Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Bathala: Badhala im kolonialen Bericht

Was belegt ein Missionsbericht über einen verehrten Namen, und was trägt der Berichterstatter selbst hinein?

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Die Quellen nebeneinander lesen

Zwei Quellenfelder unterscheiden Badhala und Tala im englisch vermittelten Plasencia-Bericht von den ausgearbeiteten Rollen in Jocanos Zusammenstellung von 1968.
Eigene Vergleichsgrafik zu zwei Textzugängen: Badhala und Tala im englisch vermittelten Bericht von 1589 sowie Rollen und Beziehungen bei Jocano 1968. Der Namensbeleg und die spätere Ausgestaltung bleiben getrennt. Die Grafik rekonstruiert keine unveränderte alte Götterfamilie. Grafik vergrößern Textgrundlage

Zwei Angaben zur Familie im Text von 1968

Die erste Gruppe zeigt Bathala und eine unbenannte sterbliche Frau als Eltern von Mayari,Hana,Tala. Die zweite zeigt Anagolay und Dumakulem als Eltern von Apolaki und Dian Masalanta. Die Angaben gelten für den benannten Text.
Eigene Lesegrafik zu zwei Familienausschnitten bei Jocano 1968. Gemeinsame Elternlinien führen jeweils zu den Kindern. Eine unbenannte sterbliche Frau bleibt unbenannt. Die Angaben gelten für diesen Text, nicht als unabhängig überprüfter Stammbaum sämtlicher Tagalog-Traditionen; die Datenprovenienz jeder einzelnen Familienangabe ist weiterhin begrenzt. Grafik vergrößern Textgrundlage

Eine konkrete Namensstelle

Die gelesene englische Plasencia-Fassung nennt Badhala und beschreibt den Titel sinngemäß als allmächtig oder als Schöpfer aller Dinge. Das Profil dokumentiert zunächst diese Namensform und diesen Bericht. Die im Auftrag verwendete Form Bathala wird damit nicht ungeprüft zur Schreibweise jedes erhaltenen Texts.

Der Blick des Berichts

Der Bericht spricht über religiöse Praktiken mit christlichen Wertungen. Die Bezeichnungen für Götzen und Teufel sind Aussagen des Missionsberichts, keine neutralen Namen einer heutigen Gemeinschaft. Auch die englische Übersetzung ist ein Vermittlungsschritt; das spanische Manuskript wurde hier nicht unabhängig kollationiert.

Kein Stammbaum aus einer Namensliste

In derselben Passage stehen Sonnen-, Mond- und Sternbezüge neben anderen benannten Verehrungsformen. Daraus folgt keine vollständige Familienordnung der Figuren. Das benachbarte Tala-Profil zeigt konkret, weshalb ein Sternname und eine später ausgearbeitete Götterfigur unterschiedliche Nachweise brauchen.

Ein benannter späterer Vergleich

Jocanos Aufsatz von 1968 stellt Bathala mit einer ausgearbeiteten Ordnung weiterer Gottheiten dar. Der ältere Bericht und diese Zusammenstellung werden nebeneinander geführt. Die späteren Kinder- und Hofbeziehungen sind Angaben des benannten Texts, keine von uns bewiesene frühe Urfassung.

Nachlesen: [2] S. 169–171

Die Figur in ihren Quellen

Bathala

Im englischen Plasencia-Leseweg verehrter Name mit zugeschriebener Titeldeutung; keine globale Gleichsetzung sämtlicher Bathala-Formen.

Benannte Fassung
Band VII,S. 177–178

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Customs of the Tagalogs: Plasencias zwei Relationen

Kolonialer Missionsbericht mit ausgewählten Namens- und Verehrungspassagen. Berichtete Inhalte und christliche Autorwertungen bleiben unterscheidbar.

Der englische Band ordnet den Bericht dem Jahr 1589 zu. Hier nur ausgewählte Namenspassagen, keine Datierung jedes geschilderten Brauchs.

Sprache: Spanischer Bericht; hier historische englische Übersetzung

Benutzte Ausgabe

Blair/Robertson Band VII: englischer und digitaler Leseweg

HTML-Fassung mit ausgewählten Passagen S. 177–178 im Berichtskontext. Keine eigene Kollation des spanischen Originals oder Volllektüre aller Dokumente des Bandes.

The Philippine Islands 1493–1898, Band VII: 1588–1591. Editorenvorwort September 1903; Gutenberg-Veröffentlichung 11. Oktober 2004.

Sprache: Englische historische Vermittlung

Moderne Zusammenstellung

Jocanos Tagalog-Zusammenstellung: benannter Text von 1968

Benannter Textzugang mit getrennten Fragen nach Herkunft, Ausgabe und Vermittlung; keine Vollkollation aller referierten Originale.

Publizierter Text von 1968; kein einheitliches Datum aller zusammengestellten Erzählstoffe.

Sprache: Englische ethnohistorische Zusammenstellung

Benutzte Zusammenstellung

Jocano 1968: benannter Tagalog-Abschnitt

Gelesener Abschnitt, keine unabhängig kollationierte Originaledition. Datenprovenienz und Namensgleichsetzungen bleiben an die jeweilige Stelle gebunden.

Jocano 1968: Tagalog-Abschnitt S. 169–171; die getrennte Zambales-Zuordnung steht auf S. 173–174. Keine Datierung eines einheitlichen Urtexts.

Sprache: Englische ethnohistorische Zusammenstellung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Tagalog-Namens-/Religionsbericht als kolonialer Vermittlungszugang
Verwendeter Ausschnitt
Ausgewählte Plasencia-Passagen über die englische Sammlung 1903/digitale Fassung 2004; spätere Rekonstruktionen werden nicht zurückprojiziert.
  1. Plasencias Tagalog-Bericht von 1589 in Blair/Robertsons englischer Vermittlung

    Juan de Plasencia; Emma Helen Blair und James Alexander Robertson, Herausgeber der englischen Sammlung

    Archivierte HTML-Fassung: Titel und Herausgebende, Gutenberg-Veröffentlichung von 2004 sowie Editorenvorwort September 1903 geprüft. Das Inhaltsverzeichnis ordnet beide Plasencia-Relationen dem Jahr 1589 zu. Ausgewählte gedruckte S. 176–182 gelesen, besonders Badhala/Tala auf S. 177–178 und Missionssprache auf S. 179–181. Keine Gesamtlektüre des Bandes oder des spanischen Manuskripts.

    Historische englische Übersetzung, keine unabhängig kollationierte spanische Handschrift oder heutige Tagalog-Selbstbeschreibung. Wörter wie idols, heathens und devil gehören zum christlich-kolonialen Blick. Die Passage belegt Tala als Morgenstern, keine weibliche Tochterrolle. Spätere Namens- und Mythenfassungen benötigen eigene Nachweise. Die ausgewählten Seiten werden nicht als vollständiger Ritual- oder Geisterkatalog erschlossen. Abgerufen am 2026-10-10.

  2. Notes on Philippine Divinities (1968): Tagalog-Namen und getrennte Zambales-Zuordnung

    F. Landa Jocano

    Gedruckte S. 169–175 (PDF 1–7) vollständig textuell gelesen; S. 169, 171 und 173 als Seitenbilder gesehen. Schwerpunkt: Tagalog-Namen und Genealogie S. 169–171, Vergleich Malayari/Zambales S. 173–174. Die Einleitung beschreibt heterogene Dokumente, Forschung und Feldbeobachtungen als Grundlagen der Zusammenstellung.

    14 PDF-Seiten archiviert, nicht vollständig gelesen. Für die einzelnen Namens- und Familienangaben auf S. 171 fehlt eine jeweils nachvollziehbare Aufzeichnungsprovenienz. Sie werden weder als sicherer früher Originaltext noch als heutige Gesamtbeschreibung ausgegeben. Moderne Zusammenstellungen sind keine unmittelbaren Belege antiker Praxis. Malayari steht in einem getrennten Zambales-Abschnitt und ist kein unabhängiger Mayari-Aliasnachweis. Medizinische, rituelle, Herkunfts- und Charakterpauschalisierungen sowie umstrittene Referenzen werden nicht ungeprüft übernommen. Abgerufen am 2026-10-10.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-21. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.