Zwei Göttinnen auf einer Stele

Eine Göttin wird bei einem Anliegen angerufen
Auf der kleinen Met-Stele stehen zwei göttliche Gestalten nebeneinander. Der Katalog identifiziert links Taweret und rechts ausdrücklich „Mut die Große, Herrin von Isheru“. Mut erscheint hier als Kopf über einem kastenartigen Zeichen, das der Met vorsichtig mit dem Mutterschoß verbindet. Ihr Name und Ortsbeiname sind entscheidend: Das Bild ist keine namenlose Illustration der „Göttermutter“.
Das Met datiert die Stele auf ungefähr 1386–1347 v. Chr. und nennt Deir el-Medina als wahrscheinliche Herkunft. Der Katalog deutet sie als Votivgabe eines Mannes, der für eine Frau Hilfe bei Schwangerschaft und Geburt erhoffte. Diese Deutung ist plausibel, aber die unvollständige Inschrift macht daraus keine detailliert rekonstruierte Familiengeschichte. Mut hat hier eine konkrete Rolle als angerufene Macht, nicht nur als Anhängsel Amuns.
Ein anderer Rahmen: Amun, Mut und Chons
Im Rahmen des Großen Harris-Papyrus erscheint Mut nach der BM-Katalogbeschreibung mit Amun(-Re) und Chons als thebanische Gruppe. Die dortige Szene ist an königliche Tempelzuwendungen gebunden und gehört zeitlich und funktional nicht zur kleinen Votivstele. Der BM-Katalog nennt die königliche Darstellung idealisiert. Dass Mut in beiden Zeugnissen vorkommt, zeigt unterschiedliche religiöse Verwendungsweisen, nicht eine einzige fortlaufende Erzählung.
Der Met-Katalog einer viel späteren Chons-Statuette benennt Amun und Mut als Eltern der Kindergestalt. Auch das ist eine kuratorische Einordnung eines konkreten Objekts. Wer Mut kennenlernen will, muss deshalb lokale Anrufung, Gruppenbild und spätere Familienikonografie nebeneinander lesen, ohne sie in eine zeitlose Biografie zu pressen.
Spätere Kinderform im Familienrahmen

Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Mut von Isheru
Met 544499 aus dem Umfeld von Deir el-Medina, etwa 1386–1347 v. Chr.
Thebanische Gruppe
BM-Katalog zum Großen Harris-Papyrus, 20. Dynastie.
Welche Zeit ist gemeint?
- Die Met-Stele mit Mut von Isheru ist auf etwa 1386–1347 v. Chr. datiert.
- Der Harris-Papyrus zeigt Mut in der thebanischen Gruppe der 20. Dynastie.
- Das Met deutet eine spätere Chons-Kinderstatuette im Familienrahmen von Amun und Mut.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Mut als namentlich angerufene ägyptische Göttin von Isheru und Mitglied einer thebanischen Kultgruppe
- Verwendeter Ausschnitt
- Met 47.105.4, ca. 1386–1347 v. Chr., und BM Harris EA9999,2 als getrennte Votiv- und königliche Gruppensituationen.
- Stele mit Taweret und Mut von Isheru, The Met 47.105.4
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1386–1347 v. Chr.
Votivstele mit namentlich identifizierter Mut von Isheru und Taweret; kuratorische Deutung als Bitte um Geburtsschutz; Herkunft wahrscheinlich Deir el-Medina.
Wahrscheinliche Herkunft und Deutung sind keine sichere individuelle Nutzungsgeschichte; fotografische Reproduktion zeigt eine Stele, kein allgemeingültiges Mut-Porträt. Indexnotiz zur kuratorischen Webpassage, API separat archiviert. Abgerufen am 2026-09-30.
- Great Harris Papyrus, Rahmen EA9999,2
The British Museum · 20. Dynastie; BM-Katalog, gelesen 2026-09-30
BM-Katalograhmen mit Amun(-Re), Mut und Chons; kultische Zuwendungen und idealisierende königliche Bilanz.
Nur offizieller indexierter Katalogauszug, kein ganzer Papyrus und keine eigene Hieratisch-Lektüre; Bildrechte nicht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.
- Khonsu, The Met 89.2.525
The Metropolitan Museum of Art · 664–30 v. Chr.
Späte Kinderform mit Mondscheibe und Seitenlocke; Met nennt Amun und Mut als Eltern in der thebanischen Gruppe.
Die späte Statuette ist nicht die ausgesandte Kultfigur aus der Bakhtan-Erzählung; keine Gleichsetzung der Objekte. Indexnotiz zur kuratorischen Webpassage, API separat archiviert. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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