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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Amun-Re: die verbundene Sonnenbenennung

Ein Sanktuar des Neuen Reichs und spätere Kultbilder nennen Amun-Re. Die Verbindung ist historisch greifbar, ihre Entstehung aber nicht aus einer Statuette abzulesen.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Der Name steht in einem Ort

Amun-Re ist nicht lediglich eine moderne Übersetzung von Amun. Das Met beschreibt das zentrale Sanktuar von Hatschepsuts Tempel in Deir el-Bahri als Amun-Re geweiht. Die jährliche Prozession führte die Kultfigur aus Karnak dorthin. So begegnet die verbundene Benennung in einem konkret verorteten Kultzusammenhang des Neuen Reichs, nicht erst auf einer späten Sammlungsplakette.

UCL beschreibt für Theben in derselben Epoche solare Elemente wie Obelisken am Amun-Tempel. Daraus allein lässt sich keine einzelne Gründungsstunde der Verbindung berechnen. Der Tempelkontext zeigt eine Veränderung religiöser Sprache und Bildwelt, deren einzelne Träger wir getrennt betrachten.

Eine sehr kleine spätere Figur

Kleine grünlich patinierte stehende Amun-Re-Figur mit hoher Federkrone vor dunklem Studiountergrund.
Amun-Re-Statuette, The Met 10.130.1300, 664–30 v. Chr., nur 5,6 cm hoch. Sie belegt eine späte Bildbenennung, nicht den Anfang der Verbindung. Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Die Benennung am erhaltenen Bild

Das Met führt 10.130.1300 als Amun-Re. Die aus Metall gefertigte Figur ist nur 5,6 Zentimeter hoch und wird breit auf 664–30 v. Chr. datiert. Ihre hohe Krone bleibt auf dem Foto sichtbar; das kleine Objekt macht eine spätere Bildtradition anschaulich. Sein Etikett darf nicht zur Datierung des ersten Amun-Re-Kults umgedeutet werden.

Der British-Museum-Katalog beschreibt eine andere Amun-Re-Figur aus vergoldetem Silber, bei der zwei Federn und eine Sonnenscheibe die Verbindung mit Re anzeigen. Dort ist die feinere Datierung allerdings selbst Gegenstand einer Kuratorennotiz. Deshalb verwenden wir dieses Bildwerk hier als Vergleich der Bildzeichen, ohne ihm einen festen Anfangspunkt der Verschmelzung zuzuschreiben. Das BM-Foto wird ohne geprüfte Bildlizenz nicht kopiert.

Königliche Gabe im früheren Tempelzusammenhang

Frontal fotografierte große kniende Statue der Hatschepsut aus rötlichem Stein mit Königskopftuch und falschem Bart.
Kniende Hatschepsut, The Met 29.3.1, ca. 1473–1458 v. Chr.; laut Met-Inschrift bietet sie Amun Maat dar. Das Foto zeigt die Herrscherin, nicht Amun. Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Die Triade ist eine andere Frage

Der Harris-Papyrus zeigt nach der BM-Katalogbeschreibung Amun(-Re), Mut und Chons im thebanischen Rahmen. Er legt Tempelzuwendungen und königliche Leistung idealisierend aus. Solche Gruppenbilder erklären Beziehungen im Kult, aber sie verwandeln die drei Gottheiten nicht in eine einzige Person und machen Amun-Re nicht zum Namen jedes Amunsbildes.

Das Profil zu Amun fragt deshalb nach Ortsbezug und eigener Kultgeschichte; diese Seite fragt nach der verbundenen Benennung. Mut und Chons bekommen ebenso eigene Belege. Die beiden Zugänge kreuzen sich an ausgewählten Zeugnissen, nicht an einer behaupteten ewigen Formel.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Amun-Re am königlichen Sanktuar
Met 544449 zum Tempel der Hatschepsut, 15. Jahrhundert v. Chr.

Thebanisches Gruppenbild
BM-Katalog zum Großen Harris-Papyrus, 20. Dynastie; begrenzte indexierte Lektüre.

Spätes Metallbild
Met 570251, 664–30 v. Chr.; nicht als Ursprung der Verbindung gedeutet.

Belegte Beziehungen

  • Thebanischer Amun-Bezug: AmunBelege [1] : Met 544449, Inschrift und Amun-Re-Sanktuar

Welche Zeit ist gemeint?

  • Das Met nennt das zentrale Sanktuar von Hatschepsuts Tempel als Amun-Re gewidmet.
  • Der Harris-Papyrus zeigt Amun(-Re) im thebanischen Bildrahmen der 20. Dynastie.
  • BM EA60006 wird katalogisiert, aber seine feinere Datierung im Kommentar bestritten.
  • Met 570251 ist eine Amun-Re-Statuette aus der Spätzeit bis ptolemäischen Zeit.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Amun-Re als historisch verbundene ägyptische Gottesbenennung, nicht bloß Suchalias
Verwendeter Ausschnitt
Met 544449 mit Amun-Re-Sanktuar, BM Harris EA9999,2 und BM EA60006 sowie Met 570251 als voneinander getrennte Benennungs- und Bildbelege.
  1. The Met 29.3.1: große kniende Statue der Hatschepsut

    The Metropolitan Museum of Art · Neues Reich, etwa 1473–1458 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Katalogbeschreibung der Inschrift, nach der Hatschepsut Amun Maat darbietet, als Ordnung, Wahrheit oder Gerechtigkeit erläutert; Datierung, Objektidentität und Public-Domain-Foto.

    Königliche Opferform und moderne Übersetzung des Begriffs sind nicht das Bildmotiv der späteren Herzwaage; keine eigene Inschriftenübersetzung oder Behauptung, das Foto zeige die Inschrift lesbar. Abgerufen am 2026-09-30.

  2. Great Harris Papyrus, Rahmen EA9999,2

    The British Museum · 20. Dynastie; BM-Katalog, gelesen 2026-09-30

    BM-Katalograhmen mit Amun(-Re), Mut und Chons; kultische Zuwendungen und idealisierende königliche Bilanz.

    Nur offizieller indexierter Katalogauszug, kein ganzer Papyrus und keine eigene Hieratisch-Lektüre; Bildrechte nicht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. Vergoldete Silberfigur des Amun-Re, BM EA60006

    The British Museum · Katalog: 26. Dynastie; Datierungsdiskussion im Kommentar

    Zweifederkrone und Sonnenscheibe als Amun-Re-Bildzeichen; kuratorischer Datierungsstreit im Katalog.

    Nur offizieller indexierter Katalogauszug; Datierung nicht endgültig und BM-Bild nicht zum Nachhosten freigegeben. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Amun-Re, The Met 10.130.1300

    The Metropolitan Museum of Art · 664–30 v. Chr.

    Kleine spätere Amun-Re-Statuette; Objektidentität, Datierung und Public-Domain-Status.

    Met benennt die Darstellung, aber das Objekt allein beweist weder den Zeitpunkt der ersten Verbindung noch einen bestimmten Kultort. Abgerufen am 2026-09-30.

  5. Thebes: background information

    University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30

    Thebens wechselnde politische und religiöse Stellung; Amun-Tempel des Neuen Reichs und solare Elemente wie Obelisken.

    Offizielle Webdarstellung gelesen, Direktabruf 403; Indexnotiz statt Bytearchiv. Datierungen sind Überblickswerte. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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