Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Nareau und der Raum, den viele öffnen

In einer auf Beru aufgezeichneten Fassung reicht ein einzelner Befehl nicht. Riiki, weitere Helfer und vier Frauen schaffen und sichern den Raum zwischen Himmel und Erde.

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Vier gemalte Frauen halten mit erhobenen Händen eine niedrige Himmelsdecke. Ihre Füße verzweigen sich zu Wurzeln im dunklen Boden; Wasser liegt zwischen den vier Standorten.
Freie heutige KI-Illustration zur Beru-Probe in Grimble 1922, S94: Nach dem Heben übernehmen die vier Make-Frauen die Himmelsecken; ihre Füße verwurzeln sich. Gewählt ist das bleibende Halten, nicht der frühere gemeinschaftliche Hebevorgang. Körper, Kleidung, Farbe, Gelände und Lichtraum sind Bilddeutung, keine überlieferte Ikonografie, rekonstruierte damalige Küste oder astronomische Ansicht. Textgrundlage

Zwei Nareau und ein enger Anfang

Grimbles veröffentlichte Probe beginnt mit einem ersten Nareau ohne genannte Eltern. Er findet unter der harten Himmelsfläche einen Hohlraum und lässt aus Sand und Wasser eine Familie entstehen. Später übergibt er Na Atību die Arbeit und geht. Ein jüngerer Nareau, Sohn Atībus und Teakeas, setzt sie fort.

Die zunächst regungslosen Wesen beginnen auf seine Berührungen hin zu bewegen, zu sprechen, zu sehen und zu hören. Aufstehen können sie dennoch nicht: Ihre Stirnen stoßen an den Himmel. Das Problem ist nun der Raum, nicht bloß das Fehlen von Leben.

Das Heben braucht mehrere Kräfte

Riiki, der große Aal, stemmt den Himmel hoch. Doch er haftet noch fest. Na Kika schlägt mit den Armen, zwei Rochen schneiden seitlich, Tabakea drückt mit dem Rücken und die Welle drängt von unten. Weitere Beteiligte schieben, blasen, rollen oder lösen die Verbindung. Erst gemeinsam ermöglichen sie das Heben.

Riiki kann nicht einfach fortgehen: Der Himmel würde wieder fallen. Nareau ruft vier Frauen, die seine Ecken tragen sollen. Ihre Füße verwurzeln sich; die vier Richtungen erhalten bleibende Stützen. Die Frauen stehen damit am entscheidenden Übergang vom kurzen Anheben zur dauerhaften Ordnung.

Nachlesen: [1] Grimble94,§1

Nareau: zwei Rollen, mehrere Arbeiten

Vier beschriftete Felder unterscheiden ersten Nareau, Atību und Teakea, jüngeren Nareau und Helfer. Pfeile sind als Auftrag oder Elternbeziehung bezeichnet. Ein breites Schlussfeld erklärt die vier verwurzelten Stützfrauen.

Nareau: zwei Rollen, mehrere Arbeiten

Erster und jüngerer Nareau

Moa-ni-bai ist der zuerst handelnde Nareau, dessen Eltern nicht genannt werden. Te Kikinto ist der Sohn Na Atībus und Teakeas. Ein Auftrag ist keine genealogische Gleichsetzung.

Zur benannten Quelle

Die Helfer leisten Verschiedenes

Riiki hebt; Na Kika, die beiden Rochen Baka-naaneku und Te-auanei, Tabakea und die Welle lösen und heben auf unterschiedliche Weise. Das Ergebnis ist gemeinsame Arbeit.

Zur benannten Quelle

Vier Stützfrauen machen den Raum dauerhaft

Die vier Make-Frauen erhalten die Richtungsnamen Nord, Süd, Ost und West. Sie übernehmen die Himmelsecken, ihre Füße verwurzeln sich. Riiki kann erst danach weichen.

Zur benannten Quelle

Andere regionale Rollen

Uriam bespricht weitere Eltern- und Schöpferzusammenhänge. Deren Namen werden nicht als zusätzliche Eltern dieser beiden Rollen in die Beru-Probe eingefügt.

Zur benannten Quelle

Eigene Lesegrafik zu Grimble 1922, S92–95, gewählte Beru-Probe. Der waagerechte obere Pfeil bezeichnet die Übergabe einer Aufgabe, der senkrechte Pfeil eine Elternbeziehung. Die Anordnung misst keine Himmelsrichtungen oder kosmischen Abstände. Uriams regionale Gegenbelege bleiben getrennt. Grafik vergrößern Textgrundlage

Die Ordnung bleibt mit Gewalt verbunden

Nach der Hebung bleibt es dunkel. Der jüngere Nareau tötet seinen Vater, um Licht zu gewinnen; Teakea stirbt ebenfalls. Der Text verbindet Augen, Gehirn, Fleisch und Knochen Atībus mit Himmelslichtern, Gestein und dem Ahnenbaum in Samoa.

Oktopus und Welle wirken auch bei der Landbildung zusammen. Danach nennt die Probe Tarawa, Beru und weitere Abstammungsfolgen, die Grimble nur teilweise abdruckt. Das ist eine erzählte Ordnung von Welt und Verwandtschaft, keine geologische oder biologische Erklärung.

Beru als Aufzeichnung, Tarawa als Forschungszusammenhang

Grimble nennt Beru als Herkunft dieses Texts und beschreibt einen älteren Erzähler, dessen Enkel mitschrieb. Ihre Namen nennt die Einleitung nicht. Uriam bespricht denselben Beleg später unter Tarawa-Kosmogonien. Aufzeichnungsort und spätere traditionsgeschichtliche Einordnung werden deshalb getrennt angegeben.

Eine Fassung unter mehreren

Uriam vergleicht regional unterschiedliche Schöpfer- und Verwandtschaftsrollen. Der hier gewählte Nareau-Zusammenhang wird deshalb nicht als für ganz Kiribati oder Mikronesien verbindlich ausgegeben. Seine gekürzte Wiedergabe ersetzt auch nicht die ausführlicheren Helferrollen des Drucks von 1922.

Weiterdenken

Wer macht einen geöffneten Raum dauerhaft bewohnbar?

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Myths from the Gilbert Islands

Veröffentlichte Probe eines durch älteren Erzähler/Enkel und Sammler vermittelten Texts, dann vergleichender Sammlerkommentar.

1922, Folklore33,91–112.

Sprache: Historische englische Übersetzung mit gilbertesischen Namen

Benutzte Ausgabe

Web-Transkription der Druckseiten 91–98

Vollständige publizierte Probe§1–7 gelesen, ihre Auslassungen bleiben ausdrücklich erhalten; nicht vollständiger Aufsatz.

Digitaler Transkriptionsstand laut tatsächlich gelesenen Seiten; kein Originalscan kollationiert.

Sprache: Englisch nach 1922-Druck; Namen Na Arean/Na Areau

Überlieferter Text

In Their Own Words: History and Society in Gilbertese Oral Tradition

Eigene Quellenkritik zu Überlieferung, Kanon und Geschichte; keine unkommentierte Wiedergabe einer einzigen Inseltradition.

1995.

Sprache: Englische Forschungsdarstellung eines I-Kiribati-Historikers

Benutzte Ausgabe

ANU-Repository-Scan der 1995-Ausgabe

Vollständiges Kapitel11 und bezeichnete Vorseiten gelesen; weitere Kapitel nicht als gelesen geführt.

Copyright 1995,226PDFseiten, gedruckte Zählung abweichend.

Sprache: Englisch; gilbertesische Namen und zitierte englische Textproben

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Gewählte Beru-Aufzeichnung in Grimbles1922-Druckprobe; Uriams regionale Zuordnung/Varianten als gesonderte Forschungsperspektive.
Verwendeter Ausschnitt
Grimble1922,S91–98 mit ausgewiesenen Auslassungen; Uriam1995,Kapitel11 als unabhängige Untersuchung.
  1. Arthur Grimble: Myths from the Gilbert Islands — veröffentlichte Schöpfungsprobe aus Beru

    Arthur Grimble, Übersetzer/Sammler; unbenannter älterer Erzähler und sein schreibender Enkel · Folklore33,1922,Aufsatz91–112; hier91–98

    Acht aufeinanderfolgende Web-Transkriptionsseiten399–406, gedruckt91–98, tatsächlich gelesen: Einleitung und ganze dort veröffentlichte Probe§1–7 bis zu Grimbles Abbruch, danach Beginn seines Kommentars. Keine Bildkollation der Originaldruckseiten.

    Sammler veröffentlicht ausdrücklich nur einen Ausschnitt und lässt örtliche/genealogische Angaben aus; nicht gesamte diktierte Erzählung, gesamter Aufsatz91–112 oder eine eigene gilbertesische Übersetzung. Aufzeichnungsort Beru nach Fußnote97. Rassifizierende/koloniale Wertungen und historische Etymologien nicht als moderne Fakten übernommen. Wikisource-Prüfstatus keine eigene Qualitätsabnahme. Nicht das gesperrte1989Buch. Abgerufen am 2026-10-15.

  2. Kambati K. Uriam: In Their Own Words — Kapitel11 zur Entstehung eines Überlieferungskanons

    Kambati K. Uriam, I-Kiribati-Historiker; Vorwort H.E.Maude · 1995, The Journal of Pacific History, Canberra

    Titel/Copyright/Vorwort/Inhalt und vollständiges Autoren-Vorwort samt Dank gelesen; vollständiges Kapitel11, gedruckt114–133/PDF130–149, gelesen; acht bezeichnete Quellenbilder einschließlich Genealogietabelle132 tatsächlich gesehen. Katalogtext gelesen.

    Nicht gesamtes226seitiges Buch oder Kapitel12. Keine ganze Grimble-Ausgabe dadurch gelesen. Urheberrecht 1995 laut tatsächlich gesehenem Impressum; Repository OpenAccess keine allgemeine Abdrucklizenz. Kanon-/Migrationsmodell als Autoreninterpretation, keine gesicherte genetische/Rassen-/Besiedlungsrekonstruktion oder historische Identität Teakea=Tabakea übernommen. Abgerufen am 2026-10-15.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-15. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.