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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Imseti: Schutzrede und Menschenkopf

Imseti spricht in Totenbuchspruch 151 für den Schutz eines Verstorbenen. Ein viel späterer menschenköpfiger Kanopenkrug zeigt eine konkrete Bestattungspraxis; die Leber wird dort nur als wahrscheinlicher früherer Inhalt genannt.

4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Eine eigene Stimme im Schutzspruch

In Allens Ausgabe von Totenbuchspruch 151 erhält Imseti eine eigene kurze Sprecherrolle. Er tritt als Sohn des angesprochenen Verstorbenen auf und stellt den dauerhaften Schutz von dessen Haus in Aussicht. Die Formulierung gehört zu einer Folge verschiedener Schutzreden und Anweisungen für die Bestattung; sie ist keine Liste von vier Organen.

Allen legt die Einheiten des Spruchs aus mehreren antiken Textzeugen zusammen. Deshalb lässt sich die deutsche Inhaltsangabe nicht als Wortlaut einer einzigen erhaltenen Papyrusrolle ausgeben. Die Vignette eines von Allen Af genannten anderen Zeugen zeigt Imseti menschenköpfig; auch dieser Bildzeuge ist von dem hier fotografierten Krug zu unterscheiden.

Imseti im spätzeitlichen Vierersatz

Heller Kanopenkrug mit menschenköpfigem Deckel vor grauem Hintergrund; der Krug gehört zu einem vierteiligen späten Satz.
Menschenköpfiger Kanopenkrug des Imseti, The Met 12.183.1a, Spätzeit, 664–525 v. Chr.; Public Domain / CC0. Der Met-Katalog nennt die Leber als wahrscheinlichen einstigen Inhalt. Das Foto zeigt den Deckel und das geschlossene Gefäß, nicht dessen früheren Inhalt. Bildnachweis Bildlizenz

Was der Krug zeigt – und was nicht

Das Met besitzt einen vierteiligen Satz aus der Zeit von etwa 664 bis 525 v. Chr. Der Krug mit der Inventarnummer 12.183.1a trägt einen menschlichen Kopf. Auf dem Foto sind Deckel und geschlossener Gefäßkörper sichtbar. Der Katalog ordnet ihn Imseti zu und nennt die Leber als wahrscheinlichen einstigen Inhalt.

Die Aussage über die Leber stammt aus der kuratorischen Objektbeschreibung. Weder sieht man ein Organ auf dem Foto noch spricht Imseti in der gelesenen Passage von Spruch 151 davon. Text und Krug erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Der eine formuliert Schutz, der andere gehört zu einem konkreten Bestattungsgerät einer viel späteren Zeit.

Vier Krüge, vier eigene Rollen

Zu diesem spätzeitlichen Satz gehören drei weitere Met-Krüge: der pavianköpfige Hapy, der falkenköpfige Qebehsenuef und der schakalähnliche Duamutef. Ihre zusammengehörigen Inventarnummern 12.183.1a–d machen den Vergleich eng und überprüfbar. Dass Imseti hier menschenköpfig ist, macht den Kopf aber nicht zu einem epochenübergreifend sicheren Erkennungszeichen jedes Krugs mit Menschenkopf.

Gerade die älteren Kanopen dieses Museums zeigen, dass Form und Namenszuordnung nicht in jeder Epoche gleich zusammenfallen. Für Imsetis Seite bleibt daher die beschriftete oder kuratorisch identifizierte einzelne Sache der Beleg, nicht eine nachträglich auf alle Jahrhunderte angewandte Tabelle.

Welcher Beleg trägt welche Aussage?

Prüfe drei Sätze getrennt: Imseti spricht im Schutzspruch, der späte Krug zeigt einen Menschenkopf, und der Met-Katalog vermutet die Leber als früheren Inhalt. Welcher dieser Sätze lässt sich am Bild selbst erkennen?

Die Trennung schützt davor, den Krug zur Illustration einer bestimmten Spruchhandschrift zu machen oder ein unsichtbares Organ als Fund auszugeben.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Schutzsprecher
Spruch 151, Einheit n: Schutz des Hauses; keine Organangabe.

Später Menschenkopf
Met 12.183.1a aus dem spätzeitlichen Vierersatz; geschlossenes Gefäß.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Totenbuch, Spruch 151: Schutz der Bestattung

Bestattungsschutz mit verschiedenen Sprecherrollen und Anweisungen. Die vier Horussöhne treten in Allens Einheiten k–n einzeln als Schutzsprecher auf; die Passage ist keine Organtabelle.

Mehrere Textzeugen; Spruchnummer und Reihenfolge in der modernen Edition.

Sprache: Altägyptisch

Erhaltener Textzeuge

Allens Textzeuge Pc für Teile von Spruch 151

Allens Grundlage unter anderem für die Einheiten i–n, mit einzelnen Ergänzungen aus anderen Zeugen. Die Sigle wird nicht zu einer erfundenen Papyrusidentität erweitert.

18. Dynastie laut Allens Fußnote 250; genauer Träger hier nicht selbst untersucht.

Sprache: Altägyptisch, über Allens englische Edition erschlossen

Erhaltener Textzeuge

Allens Vignettenzeuge Af für Spruch 151

Allen beschreibt eine Darstellung der Grabkammer mit Texten und Vignetten. Die vier Köpfe benennt er Falken, Affen, Schakal und Mensch für Qebehsenuef, Hapi, Duamutef und Imset.

20./21. Dynastie laut Allens Fußnote 250; Objekt hier nicht selbst untersucht.

Sprache: Altägyptisch und Vignetten, nur über Allens Beschreibung erschlossen

Benutzte Ausgabe

Thomas George Allen, Book of the Dead, SAOC 37, Spruch 151

Gelesen wurden Fußnote 250, Vignettenbeschreibung und die Sprecherabschnitte k–n. Die Edition kombiniert Zeugen und ist kein unmittelbarer Wortlaut einer einzelnen Papyrusrolle.

Chicago 1974; gedruckte S. 147–150 gelesen am 30. September 2026.

Sprache: Englische Übersetzung und Kommentar altägyptischer Textzeugen

Welche Zeit ist gemeint?

  • Allens Spruch 151 beruht in den Einheiten i–n unter anderem auf einem Zeugen der 18. Dynastie; der gedruckte Wortlaut kombiniert mehrere Zeugen.
  • Met 12.183.1a wird in die Spätzeit, 664–525 v. Chr., datiert.
  • Allens englische Edition erschien 1974 und ist kein antiker Einzeltext.

Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Imseti als Schutzsprecher in Allens Edition von Spruch 151 und auf einem spätzeitlichen Kanopenkrug; kein Überblick über alle ägyptischen Bestattungen
Verwendeter Ausschnitt
Allen 1974, Totenbuchspruch 151, gedruckte S. 147–150; gesonderte, datierte Met-Objektkataloge.
  1. Allen 1974: Totenbuchspruch 151 und vier Schutzsprecher

    Thomas George Allen · Chicago 1974

    Thomas George Allen, The Book of the Dead or Going Forth by Day, SAOC 37 (Chicago 1974), Spruch 151, gedruckte S. 147–150. Fußnote 250 nennt die verschiedenen Textzeugen; Einheiten k–n lassen Qebehsenuef, Hapi, Duamutef und Imset jeweils als Schutzsprecher auftreten. Die Vignette in Af zeigt die vier mit Falken-, Affen-, Schakal- und Menschenkopf.

    Moderne englische Edition aus mehreren Textzeugen, nicht der Wortlaut einer einzigen Papyrusrolle und keine eigene Hieroglyphenlesung. Der Text spricht von Schutz, Gliedern, Feinden und Bestand, nicht von einer vierteiligen Organ-Tabelle. Publikation CC BY-NC-ND 4.0: nur eng paraphrasieren und zur offiziellen Ausgabe verlinken. Abgerufen am 2026-09-30.

  2. Imseti-Kanopenkrug eines spätzeitlichen Satzes

    The Metropolitan Museum of Art · 664–525 BCE

    Met 12.183.1a: menschlicher Deckel, Leber als wahrscheinlicher Inhalt; zusammengehöriger Satz 12.183.1a–d, 664–525 v. Chr.

    Das Gefäß selbst ist nicht geöffnet oder inhaltlich geprüft; Organ und Herkunft sind laut Katalog wahrscheinlich. Keine allgemeingültige Form für ältere Epochen ableiten. Abgerufen am 2026-09-30.

  3. Hapy-Kanopenkrug desselben Satzes

    The Metropolitan Museum of Art · 664–525 BCE

    Met 12.183.1b: Pavian-Deckel, Lunge als wahrscheinlicher Inhalt; zu 12.183.1a/c/d gehörig, 664–525 v. Chr.

    Der Katalog sagt wahrscheinlich; Hapy als Horussohn ist nicht mit der gleichnamigen Nilgestalt identisch. Abgerufen am 2026-09-30.

  4. Qebehsenuef-Kanopenkrug desselben Satzes

    The Metropolitan Museum of Art · 664–525 BCE

    Met 12.183.1c: Falken-Deckel, Darm als wahrscheinlicher Inhalt; zu 12.183.1a/b/d gehörig, 664–525 v. Chr.

    Die spätzeitliche Bildform darf nicht auf menschenköpfige Kanopen des Mittleren Reichs zurückprojiziert werden. Abgerufen am 2026-09-30.

  5. Duamutef-Kanopenkrug desselben Satzes

    The Metropolitan Museum of Art · 664–525 BCE

    Met 12.183.1d: Schakal-Deckel, Magen als wahrscheinlicher Inhalt; zu 12.183.1a–c gehörig, 664–525 v. Chr.

    Das Objekt veranschaulicht eine späte Form; aus dem Deckel allein folgt kein Nachweis des einstigen Inhalts. Abgerufen am 2026-09-30.

  6. Kanopenkrug Sithathoryunets für Qebehsenuef

    The Metropolitan Museum of Art · ca. 1887–1813 B.C.

    Met 16.1.45: Grab Sithathoryunets in Lahun, 12. Dynastie; menschlicher Deckel trotz Anrufung von Selket und Qebehsenuef für den Darm.

    Die Namenidentifikation folgt der kuratorischen Inschriftbeschreibung, nicht der Kopfgestalt. Hier keine eigene Hieroglyphenlesung. Abgerufen am 2026-09-30.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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