Die Arbeitsordnung hat benannte Amtsträger
Die großen Anunna belasten die Igigi mit schwerer Arbeit. Der Anfang nennt Anu als König und Enlil als Ratgeber; Ninurta steht als Aufseher in der englischen Übersetzung, Ennugi als weiterer Amtsträger. Für dessen dort mit Fragezeichen versehenes Amtswort wird hier keine sichere moderne Behördenbezeichnung erfunden.
Die Igigi graben Wasserwege, beklagen ihre Last und wenden sich gegen die Ordnung. In einer beschädigten Namensstelle spricht Wê zu den anderen Göttern. Als Nusku später nach dem einzelnen Anstifter fragt, antwortet das Arbeitskollektiv jedoch, alle hätten gehandelt. Die eine Sprecherstelle hebt die erzählte gemeinsame Verantwortung nicht auf.
Kalkal bemerkt den Aufstand, Nusku vermittelt
Während Enlil schläft, umstellen die Götter sein Haus. Kalkal bemerkt den Lärm, schließt die Tür und weckt Nusku. Nusku weckt den Hausherrn, nimmt auf dessen Befehl Waffen und stellt sich vor ihn. Die Torwache und der Bote sind zwei namentlich unterschiedene Beteiligte.
Nusku bleibt nicht bei der Alarmmeldung. Er schlägt vor, Anu und Enki herbeizurufen, tritt dann aus dem Tor zur Gruppe und überbringt die Frage der Versammlung. Anschließend trägt er die Antwort zurück. Seine Wege verbinden die eingeschlossene Herrschaft mit dem Arbeitskollektiv; sie schaffen erst die Möglichkeit, dessen Gründe im Rat zu hören.
Ein Name des Opfers ersetzt keine geklärte Namensgeschichte
Ea erkennt die schwere Arbeit als Grund der Klage an. Die Götter schlagen vor, einen Menschen als neuen Träger der Last zu schaffen. Enki verlangt dafür die Tötung eines Gottes; Fleisch und Blut sollen sich mit dem Lehm verbinden.
Der gelieferte Lesetext nennt den getöteten Gott Aw-ila und schreibt ihm eine besondere Eingebung zu. Die Mischung soll außerdem ein bleibendes Erinnerungszeichen des Gottes hervorbringen. Diese Stelle gibt dem Opfer eine bestimmte Funktion in der Menschenschöpfung, auch wenn es keine ausführliche eigene Lebensgeschichte erhält.
Die beschädigte Namensstelle Wê in der Aufstandsrede und Aw-ila in der Tötungsszene bleiben mit ihren Belegstellen verzeichnet. Ihre weitergehende Namensbeziehung wird hier nicht allein aus ähnlichem Klang entschieden. Auch Qingu, das Opfer einer anderen Schöpfungsdichtung, wird nicht an diese Stelle gesetzt.
Die Geburtsgöttin fordert einen Beitrag Enkis
Die als Mami angerufene Geburtsgöttin antwortet auf den Auftrag, die Aufgabe liege bei Enki: Er solle ihr den Lehm geben, damit sie formen könne. Der Text nennt beim Mischen Nintu und lässt danach Mami die vollbrachte Entlastung der Götter verkünden. Die wechselnden Bezeichnungen werden in genau diesem Handlungszusammenhang erschlossen; daraus entsteht keine pauschale Gleichsetzung aller Muttergottheiten.
Die Versammlung gibt Mami den erhöhten Namen Herrin aller Götter, Bēlet-kala-ilī. Anschließend stehen Enki und Mami mit einer Gruppe von Geburtsgöttinnen im Haus der Schicksalsentscheidungen. Große Teile der Herstellung von vierzehn Lehmstücken, sieben auf jeder Seite, sind in der englischen Edition ergänzt. Diese Zahlen sind deshalb keine erhaltene Liste von vierzehn benannten Kindern oder sieben einzeln identifizierten Hebammen.
Die folgenden Geburtsszenen verbinden göttliche Gestaltung mit Schwangerschaft, Ziegel, Segen und häuslichem Zusammenleben. Im beschädigten Eheabschnitt nennt der Text Ištar und die Benennung Išhara. Das ist ein begrenzter Namensbezug dieser Stelle, kein überall gültiger Austausch der beiden Gottheitsnamen.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Wer spricht, vermittelt und handelt, bevor Atra-ḫasīs selbst zum Überlebenden der Flut wird?
Aufseher, Torwache, Bote und Geburtsgöttinnen tragen die erste Tafel. Die Lösung des göttlichen Arbeitskonflikts verlagert die Last auf neu geschaffene Menschen.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Atrahasis: altbabylonische Fassung
Arbeitskonflikt, menschliche Entstehung und Flut in der altbabylonischen Ausgangsfassung; andere Rezensionen bleiben getrennt.
Altbabylonische Überlieferung; das Datum einer Abschrift wird nicht zum Kompositionsjahr.
Sprache: Akkadisch
Benutzte Ausgabe
eBL / Foster: Atrahasis OB I, verfügbarer Anfang
Alle 321 englischen Felder bis Zeilennummer 333 gelesen. Keine vollständige Tafel-II-/III-Edition behauptet; BM.78941 ist einer von fünf katalogisierten Zeugen.
2024, laufender Stand 26.09.2026.
Sprache: Englisch
Benutzte Ausgabe
Wasserman 2020: Atrahasis III, C1 (+) C2
S. 31–37 Übersetzung mit Lücken und Kolophon vollständig gelesen; ausgewählte Kommentare separat begrenzt. Keine Gesamtlektüre des Buchs.
2020.
Sprache: Englisch
Erhaltener Textzeuge
BM.78941: Zeuge der ersten Tafel
Nur Zeugenmetadaten gelesen, keine Autopsie; Lambert/Millard Ms A.
Old Babylonian, Sippar nach eBL.
Sprache: Akkadisch
Erhaltener Textzeuge
BM 78942 + 78971 + 80385 (C1)
Londoner Teil der dritten Tafel nach Wasserman; keine Autopsie.
Spätaltbabylonisch; zusammen mit C2 dem 12. Jahr Ammi-ṣaduqas zugeordnet.
Sprache: Akkadisch
Erhaltener Textzeuge
MAH 16064 (C2)
Genfer Teil derselben Tafel wie C1, indirekter Anschluss nach Wasserman; kein eigenständiger zweiter Erzähltext.
Spätaltbabylonisch; Kolophon im 12. Jahr Ammi-ṣaduqas.
Sprache: Akkadisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Altbabylonische Atrahasis-Überlieferung in zwei ausdrücklich bezeichneten Editionszugängen
- Verwendeter Ausschnitt
- eBL I bis Zeilennummer 333 und Wasserman 2020, C1 (+) C2, Übersetzung S. 31–37 mit gezielt bezeichneten Kommentaren. Tafel II nicht dadurch als primär gelesen ausgegeben; keine eigene Keilschriftkollation.
- eBL: Atrahasis, altbabylonische Tafel I, verfügbarer Text
Enrique Jiménez, Geraldina Rozzi; Übersetzung Benjamin R. Foster; Revision Adrian C. Heinrich, Felix Müller · Erstpublikationsfeld 13.07.2024; Stand 26.09.2026
Alle 321 gelieferten englischen Übersetzungsfelder von 1 bis 333 einschließlich Zusammenfassungen mehrerer Zeilennummern, Lücken und Ergänzungen tatsächlich gelesen. Autoren-/Übersetzerangaben und fünf Zeugenmetadaten gelesen.
321 Felder sind keine Zahl vollständig erhaltener Verse. Der gelieferte Text endet bei 333; spätere Ereignisse und Tafeln II–III werden daraus nicht erschlossen. Keine eigene akkadische Übersetzung oder Tafelautopsie. Abgerufen am 2026-09-26.
- eBL: Story of the Flood, Fassungen und Kapitelbestand
eBL-Projekt · Laufender Stand, Abruf 26.09.2026
Werkeinleitung, Fassungs-/Kapitelliste und Verfügbarkeit der drei altbabylonischen Kapitel geprüft. I enthält 321 englische Felder bis Zeilennummer 333, II und III jeweils null Textzeilen. Textzeugenmetadaten der drei Kapitel gelesen.
Die allgemeine Einleitung kündigt eine Edition an; das ist kein Nachweis, dass alle Kapitel schon vorliegen. Keine Gesamtlektüre des Epos aus der eBL behauptet. Katalogisierte Zeugen nicht eigenständig kollationiert. Abgerufen am 2026-09-26.
- The Flood: The Akkadian Sources, altbabylonischer Sippar-Zeuge C₁ (+) C₂
Nathan Wasserman · 2020, Orbis Biblicus et Orientalis 290, Peeters
Titel, Impressum und Inhaltsübersicht gelesen. Druckseite 19: Metadaten C1 (+) C2; Druckseiten 31–37: gesamte dortige englische Übersetzung von Atrahasis III einschließlich Lücken und Kolophon; S. 38 und 55–59: ausgewählte Kommentare zu Traumergänzung, Nachflutreden und Schluss. PDF-Seite 47 (= Druckseite 36) gerendert und visuell geprüft, insbesondere Ergänzungsklammern und Geburtenregelungen.
Keine Gesamtlektüre des 209-seitigen Buchs. Andere Rezensionen und Gilgamesch-Kapitel des Buchs nicht als gelesen geführt. Unsichere Ergänzungen weder zu sicherer Traumoffenbarung noch zu sicherer erstmaliger Einführung natürlichen Todes gemacht. Spaltenzahl im Katalogabschnitt uneinheitlich und nicht übernommen. Von Wasserman diskutierte ältere Forschung nicht als selbst gelesen registriert. Abgerufen am 2026-09-26.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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