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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Lamaštu: Eine Bedrohung wird begrenzt

Amulette und Bildplatten zeigen die gefürchtete Lamaštu zugleich als Ziel von Abwehr. Ihre Darstellung ist Teil eines Schutzversuchs, kein Beleg ihrer Verehrung als hilfreiche Schutzfigur.

3–4 Minuten Lesezeit

Ein konkretes Amulett statt einer erfundenen Horrorgeschichte

Das Metropolitan Museum bewahrt unter der Nummer 1984.348 eine Obsidianplatte aus dem frühen ersten Jahrtausend v. Chr. Die Ortsangabe lautet Mesopotamien oder Iran. Die Gravur und die Inschrift werden vom Katalog mit Lamaštu verbunden. Er bezeichnet sie als Tochter Ans und beschreibt die Angst vor ihren Angriffen auf besonders verletzliche Menschen, darunter Schwangere und Neugeborene.

Die Bildbeschreibung nennt menschliche und tierische Formen. Die umgebenden Gegenstände werden als beschwichtigende Gaben gedeutet, während die Inschrift mehrere Götter gegen Lamaštu anruft. Das dargestellte Wesen, die erwartete Gefahr und der Zweck des Amuletts sind also verschiedene Ebenen. Die Beschreibung beruht auf der Museumsauslegung; hier wird keine neue eigene Keilschriftübersetzung behauptet.

Eine zweite Platte ordnet mehrere Kräfte

Die bronzene Louvre-Plakette AO22205 besitzt Aufhängeösen und mehrere Bildregister. Ihr Katalog beschreibt eine kranke Person, begleitende Figuren, Lamaštu auf einem Esel in einer Barke und Pazuzu auf der Rückseite. Bei einem der von Lamaštu gesäugten Tiere bleibt die Bezeichnung Hund mit einem Fragezeichen versehen.

Die Platte wird als Abwehr gegen Lamaštu eingeordnet. Die Angabe Syrien betrifft einen mutmaßlichen Erwerbsort durch Péretié, keinen hier nachgewiesenen Grabungskontext. Auch der moderne Titel Plaque des Enfers darf nicht mit dem antiken Namen eines vollständig entschlüsselten Unterweltsplans verwechselt werden.

Eine bedrohliche Gestalt kann gegen eine andere eingesetzt werden

Graffs Untersuchung zu Pazuzu erklärt dessen Einsatz zur Abwehr Lamaštus. Damit werden die beiden Figuren nicht zu austauschbaren Monstern. Ihr Verhältnis gehört zu einer historischen Vorstellung davon, wie gefährliche Kräfte gegeneinander gerichtet werden können.

Diese Deutung wird an den benannten Objekten verfolgt. Aus verschiedenen Amuletten entsteht hier weder ein erfundener einheitlicher Lebenslauf Lamaštus noch eine behauptete heutige Schutzwirkung. Das benachbarte Pazuzu-Profil erschließt die abwehrende Rolle aus einer anderen Perspektive.

Pāšittu in der Nachflutordnung

Der altbabylonische Atrahasis-Schluss nennt Pāšittu als Gestalt, die ein Kind aus dem Schoß der Gebärenden nehmen soll. Nathan Wasserman identifiziert sie im Kommentar mit Lamaštu. Das ist eine ausdrückliche fachliche Zuordnung dieser Textstelle; der Übersetzungstext selbst benutzt dort Pāšittu.

Die Rolle steht in einer beschädigten Folge von Entscheidungen über das Weiterleben nach der Flut. Sie ergänzt den Blick auf die Schutzamulette um einen eigenen literarischen Zusammenhang. Eine heute wirksame Ursache von Krankheit oder Kindstod lässt sich aus der antiken Gestalt nicht ableiten. Auch wird die gesamte davorstehende stark ergänzte Passage über Tod nicht als unbeschädigte Erklärung jeder Sterblichkeit ausgegeben.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

BenannteMet-/Louvre-Amulettkontexte
KonkreteObjektbeschreibungenundhistorischerAbwehranspruch;keineeigenevollständigeEditionderLamaštu-Serie.

Wassermans ausdrückliche Identifizierung Pāšittus im Atrahasis-Schluss
Pāšittu als Name der bezeichneten Textstelle und Lamaštu als fachliche Zuordnung des Kommentars unterschieden; kein weltweiter oder zeitloser Dämonenalias.

Fassungsbezogener Tor-, Begleit- und Haushaltszugang
Konkrete benannte oder nur referierte Rolle erhalten; keine Verschmelzung der14- und7-stelligen Folgen oder unterschiedlicher Diensterollen.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Atrahasis: altbabylonische Fassung

Arbeitskonflikt, menschliche Entstehung und Flut in der altbabylonischen Ausgangsfassung; andere Rezensionen bleiben getrennt.

Altbabylonische Überlieferung; das Datum einer Abschrift wird nicht zum Kompositionsjahr.

Sprache: Akkadisch

Benutzte Ausgabe

eBL / Foster: Atrahasis OB I, verfügbarer Anfang

Alle 321 englischen Felder bis Zeilennummer 333 gelesen. Keine vollständige Tafel-II-/III-Edition behauptet; BM.78941 ist einer von fünf katalogisierten Zeugen.

2024, laufender Stand 26.09.2026.

Sprache: Englisch

Benutzte Ausgabe

Wasserman 2020: Atrahasis III, C1 (+) C2

S. 31–37 Übersetzung mit Lücken und Kolophon vollständig gelesen; ausgewählte Kommentare separat begrenzt. Keine Gesamtlektüre des Buchs.

2020.

Sprache: Englisch

Erhaltener Textzeuge

BM.78941: Zeuge der ersten Tafel

Nur Zeugenmetadaten gelesen, keine Autopsie; Lambert/Millard Ms A.

Old Babylonian, Sippar nach eBL.

Sprache: Akkadisch

Erhaltener Textzeuge

BM 78942 + 78971 + 80385 (C1)

Londoner Teil der dritten Tafel nach Wasserman; keine Autopsie.

Spätaltbabylonisch; zusammen mit C2 dem 12. Jahr Ammi-ṣaduqas zugeordnet.

Sprache: Akkadisch

Erhaltener Textzeuge

MAH 16064 (C2)

Genfer Teil derselben Tafel wie C1, indirekter Anschluss nach Wasserman; kein eigenständiger zweiter Erzähltext.

Spätaltbabylonisch; Kolophon im 12. Jahr Ammi-ṣaduqas.

Sprache: Akkadisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Lamaštu in den benannten Met- und Louvre-Abwehrobjekten sowie der bezeichneten Fachuntersuchung; Pāšittu im Atrahasis-Schluss und Wassermans Identifizierung bleiben ein eigener literarischer und fachlicher Beleg.
Verwendeter Ausschnitt
Die jeweils benannten archivierten Objektkataloge, Fachtexte und gegebenenfalls lexikalischen oder literarischen Belege. Katalogbeschreibung, fachliche Zuschreibung und die gesondert belegte Betrachtung einzelner Bilder bleiben unterscheidbar. Keine neue eigene Keilschrift- oder Ritualedition.
  1. Amulet with a Lamashtu demon, The Met1984.348

    The Metropolitan Museum of Art, Ancient West Asian Art · Frühes erstes Jahrtausend v. Chr. laut Katalog; moderner Eintrag.

    Gesamter Haupttext L3–13, Objektangaben L41–47, Public-Domain-Label L16 und allgemeiner Bildhinweis L68 tatsächlich gelesen.

    Keine neue eigene Akkadischübersetzung des rückseitigen Textes, Bildsichtung oder Fotoübernahme. Obsidianobjekt mit Katalogherkunft Mesopotamien oder Iran; erwartete Abwehrwirkung als historischer Schutzanspruch benannt. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. Plaque des Enfers, LouvreAO22205

    Musée du Louvre, Département des Antiquités orientales · Katalogdatierung neuassyrisch 911–604 v. Chr.; moderner Eintrag.

    Hauptbeschreibung, Maße/Material, Datierungs-/Herkunfts-/Erwerbsangaben L55–132 tatsächlich gelesen; Bibliografieanfang L152–166 nur als Liste gesehen, keine Volltextlektüre.

    Keine eigene Foto-/Keilschriftprüfung und keine Rechteübernahme der Louvre-Aufnahmen. Hund(?) und Priester(?) bleiben Katalogvorbehalte; angeblicher Erwerb in Syrien kein archäologisch gesicherter Fundkontext. Moderner Titel keine eigene antike Werktitelidentität. Abgerufen am 2026-10-17.

  3. Pazuzu: Beyond Good and Evil

    Sarah Graff, Associate Curator, The Metropolitan Museum of Art · 29.09.2014

    Ganzer HauptartikelL47–84 einschließlich Autor-/Datumszeile und Bildunterschriften tatsächlich gelesen. Verwendet historische Kleinobjekte, Abwehrfunktion und als Artikelvergleich bezeichnete moderne Rezeption.

    Keine eigene Sichtung des Films The Exorcist, der eingebetteten Videos oder von Cuoghis Werk. Bildbeschreibungen des Artikels nicht als neue eigene Objekt-/Pixelprüfung ausgegeben. Keine universelle Gut/Böse-Lehre aus der Kuratorinnen-Deutung abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-17.

  4. The Flood: The Akkadian Sources, Rollen und Namensbezüge des altbabylonischen C1 (+) C2

    Nathan Wasserman · 2020, Orbis Biblicus et Orientalis 290, Peeters

    Gespeicherte Übersetzung S. 31–37 erneut vollständig gelesen, einschließlich Kolophon und Beginn des Kommentars S. 37. Neu das ausgegebene Fenster S. 50 zu Tiruru/iii 40′–43′ gelesen. S. 55–56 ganz erneut gelesen; S. 57 erste 3000 Zeichen, S. 58 ganz und S. 59 erste 3000 Zeichen erneut gelesen. S. 33 und 59 zusätzlich vollständig als lokale PDF-Seiten 44 und 70 gerendert und tatsächlich visuell gelesen; Fragezeichen bei Sumuqan/Anzu, ergänzte Namen des Kultpersonals und Kommentaraussage zu qadištu/šugītum geprüft.

    Keine neue Beschaffung oder Extraktion. Keine Lektüre von Tafel II aus diesen Seiten und keine neue Gesamtlektüre des Buchs. Von Wasserman zitierte historische Forschung nicht als selbst gelesen übernommen. Mögliche Namen, Ergänzungen und unklare Sprecher nicht zu sicheren Identitäten gemacht; keine aus der literarischen Aufzählung abgeleitete einheitliche historische Kinderlosigkeitsregel für Kultpersonal. Abgerufen am 2026-09-26.

  5. eBL: Atrahasis, altbabylonische Tafel I, verfügbarer Text

    Enrique Jiménez, Geraldina Rozzi; Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Adrian C. Heinrich, Felix Müller · Erstpublikationsfeld 13.07.2024; Stand 26.09.2026

    Alle 321 gelieferten englischen Übersetzungsfelder von 1 bis 333 einschließlich Zusammenfassungen mehrerer Zeilennummern, Lücken und Ergänzungen tatsächlich gelesen. Autoren-/Übersetzerangaben und fünf Zeugenmetadaten gelesen.

    321 Felder sind keine Zahl vollständig erhaltener Verse. Der gelieferte Text endet bei 333; spätere Ereignisse und Tafeln II–III werden daraus nicht erschlossen. Keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Abgerufen am 2026-09-26.

  6. eBL: Story of the Flood, Fassungen und Kapitelbestand

    eBL-Projekt · Laufender Stand, Abruf 26.09.2026

    Werkeinleitung, Fassungs-/Kapitelliste und Verfügbarkeit der drei altbabylonischen Kapitel geprüft. I enthält 321 englische Felder bis Zeilennummer 333, II und III jeweils null Textzeilen. Textzeugenmetadaten der drei Kapitel gelesen.

    Die allgemeine Einleitung kündigt eine Edition an; das ist kein Nachweis, dass alle Kapitel schon vorliegen. Keine Gesamtlektüre des Epos aus der eBL behauptet. Katalogisierte Zeugen nicht eigenständig kollationiert. Abgerufen am 2026-09-26.

  7. The Flood: The Akkadian Sources, altbabylonischer Sippar-Zeuge C₁ (+) C₂

    Nathan Wasserman · 2020, Orbis Biblicus et Orientalis 290, Peeters

    Titel, Impressum und Inhaltsübersicht gelesen. Druckseite 19: Metadaten C1 (+) C2; Druckseiten 31–37: gesamte dortige englische Übersetzung von Atrahasis III einschließlich Lücken und Kolophon; S. 38 und 55–59: ausgewählte Kommentare zu Traumergänzung, Nachflutreden und Schluss. PDF-Seite 47 (= Druckseite 36) gerendert und visuell geprüft, insbesondere Ergänzungsklammern und Geburtenregelungen.

    Keine Gesamtlektüre des 209-seitigen Buchs. Andere Rezensionen und Gilgamesch-Kapitel des Buchs nicht als gelesen geführt. Unsichere Ergänzungen weder zu sicherer Traumoffenbarung noch zu sicherer erstmaliger Einführung natürlichen Todes gemacht. Spaltenzahl im Katalogabschnitt uneinheitlich und nicht übernommen. Von Wasserman diskutierte ältere Forschung nicht als selbst gelesen registriert. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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