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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Nut: Himmelskuh, Flügel und Weltrahmen

Nut erscheint in der Fassung des Himmelskuhtextes aus Sethos’ Grab als Kuh, die Re emporträgt. Auf Henettawys Sarg breitet sie nach dem Met-Katalog Flügel aus; Jahrhunderte später umrahmt sie auf Wereshnefers Sarkophagdeckel eine gegliederte Welt. Ihre Bildrollen gehören zu verschiedenen Zeugnissen.

4–5 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Drei Gestalten, drei Aufgaben

Eine Kuh trägt den Sonnengott, eine geflügelte Göttin steht auf einem Sarg, eine gebogene Gestalt umfasst ein Weltbild. Alle drei Zeugnisse nennen oder identifizieren Nut. Sie liegen aber in unterschiedlichen Gattungen und Jahrhunderten. Wer sie hintereinander wie Verwandlungen in einer einzigen Geschichte erzählt, verliert ihre jeweilige Aufgabe aus dem Blick.

Dieses Profil nimmt Henettawys Innensarg als ersten Bildzeugen. Die kuratorische Identifikation von Nut auf dem Sarg und Wereshnefers Sarkophag wird mit einer bestimmten Textfassung verglichen. Die kleinen Inschriften der beiden Objekte sind hier nicht neu gelesen worden.

Henettawys Sarg als Ganzes

Zwei aufgerichtete, farbig bemalte Teile eines altägyptischen Innensargs; über den Körperflächen liegen dicht gestaffelte Figuren, Flügel und Sonnensymbole.
Innerer Sarg der Amun-Re-Saengerin Henettawy aus Deir el-Bahri, etwa 1000-945 v. Chr., The Met 25.3.183a,b, Public Domain / CC0. Der Katalog benennt die gefluegelte Nut auf dem Mittelband des Deckels und mehrere Sonnenmotive. Das Gesamtfoto zeigt ihre Position im dichten Bildprogramm, erlaubt aber keine sichere Lektuere kleiner Zeichen. Bildnachweis Bildlizenz

Auf einem dicht bemalten Deckel

Henettawy war Sängerin des Amun-Re. Ihr Innensarg aus Deir el-Bahri wurde ungefähr zwischen 1000 und 945 v. Chr. gefertigt. Auf seinem Deckel drängen sich Figuren, Sonnenzeichen und Schutzmotive. Nach der Beschreibung des Met steht Nut mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Mittelband. Unter ihr folgen mehrere kleine Szenen, darunter weiter unten ein geflügelter Skarabäus über der Sonnenbarke.

Der große Skarabäus im Brustschmuck des Deckels schiebt eine Sonnenscheibe aufwärts. Er ist ein anderes Motiv als die geflügelte Nut. Das Foto zeigt vor allem, wie beide in ein umfangreiches Bestattungsbild eingebettet sind; die einzelne kleine Figur und ihre Beischrift sind im mobilen Gesamtbild nicht sicher erkennbar. Die genaue Benennung folgt dem Objektkatalog.

Ein markierter Ausschnitt, keine neue Rekonstruktion

Zwei aufgerichtete, farbig bemalte Teile eines altägyptischen Innensargs; über den Körperflächen liegen dicht gestaffelte Figuren, Flügel und Sonnensymbole.
Innerer Sarg der Amun-Re-Saengerin Henettawy aus Deir el-Bahri, etwa 1000-945 v. Chr., The Met 25.3.183a,b, Public Domain / CC0. Der Katalog benennt die gefluegelte Nut auf dem Mittelband des Deckels und mehrere Sonnenmotive. Das Gesamtfoto zeigt ihre Position im dichten Bildprogramm, erlaubt aber keine sichere Lektuere kleiner Zeichen. Der Rahmen in der Seitenansicht markiert den darunter vergrößerten Ausschnitt. Er gehört nicht zum historischen Objekt; die Originaldatei bleibt unverändert. Bildnachweis Bildlizenz
Heutiger Ausschnitt aus demselben unveränderten Met-Foto. Der Bildbereich lenkt den Blick auf das Mittelband, in dem der Katalog Nut mit ausgebreiteten Flügeln benennt. Das Relief wurde nicht ergänzt; kleine Zeichen bleiben auch hier nur mit der kuratorischen Beschreibung zuordenbar. The Met 25.3.183a,b, Public Domain / CC0. Vollständiges Original öffnen

In der Himmelskuh-Erzählung trägt Nut Re

Eine andere Art Zeugnis ist der Text im Grab Sethos’ I. Nachdem Re die Gewalt des ausgesandten Auges beendet hat, entfernt er sich von den Menschen. Nut trägt ihn in Kuhgestalt nach oben. Diese Szene erklärt hier das Auseinanderrücken von Himmel und Erde. Die im früheren Handlungsteil auftretende Hathor ist nicht allein wegen möglicher Kuhbilder mit Nut gleichzusetzen.

Die Fassung beschreibt eine Handlung, nicht die Dekoration von Henettawys Sarg. Zwischen Textzeuge und Sarg liegen unterschiedliche Zeiten und Funktionen. Der Vergleich zeigt, welche Rolle der Name Nut jeweils trägt; er beweist keine direkte Bildvorlage für den Sarg.

Später wird ihr Körper zum Weltrahmen

Wereshnefers Sarkophagdeckel aus dem späten 4. oder frühen 3. Jahrhundert v. Chr. zeigt Nut erneut in einem Bestattungszusammenhang, diesmal über einer runden Weltdarstellung. Shu stützt sie; bei ihren Füßen liegt Geb. Im Inneren ordnet der Katalog Länder und Himmelszonen in drei Bereichen. Nuts gebogener Körper macht diese Anordnung räumlich lesbar.

Das benachbarte Exponat führt durch das Originalfoto und erklärt die Ringe genauer. Für Nut ist hier entscheidend: Sie ist nicht lediglich eine Person mit dem festen Attribut Kuh oder Flügel. In einem anderen Bildprogramm kann ihre Körperlinie selbst den Himmel über der Welt begrenzen. Die Identifikation beruht auf dem Met-Katalog, nicht auf einer eigenen Entzifferung der kleinen Zeichen.

Welche Verbindung ist belegt?

Betrachte Henettawys bemalten Sarg und suche die Stelle, die der Katalog als geflügelte Nut bezeichnet. Vergleiche sie mit der klareren Umrisslinie auf Wereshnefers Sarkophagdeckel. Welche Merkmale erkennst du selbst, und welche übernimmst du begründet aus der jeweiligen Objektbeschreibung?

Der Himmelskuhtext ergänzt einen dritten Zugang: Nut trägt Re als Kuh. Das ist ein belegter Rollenwechsel zwischen Zeugnissen, keine erzählte Verwandlung vom Sargbild zum Weltbild.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Himmelskuh
Nut traegt Re nach seinem Rueckzug in der KV-17-Fassung.

Gefluegelte Gestalt am Innensarg
Kuratorisch identifizierte Nut auf dem Mittelband von Henettawys Innensarg.

Umrahmung einer Weltdarstellung
Nut beugt sich auf Wereshnefers Sarkophagdeckel ueber eine konzentrische Weltordnung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Buch von der Himmelskuh

Erzähl- und Ritualtext um Res Alter, das ausgesandte Auge, die Unterbrechung der Gewalt und Res Entfernung von den Menschen.

Überlieferte ägyptische Fassungen des Neuen Reiches; hier nur das Zeugnis im Grab Sethos’ I. geprüft.

Sprache: Altägyptisch

Erhaltener Textzeuge

Himmelskuhtext im Grab Sethos’ I. (KV 17)

Konkreter Textzeuge der behandelten Handlung; nur in moderner Übersetzung gelesen, nicht am Original kollationiert.

Neues Reich; Datum des Grabzeugnisses ist nicht automatisch das Entstehungsdatum aller Erzählstoffe.

Sprache: Altägyptisch, Grabinschrift

Benutzte Ausgabe

TLA/ORAEC: Das Buch von der Himmelskuh im Grab Sethos’ I.

Gelesen wurden Erzählbeginn, Hathor- und Sachmet-Stellen, rotes Bier und spätere Nut-Kuh-Szene. Die separat angezeigte englische KI-Übersetzung wurde nicht verwendet.

Moderne digitale Edition; die öffentlich abrufbare Archivfassung ist eine Drittseiten-Wiedergabe, keine eigene Kollation.

Sprache: Wissenschaftliche deutsche Übersetzung des Altägyptischen

Welche Zeit ist gemeint?

  • Die hier behandelte Himmelskuh-Fassung ist im Grab Sethos’ I. überliefert. Ihre Nut-Handlung wird nicht auf das Alter der späteren Sargbilder datiert.
  • Henettawys bemalter Innensarg aus Deir el-Bahri wird auf etwa 1000–945 v. Chr. datiert.
  • Wereshnefers Sarkophagdeckel mit Nut als Rahmen einer Weltdarstellung gehört in die Zeit etwa 380–300 v. Chr.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Nut in einer benannten Himmelskuh-Fassung, auf Henettawys Innensarg und auf Wereshnefers Sarkophagdeckel; kein vollständiger Nut-Kult oder einheitlicher Schöpfungsmythos
Verwendeter Ausschnitt
Buch von der Himmelskuh in KV 17 nach deutscher TLA/ORAEC-Wiedergabe; The Met 25.3.183a,b und 14.7.1a,b als getrennte Bildzeugnisse.
  1. Das Buch von der Himmelskuh, Grab Sethos' I.: wissenschaftliche deutsche Uebersetzung

    Lutz Popko und Mitwirkende, Thesaurus Linguae Aegyptiae; deutsche Textwiedergabe bei Egyptian Inscriptions/ORAEC · Altägyptischer Text aus KV 17, Neues Reich; moderne digitale Edition, Corpusstand 2026

    Ausschliesslich den als 'DE scholarly - TLA / ORAEC' ausgewiesenen deutschen Text zur Erzaehlung in KV 17 gelesen: Rat und Auge in Hathor-Gestalt, ausdrueckliche Sachmet-Namensstelle, roter Ocker in Bier, Trinken und Schutz der Menschen, Nut als Kuh sowie anschliessende Ritualanweisungen. Dazu TLA-Suchindex mit Aegyptisch ḫpr Sḫm.t pw und deutscher Uebersetzung der Sachmet-Zeile geprueft.

    Das abrufbare HTML ist eine Drittseiten-Wiedergabe der TLA/ORAEC-Edition; die direkte TLA-Seite zeigte bei Zugriff eine Verifikationssperre und konnte nicht hashgenau archiviert werden. Die separat ausgewiesene automatische englische KI-Uebersetzung auf der Drittseite wurde nicht als Beleg genutzt. Nur die nachpruefbaren deutschen Passagen verwenden; keine eigene Hieroglyphenautopsie oder Handschriftenkollation behaupten. Original-TLA-Stelle: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/IBUBdy1oxL3HuUDWvpAAKM2DAHs Abgerufen am 2026-09-30.

  2. The Met 25.3.183a,b: Inner Coffin of the Chantress of Amun-Re Henettawy

    The Metropolitan Museum of Art · Dritte Zwischenzeit, etwa 1000-945 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Katalog und API zum bemalten inneren Holzsarg Henettawys gelesen: gefluegelte Nut, Skarabäus mit Sonnenscheibe und Sonnenbarke als unterschiedliche Motive einer funerären Bildordnung. Objektkennung, Material, Datierung und Public-Domain-Hauptbild geprueft.

    Der Sarg illustriert weder Wereshnefers spaeteren Sarkophag noch eine bestimmte Amduat-Stunde. Die dichten Bildfelder benoetigen vor jeder Detailbehauptung eine eindeutige Fotozuordnung; die Motive nicht aus einem kleinen Kontaktbogen allein ablesen. Keine eigene Inschriftenlesung. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. The Met 14.7.1a,b: Sarcophagus of Wereshnefer

    The Metropolitan Museum of Art · Spaetzeit, etwa 380-300 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API zu Wereshnefers Granodioritsarkophag gelesen: Amduat-Szenen am Kasten, Auslassung der achten Stunde in diesem Objekt, Nut und kosmographische Ringe am Kopf, Tageshimmel auf dem Deckel sowie Nutzung vormals koeniglicher funerärer Bildprogramme fuer einen privaten Priester. Datierung, Inventarnummer und Public-Domain-Status des API-Hauptbildes geprueft.

    Ein spaetes Einzelobjekt, nicht das Urbild des Amduat und kein Beleg fuer eine universelle altägyptische Himmelskarte. Die fehlende achte Stunde betrifft diesen Sarkophag. Der digitale Katalog ersetzt keine eigene Lesung aller Hieroglyphen oder ikonographischen Details. Haupt- und zugeordnetes Zusatzfoto wurden einzeln geprueft; kleine Reliefs und die Stundenbilder sind darauf nicht sicher selbst lesbar. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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