Ein lebendes Tier, immer nur für seine eigene Zeit
Der Met-Katalog beschreibt den Apis-Kult seit der 1. Dynastie. Ein einzelner lebender Stier wurde nach besonderen Körpermerkmalen ausgewählt und bei Ptahs Tempel in Memphis gehalten. Nach seinem Tod wurde er einbalsamiert und bestattet; darauf folgte die Auswahl eines neuen Tieres. „Apis“ bezeichnet in solchen Aussagen also keinen einzigen über Jahrtausende lebenden Stier.
Seit der Herrschaft Amenophis’ III. entwickelten sich die Bestattungen in Saqqara zu ausgedehnten unterirdischen Galerien, die Serapeum genannt werden. Der Name eines Grabkomplexes ist aber noch kein Beleg dafür, wie eine bestimmte tragbare Stierfigur genutzt wurde.
Padishernefers kleine Gabe
Die kupferlegierte Figur O.C.696 ist nur 6,2 Zentimeter hoch und entstand zwischen 664 und 200 v. Chr. Auf ihrer Basis nennt die Inschrift nach dem Met den Spender Padishernefer und dessen Eltern. Das Objekt bezeugt somit eine Person, die ein Apis-Bild stiftete, nicht den Namen eines bestimmten lebenden Stiers.
Der Stier schreitet auf einer rechteckigen Basis. Im selbst gehosteten Seitenfoto ist die Form gut erkennbar; eine Sonnenscheibe ist aus dieser Seitenansicht nur kantenhaft zu sehen. Der Katalog beschreibt das Bildzeichen, doch die Fotografie allein trägt keine sichere Detaillektüre der Basisinschrift.
Eine Weihfigur, kein Porträt eines benannten lebenden Apis

Warum „Serapeum“ nicht einfach Serapis bedeutet
UCL beschreibt in der memphitischen Nekropole einen späteren Serapis-Tempel neben den Apis-Bestattungsstätten. Damit liegen Kultorte nahe beieinander, doch Apis als lebender Stier, seine Begräbnisgalerien und die spätere Serapis-Gestalt sind verschiedene Gegenstände der Überlieferung. Der räumliche Zusammenhang erklärt ihre Verbindung, er hebt die Unterschiede nicht auf.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Lebender Apis in Memphis
The Met O.C.696, Katalogtext.
Saqqara und spätere Nähe zu Serapis
Met Serapeum und UCL Serapis-Tempel.
Welche Zeit ist gemeint?
- Unterirdische Apis-Bestattungen im Serapeum seit der 18. Dynastie.
- Weihfigur des Padishernefer aus Spät- bis Ptolemäerzeit.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Ägyptischer Apis-Kult in Memphis und seinen Bestattungsstätten
- Verwendeter Ausschnitt
- The Met O.C.696 und UCL, Serapis in Memphis.
- Apis figure inscribed for Padishernefer, O.C.696
The Metropolitan Museum of Art · 664–200 v. Chr.
Die 6,2 cm hohe kupferlegierte Weihfigur zeigt Apis mit Sonnenscheibe; auf der Basis stehen Spender und Eltern. Der Met-Text unterscheidet jeweils einen lebenden Apis-Stier bei Ptahs Tempel in Memphis, seine Bestattung nach dem Tod und die Wahl eines Nachfolgers. Die Apis-Bestattungen entwickelten sich seit Amenophis III. zu den Galerien des Serapeums in Saqqara.
Indexnotiz der Weblektüre. Die Figur ist kein Porträt eines identifizierten lebenden Stiers; Spendername nicht als Name eines Apis-Stiers lesen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Memphis: Plaster head of Serapis, UC 50470
University College London, Digital Egypt for Universities · UCL-Webfassung, gelesen 2026-09-30
UCL nennt Alexandria als dynastischen Kultort und einen Serapis-Tempel bei den Apis-Bestattungen im memphitischen Saqqara. Imhotep wurde dort mit Asklepios gleichgesetzt; die Seite unterscheidet frühe ptolemäische Kultgeschichte und römische Datierung des abgebildeten Kopfes. Die Sinope-Statue ist eine von antiken Autoren berichtete Traumerzählung.
Indexnotiz der Weblektüre. Der Kopf UC 50470 ist römisch, nicht der ptolemäische Kultbeginn; Sinope-Traum nicht als historisches Ereignis behaupten; UCL-Bildrechte ungeklärt. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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