Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Mirrigan: Der Jäger, der nicht aufhört

Mirrigan verfolgt Gurangatch trotz Widerstand und Warnung. Für den Zugriff auf die große Beute braucht er schließlich vier benannte Taucher.

4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Fünf Zeilen vergleichen Mirrigans fortgesetzte Verfolgung mit Gurangatchs Flucht, Gegenwehr und Suche nach Schutz. Die Warnung der Frau, benötigte Helfer und der nicht eindeutig erzählte Tod sind gesondert genannt.

Zwei Perspektiven auf dieselbe Verfolgung

Angriff und Flucht

Mirrigan: verfolgen und Hilfe verlangen: Ein Speerversuch misslingt; Rinde soll Gurangatch aus dem Wasser treiben. Gurangatch: entkommen und Schutz suchen: Gurangatch entkommt; im erzählten Verlauf folgt ihm das Wasser durch aufgerissenen Boden.

Zur benannten Quelle

Eine Warnung

Mirrigan: verfolgen und Hilfe verlangen: Die eigene Frau fordert Mirrigan auf, die Verfolgung aufzugeben. Gurangatch: entkommen und Schutz suchen: Gurangatch bleibt den fortgesetzten Angriffen ausgesetzt.

Zur benannten Quelle

Gegenwehr

Mirrigan: verfolgen und Hilfe verlangen: Mirrigan setzt die Jagd trotz eigener Grenzen fort. Gurangatch: entkommen und Schutz suchen: Gurangatch wehrt sich mit dem Schwanz und ist zugleich erschöpft und verletzt.

Zur benannten Quelle

Hilfe wird nötig

Mirrigan: verfolgen und Hilfe verlangen: Mirrigan bittet Freunde um ihre besten Taucher. Gurangatch: entkommen und Schutz suchen: Gurangatch bittet Verwandte um Beistand; kleinere Fische versuchen später, ihn zu schützen.

Zur benannten Quelle

Der erzählte Schluss

Mirrigan: verfolgen und Hilfe verlangen: Der letzte Taucher bringt ein Stück Fleisch; Mirrigan erhält ein Mahl. Gurangatch: entkommen und Schutz suchen: Der Text erklärt keinen eindeutigen Tod; am Ende richtet er den Blick auf Nachkommen im Wasser.

Zur benannten Quelle

Eigene Handlungsübersicht zum1908 aufgezeichneten Gundungurra-Text, gelesen im englischen Nachdruck2007,S.133–136. Keine historische Bilddarstellung, Karte oder Kopie heutiger Storyboards. Grafik vergrößern Textgrundlage

Die größte Beute

Mirrigan heißt im englischen Mathews-Text Mirragañ und wird als tiger cat, ein heimisches Beuteltier, beschrieben. Er ist ein erfolgreicher Fischer und sucht besonders große Fische. Der ungewöhnliche Glanz von Gurangatchs Auge weckt seine Aufmerksamkeit. Er will ihn fangen, obwohl Speer und die ins Wasser gebrachte Rinde nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

Seine Beharrlichkeit treibt die Erzählung an. Ohne den Angriff hätte Gurangatch keinen Anlass, den Ruheplatz zu verlassen. Mirrigan schafft aber nicht jeden Wasserweg selbst: Die Aufgaben der beiden Hauptfiguren bleiben verschieden. Verfolgung und Flucht formen die Handlung gemeinsam.

Nachlesen: [1] S. 133–134

Werkzeuge, Warnung und eigene Grenzen

An den Höhlen versucht Mirrigan den Verfolgten mit einer langen Stange aus dem Versteck zu treiben. Später begegnet die Geschichte seiner Familie, die vor der herankommenden Wasserbewegung flieht. Seine Frau schilt ihn wegen seines Angriffs und verlangt, dass er aufhört. Er lässt sich nicht umstimmen.

Der Jäger schlägt im weiteren Kampf mit einer Keule, während Gurangatch mit dem Schwanz zurückschlägt. Doch auch Mirrigan ermüdet. Als der Verfolgte bei seinen Verwandten Schutz gefunden hat, braucht der Jäger Unterstützung. Zuvor errichtet er eine Felswand, um eine Rückkehr des Gegners zu verhindern. Die Figur, die verfolgen kann, kann den tiefen Zufluchtsort nicht allein überwinden.

Nachlesen: [1] S. 134–136

Die Taucher entscheiden über das Ergebnis

Bei seinen Freunden schlägt Mirrigan angebotene kleinere Aale aus. Er verlangt die besten Taucher für seine große Beute. Vier benannte Helfer kommen mit. Zwei erreichen den Grund nicht; ein weiterer bringt Fische herauf, die Mirrigan zurückweist. Billagoola schließlich holt ein Stück vom Rücken des großen Gurangatch.

Mirrigan erkennt darin die gesuchte Beute und feiert mit den Helfern ein Mahl. Anschließend kehren sie heim. Sein Anspruch ist nicht dasselbe wie ein vollständig erbeuteter oder ausdrücklich getöteter Gegner. Der Erzähltext lässt die Folgen für Landschaft und Wasserbewohner über das Mahl hinausreichen.

Nachlesen: [1] S. 136

Ein heutiger Zusammenhang bleibt eigenständig

Die NPWS-Beschreibung gemeinsamer Arbeit mit Gundungurra nennt die Geschichte als Teil einer bis heute bedeutsamen kulturellen Landschaft. Sie beschreibt auch Sprach- und Bildungsprojekte. Das ist ein gegenwärtiger Rahmen, keine Ergänzung von Mirrigans Abenteuern.

Das Profil ist deshalb kein Urteil über alle Gundungurra-Werte aus einer einzigen Figur. Es zeigt, wie dieser Text Ausdauer, Angriff, Widerspruch und Abhängigkeit von Helfern verteilt. Die warnende Stimme seiner Frau und die Arbeit der Taucher gehören zu dieser Perspektive dazu.

Weiterdenken

Was verändert sich, wenn man die Landschaftsgeschichte aus der Perspektive des beharrlichen Verfolgers liest?

Die Figur in ihren Quellen

Mirragañ / Mirrigan

Belegstelle im bezeichneten Text
S. 133–136

Heutige Namensform Mirrigan
Projektüberschrift; keine Gleichsetzung vollständiger Film- und Druckfassungen.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Some Mythology of the Gundungurra Tribe, New South Wales

Historische englische Erzählaufzeichnung von R. H. Mathews nach Gundungurra-Auskunft; historische Vermittlung, keine heutige autorisierte Gesamtfassung.

1908, Zeitschrift für Ethnologie 40, S. 203–206; hier gelesen im Nachdruck 2007, S. 133–137.

Sprache: Englisch

Benutzte Ausgabe

Some Mythology… im Sammelband Culture in Translation, 2007

Tatsächlich gelesener Nachdruck des englischen Texts von 1908 mit unterscheidbaren Endnoten. Kein neuer deutscher Übersetzungstext und keine Kollation des Originaldrucks.

ANU Press 2007; gedruckte S. 133–137, fünfseitiger Kapitel-PDF.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Verwendeter Ausschnitt
Lokale Figur im vollständig gelesenen historischen Erzähltext; Namensform Mirragañ nach Quelle, Mirrigan als aktueller Vermittlungszugang. Keine allgemeine australische Jägergottheit.
  1. Some Mythology of the Gundungurra Tribe, New South Wales

    R. H. Mathews; Nachdruck herausgegeben von Martin Thomas, 2007

    Vollständige fünf PDF-Seiten, gedruckte S. 133–137, Erzähltext und Endnoten.

    Englische Aufzeichnung von 1908, gelesen im Nachdruck 2007. Kein Originaldruck oder Gundungurra-Sprachmitschnitt; moderne Anmerkungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-10-15.

  2. Introduction: Mythology, Culture in Translation

    Martin Thomas

    Vollständige acht PDF-Seiten, gedruckte S. 125–132 samt Endnoten.

    Die Einleitung und ihre Endnoten, kein vollständiger Sammelband. Die allgemeine Editionskritik beweist keine beliebige Einzelkorrektur einer Erzählstelle. Abgerufen am 2026-10-15.

  3. Note on Text, Culture in Translation

    Martin Thomas, Mathilde de Hauteclocque, Christine Winter

    Vollständige zwei PDF-Seiten, gedruckte xiii–xiv.

    Allgemeine Editionspolitik. Daraus wird keine andere Originalsprache des englisch veröffentlichten Mythologietextes abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-15.

  4. Gundungurra joint management program

    NSW National Parks and Wildlife Service; Beschreibung des gemeinsamen Programms

    Vollständiger Haupttext zu Ngurra, ILUA und Gemeinschaftsprojekten.

    Öffentliche Programmbeschreibung. Kein Vertragstext und keine heutige Veranstaltungsbestätigung; keine eigene Gemeinschaftskonsultation. Abgerufen am 2026-10-15.

  5. Gurangatch and Mirrigan: Projekt und Credits

    Dinalie Dabarera; Erzählcredit Kazan Brown und Gundungurra community

    Vollständige Projektbeschreibung, Produktionscredits und Szenenüberschriften.

    Projektbeschreibung und Credits. Film, Storyboards und Bilder wurden nicht ausgewertet oder übernommen; keine Gleichsetzung der gesamten Film- und Druckfassung. Abgerufen am 2026-10-15.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-15. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.