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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Ullikummi: Eine Stimme aus Stein

Kumarbi erzieht Ullikummi zum Rivalen des Wettergotts. Sein steinerner Körper wächst auf Upelluris Schulter ins Meer und zum Himmel; am beschädigten Schluss spricht Ullikummi selbst. Seine Rolle geht damit über die eines stummen Ungeheuers hinaus.

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Name ist zunächst ein Auftrag

Kumarbi freut sich über das Kind und nennt es Ullikummi. In seiner anschließenden Rede soll es den Wettergott schlagen, Kummiya bedrängen und die Götter aus dem Himmel vertreiben. Diese Drohungen gehören zu Kumarbis Plan.

Wer Ullikummi nur nach dieser Rede beschreibt, hört noch nicht seine eigene Stimme. Das Lied zeigt später einen Körper, auf den andere reagieren, und schließlich einen Sprecher, der dem Wettergott antwortet.

Ein heute entworfener steinerner Körper

Eine gewaltige menschenähnliche steinerne Gestalt ragt aus dunklem Meer unter stürmischen Wolken; eine entfernte Küste zeigt den Maßstab.
Heutige KI-Interpretation von Ullikummis Wachstum aus dem Meer nach CTH 345.I. Die menschlichen Gesichtszüge, konkrete Küste und Sturmbeleuchtung sind freie Gestaltung; weder ein antikes Bildzeugnis noch eine gesicherte Gesteinsbestimmung.

Körper und Halt

Die Irširra-Gottheiten setzen das Kind auf Upelluris rechte Schulter. Enlil beschreibt den Körper als Stein; die deutsche Übersetzung verwendet auch ›Diorit‹. Ullikummi wächst, tritt aus dem Meer hervor und ragt bis zu den himmlischen Räumen.

Das Bild macht diese Größe sichtbar, indem es eine menschenähnliche Gestalt zeigt. Gesicht, Oberfläche und Küste sind moderne Erfindungen. Aus der Übersetzungsbezeichnung lässt sich weder ein bestimmtes antikes Bild noch die Materialzusammensetzung der Illustration ableiten.

Nachlesen: [1] 161–204

Die anderen sehen und deuten ihn

Der Sonnengott entdeckt Ullikummi. Der Wettergott erschrickt angesichts des riesigen Steins. Ištar spielt Musik, doch eine Welle erklärt ihr, der Gegner höre und sehe nicht. Diese Aussage kommt von der Welle, nicht aus Ullikummis eigenem Mund.

Die Szene erlaubt eine vorsichtige Frage nach Wahrnehmung. Sie rechtfertigt keine moderne Diagnose oder psychologische Innenansicht eines Wesens, dessen Körper das Lied als Stein beschreibt.

Der tragende Punkt wird erkannt

Ea fragt Upelluri, der den Stein auf seiner Schulter zunächst nicht wahrnahm und jetzt ein Leiden dort spürt. Ea erkennt Ullikummis Standpunkt und lässt die alte Säge holen. Ihre im Text genannte Funktion ist das Trennen von Himmel und Erde; nun soll sie Ullikummi von seinem Halt lösen.

Ullikummi ist damit weder bloß ein frei schwebender Fels noch ein durch Teššubs eigene Waffe bereits besiegter Gegner. Andere Figuren müssen die Verwundbarkeit seines Standorts erst herausfinden.

Nachlesen: [3] 203–236

Der Stein spricht zurück

Beim neuen Kampf wendet sich Ullikummi selbst an den Wettergott. Er ruft zum Kampf auf, erwähnt Ea an dessen Seite und beschreibt seinen eigenen Anspruch auf den Himmel und Kummiya. Das ist mehr als die bloße Wiederholung von Kumarbis früherer Namensrede.

Die folgenden Zeilen sind beschädigt. Wir können Ullikummis Anspruch wiedergeben, aber weder einen vollständig erhaltenen Sieg noch seine weiteren Gedanken daraus rekonstruieren.

Wer spricht für Ullikummi?

Ordne drei Sätze zu: Kumarbi wünscht, dass sein Kind den Wettergott schlägt; die Welle nennt den Gegner taub und blind; Ullikummi beansprucht später selbst das Königtum. Welcher Satz ist Plan, welcher Deutung einer anderen Figur und welcher Ullikummis Rede?

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Entstehung und Wachstum
CTH 345.I, Tafel I 98–210.

Fremdbeobachtung
CTH 345.I, Tafel II 55–110.

Gegenmittel und eigene Rede
CTH 345.I, Tafel III 203–301; beschädigter Schluss.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ullikummi-Lied, CTH 345

Werkidentität getrennt von einzelnen erhaltenen Tafeln und moderner Übersetzung.

Hurritischer Überlieferungskontext; keine eigene Erstkompositionsdatierung.

Sprache: Hethitisch

Benutzte Ausgabe

CTH 345.I.1: Ullikummi-Lied, Tafel I – deutsche TITUS-Übersetzung

Verfügbarer deutscher Haupttext mit Lücken vollständig gelesen; kritischer Apparat nur in ausgewählten Anmerkungen, keine eigene Kollation.

TITUS 2010; Marburger Bearbeitung 2005–2009.

Sprache: Deutsch

Benutzte Ausgabe

CTH 345.I.2: Ullikummi-Lied, Tafel II – deutsche TITUS-Übersetzung

Verfügbarer deutscher Haupttext mit Lücken vollständig gelesen; kritischer Apparat nur in ausgewählten Anmerkungen, keine eigene Kollation.

TITUS 2010; Marburger Bearbeitung 2005–2009.

Sprache: Deutsch

Benutzte Ausgabe

CTH 345.I.3.1: Ullikummi-Lied, Tafel III – deutsche TITUS-Übersetzung

Verfügbarer deutscher Haupttext mit Lücken vollständig gelesen; kritischer Apparat nur in ausgewählten Anmerkungen, keine eigene Kollation.

TITUS 2010; Marburger Bearbeitung 2005–2009.

Sprache: Deutsch

Welche Zeit ist gemeint?

  • Wachstum in Tagen und Monaten und spätere Rede sind Abfolgen der Dichtung, keine historische Lebenszeit.
  • Mehrere fragmentarische Tafelteile tragen unterschiedliche Abschnitte der Figurenerzählung.
  • Die digitale TITUS-Übersetzung bietet markierte Ergänzungen, Alternativen und Lücken.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ullikummi im hurritisch-hethitisch überlieferten CTH 345.I
Verwendeter Ausschnitt
CTH 345.I, Tafelteile I–III; beschädigte Passagen und Schlussrede werden nicht vervollständigt.
  1. CTH 345.I.1: Ullikummi-Lied, Tafel I

    Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010

    Gesamter verfügbarer deutscher Haupttext 1–253 und Zeugenübersicht gelesen; ausgewählte Anmerkungen, nicht der vollständige Apparat.

    Zusammengesetzter Lesetext, keine eigene Kollation. Steinbezeichnung nicht als gesicherte moderne Gesteinsbestimmung, Größenangaben nicht als präzise Messwerte behandelt. Nicht mit der Volllektüre aller Kumarbi-Lieder gleichgesetzt. Abgerufen am 2026-09-26.

  2. CTH 345.I.2: Ullikummi-Lied, Tafel II

    Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010

    Gesamter verfügbarer deutscher Haupttext 1–169 und Zeugenübersicht gelesen; ausgewählte Anmerkungen, insbesondere 18 zur Steinbezeichnung.

    Keine sichere Ergänzung beschädigter Reden oder durchgängige Rekonstruktion der Schlacht. Namen Šerišu und Tella nach diesem Lesetext; nicht stillschweigend durch ein anderes Stierpaar ersetzt. Ištar in diesem Kontext nicht mit jeder mesopotamischen Kultgestalt identifiziert. Abgerufen am 2026-09-26.

  3. CTH 345.I.3.1: Ullikummi-Lied, Tafel III

    Anna Bauer, Felix Esser, Susanne Görke, Jürgen Lorenz und Elisabeth Rieken (Leitung), Marburg 2005–2009; TITUS-Bearbeitung Jost Gippert, Frankfurt 2010

    Gesamter verfügbarer deutscher Haupttext 1–301 und Zeugenübersicht gelesen; ausgewählte Anmerkungen einschließlich 45 und 49–50. Hilfe Eás und beschädigter Schluss nochmals abgeglichen.

    Kein vollständig erhaltener Siegesschluss. Schneidewerkzeug bei Ea und den uralten Göttern, nicht als eigenhändig geführte Sichel Teššubs ausgegeben. Keine Lücken mit griechischen Erzählungen gefüllt. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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