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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Bellerophon: Erfolg, Pferdehilfe und verschiedene Enden

Bellerophon überlebt tödliche Aufgaben und gewinnt Anerkennung. Die Ilias berichtet später von Einsamkeit; Pindar erzählt anderswo eine Himmelsgrenze. Pegasos tritt nicht in jeder Fassung auf.

6–7 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Glaukos erzählt von seinem Ahnen

In der Ilias fragt Diomedes den Glaukos nach seiner Herkunft. Dieser antwortet mit einem Vergleich menschlicher Generationen und fallender, neu wachsender Blätter und erzählt dann seine Familie. Darin steht Bellerophon als Sohn eines früheren Glaukos, selbst Sohn des Sisyphos. Der sprechende Krieger heißt ebenfalls Glaukos, ist aber der Sohn des Hippolochos. Der gleiche Name bezeichnet innerhalb dieser Rede nicht einfach dieselbe Person.

Proitos’ Frau Anteia begehrt Bellerophon. Als er sie zurückweist, kehrt sie die Anschuldigung um und fordert seinen Tod. Proitos sendet ihn mit tödlichen Zeichen auf einer gefalteten Tafel zu ihrem Vater nach Lykien. Dort wird er neun Tage bewirtet; am zehnten Tag liest der König die Nachricht. Eine Familienrede führt so in eine Geschichte von Gastlichkeit, falscher Beschuldigung und gefährlichen Aufträgen.

Aufgaben und Anerkennung in der Ilias

Der lykische König schickt Bellerophon gegen die Chimaira: vorn Löwe, hinten Schlange, in der Mitte Ziege, mit gewaltigem Feuer. Er überlebt unter göttlichen Zeichen. Danach kämpft er gegen Solymer und Amazonen und tötet die Männer eines für seine Rückkehr gelegten Hinterhalts. In diesem Iliasfenster wird Pegasos nicht genannt; die genaue Kampfbewegung aus einem späteren Pferdebild darf sie deshalb nicht ersetzen.

Der König erkennt Bellerophons besondere Herkunft an, behält ihn bei sich, gibt ihm seine Tochter und die Hälfte der königlichen Ehre. Die Lykier schenken gutes Land. Später ist Bellerophon jedoch bei allen Göttern verhasst, wandert allein über die Aleische Ebene und meidet die Wege anderer Menschen. Der Text nennt an dieser Stelle keinen Himmelsflug als Grund. Auch der Tod zweier Kinder gehört zur erzählten Familienfolge, ohne daraus eine moderne Diagnose seiner Einsamkeit abzuleiten.

Die Bibliotheke nennt Pegasos ausdrücklich

Die Bibliotheke beginnt mit einer unbeabsichtigten Brudertötung, für deren Opfer sie verschiedene Namen überliefert. Bellerophon kommt zur Reinigung zu Proitos. Dessen Frau heißt hier Stheneboia. Es folgen die zurückgewiesene Werbung und ein Brief an Iobates mit dem Auftrag, Bellerophon zu töten. Die benannten Figuren und der Einstieg unterscheiden sich damit von der knapperen Ahnenrede.

Gegen die Chimaira besteigt Bellerophon den geflügelten Pegasos, den Text zufolge ein Kind Medusas und Poseidons. Er steigt hoch und schießt das Ungeheuer von oben nieder. Nach weiteren Aufgaben und dem Hinterhalt bewundert Iobates ihn, zeigt ihm den Brief und gibt ihm seine Tochter Philonoe. Bei seinem Tod hinterlässt er ihm das Reich. Das ist eine andere Form der Herrschaftsgabe als die in der Ilias genannte halbe königliche Ehre. Eine abschließende Absturzgeschichte erzählt dieses Bibliotheke-Fenster nicht.

Ein goldener Zaum macht Hilfe möglich

In Pindars dreizehnter Olympischer Ode gelingt die Verbindung mit Pegasos nicht von selbst. Bellerophon müht sich um das Pferd an Peirenes Quelle, bis Athene im Traum erscheint und einen goldenen Zaum hinterlässt. Nach dem Erwachen findet er ihn wirklich. Ein Seher erklärt die Forderung nach einem Opfer für Poseidon und einem Altar für Athene.

Mit dem Zaum gewinnt Bellerophon das geflügelte Pferd und vollbringt seine Kämpfe. Göttliche Hilfe ist hier ein konkretes Werkzeug mit einem zugehörigen Handlungsauftrag. Der Dichter erklärt anschließend, über Bellerophons Ende schweigen zu wollen; Pegasos habe dagegen einen Platz in Zeus’ Stall gefunden. Das ausdrücklich verschwiegene Ende lässt sich nicht als bereits erzählter Sturz lesen.

Eine andere Ode setzt die Himmelsgrenze

Die Ode für Strepsiades stellt den Sieg eines Athleten, den Tod seines gleichnamigen Onkels im Krieg und menschliche Lebensgrenzen nebeneinander. Darin wird Bellerophon zum Beispiel eines unerreichbaren Ziels: Er will in die himmlische Gesellschaft des Zeus gelangen, und Pegasos wirft ihn ab. Diese Stelle bietet ein anderes Ende als die bisherige Kampf- und Erfolgsgeschichte.

Die hier benutzte Myers-Ausgabe überschreibt das Strepsiadeslied als sechste Isthmische Ode. Der Nachweis benennt deshalb neben dieser Ausgabe den besungenen Sieger. Aus der kurzen Abwurfszene werden weder eine von Zeus geschickte Bremse noch bestimmte Verletzungen ergänzt. Ebenso wenig beweist sie, dass genau dieser Vorgang der ungenannte Grund für Bellerophons Einsamkeit in der Ilias sei. Die Texte lassen sich vergleichen, ohne ihre Lücken gegenseitig unsichtbar aufzufüllen.

Bellerophon und Pegasos auf einer Amphora

Auf einer hohen antiken Amphora fliegt der geflügelte Pegasos mit Bellerophon über einer verwundeten Chimaira.
Bellerophon auf Pegasos über der Chimaira; campanische rotfigurige Amphora, dem Ixion-Maler zugeschrieben, um 330–310 v. Chr. The Met 06.1021.240, Public Domain / CC0. Das Bild zeigt den späteren Kampf, nicht Pegasos' Geburt aus Medusa. Bildnachweis Bildlizenz

Das Bild ist eine eigene Fassung

Die campanische Amphora im Met zeigt den Reiter auf dem geflügelten Pferd über der Chimaira. Sie wird dem Ixion-Maler zugeschrieben und in die Zeit um 330–310 v. Chr. eingeordnet. Das Gefäß bewahrt damit einen tatsächlichen antiken Bildzugang zu der Verbindung, die die Bibliotheke ausdrücklich erzählt.

Das Bild ist keine Aufnahme einer geschehenen Begegnung und keine Bildunterschrift zur gelesenen Iliaspassage. Seine Anordnung verbindet Pferd, Reiter und Ungeheuer sichtbar; aus ihr folgen nicht automatisch alle Einzelheiten eines bestimmten Textes. Die Vergrößerung lässt die kleine Kampfszene im ganzen Gefäß betrachten, und der Katalognachweis führt zum konkreten Objekt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Glaukos erzählt von seinem Ahnen
Ilias 6, 144–190; Bibliotheke 1.9.3

Aufgaben und Anerkennung in der Ilias
Ilias 6, 171–211

Die Bibliotheke nennt Pegasos ausdrücklich
Bibliotheke 2.3.1–2

Ein goldener Zaum macht Hilfe möglich
Olympische Ode 13: Bellerophonabschnitt bis Zeus’ Stall

Eine andere Ode setzt die Himmelsgrenze
Strepsiadesode: Schluss; bei Myers Isthmische VI

Das Bild ist eine eigene Fassung
Met 06.1021.240, Objekt 247403: Katalog und vorhandener Bildnachweis; Ilias 6, 171–190

Belegte Beziehungen

  • Enkel des Sisyphos: SisyphosBelege [2] : Bibliotheke 1.9.3; Glaukos als Zwischenglied.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1921; Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Bellerophons Aufgaben und Pegasos

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1921; Bibliotheke 2.3.1–2 vollständig, vor 2.4.1; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Homerische Ilias

Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.

Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Ilias: Glaukos erzählt Bellerophons Erfolg und Einsamkeit

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

Historische englische Übersetzung; Ilias 6,144–211 vollständig: Absätze 144,156,171,191 bis vor212. Übersetzerangabe gelesen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pindar: dreizehnte Olympische Ode

Begrenzter Bellerophonabschnitt mit goldenem Zaum und ausdrücklich ausgespartem Ende; kein vollständiger Pindarkorpus.

Antikes Siegeslied für Xenophon; hier keine eigene genaue Datierungsprüfung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pindar: goldener Zaum und ein verschwiegener Ausgang

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1904; erste Ausgabe 1874; Olympische Ode 13: zusammenhängender englischer Abschnitt von I with your fleet sailing a privateer bis in the ancient stalls of Zeus vollständig; Titel Xenophon/Korinth zusätzlich gelesen. Nicht ganze Ode 13 oder ihre Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pindar: Isthmisches Siegeslied für Strepsiades

Titelgebundene Werkidentität: Strepsiadeslied, bei Myers als Isthmische VI nummeriert; keine Vereinheitlichung abweichender Editionszählungen.

Antikes Siegeslied; die Datierungsvermutungen des englischen Vorspanns bleiben Vermutungen.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pindar: Strepsiadeslied und Bellerophons Himmelsgrenze

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1904; erste Ausgabe 1874; Strepsiadesode vollständig einschließlich Vorspann/Fußnoten 1–4, bei Myers als Isthmische Ode VI überschrieben; endet vor VII/FOR KLEANDROS. Die Nummerierung gilt für diese Ausgabe; andere Ausgaben können abweichen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte griechische Textfassungen.
Verwendeter Ausschnitt
Ilias 6, 144–211; Bibliotheke 2.3.1–2, zwei Pindarstellen und ein eigenständiges Gefäßbild.
  1. Ilias: Glaukos erzählt Bellerophons Erfolg und Einsamkeit

    Homer; A. T. Murray · Historische englische Übersetzung

    Ilias 6,144–211 vollständig: Absätze 144, 156, 171 und 191 bis vor 212. Übersetzerangabe gelesen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis

    Pseudo-Apollodor; J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Die verlinkten Übersetzeranmerkungen sind nicht Teil dieses Nachweises. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Bibliotheke: Bellerophons Aufgaben und Pegasos

    Pseudo-Apollodor; J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke 2.3.1–2 vollständig, vor 2.4.1; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Die verlinkten Übersetzeranmerkungen sind nicht Teil dieses Nachweises. Abgerufen am 2026-10-01.

  4. Pindar: goldener Zaum und ein verschwiegener Ausgang

    Pindar; Ernest Myers · 1904; erste Ausgabe 1874

    Olympische Ode 13: zusammenhängender englischer Abschnitt von I with your fleet sailing a privateer bis in the ancient stalls of Zeus vollständig; Titel Xenophon/Korinth zusätzlich gelesen. Nicht ganze Ode 13 oder ihre Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  5. Pindar: Strepsiadeslied und Bellerophons Himmelsgrenze

    Pindar; Ernest Myers · 1904; erste Ausgabe 1874

    Strepsiadesode vollständig einschließlich Vorspann/Fußnoten 1–4, bei Myers als Isthmische Ode VI überschrieben; endet vor VII/FOR KLEANDROS. Die Nummerierung gilt für diese Ausgabe; andere Ausgaben können abweichen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Das Lied wird zusätzlich über den Namen Strepsiades bezeichnet, damit unterschiedliche Nummerierungen nicht verwechselt werden. Abgerufen am 2026-10-01.

  6. Terracotta bail-amphora (jar), Met 06.1021.240

    The Metropolitan Museum of Art; zugeschrieben dem Ixion-Maler · Campanische Amphora ca. 330–310 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Objekt 247403: Zuschreibung, Datierung, Material, Inventarnummer, Vorderseite mit Bellerophon/Pegasos und Chimaira sowie Public-Domain-Status auf der offiziellen Objektseite und im Met-API-Datensatz geprüft.

    Das historische Gefäß zeigt den späteren Bellerophon-Kampf, nicht Pegasos' Geburt aus Medusa. Die Ikonografie darf nicht als lückenlose historische Bildfolge ausgegeben werden. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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