Ein Körper aus mehreren Gefahren
Das Met zeigt ein 5,1 Zentimeter hohes Fayence-Amulett der Taweret aus der Spätzeit. Nilpferdkopf, aufgerichteter Mischkörper und kräftige Gliedmaßen machen Schutz nicht zur sanften Zierde. Der Katalog erklärt die Gestalt aus menschlichen, Nilpferd-, Löwen- und Krokodilzügen: Gerade die Kraft gefährlicher Tiere wird hier als Abwehr gelesen. Das Museum nennt Schwangerschaft und Geburt als besonderen Schutzbereich, erwähnt aber auch spätere Bezüge von Bestattung und Wiedergeburt.
Der Herkunftseintrag dieses Amuletts lautet nur „Ägypten“. Wir können weder Besitzerin noch Haus, Tempel oder Grab als seinen konkreten Gebrauchsort benennen. Ein sprechendes Bildmotiv und eine historische Gebrauchsbiografie sind verschiedene Dinge.
Ein kleines Fayence-Amulett

Ein älteres Objekt erklärt sich nicht selbst
Auf einem viel älteren gebogenen Elfenbeinobjekt zählt das Met Taweret zu mehreren eingeritzten Gestalten, darunter Frosch, Krokodil und Bes. Das Objekt wird auf etwa 1850–1640 v. Chr. datiert. Aufgrund solcher Bilder und beschrifteter Vergleichsstücke wird die Gruppe mit Geburt und früher Kindheit verbunden. UCL hält die genaue Handhabung dieser sogenannten Geburtsstäbe aber für unbekannt. Der moderne Gattungsname ist keine überlieferte Gebrauchsanweisung.
Eine spätere Votivstele zeigt Taweret neben Mut von Isheru. Der Met-Katalog deutet sie als Bitte um Schutz rund um Schwangerschaft und Geburt. Die Stele ist ein anderer Bild- und Handlungstyp als das gebogene Elfenbein. Auf ihr erscheinen zwei Göttinnen nebeneinander; keine ist lediglich ein anderer Name der anderen.
Mehrere Gestalten auf Elfenbein

Taweret neben Mut von Isheru

Später größer und vielleicht für einen Tempel
Eine leuchtend blaugrüne, 11 Zentimeter hohe Statuette aus ptolemäischer Zeit führt die Mischgestalt in ein anderes Format. Das Met nennt die Gottheit „probably Taweret“: Die Identifikation bleibt also wahrscheinlich, nicht sicher. Auch ein Tempelgebrauch, vielleicht in einem Geburtshaus, ist eine Deutung aus Ausführung, Größe und Bildzeichen – kein durch einen solchen Fundort bewiesener Lebensweg des Objekts.
Vom Elfenbein über Stele und Amulett zur Statuette werden wiedererkennbare Formen sichtbar. Wir lesen daraus keine lückenlose Entwicklung und keinen einzigen Ritus, der überall gleich gewesen sein müsste. Jede Objektart ermöglicht eine andere, begrenzte Aussage.
Wahrscheinlich Taweret in ptolemäischer Zeit

Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Frühes mehrgestaltiges Elfenbeinobjekt
Met 556561, ca. 1850–1640 v. Chr.; Gebrauch offen.
Namentliche Taweret neben Mut
Met 544499, ca. 1386–1347 v. Chr.
Spätes Amulett
Met 545344, 664–332 v. Chr.; genauer Fundort unbekannt.
Wahrscheinlich Taweret
Met 544864, 332–30 v. Chr.; Tempelgebrauch nur vermutet.
Welche Zeit ist gemeint?
- Das gebogene Elfenbeinobjekt gehört in die Zeit um 1850–1640 v. Chr.
- Die Stele mit Taweret und Mut wird auf ca. 1386–1347 v. Chr. datiert.
- Das kleine Taweret-Amulett wird in die Zeit 664–332 v. Chr. datiert.
- Eine wahrscheinlich Taweret zeigende Statuette wird auf 332–30 v. Chr. datiert.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Taweret und verwandte Nilpferdgöttinnen in ägyptischen Schutz- und Kultbildern verschiedener Zeiten
- Verwendeter Ausschnitt
- The Met 86.1.91, 47.105.4, 04.2.365 und 26.7.1193; UCL zu Objekten der Geburt.
- Magic Wand, The Met 86.1.91
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1850–1640 v. Chr.
Gebogenes Elfenbeinobjekt mit Frosch, Taweret, Krokodil, geflügelter Katze, Bes, Schakal, Löwe und Pavian. Met deutet die Objektgruppe wegen Bildmotiven und benannter Kinder auf Vergleichsstücken als mit Geburt und früher Kindheit verbunden; Grabdeponierung könnte auf Wiedergeburt zielen. Länge 26,6 cm; Herkunft nur Ägypten, Ausgrabung 1885–86. Konkrete Handhabung dieses Exemplars nicht belegt.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; die kuratorischen Sätze stehen nur in der gelesenen Webdarstellung. Kein eigenständig identifizierter Gebrauchsvorgang. Abgerufen am 2026-09-30.
- Stele mit Taweret und Mut von Isheru, The Met 47.105.4
The Metropolitan Museum of Art · ca. 1386–1347 v. Chr.
Votivstele mit namentlich identifizierter Mut von Isheru und Taweret; kuratorische Deutung als Bitte um Geburtsschutz; Herkunft wahrscheinlich Deir el-Medina.
Wahrscheinliche Herkunft und Deutung sind keine sichere individuelle Nutzungsgeschichte; fotografische Reproduktion zeigt eine Stele, kein allgemeingültiges Mut-Porträt. Indexnotiz zur kuratorischen Webpassage, API separat archiviert. Abgerufen am 2026-09-30.
- Taweret Amulet, The Met 04.2.365
The Metropolitan Museum of Art · 664–332 v. Chr.
Taweret-Amulett aus Fayence, 5,1 cm hoch; Met nennt als Herkunft nur Ägypten. Met beschreibt Mischform aus Nilpferd-, Löwen-, Krokodil- und Menschenattributen und deutet ihren Schutzbezug auf Schwangerschaft und Geburt. Die Katalogseite nennt auch Bezüge zu Bestattung und Wiedergeburt; dieser Fund hat keinen gesicherten individuellen Tragekontext.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; Webtext zu Ikonografie und Funktion begrenzt notiert. Kein konkreter Besitz oder Gebrauch nachgewiesen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Hippo goddess, probably Taweret, The Met 26.7.1193
The Metropolitan Museum of Art · 332–30 v. Chr.
Met identifiziert die 11 cm hohe glasige Fayence-Statuette ausdrücklich nur als wahrscheinlich Taweret. Hybridgestalt, mutmaßlicher sa-Schutzzeichenbezug und wahrscheinlich verlorene Krone werden als kuratorische Deutung beschrieben. Außergewöhnliche Ausführung lässt laut Met eine Tempelverwendung vermuten, vielleicht in einem Geburtshaus; Herkunft nur Ägypten, kein gesicherter Tempelfund.
Indexnotiz der Weblektüre. API archiviert Objektmetadaten und Public-Domain-Status; Webtext zur Deutung begrenzt notiert. Wahrscheinliche Identifikation und vermuteter Einsatz nicht als sichere Fundgeschichte ausgeben. Abgerufen am 2026-09-30.
- Childbirth, Digital Egypt for Universities
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
UCL unterscheidet archäologische Funde, Bilder und schriftliche Zeugnisse für Geburt und Kindheit. Gebogene, mit Wesen bebilderte Elfenbeinobjekte des späten Mittleren Reichs haben keinen bekannten altägyptischen Gattungsnamen und keine erhaltene Erklärung ihrer genauen Gebrauchsweise. UCL warnt vor direkten Rückschlüssen aus Grabbeigaben auf Lebensalter oder Alltagssitten.
Indexnotiz der Weblektüre. Offizielle UCL-Webseite im Web gelesen; lokale Notiz statt vollständig archiviertem Webseitentext. Keine unmittelbare antike Gebrauchsanleitung. Abgerufen am 2026-09-30.
- Amulets, Digital Egypt for Universities
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
UCL erläutert amulettische Körperzierde und die schwer zu bestimmende Mischung aus religiöser, ästhetischer, wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. Bestattungsamulette haben eigene historische Kontexte; eine spätere Grabverwendung beweist keinen identischen Geburtsgebrauch. Die ältere Petrie-Klassifikation wird als historisch wirksam, aber methodisch problematisch dargestellt.
Indexnotiz der Weblektüre. Offizielle UCL-Webseite im Web gelesen; lokale Notiz statt vollständig archiviertem Webseitentext. Überblick, keine eigene Lektüre aller antiken Einzelzeugnisse. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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