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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Peitho: Überzeugen zwischen Liebe und Stadt

Peitho heißt Überredung oder Überzeugung. Hesiod nennt sie unter den Okeaniden; Pausanias begegnet ihrer Verehrung neben Aphrodite in Athen und Megara. Ein Gefäßfragment eröffnet die Bildseite dieser Nachbarschaft, hält den verlorenen Erzählzusammenhang aber offen.

4–5 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Überredung bekommt einen Platz in der Genealogie

In der Theogonie gehört Peitho zu den Töchtern des Okeanos und der Tethys. Der griechische Vers 349 nennt ihren Namen. Ein Vorgang menschlicher Beziehungen tritt damit als benannte Gestalt in eine göttliche Verwandtschaft ein. Die Stelle erzählt jedoch keine persönliche Überredungsszene und keine vollständige eigene Lebensgeschichte.

Die Bedeutung des Namens führt zu einer Frage, die örtliche und bildliche Zeugnisse verschieden beantworten: Wer soll von wem überzeugt werden, und wozu? Aus einer Personifikation folgt noch nicht, dass jede Überredung im Mythos gerecht oder jede bewirkte Verbindung freiwillig ist. Diese Bewertung braucht den jeweiligen Handlungszusammenhang.

Athen verbindet Peitho mit politischer Einigung

Pausanias berichtet in Athen über Aphrodite Pandemos und Peitho. Er verbindet ihre Verehrung mit Theseus’ Zusammenführung der Gemeinden in eine gemeinsame Stadt. In diesem Bericht betrifft Peithos Nachbarschaft zu Aphrodite also auch eine politische Verbindung, nicht allein das Begehren eines Paars.

Die Gründung wird als Erzählung des antiken Autors verwendet. Sie ist hier kein archäologisch bewiesener Ablauf. Pausanias sagt zudem, die alten Standbilder seien nicht mehr erhalten; die Bilder seiner Zeit lobt er als Arbeiten guter Künstler. Ein heute fotografiertes Gefäßfragment ist deshalb kein Foto dieser athenischen Kultstatuen.

In Megara steht Peitho neben weiteren Beziehungsfiguren

Im Tempel der Aphrodite Praxis in Megara nennt Pausanias ein altes Elfenbeinbild der Aphrodite. Daneben stehen Peitho und eine als Trösterin bezeichnete Gottheit; beide schreibt er Praxiteles zu. Andere Werke des Scopas stellen Liebe, Verlangen und Sehnsucht dar. Die Nachbarschaft gibt Überredung einen Platz zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Beziehungen und Gefühle als Gestalten darzustellen.

Pausanias fragt selbst, ob sich die Aufgaben dieser drei Liebesgestalten so deutlich wie ihre Namen unterscheiden. Seine Einschränkung ist ein guter Anlass, keine starren Zuständigkeitsgrenzen zu erfinden. Der Bericht aus Megara ist ein weiterer örtlicher Zugang; er ergänzt weder eine von Hesiod erzählte Biografie noch eine gesicherte Identität aller Peithokulte.

Ein Bildrest bewahrt die Nachbarschaft, nicht die ganze Geschichte

Der Met-Katalog identifiziert auf dem attischen Skyphosfragment um 490 v. Chr. Peitho, Aphrodite und Eros. Die erhaltene Fotoansicht zeigt zwei bekleidete Profilgestalten, eine Taube und rechts einen angeschnittenen geflügelten Körper. Schriftzeichen stehen zwischen den Figuren. Das bietet einen Bildzugang zur Verbindung von Überredung und Begehren.

Die Gesamtgeschichte bleibt im Katalog eine Alternative: Parisurteil oder Menelaos’ Rückgewinnung Helenas. Die verlorenen Teile werden auf dieser Seite nicht ergänzt. Aus den Namen und der Nachbarschaft lässt sich auch keine vollständige Rede Peithos oder eine Zustimmung Helenas ablesen. Bildidentifikation, möglicher Erzählzusammenhang und die Frage nach Handlungsmacht sind drei verschiedene Schritte.

Peitho, Aphrodite und Eros auf einem Fragment

Fragment eines rotfigurigen Gefäßes mit zwei bekleideten Profilgestalten, einer Taube und einer am rechten Bruchrand angeschnittenen geflügelten Gestalt. Zwischen den Figuren stehen Schriftzeichen; Fehlstellen und eine moderne Stütze sind sichtbar.
Attisches Skyphosfragment, einem Nachfolger des Douris zugeschrieben, um 490 v. Chr. The Met 07.286.51. Der Katalog benennt Peitho, Aphrodite und Eros; als Gesamtszene kommen Parisurteil oder Menelaos’ Rückgewinnung Helenas infrage. Das Fragment entscheidet diese Alternative nicht. Foto: The Metropolitan Museum of Art, Public Domain / CC0. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Überredung bekommt einen Platz in der Genealogie
Theogonie 334–370, besonders 346–370; griechischer Vers 349

Athen verbindet Peitho mit politischer Einigung
Pausanias 1.22.3 im gelesenen Fenster 1.22.1–3

In Megara steht Peitho neben weiteren Beziehungsfiguren
Pausanias 1.43.6 im gelesenen Fenster 1.43.4–8

Ein Bildrest bewahrt die Nachbarschaft, nicht die ganze Geschichte
The Met 07.286.51: Objektbeschreibung, Datierung und tatsächlich betrachtete Hauptaufnahme

Belegte Beziehungen

  • Peitho und Aphrodite Pandemos im athenischen Kultbericht: AphroditeBelege [2] : Pausanias 1.22.3

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias: Peitho und Aphrodite Pandemos in Athen

Beschreibung Griechenlands 1.22.1–3, besonders die Gründungserzählung und Standbilder von Aphrodite Pandemos und Peitho in 1.22.3. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.

Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias: Peitho und benachbarte Gottheiten in Megara

Beschreibung Griechenlands 1.43.4–8, besonders 1.43.6: Aphrodite Praxis, Peitho, Paregoros, drei Liebesgestalten und ein benachbartes Tycheheiligtum. Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre.

Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos

Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.

Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

Sprache: Englisch nach Altgriechisch; 38 griechische Hesiodverse ergänzend geprüft

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen und ihre gesondert bezeichneten römischen beziehungsweise spätantiken Bild- und Textzugänge.
Verwendeter Ausschnitt
Theogonie 334–370; Pausanias 1.22.1–3 und 1.43.4–8; Met 07.286.51.
  1. Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos

    Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

    Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung.

    Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Pausanias: Peitho und Aphrodite Pandemos in Athen

    Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

    Beschreibung Griechenlands 1.22.1–3, besonders die Gründungserzählung und Standbilder von Aphrodite Pandemos und Peitho in 1.22.3.

    Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Pausanias: Peitho und benachbarte Gottheiten in Megara

    Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

    Beschreibung Griechenlands 1.43.4–8, besonders 1.43.6: Aphrodite Praxis, Peitho, Paregoros, drei Liebesgestalten und ein benachbartes Tycheheiligtum.

    Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Abgerufen am 2026-10-01.

  4. The Met: Fragment mit Peitho, Aphrodite und Eros

    The Metropolitan Museum of Art · ca. 490 BCE

    Objektdaten, Beschreibung und Public-Domain-Hinweis der offiziellen Met-Seite tatsächlich als Web-Werkzeugausgabe gelesen; API und Hauptfoto DP-41930-001 vollständig betrachtet.

    Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Direkter HTML-Abruf der Met-Objektseite ergab HTTP429; die gelesene Web-Werkzeugausgabe wird als Indexnotiz dokumentiert, nicht als archivierter HTML-Volltext. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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