Ein Name auf einem Instrument
Auf einem steinernen Sistrum steht ein königlicher Name: Teti wird als Geliebter Hathors, der Herrin von Dendera, bezeichnet. Das Objekt wird seiner Regierungszeit im Alten Reich zugeordnet. Dendera ist hier kein moderner Sammelbegriff, sondern ein in der Inschrift genannter Ort. Das Sistrum war als Rasselinstrument mit Hathors Verehrung verbunden; am erhaltenen Stein sind seine einstigen Klangelemente nicht mehr vorhanden.
Der Katalog lässt die konkrete Verwendung dieses Stücks offen. Sein Wert für das Profil liegt darin, dass Hathor lange vor den später erzählten Sonnenaugen-Episoden mit einem Ort und einer musikalischen Form greifbar wird. Aus dem Sistrum lässt sich keine Szene der Himmelskuh-Erzählung ablesen.
Das Sistrum aus Tetis Zeit

Auge des Re in einer gefährlichen Geschichte
Im Buch von der Himmelskuh sendet Re sein Auge aus; in der hier behandelten Fassung geht es in Hathors Gestalt gegen Menschen vor. Nach dem Angriff fällt der Name Sachmet. Die Folge macht Hathor nicht für alle Zeiten zu einer einzigen kriegerischen Göttin. Sie zeigt, was diese Gestalt in diesem Text tut und wie die Erzählung ihre zerstörerische Macht begrenzt.
Der jüngere Forschungsaufsatz von Eleanor Small legt nahe, die unterschiedlichen Rollen und Bezüge des Sonnenauges nicht vorschnell zu einer festen Identitätsgleichung zu machen. Die Erzählstation nebenan führt die KV-17-Folge bis zum rot gefärbten Bier aus; hier zählt, welche Hathor sie bezeugt.
Eine weitere Erzählerin im Götterstreit
Papyrus Chester Beatty I setzt Hathor in den langwierigen Streit von Horus und Seth. Nachdem Seth Horus die Augen genommen hat, stellt sie sein Sehen wieder her. Die kurze Handlung gehört zu dieser ramessidischen Gerichtserzählung. Sie ist weder das Sistrumritual noch die Unterbrechung des Angriffs im Himmelskuhtext.
So erscheint Hathor in den gelesenen Zeugnissen einmal als mächtige Angreiferin und einmal als helfende Figur. Ein Figurenprofil muss diesen Unterschied stehen lassen, statt ihn zu einer Psychologie oder zu einer Entwicklung von böse zu gut zu erklären.
Hathor am Westgebirge
Auf einem deutlich späteren bemalten Sargkasten beschreibt The Met Hathor als Kuh, die aus dem Westgebirge hervortritt. Das ist ein Bild für den funerären Raum des Objekts, kein Porträt der Nut-Kuh am Ende des Himmelskuhtextes. Für diesen Sargkasten steht kein gesichert frei nutzbares Katalogbild zur Verfügung; deshalb zeigt diese Seite ihn nicht als Reproduktion.
Die drei Kontexte bleiben nebeneinander: benannte Herrin von Dendera auf einem Sistrum, handelndes Auge in einem Text und Kuh im Bild eines Sarges. Sie rechtfertigen einen gemeinsamen Navigationsnamen Hathor, aber keine Behauptung, jede Erscheinung und jeder Ort meine dieselbe unveränderte Rolle.
Welche Quelle kann welche Rolle zeigen?
Lies zuerst die Inschrift am Sistrum, dann die Himmelskuh-Erzählung und schließlich die Katalogbeschreibung des Sarges. Wo steht Hathors Name ausdrücklich, und wo ergänzt eine moderne Identifikation das Bild? Welche Antwort gäbe dir keines der drei Zeugnisse allein?
Das Foto des Sistrums ist ein historisches Objektbild. Seine Inschrift lässt sich in der kleinen Vorschau nicht selbst entziffern; die Lesung stammt aus dem Katalog. Der abgebildete Gegenstand zeigt weder die Gewalt der Erzählung noch das Westgebirge des späteren Sarges.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Herrin von Dendera
Teti-Inschrift auf einem Sistrum des Alten Reiches.
Ausgesandtes Auge
Hathors Gestalt im KV-17-Himmelskuhtext.
Helfende Figur
Hathor stellt Horus’ Sehen im ramessidischen Streit wieder her.
Funeräre Kuhdarstellung
Spätere Sargvignette am Westgebirge, nicht Nut im Himmelskuhtext.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Buch von der Himmelskuh
Erzähl- und Ritualtext um Res Alter, das ausgesandte Auge, die Unterbrechung der Gewalt und Res Entfernung von den Menschen.
Überlieferte ägyptische Fassungen des Neuen Reiches; hier nur das Zeugnis im Grab Sethos’ I. geprüft.
Sprache: Altägyptisch
Erhaltener Textzeuge
Himmelskuhtext im Grab Sethos’ I. (KV 17)
Konkreter Textzeuge der behandelten Handlung; nur in moderner Übersetzung gelesen, nicht am Original kollationiert.
Neues Reich; Datum des Grabzeugnisses ist nicht automatisch das Entstehungsdatum aller Erzählstoffe.
Sprache: Altägyptisch, Grabinschrift
Benutzte Ausgabe
TLA/ORAEC: Das Buch von der Himmelskuh im Grab Sethos’ I.
Gelesen wurden Erzählbeginn, Hathor- und Sachmet-Stellen, rotes Bier und spätere Nut-Kuh-Szene. Die separat angezeigte englische KI-Übersetzung wurde nicht verwendet.
Moderne digitale Edition; die öffentlich abrufbare Archivfassung ist eine Drittseiten-Wiedergabe, keine eigene Kollation.
Sprache: Wissenschaftliche deutsche Übersetzung des Altägyptischen
Überlieferter Text
Der Streit von Horus und Seth
Erzählung vom Herrschaftsstreit mit Briefen an Osiris und abschließender Entscheidung für Horus.
Ramessidischer Textzeuge; kein einheitliches Ursprungsdatum aller Horus-Seth-Konfliktmotive behauptet.
Sprache: Altägyptisch, hier ramessidische Erzählung in Hieratisch
Erhaltener Textzeuge
Papyrus Chester Beatty I: Der Streit von Horus und Seth
Der konkrete hieratische Papyrus ist der Textzeuge der hier ausgewerteten Erzählung; keine eigene Papyrusautopsie.
Ramessidenzeit; Zugehörigkeit zu einem vermuteten Manuskriptverbund ist kein gesicherter gemeinsamer Einzelfund.
Sprache: Ägyptisch in hieratischer Schrift
Benutzte Ausgabe
Alan H. Gardiner: The Contendings of Horus and Seth
Kapitel II, § 8, Druck-S. 13–26 vollständig gelesen. Zeitgebundene Werturteile im Kommentar werden nicht übernommen.
Edition und Übersetzung 1931; nicht das Alter des Papyrus.
Sprache: Englisch nach ägyptischem Hieratisch
Welche Zeit ist gemeint?
- Sistrum The Met 26.7.1450 aus der Regierungszeit Tetis, etwa 2323–2291 v. Chr.; Inschrift nennt Hathor, Herrin von Dendera.
- Die Hathor-Handlung im Buch von der Himmelskuh wird hier nach der Fassung im Grab Sethos’ I. gelesen, nicht auf die Datierung des Sistrums zurückprojiziert.
- Der bemalte Sargkasten The Met 11.154.8a gehört in die Dritte Zwischenzeit, ungefähr 1080–721 v. Chr.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Ägyptische Zeugnisse des Alten Reiches, der Ramessidenzeit und der Dritten Zwischenzeit; kein einheitliches Gesamtbild aller Hathor-Kulte
- Verwendeter Ausschnitt
- The Met 26.7.1450; Buch von der Himmelskuh in KV 17 nach TLA/ORAEC; Papyrus Chester Beatty I nach Gardiner 1931; The Met 11.154.8a.
- The Met 26.7.1450: Sistrum mit den Namen des Koenigs Teti
The Metropolitan Museum of Art · Altes Reich, Regierungszeit Tetis, etwa 2323-2291 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog
Met 26.7.1450: Sistrum aus Travertin, Inschrift nennt Teti als Geliebten Hathors, Herrin von Dendera. Datierung, Objektgestalt, ungesicherte Nutzung und Funktion des Instruments nach dem Katalog gelesen; API-Feld isPublicDomain und Hauptbildadresse einzeln geprueft.
Altes kultisches Objekt, keine Illustration des viel spaeter bezeugten Himmelskuhtextes. Herkunft laut Met nur moeglicherweise memphitische Region; die heute verlorenen Klangelemente sind nicht als erhalten zu zeigen. Katalogdeutung zur Besanftigung als heutige Interpretation kenntlich machen. Abgerufen am 2026-09-30.
- Das Buch von der Himmelskuh, Grab Sethos' I.: wissenschaftliche deutsche Uebersetzung
Lutz Popko und Mitwirkende, Thesaurus Linguae Aegyptiae; deutsche Textwiedergabe bei Egyptian Inscriptions/ORAEC · Altägyptischer Text aus KV 17, Neues Reich; moderne digitale Edition, Corpusstand 2026
Ausschliesslich den als 'DE scholarly - TLA / ORAEC' ausgewiesenen deutschen Text zur Erzaehlung in KV 17 gelesen: Rat und Auge in Hathor-Gestalt, ausdrueckliche Sachmet-Namensstelle, roter Ocker in Bier, Trinken und Schutz der Menschen, Nut als Kuh sowie anschliessende Ritualanweisungen. Dazu TLA-Suchindex mit Aegyptisch ḫpr Sḫm.t pw und deutscher Uebersetzung der Sachmet-Zeile geprueft.
Das abrufbare HTML ist eine Drittseiten-Wiedergabe der TLA/ORAEC-Edition; die direkte TLA-Seite zeigte bei Zugriff eine Verifikationssperre und konnte nicht hashgenau archiviert werden. Die separat ausgewiesene automatische englische KI-Uebersetzung auf der Drittseite wurde nicht als Beleg genutzt. Nur die nachpruefbaren deutschen Passagen verwenden; keine eigene Hieroglyphenautopsie oder Handschriftenkollation behaupten. Original-TLA-Stelle: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/IBUBdy1oxL3HuUDWvpAAKM2DAHs Abgerufen am 2026-09-30.
- Papyrus Chester Beatty I: The Contendings of Horus and Seth, Übersetzung und Kommentar
Ägyptische Erzählung auf Papyrus Chester Beatty I; Alan H. Gardiner, Edition und englische Übersetzung (1931); Chester Beatty Library, Digitalisat · Ägyptische Handschrift der Ramessidenzeit; Ausgabe 1931
Digitalisierte Titelseite (PDF-S. 5), Herkunfts- und Datierungsabschnitt (PDF-S. 8), Einleitung zur Erzählung (PDF-S. 15–20) sowie die vollständige englische Übersetzung und Stellenkommentare in Kapitel II, § 8, Druck-S. 13–26 (PDF-S. 20–33) gelesen. Gericht und Neiths Brief, Isis' Gleichnis, Flusspferdkampf, gewaltsame und sexualisierte Episoden, Osiris-Brief und Schlussspruch einzeln verfolgt.
Keine eigene Übersetzung der hieratischen Handschrift, keine vollständige Tafelautopsie, keine Prüfung aller 115 PDF-Seiten und keine Kollation moderner Ausgaben. Gardiners wertende, teils deutlich zeitgebundene Kommentare von 1931 werden nicht als heutiger Forschungsstand übernommen; Sexualgewalt und Verletzungen benötigen im Besuchertext einen angemessenen Inhaltshinweis. Die Erzählung ist ein konkreter ramessidischer Text, keine einheitliche ägyptische Urfassung. Abgerufen am 2026-09-29.
- Manuscripts from Deir el-Medina: Papyrus Chester Beatty 1 im Manuskriptverbund
University College London, Digital Egypt for Universities · Institutionelle Digitalseite, 2003
Vollständige öffentliche Seite mit Papyrusliste, Zuordnung der Erzählung zu Chester Beatty 1, vermutetem Manuskriptverbund, Bibliotheksgeschichte und ausdrücklich unsicherer gemeinsamer Fundherkunft gelesen.
Kontextdarstellung und Bibliographie, keine Übersetzung der Erzählung. Die angenommene gemeinsame Herkunft der Gruppe wird nicht als für jedes Manuskript gesicherter Einzelfund ausgegeben. Abgerufen am 2026-09-29.
- The Met 11.154.8a: Sargkasten mit Hathor als Kuh vor dem Westgebirge
The Metropolitan Museum of Art · Dritte Zwischenzeit, spaete 21. bis fruehe 22. Dynastie, ca. 1080-721 v. Chr.; heutiger Sammlungskatalog
Met 11.154.8a: Katalogtext zum bemalten Sargkasten gelesen; die Aussenseite zeigt neben weiteren Jenseitsvignetten Hathor als aus dem Gebirge hervortretende Kuh. Datiert und von angeblichem Herkunftsort Theben getrennt.
Der API-Datensatz bietet kein Public-Domain-Hauptbild; nur Katalogtext als Quellenbeleg, keine lokale Bildnutzung. Der Name des Sargbesitzers ist nicht ueberliefert. Das Objekt zeigt eine spaetere Bestattungsszene, nicht die Himmelskuh-Erzaehlung aus KV 17. Abgerufen am 2026-09-30.
- The Funerary Roles of Hathor and Inanna: Goddesses and Female Identity in Egypt and the Ancient Near East
Eleanor Small, University of Glasgow; Birmingham Egyptology Journal 7 (2020), 19-50 · 2020
Aufsatztitel und Autorin (PDF-S. 20), Hathors Rollen und Verweise auf Dendera, Kinderfuersorge, Musik, Sistrum und Chester Beatty I (PDF-S. 21-25) sowie Abschnitt 'The Eye of Re' und Endnoten zum Himmelskuhtext (PDF-S. 26-27) gelesen. Die Autorin unterscheidet das ausgesandte Auge in Hathor-Gestalt, die Sachmet-Verbindung und die offene Frage, wie weitere Augen-Goettinnen zueinander stehen.
Ein moderner Forschungsaufsatz, kein altägyptischer Einzelzeuge. Wentes 2003-Uebersetzung und die angefuehrten Einzelstudien wurden hier nicht selbst gelesen; ihre Worte und Schlussfolgerungen nicht als eigene Autopsie ausgeben. Die PDF-Ausgabe enthaelt weitere Aufsaetze, die nicht vollstaendig geprueft wurden. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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