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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Xochiquetzal: Beziehungen in getrennten lokalen Fassungen

Welche Familie nennt die einzelne Fassung – und welche setzt erst eine spätere Gleichsetzung voraus?

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Freie gemalte Lesart: Zwei Erwachsene helfen zwei Kindern auf einer Matte bei einem einfachen Essen.
Heutige KI-Illustration zur im Tezcuq-Zugang benannten Mitversorgung. Personen, Alter, Kleidung, Nahrung und Umgebung sind erfunden. Das Bild unterscheidet keine biologische Abstammung; diese bleibt im Text quellengebunden erklärt. Keine Zusammenlegung mit dem anderen Chalco-Zugang oder universeller göttlicher Stammbaum. Textgrundlage

Der Name wird durch einen Herausgeber erschlossen

In dem als Tezcuq-Fassung bezeichneten Kapitel nennt der französische Text Chuquiquecal. De Jonghe identifiziert die Schreibung in seiner Anmerkung mit Xochiquetzal. Das Profil macht diesen Vermittlungsschritt sichtbar. Ein modern normalisierter Name ersetzt nicht den Wortlaut des historischen Textzeugen.

Mutter und Pflegemutter sind eigene Beziehungen

Diese Fassung nennt die Figur als Partnerin Pilciutentlis, Mutter Choquipilis und Mitversorgerin eines anderen Kindes, Nanauaton. Der Text sagt ausdrücklich, dass das zweite Kind nicht ihr eigenes ist, und nennt dessen Eltern. De Jonghes Noten normalisieren die Namen. Daraus entsteht keine gemeinsame Herkunft für alle Figuren der Sonnenfassungen.

Chalco beginnt eine andere Entstehung

Das folgende Kapitel kündigt eine Fassung aus der Provinz Chalco an. Dort nennt es ein Paar mit abweichenden Schreibungen und den daraus geborenen Ciuientl; de Jonghe erschließt Piltzinteutli und Cinteotl. Der unterschiedliche Ortsrahmen gehört zum Befund. Dieses Profil setzt die beiden Textfamilien nicht zu einem vollständigen Stammbaum zusammen.

Ein Haarmotiv ist keine ganze Lebensgeschichte

Die Historia erzählt, dass aus den Haaren der dort Suchiqueçar genannten Figur eine Frau für Pilcetecli entsteht. Die Namensidentifizierung steht in Phillips’ Anmerkungen. Für die Rolle im betreffenden Kapitel ist das Material der Herstellung wichtig. Daraus folgt keine allgemeine Urheberschaft sämtlicher Menschen, Gottheiten oder Blumen.

Eine Fassung hat einen eigenen Überlieferungsweg

Koloniale Texte geben ältere Erzählungen durch bestimmte Sprachen, Schreibungen und Auswahlverfahren weiter. Hier sind historische Übersetzungen, französischer Textzeuge und spätere wissenschaftliche Kommentare einzeln benannt. Eine gleiche Rolle in zwei Texten macht deren unterschiedliche Ereignisse nicht automatisch zu einem einzigen Lebenslauf.

Die englische Historia erklärt selbst, dass Namen nach Gemeinschaft und Sprache wechseln. Das ist ein Grund, Beziehungen sorgfältig zu lesen; es ist keine Erlaubnis, Nahua-, Maya- und karibische Figuren in einen gemeinsamen Stammbaum einzutragen.

Die Figur in ihren Quellen

Xochiquetzal

Eigene Rolle in benannten Fassungen; lokale Namen, Herausgebernormalisierung und unterschiedliche Textbiografien nicht universal gleichgesetzt.

Benannte Fassung
Genaue Kapitel-/Druckstellen in den Profilabschnitten

Die Figur in ihren Quellen

Choquipili in der Tezcuq-Fassung

Eigenes Kind des benannten Paars; vom mitversorgten Nanauaton unterschieden. De Jonghes Xochipilli-Normalisierung wird nicht zu einer universellen Abstammung.

Benannte Fassung
S.30, Haupttext und Note 4

Die Figur in ihren Quellen

Pilciutentli im lokalen Familienfenster

Partner und Vater im Tezcuq-Fenster; anders geschriebener Chalco-Vergleich durch den Herausgeber getrennt behandelt. Keine universal zusammengesetzte Familie.

Benannte Fassung
S.30–31, Haupttext und Noten

Die Figur in ihren Quellen

Ciuientl am Beginn der Chalco-Fassung

Als Kind im gesonderten Chalco-Fenster benannt. Cinteotl-Normalisierung des Herausgebers, keine vollständige Lektüre der auf 32 fortgesetzten Pflanzenfolge.

Benannte Fassung
S.31, Anfang Kapitel IX und Note 5

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Historia de los Mexicanos por sus pinturas

Englische Ausgabe 1883, online FAMSI; nur dokumentierte Kapitel.

Werk, Textzeuge, Druck und heutige digitale Bereitstellung haben verschiedene Daten.

Sprache: Historische englische Übersetzung eines kolonialen spanischen Berichts

Benutzte Ausgabe

Historia de los Mexicanos por sus pinturas: benannter Lesezugang

Nur die im Quellenregister dokumentierte Lektüre; keine universelle Nahua-Gesamtfassung.

Englische Ausgabe 1883, online FAMSI; nur dokumentierte Kapitel.

Sprache: Historische englische Übersetzung eines kolonialen spanischen Berichts

Überlieferter Text

Histoyre du Mechique

Druckedition 1905 eines älteren Textzeugen; Haupttext und Herausgebernoten getrennt.

Werk, Textzeuge, Druck und heutige digitale Bereitstellung haben verschiedene Daten.

Sprache: Französischer historischer Text; deutsche eigene Vermittlung

Benutzte Ausgabe

Histoyre du Mechique: benannter Lesezugang

Nur die im Quellenregister dokumentierte Lektüre; keine universelle Nahua-Gesamtfassung.

Druckedition 1905 eines älteren Textzeugen; Haupttext und Herausgebernoten getrennt.

Sprache: Französischer historischer Text; deutsche eigene Vermittlung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte Nahua-Fassungen; lokale Zuschreibungen und Forschungsbegriffe getrennt
Verwendeter Ausschnitt
Quellenfenster in Phillips1883, de Jonghe1905, Velázquez1992 und Sahagún/Bustamante1829; Forschungsargumente1999/2016 separat.
  1. Histoyre du Mechique: getrennte lokale Erzählfassungen

    Französischer kolonialer Textzeuge; Edition Édouard de Jonghe · 1905, Journal de la Société des Américanistes2, S.1–41; älterer französischer Textzeuge

    Öffentliche Textansicht: Einleitung S. 1–2 und S. 26–31 mit sichtbaren Herausgebernoten vollständig gelesen; oberer Scanbereich von S. 27 betrachtet.

    Begrenzte Lektüre der Textansicht, kein vollständiger Abgleich aller Seitenbilder. Texterkennung kann Namen beschädigen; Normalisierungen bleiben dem Herausgeber zugeordnet. Seine Olmos-Herkunftsthese ist keine erwiesene Autorschaft. Abgerufen am 2026-10-13.

  2. Historia de los Mexicanos por sus pinturas: historische englische Übersetzung

    Anonymer kolonialer Bericht; Henry Phillips Jr., Übersetzer und Herausgeber 1883; digitale Vermittlung Alec Christensen · 1883; kolonialer Ausgangstext16. Jahrhundert

    FAMSI section 01–09: Einleitung und Kapitel I–VIII vollständig gelesen; section 22: ausschließlich kosmologischer Anfang von Kapitel XXI bis zum Regenabsatz; section 25: Anmerkungen 1–16 gelesen.

    Digitale Wiedergabe einer historischen Übersetzung. Keine eigene spanische Kollation. Ältere englische Tierbezeichnungen und Etymologien sind nicht ohne Prüfung moderne Identifizierungen. Die Kapitelzählung ist nicht die section-Dateinummer. Abgerufen am 2026-10-13.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-13. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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