Der Name bezeichnet zwei verschiedene Könige
Im thebanischen Zusammenhang ist Kreon ein Sohn des Menoikeus und Bruder Iokastes. In König Ödipus bringt er die Antwort aus Delphi, wird einer Verschwörung bezichtigt und gewinnt am Schluss Verfügung über den geblendeten König. Antigone zeigt ihn nach dem Tod der Brüder als Herrscher der Stadt.
Ein anderer Kreon regiert Korinth. In der Bibliotheke verlobt er seine Tochter Glauke mit Jason. Medeas vergiftetes Kleid tötet die Tochter und den Vater, der ihr zu Hilfe kommt. Dieser Vater Glaukes ist nicht der thebanische Bruder Iokastes. Das Figurenregister führt beide ausdrücklich getrennt; diese Seite entwickelt vor allem die unterschiedlichen thebanischen Dramen.
Vor dem Urteil verlangt er eine Prüfung
Ödipus wirft Kreon im gleichnamigen Drama vor, mit Teiresias gegen ihn zu arbeiten. Kreon antwortet, dass er schon Einfluss besitze, ohne die Lasten des Königtums tragen zu müssen. Er fordert Ödipus auf, die Nachricht aus Delphi zu überprüfen und nicht ohne Beweis über ihn zu urteilen.
Iokaste unterstützt seinen Unschuldsschwur. Ödipus gibt nach, behält aber seinen Verdacht. Im Schluss verfügt Kreon über die nächsten Schritte, befragt vor einer Verbannung nochmals den Gott und beendet Ödipus’ Begegnung mit den Töchtern. Diese wechselnde Stellung ist wichtig: Der später bekannte Verbotsgeber tritt hier zunächst selbst gegen eine unbelegte Verurteilung auf.
Als Herrscher verlangt er Gehorsam
In Antigone stellt Kreon die Stadt über private Bindungen. Eteokles soll geehrt, Polyneikes als Angreifer unbestattet bleiben. Antigones Verstoß deutet er zugleich als Bedrohung seiner männlichen Herrschaft. Haimons Hinweis auf die Meinung anderer Bürger und seine Forderung, zuzuhören, weist er zurück.
Erst Teiresias’ Warnung und der Rat des Chors bewegen ihn zur Umkehr. Die Bestattung des Toten und der Versuch, Antigone zu befreien, kommen zu spät: Antigone, Haimon und Eurydike sind am Ende tot. Kreon erkennt seine Verantwortung. Seine Behauptung, die Stadt zu schützen, wird an den tatsächlichen Folgen geprüft; das Stück macht bloßen Gehorsam nicht zur erfolgreichen Regierungsform.
Für das eigene Kind zieht er eine andere Grenze
Euripides’ Phönizierinnen geben Kreon einen anders gelagerten Konflikt. Teiresias fordert den Tod seines Sohnes Menoikeus als Voraussetzung für die Rettung der Stadt. Kreon lehnt die Tötung des eigenen Kindes ab und will den Sohn außer Landes bringen. Menoikeus täuscht Zustimmung vor, entscheidet sich aber selbst für seinen Tod.
Damit lässt sich der Kreon aller Dramen nicht mit einem einzigen Satz wie „Für ihn geht der Staat immer über die Familie“ zusammenfassen. Die Werke ordnen seine Bindungen verschieden. Auch die Überlieferung der Phönizierinnen ist textkritisch umstritten; hier werden benannte Szenen der Coleridge-Lesefassung gelesen, keine ursprüngliche griechische Gesamtfassung rekonstruiert. Die Forderung nach einem Kindstod wird als erzählter Konflikt beschrieben, nicht als vorbildliche Lösung.
Die Figur in ihren Quellen
Kreon von Theben
Sohn des Menoikeus und Bruder Iokastes; ausdrücklich verschieden vom korinthischen Vater Glaukes.
Thebanische Dramen
Beweisforderung, Bestattungsverbot und Schutz des eigenen Kindes bleiben werkbezogen.
Die Figur in ihren Quellen
Kreon von Korinth
Vater Glaukes in Bibliotheke 1.9.28; keine Übernahme thebanischer Angehöriger oder Szenen.
Korinthischer König und Glaukes Vater
Verlobung der Tochter mit Jason und tödlicher Rettungsversuch; nur dieser Textzugang.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Sophokles: König Ödipus
Eigenes Drama; die unten benannte englische Lesefassung erschließt ausgewählte Szenen.
Tragödie des 5. Jahrhunderts v. Chr.; Aufführungsjahr hier nicht festgelegt.
Sprache: Griechisch
Benutzte Ausgabe
Storr: König Ödipus, ausgewählte Szenen
Plage, Verhöre, Enthüllung und Schluss. Vollständiger Textendpunkt ergänzt abgeschnittenes HTML; keine Werkvolllektüre behauptet.
Historische Übersetzung; digitale MIT-Lesefassung.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Sophokles: Antigone
Eigenes Drama um Bestattung, Herrschaft und die Folgen des Verbots.
Tragödie des 5. Jahrhunderts v. Chr.
Sprache: Griechisch
Benutzte Ausgabe
Jebb: Antigone, ausgewählte Szenen
Schwestern, Bestattung, Verhör, Haimon, Abschied, Teiresias und Schlussberichte.
Historische Übersetzung; digitale MIT-Lesefassung.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Euripides: Die Phönizierinnen
Eigenes Drama, hier in benannten Szenen; kein rekonstruierter Urtext.
Tragödie des späten 5. Jahrhunderts v. Chr.; Überlieferung mit umstrittenen Zusätzen.
Sprache: Griechisch
Benutzte Ausgabe
Coleridge: Die Phönizierinnen, ausgewählte Szenen
Prolog, Vermittlung, Herrschaftsstreit, Menoikeus und Duellbericht. Umstrittener Schluss nicht eigenständig rekonstruiert.
Historische Übersetzung; digitale MIT-Lesefassung.
Sprache: Englisch
Überlieferter Text
Bibliotheke des Pseudo-Apollodor
Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.
Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Frazer: Kreon von Korinth in Bibliotheke I
Nur 1.9.28 zum korinthischen Kreon; kein vollständiges Buch I.
Historische Frazer-Übersetzung; Theoi-Digitaltext.
Sprache: Englisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Thebanische Erzählungen in getrennten Epos-, Tragödien- und mythografischen Fassungen
- Verwendeter Ausschnitt
- Sophokles, König Ödipus und Antigone; Euripides, Die Phönizierinnen; Bibliotheke 1.9.28.
- Sophokles: König Ödipus – Ermittlungen und Enthüllung
Sophokles; englische Übersetzung F. Storr · Antikes Drama; historische Storr-Übersetzung, digitale MIT-Lesefassung
Plage/Orakel und Selbstfluch; Teiresias-Streit; Kreons Verteidigung und Iokastes Vermittlung; Kreuzweg-/Orakelgespräch; korinthischer Bote, Hirtenverhör, Iokastes Tod und Selbstblendung; Schluss mit Kreon und den Töchtern.
Benannte englische Übersetzung gelesen; keine griechische Vollkollation oder Handschriftenprüfung. Szenenfenster, keine behauptete Volllektüre des Werks. HTML-Abruf endet im Hirtenverhör; vollständiger Textendpunkt ergänzt die benannten Schlussfenster. Alter Cache-/HTML-Rahmen ist kein kritischer Editionsnachweis. Abgerufen am 2026-10-01.
- Sophokles: Antigone – Schwestern, Herrschaft und Bestattung
Sophokles; englische Übersetzung R. C. Jebb · Antikes Drama; historische Jebb-Übersetzung, digitale MIT-Lesefassung
Schwesternprolog; Kreons Antrittsrede; Wächterbericht und Antigones Verhör; Ismenes Beteiligungsangebot; Haimon-Streit und Verschonung Ismenes; Antigones Abschied; Teiresias und Kreons Umkehr; Botenberichte zu Antigone, Haimon und Eurydike.
Benannte englische Übersetzung gelesen; keine griechische Vollkollation oder Handschriftenprüfung. Szenenfenster, keine behauptete Volllektüre des Werks. Nicht jede Chorstrophe oder Rezeptionsfassung geprüft. Keine spätere Lebensgeschichte Ismenes aus dem Schweigen abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-01.
- Bibliotheke I: Kreon von Korinth und Glauke
Pseudo-Apollodor; Übersetzung J. G. Frazer · Antike Mythografie; historische Frazer-Übersetzung, Theoi-Digitaltext
Bibliotheke 1.9.28, Kreon und Glauke.
Indexnotiz nach Weblektüre des genannten Volltextausschnitts; Direktabruf HTTP 403. Keine Volllektüre von Buch I oder einer Medea-Tragödie, keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-10-01.
- Euripides: Die Phönizierinnen – Vermittlung und Bruderkrieg
Euripides; englische Übersetzung E. P. Coleridge · Antikes Drama; historische Coleridge-Übersetzung, digitale MIT-Lesefassung
Iokastes Prolog; Exilgespräch mit Polyneikes; Dreierstreit um Herrschaft und Gleichheit; Eteokles/Kreon zur Verteidigung; Teiresias, Kreon und Menoikeus; Botenbericht über Bruderduell und Iokastes Tod.
Benannte englische Übersetzung gelesen; keine griechische Vollkollation oder Handschriftenprüfung. Szenenfenster, keine behauptete Volllektüre des Werks. Abgeschnittenes HTML durch vollständigen Textendpunkt für benannte spätere Szenen ergänzt. Umstrittener Schluss nicht zu einer einheitlichen thebanischen Biografie gemacht; keine eigene Rekonstruktion des Urtexts. Abgerufen am 2026-10-01.
- Textkritische Grenzen der Phönizierinnen: öffentlicher Extract
C. W. Willink · Proceedings of the Cambridge Philological Society 36 (1990), S. 182–201; online 2013
Öffentlicher Extract, bibliografische Angaben und Anmerkungen 2–4.
Indexnotiz; kein gelesener Aufsatzvolltext. Nur Hinweis auf die dokumentierte Debatte, keine eigene Entscheidung über griechische Interpolationen. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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