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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Anuket: südlicher Katarakt und Zeugnisse aus Theben

Eine Inschrift bindet Anuket an das südliche Ende des ersten Katarakts. Eine Stele und eine Vorzeichnung für eine Weihstele stammen dagegen aus Deir el-Medina. Diese Ortswechsel erklären mehr als ein erfundenes Standardbild der Göttin.

2–3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Name am südlichen Ende des Katarakts

Auf einer Paarstatue aus der Zeit Thutmosis’ III. wird Anuket laut Met als Göttin des südlichen Endes des ersten Katarakts angerufen. Dieselbe Inschrift nennt Chnum vom Katarakt und Satet als Herrin von Elephantine. Die Statue zeigt Amenemhat und Ahmose-Baketamun, keine Darstellung Anukets; ihre Herkunft von Elephantine ist nur wahrscheinlich.

Elephantine liegt auf einer Nilinsel gegenüber Aswan, nahe dem alten Grenzraum nach Süden. Der konkrete Ortsbezug der Inschrift ist aussagekräftiger als eine pauschale Aussage, Anuket sei überall und zu jeder Zeit dieselbe „Nilgöttin“ gewesen. Aus der gemeinsamen Anrufung folgt auch keine für alle Zeiten feste Familienrolle.

Eine Weihzeichnung aus einem anderen Ort

Ein Kalksteinostrakon des British Museum aus der Mitte der 20. Dynastie wurde in Deir el-Medina bei Theben gefunden. Der Katalog beschreibt auf der Vorderseite eine Skizze für eine Anuket gewidmete Stele des stellvertretenden Vorarbeiters Hay. Die Rückseite trägt vier Hieroglyphenzeilen zur Familie des Stifters. Das ist ein benannter Weihkontext einer konkreten Person, kein Fund aus Elephantine.

Das Ostrakon ist für die Bildfrage besonders wichtig, weil der Katalog Anuket ausdrücklich als dargestellt erfasst. Ohne geprüfte Bildlizenz und eigene Bildsicht behaupten wir jedoch keine Einzelheiten ihrer Kleidung oder Kopfbedeckung. Ein katalogisiertes Gottesbild ist nicht automatisch ein zeitlos gültiger ikonografischer Typ.

Die gemeinsame Stele – und die Grenze des Vergleichs

Auf der Stele EA267 der 19. Dynastie nennt das British Museum Anuket, Satet und Chnum als in Inschrift und Bild vertreten. Es nennt auch Elephantine und Seheil als Orte in der Inschrift. Gefunden wurde die Stele dennoch in Deir el-Medina. Ein genannter Ort und ein Fundort sind verschiedene Angaben.

Die beschädigte Met-Paarstatue macht den Namen Anuket über eine kuratorisch erschlossene Inschrift zugänglich; ihr Foto zeigt kein Anuket-Porträt. Zusammen lassen diese Objekte eine regionale Verbindung und Weihpraxis erkennen. Eine vollständige Bildgeschichte oder eine eigene Übersetzung ihrer Texte ist aus den hier gelesenen Katalogfeldern nicht ableitbar.

Die Paarstatue nennt Anuket, zeigt sie aber nicht

Stark beschädigte Doppelstatue eines menschlichen Paars; Köpfe und Oberkörper fehlen, zwischen den Beinen stehen Inschriftenkolumnen.
Amenemhat und Ahmose-Baketamun, The Met 12.213, ca. 1479–1425 v. Chr. Die Inschrift nennt Chnum, Satet und Anuket; die Statue zeigt Menschen, keine Götterbilder. Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Südliches Kataraktende
Met 12.213, Inschriftenbeschreibung.

Weihzeichnung
British Museum EA8494, Deir el-Medina.

Gemeinsame Stele
British Museum EA267, Deir el-Medina.

Welche Zeit ist gemeint?

  • Die Paarstatue mit Anukets Anrufung wird auf ca. 1479–1425 v. Chr. datiert.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ägyptische Inschriften- und Objektzeugnisse zu Anuket/Anuqet
Verwendeter Ausschnitt
The Met 12.213; British Museum EA267 und EA8494; UCL Aswan/Elephantine als Ortsrahmen.
  1. Pair Statue of Amenemhat and Ahmose-Baketamun, 12.213

    The Metropolitan Museum of Art · ca. 1479–1425 v. Chr.

    Die Statue zeigt den Mann Amenemhat und seine Frau Ahmose-Baketamun, nicht die drei Gottheiten. Die Inschrift ruft Chnum vom ersten Katarakt, Anuket vom südlichen Ende und Satet als Herrin von Elephantine und Tochter Chnums an. Die Herkunft aus dem südlichen Oberägypten/Elephantine ist im Objektkatalog nur wahrscheinlich.

    Indexnotiz der Weblektüre. Met-Katalogbeschreibung statt eigener Inschriftenübersetzung; die Ortszuweisung bleibt wahrscheinlich. Abgerufen am 2026-09-30.

  2. Stela EA267

    The British Museum · 19. Dynastie

    Der Katalog führt Chnum, Satet und Anuket jeweils als in der Inschrift genannt und dargestellt. Elephantine und Seheil erscheinen als in der Inschrift genannte Orte. Die Kalksteinstele stammt aus Deir el-Medina bei Theben und ist 55 Zentimeter hoch.

    Indexnotiz der Weblektüre. Nur indexierte Katalogfelder waren zugänglich; keine eigene Inschriftenlesung. Das Objekt ist kein Elephantine-Fund, und Bildrechte sind ungeprüft. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. Ostracon EA8494

    The British Museum · Mitte der 20. Dynastie

    Der Katalog beschreibt auf der Vorderseite eine Skizze zu einer Anuket geweihten Stele des stellvertretenden Vorarbeiters Hay. Die Rückseite enthält laut Katalog vier Hieroglyphenzeilen zur Abstammung des Stifters. Fundort ist Deir el-Medina bei Theben, nicht Elephantine.

    Indexnotiz der Weblektüre. Nur indexierte Katalogfelder waren zugänglich; keine eigene Text- oder Bildlektüre und keine geprüften Bildrechte. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Aswan (Egyptian swnt/Greek Syene) – Elephantine (Egyptian Abw)

    University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30

    Elephantine liegt auf einer Insel gegenüber dem heutigen Aswan; UCL beschreibt eine Befestigung der Ersten Dynastie. Ausgrabungen seit 1970 erschlossen einen kleinen Satet-Tempel, dessen Entwicklung UCL bis in ptolemäische Zeit verfolgt; der Chnum-Tempel liegt daneben. UCL nennt antike Vorstellungen einer verborgenen Höhle in der Region als Ursprung der jährlichen Nilflut.

    Indexnotiz der Weblektüre. Kurze UCL-Ortsübersicht, kein Grabungsbericht und keine vollständige Tempelchronologie; kein Bildnutzungsrecht geprüft. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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