Die größte Beute
Mirrigan heißt im englischen Mathews-Text Mirragañ und wird als tiger cat, ein heimisches Beuteltier, beschrieben. Er ist ein erfolgreicher Fischer und sucht besonders große Fische. Der ungewöhnliche Glanz von Gurangatchs Auge weckt seine Aufmerksamkeit. Er will ihn fangen, obwohl Speer und die ins Wasser gebrachte Rinde nicht zum gewünschten Ergebnis führen.
Seine Beharrlichkeit treibt die Erzählung an. Ohne den Angriff hätte Gurangatch keinen Anlass, den Ruheplatz zu verlassen. Mirrigan schafft aber nicht jeden Wasserweg selbst: Die Aufgaben der beiden Hauptfiguren bleiben verschieden. Verfolgung und Flucht formen die Handlung gemeinsam.
Werkzeuge, Warnung und eigene Grenzen
An den Höhlen versucht Mirrigan den Verfolgten mit einer langen Stange aus dem Versteck zu treiben. Später begegnet die Geschichte seiner Familie, die vor der herankommenden Wasserbewegung flieht. Seine Frau schilt ihn wegen seines Angriffs und verlangt, dass er aufhört. Er lässt sich nicht umstimmen.
Der Jäger schlägt im weiteren Kampf mit einer Keule, während Gurangatch mit dem Schwanz zurückschlägt. Doch auch Mirrigan ermüdet. Als der Verfolgte bei seinen Verwandten Schutz gefunden hat, braucht der Jäger Unterstützung. Zuvor errichtet er eine Felswand, um eine Rückkehr des Gegners zu verhindern. Die Figur, die verfolgen kann, kann den tiefen Zufluchtsort nicht allein überwinden.
Die Taucher entscheiden über das Ergebnis
Bei seinen Freunden schlägt Mirrigan angebotene kleinere Aale aus. Er verlangt die besten Taucher für seine große Beute. Vier benannte Helfer kommen mit. Zwei erreichen den Grund nicht; ein weiterer bringt Fische herauf, die Mirrigan zurückweist. Billagoola schließlich holt ein Stück vom Rücken des großen Gurangatch.
Mirrigan erkennt darin die gesuchte Beute und feiert mit den Helfern ein Mahl. Anschließend kehren sie heim. Sein Anspruch ist nicht dasselbe wie ein vollständig erbeuteter oder ausdrücklich getöteter Gegner. Der Erzähltext lässt die Folgen für Landschaft und Wasserbewohner über das Mahl hinausreichen.
Ein heutiger Zusammenhang bleibt eigenständig
Die NPWS-Beschreibung gemeinsamer Arbeit mit Gundungurra nennt die Geschichte als Teil einer bis heute bedeutsamen kulturellen Landschaft. Sie beschreibt auch Sprach- und Bildungsprojekte. Das ist ein gegenwärtiger Rahmen, keine Ergänzung von Mirrigans Abenteuern.
Das Profil ist deshalb kein Urteil über alle Gundungurra-Werte aus einer einzigen Figur. Es zeigt, wie dieser Text Ausdauer, Angriff, Widerspruch und Abhängigkeit von Helfern verteilt. Die warnende Stimme seiner Frau und die Arbeit der Taucher gehören zu dieser Perspektive dazu.
Weiterdenken
Was verändert sich, wenn man die Landschaftsgeschichte aus der Perspektive des beharrlichen Verfolgers liest?
Die Figur in ihren Quellen
Mirragañ / Mirrigan
Belegstelle im bezeichneten Text
S. 133–136
Heutige Namensform Mirrigan
Projektüberschrift; keine Gleichsetzung vollständiger Film- und Druckfassungen.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Some Mythology of the Gundungurra Tribe, New South Wales
Historische englische Erzählaufzeichnung von R. H. Mathews nach Gundungurra-Auskunft; historische Vermittlung, keine heutige autorisierte Gesamtfassung.
1908, Zeitschrift für Ethnologie 40, S. 203–206; hier gelesen im Nachdruck 2007, S. 133–137.
Sprache: Englisch
Benutzte Ausgabe
Some Mythology… im Sammelband Culture in Translation, 2007
Tatsächlich gelesener Nachdruck des englischen Texts von 1908 mit unterscheidbaren Endnoten. Kein neuer deutscher Übersetzungstext und keine Kollation des Originaldrucks.
ANU Press 2007; gedruckte S. 133–137, fünfseitiger Kapitel-PDF.
Sprache: Englisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Verwendeter Ausschnitt
- Lokale Figur im vollständig gelesenen historischen Erzähltext; Namensform Mirragañ nach Quelle, Mirrigan als aktueller Vermittlungszugang. Keine allgemeine australische Jägergottheit.
- Some Mythology of the Gundungurra Tribe, New South Wales
R. H. Mathews; Nachdruck herausgegeben von Martin Thomas, 2007
Vollständige fünf PDF-Seiten, gedruckte S. 133–137, Erzähltext und Endnoten.
Englische Aufzeichnung von 1908, gelesen im Nachdruck 2007. Kein Originaldruck oder Gundungurra-Sprachmitschnitt; moderne Anmerkungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-15.
- Introduction: Mythology, Culture in Translation
Martin Thomas
Vollständige acht PDF-Seiten, gedruckte S. 125–132 samt Endnoten.
Die Einleitung und ihre Endnoten, kein vollständiger Sammelband. Die allgemeine Editionskritik beweist keine beliebige Einzelkorrektur einer Erzählstelle. Abgerufen am 2026-10-15.
- Note on Text, Culture in Translation
Martin Thomas, Mathilde de Hauteclocque, Christine Winter
Vollständige zwei PDF-Seiten, gedruckte xiii–xiv.
Allgemeine Editionspolitik. Daraus wird keine andere Originalsprache des englisch veröffentlichten Mythologietextes abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-15.
- Gundungurra joint management program
NSW National Parks and Wildlife Service; Beschreibung des gemeinsamen Programms
Vollständiger Haupttext zu Ngurra, ILUA und Gemeinschaftsprojekten.
Öffentliche Programmbeschreibung. Kein Vertragstext und keine heutige Veranstaltungsbestätigung; keine eigene Gemeinschaftskonsultation. Abgerufen am 2026-10-15.
- Gurangatch and Mirrigan: Projekt und Credits
Dinalie Dabarera; Erzählcredit Kazan Brown und Gundungurra community
Vollständige Projektbeschreibung, Produktionscredits und Szenenüberschriften.
Projektbeschreibung und Credits. Film, Storyboards und Bilder wurden nicht ausgewertet oder übernommen; keine Gleichsetzung der gesamten Film- und Druckfassung. Abgerufen am 2026-10-15.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-15. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.

