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MythaneumDas Museum der Mythologien

Geführter Rundgang · 5 Stationen

Was Namen und Bilder wirklich belegen

Woran erkennen wir die Reichweite eines einzelnen religiösen Zeugnisses?

Folge den ursprünglichen fünf Stationen. Der Weg wechselt bewusst zwischen benanntem Bild, mehreren Fundorten, lokaler Weihung, Fremdbericht und sprachlicher Forschung.

Die folgenden Kurzbetrachtungen bilden den Überblick. Die vollständigen Exponate sind eine zusätzliche Vertiefung und nicht in dieser Zeit enthalten.

Wie wird die Dauer geschätzt?

180–220 Wörter pro Minute, dazu 50 Sekunden Betrachtung im Überblick beziehungsweise 125 Sekunden in der Vertiefung. Überblick: 472 Wörter; Vertiefung: 6195 Wörter.

Rundgangstexte, Fragen, Übergänge und sichtbare Bildbeschriftungen; Vertiefung zusätzlich die gemeinsamen Exponat-Lesertexte mit Werk- und Figurenkontexten. Externe Lektüre und ausführliche Quellenlisten nicht eingerechnet. Betrachtungszeit geschätzt, noch nicht durch Besuchstests kalibriert. Eigene Pausen und längeres Nachlesen kommen hinzu.

Station 1 von 5

Ein Bild bekommt einen Namen

Vergleiche das benannte Pariser Zeugnis mit nur zugeschriebenen gehörnten Bildern. Achte auf die unterschiedliche Sicherheit der Benennung.

Verwittertes Steinrelief: bärtiger Kopf mit Geweih; links und rechts hängen große Ringe.
Cernunnos-Seite des Pilier des Nautes, Musée de Cluny, Block Cl. 18604. Monument zwischen 14 und 37 n. Chr. Foto: Als33120, 21. Mai 2016; CC BY-SA 4.0. Original unverändert; Webfassungen proportional verkleinert. Die Namenszone ist im Foto schwer lesbar. Bildnachweis Bildlizenz

Genauer hinsehen: Welche Buchstaben oder welcher Kontext tragen hier den Namen?

Vollständiges Exponat: Cernunnos: Wann bekommt ein Bild einen Namen? · Zur passenden Textstelle

Epona führt uns anschließend zu mehreren Orten und verschiedenen Belegarten.

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Station 2 von 5

Verbreitung ist keine Einheitsgeschichte

Halte die beiden Bilder und die namentlichen Weihungen auseinander. Ein wiederkehrendes Pferdemotiv erzählt noch keine gemeinsame Reise.

Steinrelief im Vorarlberg Museum: Eine sitzende Frauengestalt ist von mehreren Pferden umgeben; Bruch- und Verwitterungsspuren bleiben sichtbar.
Epona-Weihstein im Vorarlberg Museum, nach dem Museum 1./2. Jahrhundert n. Chr. Blick von der sitzenden Mitte zu den Pferden. Foto: Andreas Praefcke, August 2013; vom Urheber gemeinfrei freigegeben. Die spätere Ehreguta-Deutung gehört zur Rezeptionsgeschichte. Bildnachweis Bildlizenz

Genauer hinsehen: Was zeigt der einzelne Fund, und was würde erst der Vergleich zeigen?

Vollständiges Exponat: Epona: Bilder, Inschriften und Fundorte · Zur passenden Textstelle

In Bath wird die Beziehung zwischen Name, Ort und Anliegen besonders konkret.

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Station 3 von 5

Ein Name in einem lokalen Anliegen

Lies zunächst die beiden Weihungen mit ihren unterschiedlichen menschlichen Anliegen. Der daneben dokumentierte Bronzekopf ist ein eigener Gegenstand; seine museale Benennung ersetzt keine Inschriftenlesung.

Vergoldeter Bronzekopf im Museum Bath, mit erhaltenen Locken, ungleichmäßig goldfarbener Oberfläche und abgebrochener Halskante auf einer modernen Halterung.
Sulis-Minerva-Kopf aus Bath, 1727 gefunden. Nach dem Museum wahrscheinlich Teil der Kultstatue; der fehlende Körper und Helm werden nicht ergänzt. Foto: Terry Kearney, 29. März 2025, CC0 1.0. Bildnachweis Bildlizenz

Genauer hinsehen: Welche Verbindung steht in der Inschrift, und welche ergänzen wir selbst?

Vollständiges Exponat: Sulis in Bath: Name, Anliegen und Minerva · Zur passenden Textstelle

Der nächste Halt wechselt von der lokalen Weihung zu einem römischen Fremdbericht.

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Station 4 von 5

Drei Quellenlagen statt eines Pantheons

Vergleiche die drei Felder: abweichende Inschriftenform, konkrete Mars-Anrede und beschriftete Baumhandlung tragen verschiedene Aussagen.

Drei ungleich große Belegfelder: Taranis im Vers neben Tanaro auf einem Altar; Teutates neben Marti Toutati und einer unsicheren Ergänzung; Esus neben einer benannten Baumhandlung. Keine geordnete Götterfamilie.
Grafikinhalt als Text lesen

Drei Namen, drei unterschiedliche Quellenlagen

Taranis in Lucan I 446: Vergleich mit Tanaro in RIB 452, einem Chester-Altar von 154 n. Chr. Die konkrete Namensform und Jupiter-Verbindung liefern kein Radbild.

Teutates in Lucan I 445: RIB 219 nennt Marti Toutati auf einer silbernen Votivplakette aus Barkway. RIB 1017 bleibt wegen beschädigter und ergänzter Buchstaben unsicherer.

Esus in Lucan I 445: Ein Pariser Relief zeigt nach institutioneller Dokumentation die Benennung ESUS bei einer Baumhandlung. Der Vers erklärt diese Handlung nicht.

Die absichtlich verschiedenen Feldgrößen messen keine Überlieferungsmenge. Gedicht, örtliche Weihung und benanntes Bild bleiben unterschiedliche Belegarten.

Eigene heutige Grafik zu Lucan I 445–446, RIB 452/219/1017 und der Pariser Esus-Dokumentation. Feldgrößen sind keine Messung. Die Vergleichstabelle und die einzelnen Profile bieten die vollständige Textalternative. Grafik vergrößern Textgrundlage

Genauer hinsehen: Warum sind die drei Felder absichtlich unterschiedlich ausführlich?

Vollständiges Exponat: Taranis, Teutates und Esus: drei verschiedene Quellenlagen · Zur passenden Textstelle

An der Küste bleibt anschließend sogar die sprachliche Einordnung offen.

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Station 5 von 5

Ein offener Name verbindet mehrere Kontexte

Unterscheide Küstenfundort, Herkunft eines Salzhändlers und den sprachlichen Vorschlag der Forschung. Keine dieser Angaben ersetzt die anderen.

Verwittertes Relief: eine sitzende Frauengestalt in einer gerahmten Nische, daneben ein Hund und ein Behälter mit rundlichen Gaben. Der untere Inschriftteil des Altars ist nicht mit abgebildet.
Bildfeld des Altars Leiden i 1970/12.3, durch Vergleich mit Stuart 1971, Tafel VI.1, identifiziert. Nicht der Agricola-Altar i 1970/12.1 und nicht das Domburger Stück IDN 1. Foto: mystic_mabel, 13. Juni 2009, CC BY-SA 2.0. Bildnachweis Bildlizenz

Genauer hinsehen: Welche Aussage wäre sicher genug für eine Karte, welche braucht ein Fragezeichen?

Vollständiges Exponat: Nehalennia: Küstenzeugnisse und eine offene Sprachfrage · Zur passenden Textstelle

Kehre zu einem Figurenprofil zurück und prüfe dort Name, Ort, Gattung und Erhaltungszustand gemeinsam.

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Was sich auf diesem Weg verändert hat

Halte bei einem neuen Vergleich zuerst fest, was tatsächlich überliefert ist. Frage danach, welche Verbindung die Quelle trägt und welche als Hypothese erkennbar bleiben muss.

Weiter: Cernunnos: Wann bekommt ein Bild einen Namen?

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