Ein Boot entsteht aus mehreren Beiträgen
Nach der Warnung versammelt Atra-ḫasīs die Ältesten an seinem Tor. Seine Erklärung des Fortgehens beruft sich auf den Konflikt zwischen Enki und Enlil. Die Ältesten erscheinen danach erneut in einem beschädigten Abschnitt; ihre vollständige Antwort ist nicht erhalten.
Die Bauvorbereitung nennt einen Holzbearbeiter und einen Arbeiter für Schilf oder Rohr. Bei den Werkzeugen und weiteren Satzteilen stehen Ergänzungsklammern. Der reiche Mann und der arme Mann werden mit unterschiedlichen Beiträgen genannt; auch hier ist ein Teil des Wortlauts ergänzt. Die Passage zeigt gemeinschaftliche Arbeit, liefert aber keine Liste sämtlicher Mitbauender mit Namen und Zahl.
Beim Beladen treten die Familie und möglicherweise Handwerker an Bord hinzu. Die Handwerkerlesung der betreffenden beschädigten Zeile ist mit Fragezeichen versehen. Diese Menschen werden nicht durch Puzur-Enlil ersetzt, den namentlichen Schiffbauer aus dem anders überlieferten Gilgameš-Flutbericht.
Tiere und Sturmrollen haben unterschiedliche Belegsicherheit
Vögel, Herden und Wildtiere gehören zur Beladung. Bei der Herdenbezeichnung ergänzt Wassermans Übersetzung vorsichtig einen Bezug auf Sumuqan; Name und Zuordnung stehen im ergänzten Text mit Fragezeichen. Sicherer ist die ausdrücklich benannte Handlung Adads: Er donnert aus den Wolken, während die Tür geschlossen wird.
Ein heftiger Wind lässt das Boot von seiner Verbindung loskommen. Im anschließenden beschädigten Abschnitt ist Anzû mit Fragezeichen ergänzt, verbunden mit dem Aufreißen des Himmels durch Krallen. Das wird als editorisch vorgeschlagene Sturmrolle verzeichnet und nicht zu einer sicher erhaltenen Episode des Schicksalstafelräubers erweitert.
Die Opfer der Flut bleiben ebenfalls sichtbar. Ein Bruder kann den anderen in der Zerstörung nicht erkennen. Die Erzählung wechselt damit vom Bau und der Fahrt zu denjenigen, für die keine Rettung beschrieben wird.
Nintus Klage benennt Beteiligung und Verantwortung
Nintu, im benutzten Text auch Mami genannt, klagt über die vernichteten Menschen. Sie fragt, wie sie in der Versammlung deren Auslöschung habe beschließen können, und wirft Enlil vor, ihre Worte beeinflusst zu haben. Zugleich spricht sie die eigene Schuld am Tod der von ihr Hervorgebrachten aus.
Der Vergleich mit Tiruru ist eine benannte Stelle dieser Rede. Wasserman erklärt Tiruru als Göttin oder weiblichen Dämon mit einer fachlich belegten Ištar-Verbindung. Hier wird nur die Vergleichsfunktion erschlossen; die ältere Forschung, auf die sein Kommentar verweist, wird nicht als zusätzlich selbst gelesen behauptet.
Der Text nennt Anum in einem stark ergänzten Abschnitt als vom Flutlärm erschreckt; die Götter drängen sich vor ihm zusammen. Die Anunna hungern und dürsten, andere Götter weinen mit Nintu. Nach dem Opfer erhebt sie erneut Vorwürfe. Die Klage ist damit eine eigenständige Stimme über Mitentscheidung, Verlust und Erinnerung. Der ungenannte göttliche Sprecher in der beschädigten Schlussrede wird nicht ohne Kennzeichnung ebenfalls zu Nintu gemacht.
Die Nachflutordnung verlegt den Konflikt in das Weiterleben
Nach der Entdeckung des geretteten Menschen verlangt Enlil eine Erklärung. Enki hält ihm in der beschädigten Rede den Schutz des Lebens und die Frage angemessener Strafe entgegen. Anschließend soll Nintu an Entscheidungen über menschliches Leben mitwirken. Die stark ergänzte Passage über Tod wird nicht als sicherer Nachweis einer erstmaligen Einführung jedes natürlichen Todes übernommen.
Der Text nennt Frauen, die gebären können, und Frauen, die nicht gebären können, sowie Pāšittu, die ein Kind aus dem Schoß der Gebärenden nehmen soll. Wassermans Kommentar identifiziert diese bedrohliche Gestalt mit Lamaštu. Das sind Erklärungsbilder des Epos für begrenztes und gefährdetes Leben; sie schreiben heutigen Betroffenen keine Schuld zu.
Daneben erscheinen ugbabtu-, entu- und igiṣītu-Priesterinnen sowie in teilweise oder ganz ergänzten Bezeichnungen nadītu-, šugītum- und qadištu-Frauen. Die Aufzählung ist keine pauschale historische Regel, dass alle diese Gruppen keine Kinder haben durften. Wasserman weist ausdrücklich darauf hin, dass qadištu und šugītum heiraten und Kinder haben konnten, und erklärt ihre Nennung als assoziativen Anschluss an andere Kategorien.
Die Stimme des Liedes und der Schreiber sind nicht dasselbe
Am Ende steht die Aufforderung, das Lied von der Flut zu hören. In der beschädigten vorherigen göttlichen Rede bleibt offen, wer von einem veranlassten Kampf spricht. Erzählerstimme, göttlicher Sprecher und historischer Schreibvermerk erfüllen verschiedene Aufgaben.
Der Kolophon nennt Ipiq-Aya als jungen Schreiber und datiert die Tafel über das zwölfte Regierungsjahr Ammī-ṣadūqas. Diese beiden Namen gehören hier zum Quellen- und Personenbezug. Aus dem Schreibvermerk entsteht keine zusätzliche mythologische Biografie Ipiq-Ayas; die Datierungsformel macht den genannten König nicht zum handelnden Bootsgefährten.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Welche Menschen und göttlichen Stimmen werden sichtbar, wenn die Flutgeschichte über den einzelnen Bootsführer hinaus gelesen wird?
Älteste, Handwerker, Arme, Reiche und die Familie treten in der Flutvorbereitung auf. Nach der Katastrophe richten sich die Entscheidungen auf Geburt, Tod und menschliches Weiterleben.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Atrahasis: altbabylonische Fassung
Arbeitskonflikt, menschliche Entstehung und Flut in der altbabylonischen Ausgangsfassung; andere Rezensionen bleiben getrennt.
Altbabylonische Überlieferung; das Datum einer Abschrift wird nicht zum Kompositionsjahr.
Sprache: Akkadisch
Benutzte Ausgabe
eBL / Foster: Atrahasis OB I, verfügbarer Anfang
Alle 321 englischen Felder bis Zeilennummer 333 gelesen. Keine vollständige Tafel-II-/III-Edition behauptet; BM.78941 ist einer von fünf katalogisierten Zeugen.
2024, laufender Stand 26.09.2026.
Sprache: Englisch
Benutzte Ausgabe
Wasserman 2020: Atrahasis III, C1 (+) C2
S. 31–37 Übersetzung mit Lücken und Kolophon vollständig gelesen; ausgewählte Kommentare separat begrenzt. Keine Gesamtlektüre des Buchs.
2020.
Sprache: Englisch
Erhaltener Textzeuge
BM.78941: Zeuge der ersten Tafel
Nur Zeugenmetadaten gelesen, keine Autopsie; Lambert/Millard Ms A.
Old Babylonian, Sippar nach eBL.
Sprache: Akkadisch
Erhaltener Textzeuge
BM 78942 + 78971 + 80385 (C1)
Londoner Teil der dritten Tafel nach Wasserman; keine Autopsie.
Spätaltbabylonisch; zusammen mit C2 dem 12. Jahr Ammi-ṣaduqas zugeordnet.
Sprache: Akkadisch
Erhaltener Textzeuge
MAH 16064 (C2)
Genfer Teil derselben Tafel wie C1, indirekter Anschluss nach Wasserman; kein eigenständiger zweiter Erzähltext.
Spätaltbabylonisch; Kolophon im 12. Jahr Ammi-ṣaduqas.
Sprache: Akkadisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Altbabylonische Atrahasis-Überlieferung in zwei ausdrücklich bezeichneten Editionszugängen
- Verwendeter Ausschnitt
- eBL I bis Zeilennummer 333 und Wasserman 2020, C1 (+) C2, Übersetzung S. 31–37 mit gezielt bezeichneten Kommentaren. Tafel II nicht dadurch als primär gelesen ausgegeben; keine eigene Keilschriftkollation.
- The Flood: The Akkadian Sources, Rollen und Namensbezüge des altbabylonischen C1 (+) C2
Nathan Wasserman · 2020, Orbis Biblicus et Orientalis 290, Peeters
Gespeicherte Übersetzung S. 31–37 erneut vollständig gelesen, einschließlich Kolophon und Beginn des Kommentars S. 37. Neu das ausgegebene Fenster S. 50 zu Tiruru/iii 40′–43′ gelesen. S. 55–56 ganz erneut gelesen; S. 57 erste 3000 Zeichen, S. 58 ganz und S. 59 erste 3000 Zeichen erneut gelesen. S. 33 und 59 zusätzlich vollständig als lokale PDF-Seiten 44 und 70 gerendert und tatsächlich visuell gelesen; Fragezeichen bei Sumuqan/Anzu, ergänzte Namen des Kultpersonals und Kommentaraussage zu qadištu/šugītum geprüft.
Keine neue Beschaffung oder Extraktion. Keine Lektüre von Tafel II aus diesen Seiten und keine neue Gesamtlektüre des Buchs. Von Wasserman zitierte historische Forschung nicht als selbst gelesen übernommen. Mögliche Namen, Ergänzungen und unklare Sprecher nicht zu sicheren Identitäten gemacht; keine aus der literarischen Aufzählung abgeleitete einheitliche historische Kinderlosigkeitsregel für Kultpersonal. Abgerufen am 2026-09-26.
Zur Textstelle: Ein Boot entsteht aus mehreren Beiträgen Zur Textstelle: Tiere und Sturmrollen haben unterschiedliche Belegsicherheit Zur Textstelle: Nintus Klage benennt Beteiligung und Verantwortung Zur Textstelle: Die Nachflutordnung verlegt den Konflikt in das Weiterleben Zur Textstelle: Die Stimme des Liedes und der Schreiber sind nicht dasselbe - eBL: Atrahasis, altbabylonische Tafel I, verfügbarer Text
Enrique Jiménez, Geraldina Rozzi; Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Adrian C. Heinrich, Felix Müller · Erstpublikationsfeld 13.07.2024; Stand 26.09.2026
Alle 321 gelieferten englischen Übersetzungsfelder von 1 bis 333 einschließlich Zusammenfassungen mehrerer Zeilennummern, Lücken und Ergänzungen tatsächlich gelesen. Autoren-/Übersetzerangaben und fünf Zeugenmetadaten gelesen.
321 Felder sind keine Zahl vollständig erhaltener Verse. Der gelieferte Text endet bei 333; spätere Ereignisse und Tafeln II–III werden daraus nicht erschlossen. Keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Abgerufen am 2026-09-26.
- eBL: Story of the Flood, Fassungen und Kapitelbestand
eBL-Projekt · Laufender Stand, Abruf 26.09.2026
Werkeinleitung, Fassungs-/Kapitelliste und Verfügbarkeit der drei altbabylonischen Kapitel geprüft. I enthält 321 englische Felder bis Zeilennummer 333, II und III jeweils null Textzeilen. Textzeugenmetadaten der drei Kapitel gelesen.
Die allgemeine Einleitung kündigt eine Edition an; das ist kein Nachweis, dass alle Kapitel schon vorliegen. Keine Gesamtlektüre des Epos aus der eBL behauptet. Katalogisierte Zeugen nicht eigenständig kollationiert. Abgerufen am 2026-09-26.
- The Flood: The Akkadian Sources, altbabylonischer Sippar-Zeuge C₁ (+) C₂
Nathan Wasserman · 2020, Orbis Biblicus et Orientalis 290, Peeters
Titel, Impressum und Inhaltsübersicht gelesen. Druckseite 19: Metadaten C1 (+) C2; Druckseiten 31–37: gesamte dortige englische Übersetzung von Atrahasis III einschließlich Lücken und Kolophon; S. 38 und 55–59: ausgewählte Kommentare zu Traumergänzung, Nachflutreden und Schluss. PDF-Seite 47 (= Druckseite 36) gerendert und visuell geprüft, insbesondere Ergänzungsklammern und Geburtenregelungen.
Keine Gesamtlektüre des 209-seitigen Buchs. Andere Rezensionen und Gilgamesch-Kapitel des Buchs nicht als gelesen geführt. Unsichere Ergänzungen weder zu sicherer Traumoffenbarung noch zu sicherer erstmaliger Einführung natürlichen Todes gemacht. Spaltenzahl im Katalogabschnitt uneinheitlich und nicht übernommen. Von Wasserman diskutierte ältere Forschung nicht als selbst gelesen registriert. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.
