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MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Ninlil: Drei Grenzrollen und vier Geburten

Eine Mutter warnt, Nuska hilft Enlil über das Wasser, und später antwortet Enlil unter fremden Rollen. Die Geburtenfolge gehört zu genau dieser Dichtung.

3 Minuten Lesezeit

Die Warnung hat eine benannte Sprecherin

Die Dichtung stellt Nun-bar-še-gunu, in der älteren ETCSL-Schreibung Nun-bar-ce-gunu, als weise ältere Frau vor. Sie warnt ihre Tochter Ninlil vor Enlils Blick und dessen Absichten. Ninlils anschließende Weigerung gegenüber Enlil bleibt eine eigene Stimme der Erzählung.

Auf Ninlils Weigerung lässt der Text eine sexuelle Begegnung folgen; anschließend greift die Götterversammlung ein. Die Warnung der Mutter wird nicht zu einer Schuldzuweisung an Ninlil umgedeutet. Dass eine andere Dichtung denselben Mutternamen ausdrücklich Nisaba zuordnet, macht diesen ersten Text noch nicht zu einer überall identischen göttlichen Familiengeschichte.

Nuska und die Versammlung greifen verschieden ein

Enlil befragt seinen Minister Nuska über Ninlil. Nuska bringt seinen Herrn im Boot über das Wasser. Der Bote ist damit ein Beteiligter an der Vorbereitung der Begegnung; sein Auftreten ist keine bloße beiläufige Namensnennung.

Später lassen fünfzig große Götter und sieben Schicksalsentscheider Enlil im Ki-ur ergreifen. Die Übersetzung bewahrt Varianten zwischen einer Aussage über sein Fortgehen und der direkten Aufforderung, die Stadt zu verlassen. Enlils Beiname Nunamnir steht in dieser Folge neben seinem Namen. Die Gruppen werden hier nicht durch Namenlisten aus anderen Werken aufgefüllt.

Nachlesen: [1] 35–64

Drei angesprochene Männer, drei übernommene Stimmen

Auf dem Weg wird zuerst der Mann am Stadttor angesprochen. Ninlil fragt ihn nach Enlil; die Antwort gibt Enlil in der Rolle des Torwächters. Danach wiederholt sich das Gespräch mit dem Mann am Id-kura, dem menschenverzehrenden Unterweltsfluss.

Die dritte Station gehört dem Mann der Fähre, den die Ausgabe SI.LU.IGI nennt. Auch hier spricht Enlil unter der Rolle des anderen. Die Darstellung unterscheidet jeweils den zunächst angesprochenen Grenzakteur von Enlils übernommenem Sprechen. Sie liefert keine drei unabhängig ausgearbeiteten Lebensgeschichten der Männer.

Das Verhältnis von Verbergen, Nachfragen und übernommener Stimme bleibt Teil der Erzählung. Eine redaktionell erfundene sichere Aussprache oder sonstige Identität hinter SI.LU.IGI würde über diesen Übersetzungsbefund hinausgehen.

Die Kinder tragen unterschiedliche Namen und Aufgaben

Die erste Begegnung führt in diesem Werk zu Suen-Ašimbabbar, in der ETCSL-Schreibung Suen-Acimbabbar. In den drei Grenzepisoden nennt der Text Nergal-Meslamta-eda, Ninazu und Enbilulu. Ninazu erscheint dabei mit einer Feldvermessungsaufgabe, Enbilulu als Aufseher der Kanäle.

Die Dialoge unterscheiden den zum Himmel aufsteigenden Samen des Herrn von einem nach unten bestimmten Ersatz. Die Quelle wird deshalb mit ihrer eigenen Geburtenfolge gelesen. Die Namensverbindung Nergal-Meslamta-eda ersetzt weder die gesonderte Nergal-Überlieferung noch jede lokale Ninazu-Genealogie durch einen universellen Stammbaum.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Wer spricht an Tor, Unterweltsfluss und Fähre, wenn Ninlil Enlil folgt?
Eine Mutter warnt, Nuska hilft Enlil über das Wasser, und später antwortet Enlil unter fremden Rollen. Die Geburtenfolge gehört zu genau dieser Dichtung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Enlil and Ninlil

Werkzusammenhang getrennt vom benutzten modernen Lesetext.

Antike Komposition; Erstentstehung hier nicht datiert.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL 1.2.1

Zusammengesetzter Lesetext mit ausdrücklich sichtbaren Varianten und Fehlstellen.

Bearbeitung laut Revisionsnachweisen 1998–2000; Layout 2001.

Sprache: Englisch nach Sumerisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ninlil: Drei Grenzrollen und vier Geburten
Verwendeter Ausschnitt
Bereits gespeicherte und vollständig gelesene öffentliche ETCSL-Übersetzung einschließlich ihrer bezeichneten Varianten. Keine neue eigene sumerische Kollation oder Harmonisierung aller gleichlautenden Namen.
  1. Enlil and Ninlil

    Electronic Text Corpus of Sumerian Literature, University of Oxford

    Zeilen 1–154 vollständig, einschließlich Varianten und Schlusslob.

    Zusammengesetzte englische Übersetzung; keine eigene Keilschriftkollation, keine vollständig erhaltene Einzeltafel oder nachgewiesene Aufführung. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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