Der Konflikt erreicht den Tempel
Die dritte Tafel des Ullikummi-Lieds beschreibt Ḫebat im eingeschlossenen Tempel. Sie sieht den Wettergott nicht mehr und erhält keine Nachricht. Ihre Frage nach seinem Schicksal wird durch diese räumliche und kommunikative Lage verständlich.
Ḫebat entsendet Takiti, um Nachricht zu bringen. Später erreicht Tašmišu sie vom Wachturm aus. Die Dienerinnen bewahren sie davor, vom Dach zu stürzen. Ihre Rolle umfasst damit Erwartung, Auftrag und gefährdete Wahrnehmung, nicht bloß eine Position neben dem Wettergott.
Eine Namensverbindung wird ausgesprochen
Puduḫepas Gebet eröffnet einen anderen Zusammenhang. Dort beansprucht die Sprecherin, dieselbe Herrin werde im Land Ḫatti Sonnengöttin von Arinna und im Zedernland Ḫepat genannt. Die konkrete Gleichsetzung ist eine Aussage dieses Gebets.
Sie macht nicht jedes frühere lokale Zeugnis nachträglich austauschbar. Schwemers Darstellung des Götterkreises betont ebenfalls regionale und textliche Unterschiede. Kultbeziehung, Erzählfigur und Name werden deshalb gemeinsam untersucht, aber nicht zu einem zeitlosen Steckbrief verschmolzen.
Von einem Texttyp zum anderen wechseln
Vergleiche die wartende Figur des Lieds mit der angerufenen Herrin des Gebets. Wer spricht jeweils, worauf soll die Rede einwirken und welche Beziehung wird ausdrücklich behauptet? Diese Fragen erklären mehr als eine automatisch übernommene Aliasliste.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Im benannten Quellenfenster
Wie unterscheiden sich eine Erzählrolle und eine historische Namensverbindung?
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Ullikummi-Lied, CTH 345
Werkidentität getrennt von einzelnen erhaltenen Tafeln und moderner Übersetzung.
Hurritischer Überlieferungskontext; keine eigene Erstkompositionsdatierung.
Sprache: Hethitisch
Benutzte Ausgabe
CTH 345.I.3.1: Ullikummi-Lied, Tafel III – deutsche TITUS-Übersetzung
Verfügbarer deutscher Haupttext mit Lücken vollständig gelesen; kritischer Apparat nur in ausgewählten Anmerkungen, keine eigene Kollation.
TITUS 2010; Marburger Bearbeitung 2005–2009.
Sprache: Deutsch
Überlieferter Text
Puduḫepas Gebet an die Sonnengöttin von Arinna (CTH 384.1)
Der ausdrücklich benannte und tatsächlich gelesene Textzusammenhang.
Antiker Textzusammenhang; kein Trägerdatum aus erzählter Zeit oder modernem Editionsdatum abgeleitet.
Sprache: Hethitisch, hier über deutsche wissenschaftliche Übersetzung
Benutzte Ausgabe
Puduḫepas Gebet an die Sonnengöttin von Arinna (CTH 384.1) – benannte deutsche Online-Ausgabe
Zusammengesetzter, mit Ergänzungen und Unsicherheitsmarkierungen vermittelter Lesetext; nicht mit dem vollständig erhaltenen Wortlaut eines einzigen Trägers gleichgesetzt.
hethiter.net, TRde 2017-10-29
Sprache: Deutsch nach Hethitisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Konkret bezeichnete anatolische/hurritisch-hethitische Text- und Forschungskontexte
- Verwendeter Ausschnitt
- Die hier bezeichneten CTH-Textfenster und Ausgaben
- CTH 345.I.3.1: Ullikummi-Lied, Tafel III
Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010
Gesamter verfügbarer deutscher Haupttext 1–301 und Zeugenübersicht gelesen; ausgewählte Anmerkungen einschließlich 45 und 49–50. Hilfe Eás und beschädigter Schluss nochmals abgeglichen.
Kein vollständig erhaltener Siegesschluss. Schneidewerkzeug bei Ea und den uralten Göttern, nicht als eigenhändig geführte Sichel Teššubs ausgegeben. Keine Lücken mit griechischen Erzählungen gefüllt. Abgerufen am 2026-09-26.
- Puduḫepas Gebet an die Sonnengöttin von Arinna: CTH 384.1
hethiter.net, Editionsprojekt Gebete der Hethiter · Angezeigte Fassung TRde 2017-10-29
Gesamte angezeigte deutsche Übersetzung, Paragraphen 1–17 / Kola 1–163 und Anmerkungen 1–79 gelesen. Namensverbindung in § 2, königliche Falldarlegung, Lelwani, Zintuḫi, Mezzulla und Wettergott von Zippalanda verfolgt.
Lesetext mit Ergänzungen und abweichenden Deutungen im Kommentar; keine eigene Zeichenlesung oder unabhängige Bestätigung aller historischen Selbstaussagen Puduḫepas. Die genannte Beziehung ist kein globaler Alias sämtlicher Ḫebat-/Arinna-Zeugnisse. Abgerufen am 2026-10-17.
- Wettergott(heiten). A. Philologisch: § 4 Teššub, S. 82–84
Daniel Schwemer, Reallexikon der Assyriologie 15, Lieferung 2016
§ 4 auf gedruckten S. 82–84 gelesen, einschließlich Kultverbreitung, Götterkreis und Handlungsprofil. Diese drei PDF-Seiten zusätzlich gerendert und betrachtet; Verlags-/Lieferungsangaben im Vorspann gelesen.
Archiviert ist der ganze 604-seitige Band, gelesen hier nur der benannte Ausschnitt und Metadaten. Freilassungslied lediglich als Sekundärhinweis erfasst, nicht als primär erschlossen. Genealogien und Gleichsetzungen bleiben regional und textbezogen. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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