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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Glaukos: Der Fischer erkennt sich im Meer nicht wieder

Ovid lässt den Meergott Glaukos seine Verwandlung aus einem Fischerleben erzählen. Skylla weicht vor seiner neuen Gestalt zurück; ein Druck von 1606 macht die Begegnung später zum Bild.

2 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Fischer und ein Kraut

In Ovids Metamorphosen berichtet Glaukos Skylla, dass er einst als Fischer lebte. Gefangene Fische gelangen über ein Kraut zurück ins Wasser; er probiert das Gewächs selbst und wird in einen Meeresleib mit Fischschwanz verwandelt.

Diese Erzählung gehört dem Meergott Glaukos. Andere Gestalten gleichen Namens in griechischen Sagen bekommen dadurch keine gemeinsame Biografie.

Skylla bleibt auf Distanz

Glaukos berichtet weiter von seinem Begehren nach Skylla. Sie erschrickt vor der Gestalt und entzieht sich seiner Ansprache. Seine Erklärung macht die Begegnung für sie nicht zu einer freien Zustimmung.

Die Fortsetzung bei Ovid führt Glaukos zu Kirke. Sie verändert später Skyllas Badeplatz aus eigener Eifersucht. Dieser Handlungsstrang ist eine römische dichterische Fassung und keine Herkunftsangabe aus Homers Odyssee.

Der Druck von 1606

Antonio Tempesta zeigt in einem Stich einen bärtigen Glaukos mit Fischschwanz im Wasser und eine sitzende Frau am Ufer. Die lateinische Bildzeile benennt das Werben um Skylla. Die beiden Figuren und ihre Distanz sind auf der Gesamtaufnahme erkennbar.

Der Druck von 1606 veranschaulicht Ovids Erzählung für ein späteres Publikum. Er ist nicht das Bild, das Ovid selbst vor Augen hatte.

Historisches Bildzeugnis zu Glaukos, Meergott

Schwarzweißer Stich: ein bärtiger Mann mit Fischschwanz gestikuliert im Wasser einer sitzenden Frau zu; unten stehen lateinische Zeilen.
Antonio Tempesta, Glaukos und Skylla, Druck aus Ovids Metamorphosen, 1606, The Met 51.501.3981, Public Domain / CC0. Die spätere Grafik bebildert die Begegnung, sie ist kein antikes Zeugnis. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Werkebene des römischen Gedichts. Die einzelnen Museumsseiten nennen ihre jeweils gelesenen Buch- und Versabschnitte; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Metamorphosen 13 nach More: Glaukos und Skylla

Glaukos' Bericht über das Kraut, seine Verwandlung und Skyllas abweisende Reaktion.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid, Metamorphosen 14: Skylla und Kirke nach Brookes More

Nur 14,1–74 gelesen. Ovids Skylla von Buch 8 ist eine andere Gestalt; die römische Erzählung wird nicht als homerische Vorgeschichte ausgegeben.

Historische Übersetzung Brookes More; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Latein

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Textüberlieferung und getrennt datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods genealogische Meer- und Flussstellen; individuelle Erzählfassungen sind separat benannt.
  1. Metamorphosen 13,898–968

    Ovid, Metamorphosen XIII, englische Übersetzung Brookes More · Antiker Text; historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 13,898–968: der ehemalige Fischer Glaukos erzählt Skylla, wie Fische und dann er selbst durch ein Kraut verwandelt wurden; sein Fischleib und sein Werben treffen auf Skyllas Flucht.

    Römische spätere Fassung, keine homerische Herkunft der Skylla; Glaukos als Meergott nicht mit gleichnamigen Menschen verwechseln. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Metamorphosen 14,1–74: Skylla und Kirke

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More · Römisches Gedicht; historische englische Übersetzung

    Metamorphosen 14,1–74: Glaukos bittet Kirke wegen Skylla um Hilfe; Kirke bietet sich selbst an, vergiftet nach seiner Abweisung Skyllas Badeplatz, Skylla erhält Hundekörperteile; späterer Bezug auf Odysseus' Männer und eine Verwandlung zum Felsen. Nur dieser Abschnitt gelesen.

    Römische, spätere Erzählfassung und historische englische Übersetzung ohne lateinische Kollation. Nicht als Vorgeschichte der homerischen Skylla oder als Ethik der homerischen Kirke ausgeben. Ovids andere Skylla (Tochter des Nisos, Buch 8) ist eine getrennte Gestalt. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. The Met Objekt 400981

    The Metropolitan Museum of Art · Historisches Objekt; heutiger Sammlungskatalog

    Antonio Tempestas Druck von 1606 illustriert Ovids Glaukos-und-Skylla-Erzählung. Individuelle Objektseite und Met-API auf Public Domain und Bilddownload geprüft.

    Druckgrafik des 17. Jahrhunderts; lateinischen Titel nicht als antiken Augenzeugenbericht lesen. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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