Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Wesen und Gruppen

Marduks Namen: Aufgaben und Rang

Am Ende von Enūma eliš nennen die Götter Marduk mit vielen Namen. Die Erläuterungen verbinden Versorgung, Schutz, Gewalt, Himmelsordnung und die Weitergabe des Wissens.

6–7 Minuten Lesezeit

Die Götter deuten die Namen

Die Versammlung kündigt fünfzig Namen an, damit Marduks Wege und Taten erkennbar werden. Die Namen stehen deshalb nicht als bloßes Personalverzeichnis da. Auf einen Namen folgen meist Erläuterungen, die Fähigkeiten, Ansprüche oder den Nutzen seines Handelns herausstellen.

Der Anfang dieser Folge liegt bereits in Tafel VI. Anšar, Lahmu und Lahamu sprechen dort Asalluhi und die zugehörigen Benennungen aus und fordern die jüngeren Götter zum Fortsetzen auf. Tafel VII führt die Namensrede weiter. Die Zahl fünfzig ist eine ausdrückliche Aussage des Werks; die Besonderheit der benutzten Nummerierung wird am Ende dieser Seite erläutert.

Erste Namen: Leben, Schutz und Befehlsgewalt

Marduk eröffnet die Folge mit Weide, Wasserstellen, der Rettung der Götter und menschlicher Arbeit. Marukka erläutert die Entlastung von Anunna und Igigi durch die Erschaffung der Menschen. Marutukku bindet den Namen an das Vertrauen von Land, Stadt und Bewohnern; Mershakushu stellt Zorn neben Überlegung und Nachgeben.

Lugaldimmerankia bezeichnet den erhöhten Rang unter den Göttern von Himmel und Unterwelt. Nari-Lugaldimmerankia verbindet ihre Anleitung mit den zugewiesenen Wohnungen und Stellungen. Asalluhi hebt Licht und Schutz hervor; die weiteren Namen Namtila und Namru verbinden damit Lebenserhaltung und Reinigung. Diese Zuschreibung innerhalb des Epos ersetzt nicht die gesonderte Geschichte aller anderswo belegten Namen.

Nachlesen: [1] 123–156

Asari und die Tutu-Folge

Asari steht bei Ackerland, Wasser, Getreide und Flachs. Asaralim erhöht den Rat, Asaralimnunna die Ausführung von Beschlüssen und die Zuteilung von Nahrung. Namen erklären hier Lebensunterhalt und Entscheidungsgewalt gemeinsam.

Tutu wird mit der Wiederherstellung der Götter und der Reinigung ihrer Heiligtümer verbunden. Ziukkenna ordnet Himmel, Bahnen und Standorte. Ziku führt Reinheit, guten Wind und Wohlstand zusammen. Agaku betont Erbarmen und die Befreiung der Götter vom Joch; Tuku die Wirkung der Beschwörung gegen das als böse Bezeichnete. Die Folge nennt unterschiedliche Beiträge, obwohl sie sie derselben erhöhten Gestalt zuschreibt.

Nachlesen: [2] 1–34

Shazu: Erkenntnis und Gewalt

Shazu kennt die Herzen, prüft Aussagen und unterscheidet Wahrheit von Falschheit. Zisi verbindet die beendete Furcht der Götter mit dem Verstummen der Aufständischen. Suhrim und Suhgurim erläutern dagegen den Waffeneinsatz, erzwungenen Gehorsam und die zerstörten Pläne der Gegner.

Zahrim führt die Vernichtung von Widersachern mit der Rückkehr geflohener Götter in ihre Heiligtümer zusammen. Zahgurim fasst den Kampfsieg nochmals als Grund der Ehrung. Die Namensrede stellt Versorgung und Schutz dar, feiert aber auch Zerstörung. Die gewaltsamen Aussagen werden als Wertungen des Epos erkennbar belassen.

Nachlesen: [2] 35–56

Enbilulu und das Bild des Bootsführers

Enbilulu verbindet Opfer, Weiden und geordnete Wasserstellen. Epadun erläutert Wasserläufe, Deiche, Gräben und Furchen; Enbilulu-Gugal betont Bewässerung und Getreideertrag. Hegal steht beim Überfluss und Pflanzenwachstum. Diese vier Namen bilden eine in sich erklärte Folge von Versorgungstätigkeiten.

Mit Sirsir kehrt die Rede zum Kampf und zu Tiāmats überwältigtem Körper zurück. Malah nimmt das Bild eines Schiffsführers auf: Tiāmat wird als Fahrzeug beschrieben, der Sieger als Bootsführer. Das ist ein Bild der siegreichen Verfügung über den besiegten Körper, keine zusätzliche sicher rekonstruierte historische Schifffahrt.

Nachlesen: [2] 57–77

Vorrat, Herstellung und Herrschaft

Gil sammelt Getreidevorräte, Gerste, Herden und Saatgut. Gilimma begründet Bindung und Beständigkeit; Agilimma betrifft Schnee, die Erde über dem Wasser und die Höhe des Himmels. Zulum erläutert Feldanteile und Opfergaben. Mummu führt Schöpfung und die Führung Verirrter an, Zulummu Reinigung und Stärke. Der hier Marduk zugewiesene Name Mummu ist als Namentextstelle von der früher im Epos handelnden Gestalt zu unterscheiden.

Gishnumunab verbindet Menschen und Weltregionen mit der Überwindung von Tiāmats Göttern. Lugalabdubur betrifft neutralisierte Waffen und sicheren Rückhalt. Pagalguenna betont Stärke und Vorrang; Lugaldurmah den königlichen Rang und die Große Bindung.

Aranunna steht beim Rat für Ea. Dumuduku bindet Wohnung und Entscheidung an den heiligen Hügel. Lugalshuanna betont Kraft und Anšars Auswahl. Irugga führt Weisheit mit Überwältigung zusammen; Irqingu verweist auf Qingu und die gewonnene Befehlsgewalt. Kinma nennt Führung, Rat und die Furcht vor dem Namen.

Nachlesen: [2] 78–108

Gebet, Wetter, Himmelsdurchgang und der Name Ea

Dingir-Esizkur gehört zum Gebetshaus und zu den Gaben. Die Passage beansprucht auch Kenntnis der menschlichen Lebensdauer. Gibil steht für Waffenbereitung und kunstvolles Können, Addu für Himmel, Donner und Nahrung durch Regen. Asharu nennt die Schicksalsgötter und die Zuständigkeit für Völker.

Neberu bezeichnet den Durchgang von Himmel und Erde und einen sichtbar gemachten Stern Marduks. Die Folge verbindet damit geordnete Himmelsbewegungen und die andauernde Überwältigung Tiāmats. Sie wird hier aus der Dichtung heraus erklärt; eine vollständige moderne astronomische Zuordnung entsteht daraus nicht.

Als abschließenden Rangnamen gibt Enlil dem Gestalter von Himmel und Erde seinen eigenen Namen, in der Übersetzung Herr der Welt. Danach erklärt Ea, auch sein eigener Name solle Marduk zukommen und dieser solle seine Kräfte und Befehle ausführen. Diese zusätzliche Namenszuschreibung steht nach dem nummerierten Schluss und wird nicht durch eine erfundene weitere Nummer passend gemacht.

Nachlesen: [2] 109–144

Eine Zählstelle und zwei Grenzen des Übersetzungszugangs

Im gespeicherten englischen Editionszugang steht die Nummer 35 zweimal: bei Zulummu in Vers 87 und Gishnumunab in Vers 89. Die doppelte Nummer ist auch im gespeicherten Editionsdatensatz vorhanden. Deshalb werden die 51 nummermarkierten Namenspassagen dieses Zugangs quellengetreu verzeichnet, während die Aussage des Werks von fünfzig Namen erhalten bleibt. Ohne weitere Editionsprüfung wird weder umnummeriert noch eine historische zusätzliche Gottheit daraus abgeleitet.

Zu VII 62b und 121b bietet dieser englische Zugang keine Übersetzung. Der fehlende Inhalt wird hier nicht aus einer anderen Sprache ergänzt. Die Namen und Aufgaben werden mit ihren belegten Versbereichen geführt, ohne vollständige eigene akkadische Kollation zu behaupten.

Der Schluss verlangt Nachdenken und Weitergabe: Lehrende sollen erklären, Lernende verstehen und die Namen künftig gehört werden. Die unterweisende und aufzeichnende Rahmensprache wird mit ihren Rollen erschlossen; der Text liefert hier keinen namentlich identifizierten historischen Schreiber.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Was leisten die Namen, wenn ein Epos einem siegreichen Gott immer mehr Aufgaben und Rang zuspricht?
Am Ende von Enūma eliš nennen die Götter Marduk mit vielen Namen. Die Erläuterungen verbinden Versorgung, Schutz, Gewalt, Himmelsordnung und die Weitergabe des Wissens.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Enūma eliš

Werkidentität; nur die ausdrücklich genannten Abschnitte und Übersetzungen gelesen.

Entstehung umstritten; diskutierter Kontext nicht mit Alter einer Abschrift gleichgesetzt.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL: Enūma eliš I–VII, gesicherter Stand 17. Oktober 2026

Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der sieben Tafeln tatsächlich gelesen. Die zwei verknüpften Zeugen sind ausdrücklich nur Beispiele aus Tafel I, keine vollständige Handschriftenliste und kein alleiniger Ursprung des Lesetexts. Zwei englische Felder in VII fehlen; keine Ergänzung aus anderen Sprachen.

Laufende digitale Ausgabe; publicationDate in den Tafelmetadaten 2021-07-13; Abruf 2026-10-17.

Sprache: Englisch nach Akkadisch

Erhaltener Textzeuge

Enūma eliš I: K.5419.C

Bibliothekszeuge aus Ninive laut eBL-Metadaten. Lambert 2013: Ms. I A Hier nur Handschrifteneintrag gelesen; keine neue Kolophonübersetzung, kein Objektfoto geprüft.

Neuassyrisch laut eBL-Metadaten; kein exaktes Herstellungsjahr oder Erstkompositionsdatum abgeleitet.

Sprache: Akkadisch

Erhaltener Textzeuge

Enūma eliš I: K.4488

Bibliothekszeuge aus Ninive laut eBL-Metadaten. K.4488+K.7871+K.16969. Lambert 2013: Ms. I B Hier nur Handschrifteneintrag gelesen; keine neue Kolophonübersetzung, kein Objektfoto geprüft.

Neuassyrisch laut eBL-Metadaten; kein exaktes Herstellungsjahr oder Erstkompositionsdatum abgeleitet.

Sprache: Akkadisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Enūma eliš, Namensrede am Ende von VI und VII
Verwendeter Ausschnitt
Am 17.10.2026 gespeicherte eBL-Ausgabe. Die doppelt vergebene Nummer 35 und die fehlenden englischen Felder 62b/121b bleiben ausdrücklich sichtbar; keine eigene Originalsprachen- oder Gesamtvariantenkollation.
  1. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet VI

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel VI vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet VII

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel VII vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Zwei Felder (62b, 121b) enthalten keine englische Übersetzung und wurden nicht ergänzt. Abgerufen am 2026-10-17.

  3. eBL: Poem of Creation (Enūma eliš), Werkseinleitung und Bibliografie

    electronic Babylonian Library, LMU München

    Gesamte Werkseinleitung, sieben Kapitelbeschreibungen und bibliografische Metadaten gelesen; keine Volllektüre der im Literaturverzeichnis genannten Bücher.

    Zusammenfassender wissenschaftlicher Überblick; Datierungsmodell als Forschungsposition, Ritualgebrauch als Aussage des Überblicks. Keine eigene Kollation oder Aufführungsbeobachtung. Abgerufen am 2026-10-17.

  4. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet I

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel I vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen. Zusätzlich die Handschriftenmetadaten der Einträge id 1 und 2 gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

  5. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet II

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel II vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

  6. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet III

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel III vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

  7. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet IV

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel IV vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

  8. eBL: Poem of Creation, Standard Babylonian, Tablet V

    Adrian C. Heinrich (Herausgeber); Benjamin R. Foster (englische Übersetzung); Revisionsbeteiligte laut Tafelmetadaten · Laufende digitale Ausgabe; Metadaten publicationDate 2021-07-13, gesicherter Stand 2026-10-17

    Alle bereitgestellten englischen Übersetzungsfelder der Tafel V vollständig tatsächlich gelesen, einschließlich Lücken und Unsicherheiten; Herausgeber-/Übersetzermetadaten gelesen.

    Zusammengesetzter digitaler Lesetext. Keine eigene Akkadischübersetzung, Keilschriftkollation, vollständige Lesung des Variantenapparats oder arabischen Übersetzung. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.