Eine Insel an der Nilgrenze
Elephantine liegt gegenüber dem heutigen Aswan. UCL beschreibt dort einen frühen Satet-Tempel und daneben einen Tempel Chnums. In antiken ägyptischen Schriftquellen wurde die Region auch mit einer verborgenen Höhle als Ursprung der jährlichen Nilflut verbunden. Diese Ortsvorstellung ist nicht dasselbe wie eine moderne Erklärung der Nilhydrologie.
Auf der Paarstatue des Amenemhat und der Ahmose-Baketamun aus der Zeit Thutmosis’ III. wird Chnum in der Inschrift als Gott des ersten Katarakts angerufen. Die Statue stellt zwei Menschen dar, nicht Chnum. Ihre vermutete Herkunft aus Elephantine bleibt im Met-Katalog ausdrücklich wahrscheinlich.
Der Schöpfer an der Töpferscheibe – ein bestimmtes Relief
Ein Granodioritrelief im Rijksmuseum van Oudheden aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zeigt den widderköpfigen Chnum an einer Töpferscheibe. Sein Fuß treibt sie an; ein Tonklumpen liegt bereit. Das Museum lässt offen, was aus ihm werden soll. Das Stück stammt aus der Gegend von Tell el-Daba im Nildelta und war Teil einer kleinen Tempelkapelle. Es ist kein Bildfund aus Elephantine.
Ein viel älterer Türsturz aus Lisht zeigt dagegen nur den erhaltenen hinteren Teil einer widderköpfigen Gestalt. Horn und Beischrift erlauben dem Met die Identifikation als Chnum. Daneben steht Horus im Königsbild. Diese Szene zeigt weder die Scheibe noch ein fertig geformtes Wesen; sie erschließt einen anderen Zusammenhang von Gottheit und König.
Am Königstürsturz: Chnum nur am linken Rand erhalten

Vier Köpfe, eine bedingte Identifikation
Ein elf Zentimeter hohes Fayenceamulett aus späterer Zeit besitzt vier Widderköpfe, die in verschiedene Richtungen weisen. Das Met nennt Chnum als wahrscheinliche, nicht sichere Identifikation. Es grenzt den ebenfalls vierköpfigen Banebdjedet über eine andere Kopfstellung ab. Von vorn sind auf unserem Foto nicht alle vier Ansichten gleichzeitig sichtbar.
Die drei Objekte bezeugen keine lineare Entwicklung von der Töpferscheibe zum Königsrelief zum Amulett: Sie liegen an unterschiedlichen Orten, stammen aus verschiedenen Zeiten und hatten verschiedene Aufgaben. Chnums Bild ist deshalb nur mit seinem konkreten Träger und der Stärke der Zuschreibung zu verstehen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Erster Katarakt
Elephantine und Met 12.213.
Töpferscheibe
Granodioritrelief aus der Tell-el-Daba-Gegend.
Bedingtes Vierkopf-Bild
The Met 26.7.889, wahrscheinlich Chnum.
Welche Zeit ist gemeint?
- Der Türsturz aus Lisht wird auf ca. 1981–1952 v. Chr. datiert.
- Das Töpferscheibenrelief aus der Tell-el-Daba-Gegend gehört ins 4. Jahrhundert v. Chr.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Ägyptische Orts-, Tempel- und Objektzeugnisse zu Chnum
- Verwendeter Ausschnitt
- UCL Aswan/Elephantine; The Met 12.213, 08.200.6 und 26.7.889; Rijksmuseum van Oudheden, Chnum-Relief.
- Aswan (Egyptian swnt/Greek Syene) – Elephantine (Egyptian Abw)
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
Elephantine liegt auf einer Insel gegenüber dem heutigen Aswan; UCL beschreibt eine Befestigung der Ersten Dynastie. Ausgrabungen seit 1970 erschlossen einen kleinen Satet-Tempel, dessen Entwicklung UCL bis in ptolemäische Zeit verfolgt; der Chnum-Tempel liegt daneben. UCL nennt antike Vorstellungen einer verborgenen Höhle in der Region als Ursprung der jährlichen Nilflut.
Indexnotiz der Weblektüre. Kurze UCL-Ortsübersicht, kein Grabungsbericht und keine vollständige Tempelchronologie; kein Bildnutzungsrecht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.
- Pair Statue of Amenemhat and Ahmose-Baketamun, 12.213
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1479–1425 v. Chr.
Die Statue zeigt den Mann Amenemhat und seine Frau Ahmose-Baketamun, nicht die drei Gottheiten. Die Inschrift ruft Chnum vom ersten Katarakt, Anuket vom südlichen Ende und Satet als Herrin von Elephantine und Tochter Chnums an. Die Herkunft aus dem südlichen Oberägypten/Elephantine ist im Objektkatalog nur wahrscheinlich.
Indexnotiz der Weblektüre. Met-Katalogbeschreibung statt eigener Inschriftenübersetzung; die Ortszuweisung bleibt wahrscheinlich. Abgerufen am 2026-09-30.
- Khnum, Egyptian creator god
Rijksmuseum van Oudheden, Leiden · 4. Jahrhundert v. Chr.
Das Museum beschreibt ein 32 Zentimeter hohes Granodiorit-Relief, einst Teil einer kleinen steinernen Tempelkapelle. Der widderköpfige Chnum sitzt an einer mit dem Fuß gedrehten Töpferscheibe; ein Tonklumpen liegt darauf, die Gestaltung ist noch nicht begonnen. Das Museum verortet das Stück in der Gegend von Tell el-Daba im Nildelta, nicht bei Elephantine, und lässt offen, was aus dem Ton entstehen sollte.
Indexnotiz der Weblektüre. Kataloginterpretation eines konkreten Reliefs, kein Beweis für ein überall gleiches Schöpfungsbild; Bildnutzungsrecht für lokales Hosting nicht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.
- Lintel depicting Horus offering an ankh sign to the Horus name of King Amenemhat I, 08.200.6
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1981–1952 v. Chr.
Das bemalte Kalksteinfragment wurde wiederverwendet in der Fundamentierung des Totentempels Amenemhats I. bei Lisht gefunden. Nur der hintere Teil einer widderköpfigen Gottheit ist erhalten; Met identifiziert sie anhand Horn und Beischrift als Chnum. Die Met-Übersetzung der Schutzformel markiert ein Wort ausdrücklich als unsicher.
Indexnotiz der Weblektüre. Fragment und kuratorische Übersetzung; kein Beleg für eine Töpferscheibe und kein Fund aus Elephantine. Abgerufen am 2026-09-30.
- God with four ram heads facing in four directions, probably Khnum, 26.7.889
The Metropolitan Museum of Art · 664–30 v. Chr.
Das elf Zentimeter hohe Fayenceobjekt zeigt vier Widderköpfe in vier Richtungen und eine Atef-Krone. Met ordnet es Chnum ausdrücklich nur wahrscheinlich zu und vergleicht Banebdjedet, dessen vier Köpfe anders ausgerichtet sein können.
Indexnotiz der Weblektüre. Wahrscheinliche Identifikation; kein gesicherter Chnum-Beleg und keine Fundortbindung an Elephantine. Abgerufen am 2026-09-30.
- Stela EA267
The British Museum · 19. Dynastie
Der Katalog führt Chnum, Satet und Anuket jeweils als in der Inschrift genannt und dargestellt. Elephantine und Seheil erscheinen als in der Inschrift genannte Orte. Die Kalksteinstele stammt aus Deir el-Medina bei Theben und ist 55 Zentimeter hoch.
Indexnotiz der Weblektüre. Nur indexierte Katalogfelder waren zugänglich; keine eigene Inschriftenlesung. Das Objekt ist kein Elephantine-Fund, und Bildrechte sind ungeprüft. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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