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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Naunet: eine benannte Partnerin, keine erfundene Biografie

Naunet steht bei UCL ausdrücklich neben Nun im Paar der Wasserweite. Frankfort nennt sie in einer späteren Amduat-Paraphrase erneut. Mehr Einzelhandlung belegen diese gelesenen Stellen nicht.

2–3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Der Name steht da – die Geschichte nicht

Naunet ist in der von UCL erläuterten Liste keine ungenannte Begleiterin. Sie steht ausdrücklich neben Nun als weiblicher Name des Wasserweiten-Paars. UCL erklärt die Paarbildung als eine Weise, den Zustand vor der Schöpfung in männlichen und weiblichen Gestalten zu fassen. Für dieses Paar nennt der Überblick Wasserweite und das Fehlen festen Bodens.

Die gelesene Passage gibt Naunet jedoch keine eigene Rede, Reise oder Genealogie. Eine solche Einzelhandlung aus der Paarstruktur zu erfinden, würde eine Lücke im Belegmaterial verdecken. Das kurze Profil macht gerade diese Grenze sichtbar und lässt Naunet trotzdem als Namen auffindbar bleiben.

Naunet in der von UCL geordneten Viererliste

Vier Karten zeigen Nun und Nunet, Heh und Hehet, Kek und Keket sowie Tenem und Tenemet als Paare vor der Schöpfung. Darunter steht, dass Amun und Amunet später häufig das vierte Paar ersetzen.
Heutige Lesegrafik nach UCL Digital Egypt: vier Paare vor der Schöpfung und der spätere häufige Austausch von Tenem/Tenemet gegen Amun/Amunet. Die Zuordnung der frühen Liste zu Sargtext 76 stammt von UCL; keine antike Abbildung oder zeitlos feste Paarliste. Bildnachweis

Ein zweiter Zusammenhang, kein zweites Kapitel derselben Erzählung

Frankfort referiert auf gedruckter Seite 156 seiner Studie von 1948 eine Amduat-Passage, in der nach seiner Paraphrase Nun und Naunet zusammen mit Kuk und Kauket bei der Wiedergeburt der Sonne vorkommen. Dieser spätere Sonnenfahrtbezug zeigt, dass Naunets Name nicht nur in der von UCL besprochenen frühen Liste begegnet.

Wir haben an dieser Stelle Frankforts Deutung gelesen, nicht selbst den Wortlaut eines konkreten Amduat-Trägers oder dessen Bildprogramm geprüft. Deshalb lässt sich aus seiner kurzen Paraphrase kein persönlicher Lebenslauf Naunets und auch kein gesichertes Porträt ableiten.

Warum eine eigene Seite sinnvoll bleibt

Naunet ist nicht bloß ein Stichwort hinter Nun: Wer die Paarliste liest, muss beide Namen erfassen, und wer nach Naunet sucht, braucht die Grenze zwischen früher Liste, späterem Textbezug und fehlendem Einzelbild. Die hier gezeigte Grafik ist eine moderne Ordnung dieser Angaben, keine antike Darstellung der Gestalt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Namentliche Partnerin Nuns
UCL, ‘Before creation’, Paar Nun/Nunet.

Nennung im späteren Amduat-Bezug
Frankfort 1948, gedruckte S. 156, ohne hier bestimmten Einzelträger.

Welche Zeit ist gemeint?

  • UCL ordnet das Paar Nun/Nunet einer frühen Liste zu, die es Sargtext 76 zuschreibt; keine hier selbst gelesene altägyptische Einzelhandschrift.
  • Frankforts 1948 gedruckte Amduat-Paraphrase verwendet den Namen in einem späteren, anderen Zusammenhang.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Naunet/Nunet als namentlich benannte Partnerin Nuns in der von UCL erläuterten Achtheit; Frankforts späterer Amduat-Bezug getrennt
Verwendeter Ausschnitt
UCL Digital Egypt, ‘Before creation’, Nun/Nunet; Frankfort 1948, gedruckte S. 156, als davon getrennter späterer Bezug.
  1. Gods and goddesses in Ancient Egypt: creation

    University College London, Digital Egypt for Universities · Institutionelle Digitalseite, 2002

    Vollständige öffentliche Übersicht zu unterschiedlichen Schöpfungsmetaphern, Gruppierungen der Gottheiten, Osiris-Horus-Seth-Bezügen und ausdrücklicher Warnung vor einer einzigen kombinierten altägyptischen Gesamterzählung gelesen.

    UCL synthetisiert viele Textsorten und Epochen; die Übersicht ist kein antiker Einzelzeuge. Konkrete Handlung nur aus jeweils einzeln benannten Texten oder Objekten ableiten, insbesondere Horusformen und Seths Sonnenbarkenrolle nicht aus der genealogischen Übersicht einebnen. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Frankfort 1948: Nun und die Acht im Amduat-Kontext

    Henri Frankfort; Institute for the Study of Ancient Cultures · Chicago 1948; Phoenix-Ausgabe 1978

    Henri Frankfort, Kingship and the Gods (1948), gedruckte S. 154–156 (PDF-S. 192–194): historische Forschungsdeutung zu Nun/Naunet und der Acht; auf S. 156 paraphrasiert er einen Abschnitt aus dem Amduat über Nun/Naunet und Kuk/Kauket bei der Wiedergeburt der Sonne.

    Frankforts 1948er Synthese ist keine eigene Hieroglyphenlektüre und nennt für den Amduat-Auszug hier keinen konkret autopsierten Träger. Seine Bedeutungszuordnung zu Kuk/Kauket und Huh/Hauhet widerspricht der späteren UCL-Einordnung; nicht als sichere Etymologie übernehmen. ISAC-PDF CC BY-NC-ND: nur eng paraphrasieren und offiziell verlinken. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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