Eine Kraft, der auch Götter unterliegen
In Hesiods Theogonie erscheint Eros sehr früh: nach Chaos, Erde und Tartaros. Er löst die Glieder und überwindet Denken und klugen Rat von Göttern wie Menschen. Liebe ist hier eine Macht, die selbst göttliche Handlungsfähigkeit verändert. In den Versen 116–122 erhält Eros keine benannten Eltern.
Als Aphrodite später entsteht und zu den Göttern tritt, begleiten Eros und Himeros sie. Diese Nachbarschaft verbindet Begehren mit der neuen Göttin; der gelesene Abschnitt nennt Aphrodite dabei nicht Eros’ Mutter. Wer aus dem Begleiter automatisch einen Sohn macht, ergänzt eine Familienbeziehung, die diese Stelle nicht erklärt.
Pausanias lässt den Widerspruch stehen
Pausanias berichtet, die meisten Menschen hielten Eros für den jüngsten Gott und einen Sohn Aphrodites. Daneben nennt er einen Hymnus des Olen, in dem Eileithyia seine Mutter sei. Anschließend erinnert er an die frühe Stellung in der Theogonie. Sein Bericht bietet mehrere Antworten auf dieselbe Herkunftsfrage.
Der Olen-Hymnus wird hier durch Pausanias erschlossen. Er liegt dieser Seite nicht als selbst gelesener vollständiger Text vor. Auch Pausanias’ Bemerkung über widersprechende Erosgedichte der Sappho ersetzt keine Lektüre aller dieser Gedichte. Die Unterschiede sind deshalb keine Stationen einer lückenlos erzählten Kindheit: früher Weltanfang und jüngster Gott bleiben verschiedene Aussagen.
In Thespiai steht zuerst ein unbearbeiteter Stein
Die Thespier verehren Eros nach Pausanias besonders. Ihr sehr altes Bild ist ein unbearbeiteter Stein. Wer diesen Vorrang des Kults begründet hat, weiß der Autor nach eigener Aussage nicht. Schon dieser Zugang unterscheidet sich vom vertrauten geflügelten Körper: Eine Verehrung braucht in seinem Bericht nicht immer ein menschenförmiges Bild.
Pausanias trennt später Lysippos’ Bronzebild von Praxiteles’ Marmorfigur. Er erzählt von Wegnahmen, einer Rückgabe und dem Brand des Marmorwerks in Rom; in Thespiai stehe nun eine Nachbildung des Menodoros. Das sind Angaben eines antiken Autors über verschiedene Objekte. Die folgende Fotografie zeigt keines dieser von ihm beschriebenen Werke.
Ein Gefäßfragment zeigt eine andere Nachbarschaft
Auf einem attischen Skyphosfragment um 490 v. Chr. benennt der Met-Katalog Peitho, Aphrodite und Eros. Die ausgewählte Aufnahme zeigt zwei große bekleidete Profilgestalten und am rechten Bruchrand einen angeschnittenen Flügelkörper. Zwischen den Figuren stehen Schriftzeichen. Der Bildrest ist ein eigenständiges Zeugnis ihrer Zusammenstellung; er beweist keine Mutter-Sohn-Beziehung.
Der Katalog lässt zwei Erzählzusammenhänge offen: das Urteil des Paris oder Menelaos’ Rückgewinnung Helenas in Troja. Das Fragment bewahrt nicht die vollständige Szene. Weder eine der beiden Handlungen noch alle Namen lassen sich hier allein durch eine eigene Entzifferung sichern. Eros’ Bildnachbarschaft ist sichtbar, die verlorene Gesamtkomposition bleibt eine begründete Alternative.
Eros am Bruchrand eines Gefäßbildes

Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Eine Kraft, der auch Götter unterliegen
Theogonie 116–122 und 201–206
Pausanias lässt den Widerspruch stehen
Pausanias 9.27.2–3
In Thespiai steht zuerst ein unbearbeiteter Stein
Pausanias 9.27.1 und 3–5
Ein Gefäßfragment zeigt eine andere Nachbarschaft
The Met 07.286.51: Objektbeschreibung und vollständige ausgewählte Hauptaufnahme
Belegte Beziehungen
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Eros in Thespiai und widersprechende Genealogien
Beschreibung Griechenlands 9.27.1–8: Eroskult, berichtete Abstammungen und wechselnde Standbilder in Thespiai; anschließende Herakleskritik mitgelesen. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch; 38 griechische Hesiodverse ergänzend geprüft
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen und ihre gesondert bezeichneten römischen beziehungsweise spätantiken Bild- und Textzugänge.
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 116–206; Pausanias 9.27.1–5; Met 07.286.51 als eigenes Bildzeugnis.
- Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias: Eros in Thespiai und widersprechende Genealogien
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Beschreibung Griechenlands 9.27.1–8: Eroskult, berichtete Abstammungen und wechselnde Standbilder in Thespiai; anschließende Herakleskritik mitgelesen.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- The Met: Fragment mit Peitho, Aphrodite und Eros
The Metropolitan Museum of Art · ca. 490 BCE
Objektdaten, Beschreibung und Public-Domain-Hinweis der offiziellen Met-Seite tatsächlich als Web-Werkzeugausgabe gelesen; API und Hauptfoto DP-41930-001 vollständig betrachtet.
Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Direkter HTML-Abruf der Met-Objektseite ergab HTTP429; die gelesene Web-Werkzeugausgabe wird als Indexnotiz dokumentiert, nicht als archivierter HTML-Volltext. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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