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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Pelops: ein Sieg mit verschiedenen Vorgeschichten

Pelops gewinnt Hippodameia und die Herrschaft. Pindar erzählt göttliche Hilfe; die Epitome stellt die Bitte der Frau, Sabotage und einen Fluch daneben. Die Fassungen bewerten den Weg zum Sieg unterschiedlich.

4–5 Minuten Lesezeit

Pindar widerspricht der Mahlgeschichte

Pindar kündigt in seiner ersten Olympischen Ode an, Pelops anders als frühere Erzähler darzustellen. Poseidon wird von Liebe überwältigt und bringt den jungen Mann in den göttlichen Bereich. Ein neidischer Nachbar erklärt sein Verschwinden mit einer schlimmeren Geschichte: Man habe Pelops zerlegt, gekocht und bei einem Fest gegessen. Der Dichter lehnt es ausdrücklich ab, Götter als Menschenfresser zu bezeichnen.

Die Elfenbeinschulter bleibt trotzdem im Lied genannt. Diese Einzelheit lässt sich nicht als Erlaubnis nehmen, die zurückgewiesene Mahlgeschichte unbemerkt wieder als Pindars eigene Fassung einzusetzen. Die Epitome beginnt tatsächlich mit einem nach Schlachtung und Kochen wiederbelebten Pelops. Dieser kurze Absatz benennt jedoch nicht ausdrücklich, wer ihn geschlachtet oder welche Gottheit von ihm gegessen hat. Zwei Texte bieten hier unterschiedliche Zugänge, keine lückenlose gemeinsame Szene.

Der gefährliche Weg zur Ehe

Die Epitome beschreibt Oinomaos als Vater Hippodameias. Seine Haltung wird unterschiedlich begründet: Entweder begehrt er seine Tochter selbst, oder ein Orakel sagt ihm den Tod durch ihren künftigen Mann voraus. Hippodameia lässt sich vom Vater nicht zur Verbindung bewegen. Die Bewerber müssen mit ihr auf einem Wagen bis zum Isthmos fliehen; Oinomaos verfolgt sie bewaffnet und tötet sie, wenn er sie einholt.

Der Text nennt von Ares gegebene Waffen und Pferde und berichtet von ausgestellten Köpfen der getöteten Bewerber. Einige nennen zwölf Opfer; Pindars Pelopsrede nennt dreizehn. Die Zahlen werden hier als Angaben der jeweiligen Texte geführt. Sie sind keine zwei von der Ausstellung unabhängig gezählten historischen Serien.

Zwei Fassungen göttlicher Hilfe

Bei Pindar steht Pelops nachts allein am Meer und ruft Poseidon. Er erinnert an die frühere Beziehung und bittet um einen besonders schnellen Wagen und den Sieg. Der Gott gibt einen goldenen Wagen mit geflügelten, unermüdlichen Pferden. Darauf folgt der Erfolg gegen Oinomaos und die Ehe mit Hippodameia. Ein Wagenlenker Myrtilos wird in diesem Lied nicht als notwendiger heimlicher Helfer erzählt.

Auch die Epitome verbindet Poseidons Zuneigung mit einer Gabe. Ihr Wagen ist geflügelt und kann über das Meer fahren, ohne dass die Achsen nass werden. Doch die spätere Wettfahrt gewinnt Pelops dort mit einer weiteren Handlung. Ein göttliches Geschenk und die sabotierten Räder des Gegners gehören deshalb nicht automatisch in jede einzelne Erzählung des Sieges.

Hippodameia bittet, Myrtilos greift ein

In der Epitome verliebt sich Hippodameia in Pelops. Sie überredet Myrtilos, den Wagenlenker ihres Vaters, zu helfen. Myrtilos begehrt sie ebenfalls. Er setzt die Achsnägel nicht ein; Oinomaos verliert die Wettfahrt, gerät in die Zügel und wird zu Tode geschleift. Eine ausdrücklich genannte Alternative lässt ihn durch Pelops sterben. Im Sterben verflucht der Vater den Verräter.

Nach dem Sieg fährt Myrtilos mit dem Paar weiter. Als Pelops Wasser holt, versucht Myrtilos, Hippodameia zu vergewaltigen. Sie erzählt Pelops davon; dieser wirft den Helfer ins Meer. Myrtilos richtet nun seinen Fluch gegen das Haus des Pelops. Ihre Bitte um Hilfe beim Rennen ist im Text keine Zustimmung zu diesem späteren Angriff. Das hier gelesene Fenster erzählt weder Wachsstifte statt Achsnägel noch ein von Pelops gegebenes Versprechen einer Liebesnacht.

Herrschaft und Erinnerung folgen dem Sieg

Die Epitome lässt Pelops durch Hephaistos reinigen. Er kehrt nach Pisa zurück, übernimmt Oinomaos’ Herrschaft und unterwirft ein Gebiet, das er nach sich Peloponnes nennt. Das ist eine antike Herkunfts- und Herrschaftserzählung; sie ersetzt keinen heutigen historischen Nachweis für die Entstehung der ganzen Region.

Pindar richtet den Blick anders weiter: auf Pelops’ Söhne, sein verehrtes Grab am Alpheios und die Olympischen Spiele. Das Lied ehrt einen aktuellen Sieger und stellt dessen Erfolg in eine größere Erzählung von Ruhm und göttlicher Gunst. Pelops’ Profil hält diese Erinnerung neben die Gewaltfolge der Epitome. Der erzählte Erfolg beseitigt dort weder Myrtilos’ Tod noch den gegen das Haus gesprochenen Fluch.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Pindar widerspricht der Mahlgeschichte
Olympische Ode 1: Pelopsverschwinden und Gegenerzählung; Epitome 2.3

Der gefährliche Weg zur Ehe
Epitome 2.4–5; Olympische Ode 1: Pelops’ Bitte an Poseidon

Zwei Fassungen göttlicher Hilfe
Olympische Ode 1: nächtliche Bitte und Wagenfahrt; Epitome 2.3 und 2.6–7

Hippodameia bittet, Myrtilos greift ein
Epitome 2.6–8

Herrschaft und Erinnerung folgen dem Sieg
Epitome 2.9; Olympische Ode 1: sechs Söhne, Grab und Spiele

Belegte Beziehungen

  • Sohn des Tantalos: TantalosBelege [1] : Olympische Ode 1; Vater-/Sohnfolge innerhalb dieser Fassung.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Epitome zur Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Die Epitome wird von den hier benutzten Bibliothekeabschnitten unterschieden. Nur benannte Fenster der englischen Ausgabe gelesen, kein vollständiges Werk erschlossen.

Überlieferter Auszug; keine eigene Datierungs- oder Handschriftenprüfung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Epitome: Tantalos und Pelops mit Myrtilos

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1921; Bibliotheke Epitome 2.1–9 vollständig, vor 2.10; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pindar: erste Olympische Ode

Pelops- und Tantaloserzählung im Zusammenhang eines Siegesliedes; erste Ode als eigenes Werk innerhalb der Olympischen Oden.

Antikes Siegeslied für Hieron; kein präzises Entstehungsjahr aus Myers’ Vorspann übernommen.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pindar: Pelops und eine ausdrücklich korrigierte Geschichte

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1904; erste Ausgabe 1874; Olympische Ode 1 vollständig einschließlich Myers-Vorspann und Fußnoten 1–7; kein Altgriechisch. Titelblatt1904/erste Ausgabe 1874 tatsächlich gelesen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte griechische Textfassungen.
Verwendeter Ausschnitt
Epitome 2.3–9 im Vergleich mit Pindars erster Olympischer Ode.
  1. Pindar: Pelops und eine ausdrücklich korrigierte Geschichte

    Pindar; Ernest Myers · 1904; erste Ausgabe 1874

    Olympische Ode 1 vollständig einschließlich Myers-Vorspann und Fußnoten 1–7; kein Altgriechisch. Titelblatt 1904 / erste Ausgabe 1874 tatsächlich gelesen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Epitome: Tantalos und Pelops mit Myrtilos

    Pseudo-Apollodor; J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke Epitome 2.1–9 vollständig, vor 2.10; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Die verlinkten Übersetzeranmerkungen sind nicht Teil dieses Nachweises. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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