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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Mnevis: ein Stier von Heliopolis

Eine ausgegrabene Bronzestatuette aus Heliopolis trägt Mnevis’ Namen im Museumskatalog. Spätere Denkmäler nennen Osiris-Mnevis oder einen Mnevis-Tempel, zeigen aber andere Gottheiten.

2 Minuten Lesezeit

Ein kleiner Fund mit festem Ort

Das Museo Egizio katalogisiert die Bronze Suppl. 2913 als schreitenden Mnevis-Stier. Zwischen den Hörnern trägt die Figur eine Sonnenscheibe mit Uräus. Sie ist nur 1,6 Zentimeter hoch und gehört in die Spätzeit, 712 bis 332 v. Chr. Als Herkunft nennt der Katalog Heliopolis und Ernesto Schiaparellis Grabung von 1903 bis 1906.

Damit gibt es einen lokalen Bildbeleg, aber keinen Anlass, die Figur für Apis aus Memphis zu halten. Das Turiner Objektfoto wird mangels klarer Nachnutzungslizenz nicht auf dieser Seite gehostet; der Katalog ist als Quelle verlinkt.

Nektanebos Falke nennt einen anderen Gott

Eine Statue Nektanebos’ II. aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. zeigt den König unter einem mächtigen Horusfalken. Das Met berichtet, dass die Basis Nektanebo und Osiris-Mnevis nennt; eine Aufstellung im Heiligtum von Heliopolis wäre möglich. Die genaue Herkunft aus einem Mnevis-Stiergrab ist im Katalog nur überliefert, nicht gesichert.

Der Falke bleibt deshalb Horus. Wer das Denkmal als Mnevis-Bild etikettiert, verwechselt eine Inschrift mit der dargestellten Figur. Ähnlich zeigt eine wohl ursprünglich für einen Mnevis-Tempel bestimmte Schutzstele den kindlichen Horus und weitere Schutzfiguren, nicht Mnevis als Stier.

Eine Grenze des Vergleichs

Apis und Mnevis teilen das Tiermotiv, gehören aber zu verschiedenen Städten und Überlieferungskontexten. Die hier gelesenen Zeugnisse erlauben einen Vergleich von Ort, Bildträger und Namen. Sie belegen keine gemeinsame Biografie aller heiligen Stiere und keine lückenlose Reihe einzelner Mnevis-Tiere.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Mnevis-Statuette aus Heliopolis
Museo Egizio Suppl. 2913.

Osiris-Mnevis im königlichen Inschriftenkontext
The Met 34.2.1 und 50.85.

Welche Zeit ist gemeint?

  • Mnevis-Bronzestatuette aus Heliopolis, Spätzeit.
  • Nektanebo-Denkmäler mit Bezug auf Osiris-Mnevis und den Tempel.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Ägyptischer Stierkult in Heliopolis und spätere lokale Inschriften
Verwendeter Ausschnitt
Museo Egizio Suppl. 2913; The Met 34.2.1 und 50.85.
  1. Mnevis bull statuette, Suppl. 2913

    Museo Egizio, Torino · 712–332 v. Chr.

    Die kleine Bronzestatuette eines schreitenden Mnevis trägt Sonnenscheibe und Uräus zwischen den Hörnern. Der Katalog nennt Heliopolis als Fundort und Schiaparellis Grabung von 1903–1906.

    Indexnotiz der Weblektüre. Nur Katalogbeschreibung gelesen; keine gesicherte Lizenz für die Objektfotos, daher keine lokale Bildübernahme. Abgerufen am 2026-09-30.

  2. Statue of Horus protecting King Nectanebo II, 34.2.1

    The Metropolitan Museum of Art · 360–343 v. Chr.

    Die Basis nennt Nektanebos II. und Osiris-Mnevis; der sichtbare Falke ist Horus, kein Mnevis-Bild. Eine Aufstellung im Heiligtum von Heliopolis wird als Möglichkeit behandelt; Herkunft aus einem Mnevis-Stiergrab ist nur überliefert.

    Indexnotiz der Weblektüre. Nicht als Mnevis-Porträt oder gesicherter Fund aus dem Mnevis-Grab ausgeben. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. Magical Stela with Horus the Child, 50.85

    The Metropolitan Museum of Art · 360–343 v. Chr.

    Die Stele zeigt Horus als Kind mit gefährlichen Tieren und Schutzsprüchen; sie wurde für den Priester Esatum gefertigt. Das Met nennt einen Tempel der Mnevis-Stiere in Heliopolis nur als wahrscheinlichen ursprünglichen Standort.

    Indexnotiz der Weblektüre. Horusbild nicht als Mnevis-Bild ausgeben; Tempelherkunft nur wahrscheinlich und keine eigene Lesung der dreizehn Sprüche. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Apis figure inscribed for Padishernefer, O.C.696

    The Metropolitan Museum of Art · 664–200 v. Chr.

    Die 6,2 cm hohe kupferlegierte Weihfigur zeigt Apis mit Sonnenscheibe; auf der Basis stehen Spender und Eltern. Der Met-Text unterscheidet jeweils einen lebenden Apis-Stier bei Ptahs Tempel in Memphis, seine Bestattung nach dem Tod und die Wahl eines Nachfolgers. Die Apis-Bestattungen entwickelten sich seit Amenophis III. zu den Galerien des Serapeums in Saqqara.

    Indexnotiz der Weblektüre. Die Figur ist kein Porträt eines identifizierten lebenden Stiers; Spendername nicht als Name eines Apis-Stiers lesen. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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