Überredung bekommt einen Platz in der Genealogie
In der Theogonie gehört Peitho zu den Töchtern des Okeanos und der Tethys. Der griechische Vers 349 nennt ihren Namen. Ein Vorgang menschlicher Beziehungen tritt damit als benannte Gestalt in eine göttliche Verwandtschaft ein. Die Stelle erzählt jedoch keine persönliche Überredungsszene und keine vollständige eigene Lebensgeschichte.
Die Bedeutung des Namens führt zu einer Frage, die örtliche und bildliche Zeugnisse verschieden beantworten: Wer soll von wem überzeugt werden, und wozu? Aus einer Personifikation folgt noch nicht, dass jede Überredung im Mythos gerecht oder jede bewirkte Verbindung freiwillig ist. Diese Bewertung braucht den jeweiligen Handlungszusammenhang.
Athen verbindet Peitho mit politischer Einigung
Pausanias berichtet in Athen über Aphrodite Pandemos und Peitho. Er verbindet ihre Verehrung mit Theseus’ Zusammenführung der Gemeinden in eine gemeinsame Stadt. In diesem Bericht betrifft Peithos Nachbarschaft zu Aphrodite also auch eine politische Verbindung, nicht allein das Begehren eines Paars.
Die Gründung wird als Erzählung des antiken Autors verwendet. Sie ist hier kein archäologisch bewiesener Ablauf. Pausanias sagt zudem, die alten Standbilder seien nicht mehr erhalten; die Bilder seiner Zeit lobt er als Arbeiten guter Künstler. Ein heute fotografiertes Gefäßfragment ist deshalb kein Foto dieser athenischen Kultstatuen.
In Megara steht Peitho neben weiteren Beziehungsfiguren
Im Tempel der Aphrodite Praxis in Megara nennt Pausanias ein altes Elfenbeinbild der Aphrodite. Daneben stehen Peitho und eine als Trösterin bezeichnete Gottheit; beide schreibt er Praxiteles zu. Andere Werke des Scopas stellen Liebe, Verlangen und Sehnsucht dar. Die Nachbarschaft gibt Überredung einen Platz zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Beziehungen und Gefühle als Gestalten darzustellen.
Pausanias fragt selbst, ob sich die Aufgaben dieser drei Liebesgestalten so deutlich wie ihre Namen unterscheiden. Seine Einschränkung ist ein guter Anlass, keine starren Zuständigkeitsgrenzen zu erfinden. Der Bericht aus Megara ist ein weiterer örtlicher Zugang; er ergänzt weder eine von Hesiod erzählte Biografie noch eine gesicherte Identität aller Peithokulte.
Ein Bildrest bewahrt die Nachbarschaft, nicht die ganze Geschichte
Der Met-Katalog identifiziert auf dem attischen Skyphosfragment um 490 v. Chr. Peitho, Aphrodite und Eros. Die erhaltene Fotoansicht zeigt zwei bekleidete Profilgestalten, eine Taube und rechts einen angeschnittenen geflügelten Körper. Schriftzeichen stehen zwischen den Figuren. Das bietet einen Bildzugang zur Verbindung von Überredung und Begehren.
Die Gesamtgeschichte bleibt im Katalog eine Alternative: Parisurteil oder Menelaos’ Rückgewinnung Helenas. Die verlorenen Teile werden auf dieser Seite nicht ergänzt. Aus den Namen und der Nachbarschaft lässt sich auch keine vollständige Rede Peithos oder eine Zustimmung Helenas ablesen. Bildidentifikation, möglicher Erzählzusammenhang und die Frage nach Handlungsmacht sind drei verschiedene Schritte.
Peitho, Aphrodite und Eros auf einem Fragment

Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Überredung bekommt einen Platz in der Genealogie
Theogonie 334–370, besonders 346–370; griechischer Vers 349
Athen verbindet Peitho mit politischer Einigung
Pausanias 1.22.3 im gelesenen Fenster 1.22.1–3
In Megara steht Peitho neben weiteren Beziehungsfiguren
Pausanias 1.43.6 im gelesenen Fenster 1.43.4–8
Ein Bildrest bewahrt die Nachbarschaft, nicht die ganze Geschichte
The Met 07.286.51: Objektbeschreibung, Datierung und tatsächlich betrachtete Hauptaufnahme
Belegte Beziehungen
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Peitho und Aphrodite Pandemos in Athen
Beschreibung Griechenlands 1.22.1–3, besonders die Gründungserzählung und Standbilder von Aphrodite Pandemos und Peitho in 1.22.3. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias: Peitho und benachbarte Gottheiten in Megara
Beschreibung Griechenlands 1.43.4–8, besonders 1.43.6: Aphrodite Praxis, Peitho, Paregoros, drei Liebesgestalten und ein benachbartes Tycheheiligtum. Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch; 38 griechische Hesiodverse ergänzend geprüft
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen und ihre gesondert bezeichneten römischen beziehungsweise spätantiken Bild- und Textzugänge.
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 334–370; Pausanias 1.22.1–3 und 1.43.4–8; Met 07.286.51.
- Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Pausanias: Peitho und Aphrodite Pandemos in Athen
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Beschreibung Griechenlands 1.22.1–3, besonders die Gründungserzählung und Standbilder von Aphrodite Pandemos und Peitho in 1.22.3.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-09-29.
- Pausanias: Peitho und benachbarte Gottheiten in Megara
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Beschreibung Griechenlands 1.43.4–8, besonders 1.43.6: Aphrodite Praxis, Peitho, Paregoros, drei Liebesgestalten und ein benachbartes Tycheheiligtum.
Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Abgerufen am 2026-10-01.
- The Met: Fragment mit Peitho, Aphrodite und Eros
The Metropolitan Museum of Art · ca. 490 BCE
Objektdaten, Beschreibung und Public-Domain-Hinweis der offiziellen Met-Seite tatsächlich als Web-Werkzeugausgabe gelesen; API und Hauptfoto DP-41930-001 vollständig betrachtet.
Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Direkter HTML-Abruf der Met-Objektseite ergab HTTP429; die gelesene Web-Werkzeugausgabe wird als Indexnotiz dokumentiert, nicht als archivierter HTML-Volltext. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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