erzählten Gründungsereignisse. Übersetzungen und antike Sprecher bleiben getrennt; keine Bildrechteprüfung. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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