Zuerst die Textstelle
In Frankforts Wiedergabe der Pyramidentext-Zeilen 1652–53 wird Atum-Chepri angeredet. Sein Hervortreten verbindet sich mit einem Hügel und dem heliopolitanischen Benben-Zusammenhang; anschließend stehen Schu und Tefnut sowie Atums umfassende Arme im Mittelpunkt. Die Passage setzt damit einen räumlichen Bezug innerhalb einer Rede über den Anfang.
Dieser Bezug ist für die Lektüre ergiebiger als ein beliebig gewähltes Steinbild. Die benutzte Ausgabe identifiziert an dieser Stelle keinen einzelnen erhaltenen Benben-Stein und auch keinen bestimmten Pyramidenzeugen. Ein moderner Bildvergleich muss seine eigene Herkunft behalten.
Ein benanntes späteres Vergleichsstück
Das Pyramidion für den Osiris-Priester Iufaa ist ein erhaltenes Objekt der 26. Dynastie. The Met führt seine Herkunft als wahrscheinlich Abydos und rekonstruiert eine Bekrönung einer dortigen Gedächtniskapelle. Damit besitzt es einen eigenen zeitlichen und örtlichen Zusammenhang. Es wird hier nicht als der Benben von Heliopolis identifiziert.
Eine erhaltene Bildfläche zum Vergleichen

Form, Name und Bedeutung auseinanderhalten
Auf der Aufnahme sind die beschädigte steile Form, eine gegliederte Schriftfläche und Bildzonen zu erkennen. Daraus kann man eine anschauliche Frage entwickeln: Wie greifen auf diesem Stück Architekturform, Beschriftung und Sonnenbild ineinander? Eine Fotografie dieser Fläche liefert jedoch nicht von sich aus die Geschichte eines anderen Kultgegenstands.
Auch die moderne Rede von einer heliopolitanischen Schöpfungslehre braucht eine Grenze. UCL ordnet verstreute Aussagen und warnt vor einer einzigen, fertig überlieferten Ursprungsgeschichte. Wer vom Benben-Bezug weiter zu Schu, Tefnut, Geb und Nut geht, wechselt deshalb zwischen einzelnen Textstellen und heutiger Zusammenschau.
Drei Belege für drei verschiedene Fragen
Die Pyramidentextstelle hilft bei der Frage nach Atums Hervortreten. Das datierte Vergleichsstück hilft beim Betrachten einer erhaltenen beschrifteten Spitze. Die archäologische Ortsgeschichte von Heliopolis fragt dagegen nach Bauten, Funden und ihrer Dokumentation. Keine der Antworten ersetzt automatisch die beiden anderen.
Prüfe beim nächsten Bild einer Pyramidienspitze zuerst die Objektangabe. Woher stammt es, wann wird es datiert, und weshalb steht es gerade neben dieser Textstelle? Eine überzeugende Ähnlichkeit ist ein Anlass zum Vergleichen; eine Identifizierung benötigt einen eigenen Beleg.
Begriff im Quellenbezug
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Quellengebundene Identifizierung
Hier textgebundener heliopolitanischer Schöpfungsbezug. Nicht als neu identifizierter erhaltener Stein, geografische Koordinate oder Alias jedes Pyramidions registriert; Original-Ortsauftrag behält seine begriffliche Grenze.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Pyramidentextstelle 1652–53: Atum-Chepri, Schu und Tefnut
Anrede an Atum-Chepri mit dem Hervorgehen von Schu und Tefnut sowie Atums umschließenden Armen. Die numerische Stelle wird nicht als vollständige Schöpfungserzählung ausgegeben.
Teil des antiken Pyramidentextkorpus; die hier gelesene Publikationsstelle benennt keinen spezifischen Pyramidenzeugen.
Sprache: Altägyptisch
Benutzte Ausgabe
Frankfort, Kingship and the Gods: Wiedergabe von Pyramidentext 1652–53
Die Übersetzung nennt Atum-Chepri, Schu und Tefnut. Ein konkreter Pyramidenzeuge wurde in der gelesenen Stelle nicht nachgewiesen; Geb/Nut stammen nicht aus den paraphrasierten Zeilen.
Publikation 1948, Phoenix-Ausgabe 1978; gedruckte S. 153 am 30. September 2026 begrenzt gelesen.
Sprache: Englische Übersetzung und Deutung altägyptischer Pyramidentexte
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Jeweils benannte altägyptische Zeugnisse und spätere Überlieferungen; keine zeitlose Gesamterzählung.
- Verwendeter Ausschnitt
- Die im Quellenregister ausdrücklich begrenzten Text- und Objektfenster.
- Kingship and the Gods: Pyramid Texts 1652–53
Henri Frankfort; Institute for the Study of Ancient Cultures, University of Chicago · 1948; Phoenix-Ausgabe 1978; antike Pyramidentextstelle
Henri Frankfort, Kingship and the Gods (Chicago 1948; Phoenix-Ausgabe 1978), gedruckte S. 153–154, besonders S. 153 (PDF-S. 191): der Autor gibt Pyramidentext-Zeilen 1652–53 als Atum-Chepri-Anrede wieder, in der Schu und Tefnut aus Atum hervorgehen und seine Arme/Ka sie umfassen. Die benutzte Druckstelle benennt keinen konkreten Pyramidenzeugen. Umgebende Schöpfungsdeutung nur als historische Forschungssynthese gelesen.
Frankforts englische Übersetzung und Deutung von 1948 sind weder eigene Hieroglyphenlektüre noch eine zeitgenössische Originalhandschrift. Die konkrete Textstelle belegt Schu/Tefnut, nicht die gesamte Geb/Nut-Folge; diese ist gesondert bei UCL zugeordnet. Kein spezifischer Pyramidenträger wird aus der Seitenangabe erfunden. Die ISAC-Ausgabe ist CC BY-NC-ND 4.0; nur knapp paraphrasieren und offiziell verlinken, keine PDF-Seite nachhosten. Abgerufen am 2026-09-30.
- Pyramidion of Iufaa, The Met 21.2.66
The Metropolitan Museum of Art, Egyptian Art
Gesamte kuratorische Beschreibung und Objektdaten gelesen; wahrscheinlich Abydos, Iufaa/Osiris, Gedächtniskapelle als Katalogrekonstruktion, vier Flächen und Sonnenmotive unterschieden. Offizielle API und eine primäre Aufnahme erworben; Originaldarstellung und drei Varianten nativ angesehen.
Ein einzelnes Foto zeigt nur eine Seite. Keine eigene vollständige Übersetzung der Inschriften und keine Besichtigung aller vier Seiten; weitere Motive folgen ausdrücklich dem Katalog. Herkunft wahrscheinlich Abydos, nicht gesichert; kein Nachweis des ursprünglichen Benben und kein Heliopolis-Fund. Originaldatei 2667×4000, native Originalanzeige auf 2592×3887 und größte Webvariante auf 1280×1920 skaliert. Abgerufen am 2026-10-17.
- Gods and goddesses in Ancient Egypt: creation
University College London, Digital Egypt for Universities · Institutionelle Digitalseite, 2002
Vollständige öffentliche Übersicht zu unterschiedlichen Schöpfungsmetaphern, Gruppierungen der Gottheiten, Osiris-Horus-Seth-Bezügen und ausdrücklicher Warnung vor einer einzigen kombinierten altägyptischen Gesamterzählung gelesen.
UCL synthetisiert viele Textsorten und Epochen; die Übersicht ist kein antiker Einzelzeuge. Konkrete Handlung nur aus jeweils einzeln benannten Texten oder Objekten ableiten, insbesondere Horusformen und Seths Sonnenbarkenrolle nicht aus der genealogischen Übersicht einebnen. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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